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Hundeforum Der Hund
Juline

Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Hund und Pferd

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@Nuka @Juline 

Jein! Man kann viele Pferde schnell und leicht gefügig machen in dem man sie glauben macht, dass sie sonst nicht "überleben" werden...... aber ist das das Ziel? 

Und JA, Pferde kann man sehr wohl über Futter trainieren! Man kann die Meisten Pferde super Klickern, bzw. mit Futter belohnen! 

Außerdem sind Pferde regelrechte Harmonie- und Kommunikationssuchties! Kann und sollte man auch für sich und (zugunsten des) das Pferd(es) einsetzen!

Beispiel Reiten: schneller Weg = Mensch bringt Pferd ständig aus der Balance und schafft sich dadurch eine gewisse Kontrolle über das Pferd, das zunächst einmal lernt die Klappe zu halten und zu tun was der Zweibeiner sagt. Denn einen Balanceverlust kann ein Fluchttier nicht riskieren!

Im Gegenzug dazu steht der Reiter der seinem Pferd hilft in jeder Situation in Balance zu bleiben. Dies setzt aber Vertrauen und Kommunikation voraus! 

 

Für mich führt der Weg egal ob bei Pferd oder Hund über die gemeinsame auf Vertrauen und Kommunikation basierende Beziehung zu und mit dem Tier! 

Die passenden Motivationsmittel dabei zu finden ist eine individuelle Sache.

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@Juline

Ein Pferd lernt über Bestätigung im richtigen Moment. Also Beispiel, weil das sonst immer so kryptisch bleibt:

Ich will dass mein Pferd lernt, dass wenn mein linkes Bein etwas weiter nach hinten geschoben wird, es mit der Hinterhand nach rechts tritt. Also leg ich mein Bein an und warte auf die Reaktion des Pferdes. Es wird nach einer Lösung suchen, wahrscheinlich einen Fehler machen und nach vorne laufen beim ersten Mal. Das korrigiere ich sanft und lasse mein Bein angelegt. Sobald das Pferd auch nur den kleinsten Schritt mit der Hinterhand nach rechts macht, geht mein Bein wieder in die neutrale Position. Das ist der Lerneffekt! Sobald das Pferd auch nur im Ansatz die richtige Idee zeigt, nehme ich die Hilfe (Druck des Beines in diesem Fall) weg und zeige somit, dass das die richtige Antwort war. 

 

Tatsächlich empfinde ich Pferde als unheimlich motiviert, schafft man es immer im richtigen Moment ihnen zu sagen, das war was ich wollte! Dann kann man fast alles von ihnen haben. Nur ist Timing eine extrem wichtige Sache im Pferdetraining, was nicht immer leicht ist für den Trainer, vor allem vom Sattel aus. Da kommt noch die Schwierigkeit der eigenen Koordination dazu, zumal es vielen schon schwer fällt sich überhaupt auf dem Pferd zu halten.

@Lyris kannst du das etwas konkreter beschreiben, was du damit meinst, man kann Pferden suggerieren, dass sie ohne einen nicht überleben können (und das als Trainingsgrundlage nutzen)? 

Prinzipiell halte ich auch das für einen riesen Unterschied: Pferde sind nicht halb so emotional mit uns Menschen verknüpft, wie unsere Hunde. Ein Pferd wird nie eine Bindung zu dir aufbauen, nur weil du ihm Futter gibst und mein Pferd trauert auch nicht, wenn ich Mal drei Tage nicht vorbei komme. Er geht auf die Koppel, bekommt Futter und Wasser...die Welt ist für ihn in Ordnung. 

 

Natürlich habe ich eine Bindung zu meinem Pferd, wir kennen uns gut. Und ja, er gallopiert hinter mir her, wenn ich mit ihm Freiheitsdressur mache. Aber mein Hund will immer bei mir sein, mein Pferd geht mit den Kumpels auf die Koppel und die Welt ist in Ordnung.

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@Lyris: was schafft bei einem Pferd Vertrauen? Für mich ist das ebenfalls ein großer Unterschied zwischen Pferd und Hund. Also klar, klare Kommunikation, aber hast du ein konkretes Beispiel?

 

Und das mit der Balance interessiert mich auch noch. Mein Kleiner ist jetzt fünf Jahre alt und von perfekter Balance mit und ohne Reiter ist er weit entfernt. Er fällt z.B. in Wendungen gerne auf die innere Schulter, wenn ich ihn nicht korrigiere. Es versetzt ihn nicht in Todesangst und meine Intension ist auch nicht, dass er die Klappe hält, aber wie würdest du die Situation lösen?

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vor 2 Minuten schrieb Nuka:

Nur ist Timing eine extrem wichtige Sache im Pferdetraining

Beim Hundetraining auch ......

 

vor 3 Minuten schrieb Nuka:

was du damit meinst, man kann Pferden suggerieren, dass sie ohne einen nicht überleben können (und das als Trainingsgrundlage nutzen)? 

vor 3 Minuten schrieb Nuka:

Pferde sind nicht halb so emotional mit uns Menschen verknüpft, wie unsere Hunde. Ein Pferd wird nie eine Bindung zu dir aufbauen, nur weil du ihm Futter gibst und mein Pferd trauert auch nicht, wenn ich Mal drei Tage nicht vorbei komme.

Tun viele Hunde auch nicht - Eine emotionale Bindung aufbauen auf Grund von Fütterung und Erfüllung der elementaren Grundbedürfnisse! Das sieht man dann auch am Hund-Mensch-"Team": die leben und laufen einfach nebeneinander her......

Und ja - mein Pony ist beleidigt wenn ich ihn "vernachlässige"! Als ich vom Urlaub heimkam und in den Stall gekommen bin hat er mich halb tot gekuschelt! 

Ja Hunde sind viel mehr darauf selektiert worden den Menschen als Sozialpartner anderen Hunden gleichzusetzten oder vorzuziehen. Das ist beim Pferd weniger der Fall. Aber deshalb ist es trotzdem möglich eine ebenso enge Bindung beidseitig einzugehen! Das ist ja das schöne daran: nicht müssen, sondern wollen! 

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vor 4 Stunden schrieb Lyris:

@Nuka @Juline 

Jein! Man kann viele Pferde schnell und leicht gefügig machen in dem man sie glauben macht, dass sie sonst nicht "überleben" werden...... aber ist das das Ziel? 

 

Das war die Aussage, hinter die Du das Fragezeichen gesetzt hast...

@Lyris

 

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vor 5 Minuten schrieb Nuka:

was schafft bei einem Pferd Vertrauen? Für mich ist das ebenfalls ein großer Unterschied zwischen Pferd und Hund. Also klar, klare Kommunikation....

Das Selbe wie beim Hund! Das Wissen, Rücksicht und die Einhaltung um die Bedürfnisse des Gegenübers, eine klare und ehrliche Kommunikation miteinander. Es gibt Regeln und Grenzen die das gemeinsame Leben bestimmen. Diese stellst du selbst auf - musst sie aber auch selbst einhalten!

vor 9 Minuten schrieb Nuka:

Und das mit der Balance interessiert mich auch noch. Mein Kleiner ist jetzt fünf Jahre alt und von perfekter Balance mit und ohne Reiter ist er weit entfernt. Er fällt z.B. in Wendungen gerne auf die innere Schulter, wenn ich ihn nicht korrigiere. Es versetzt ihn nicht in Todesangst und meine Intension ist auch nicht, dass er die Klappe hält, aber wie würdest du die Situation lösen?

Balance - die Kontrolle über seinen Körper und seine Extremitäten zu haben -  ist ein sehr (!) wichtiger Punkt für ein Fluchttier! Ohne die wäre es dem Tode geweiht!

Ich persönlich würde - je nach körperlicher und geistiger Entwicklung, das ist individuell! -  mich nicht auf ein zu junges Pferd setzten, bzw. ein Pferd setzten das nicht wenigstens an der Hand so weit ausbalanciert gehen kann dass es in allen 3 GGA klassisch und lateral in den Grundlagen longiert werden kann / im Gelände als Handpferd gehen kann ohne ins straucheln zu geraten. Bis dahin: kontrollierter Freilauf/ Handpferd und Gangschulung bis zum Sanktnimmerleinstag. Erst dann ist es überhaupt fair dem Pferd einen Reiter zuzumuten!

Gegen "korrigieren" bin ich ehrlich gesagt hochgradig allergisch!

Ich korrigiere ihn nicht - er hat nichts falsch gemacht! Ich versuche meinem Pferd ins Gleichgewicht zu helfen, damit die gemeinsame Bewegung leichter fällt.

Wie lange reitest du dein Pferd schon? Was kann es an der Hand? 5 Jahre sind KEIN Alter. Da hab ich die Rübe noch gar nicht geritten.....

Ohne den Ausbildungsstand zu kennen: Gangschulung, Dehnungs- / Remontehaltung, weite Bögen und Wendungen an der Hand und wenn es sein muss schon unter dem Sattel, Stellen und leicht Biegen und Geraderichten üben. 

 

.... ja bei dem Thema bin ich eigen.... das weiß ich..... aber ich habe tagtäglich "versaute " Pferde in der Hand, die tweilweise schon so fertig sind, dass sie sich entweder selbst verletzten oder auf die 2-Beiner losgehen....... das verändert einen und die eigene Sicht doch etwas .....

 

vor 18 Minuten schrieb Nuka:

 

Jein! Man kann viele Pferde schnell und leicht gefügig machen in dem man sie glauben macht, dass sie sonst nicht "überleben" werden...... aber ist das das Ziel? 

 

Das war die Aussage, hinter die Du das Fragezeichen gesetzt hast...

@Lyris

 

Bezog sich auf  viele "Profis" die ihr Wissen um das Pferd und dessen wunde Punkte zunutzen machen um eine Pferd beherschbar zu machen.

Beispiel: (An-)Longieren (viel zu) junger Pferde - Longe dran und das Vieh so lange im Kreis gescheucht bis es aufgiebt....../ ODER das Aussacken ODER völlig unausbalancierte 3-Jährige zu Reiten und einer Körperhaltung (enge Kopf-Halseinstellung) bei der es nicht richtig sehen kann. Dabei überfallsmäßig "Gas" und "Bremse" zu betätigen und ruckartige Richtungswechsel zu erzwingen mit groben Zügelhilfen und unter Einsatz falscher Gewichtshilfen. So wird ein Pferd völlig aus der Balance gebracht! Und da so ein junges, geistig nicht ausgereiftes und auch nicht in dem Maße ausbalanciertes Tier permanent droht zu fallen - weil ständig aus der Balance geworfen - lernt es ziemlich schnell zu REAGIEREN damit es nicht fällt. 

 

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vor 36 Minuten schrieb Lyris:

Ja Hunde sind viel mehr darauf selektiert worden den Menschen als Sozialpartner anderen Hunden gleichzusetzten oder vorzuziehen. Das ist beim Pferd weniger der Fall.

Dafür werden moderne Pferderassen eher nach "will to please" selektiert und tweilweise echt  - salopp gesagt - devot und doof gezüchtet...... Im Sport sind Pferde gewollt die ohne zu fragen einfach machen! Was die sich alles gefallen lassen...... da beißt "man" bei vielen alten und nicht so häufig vorkommenden Robustpferderassen auf Granit..... und das ist gut so!

Aber seinen wir mal ehrlich: Welches Pferd wäre im heutigen Hochleistungssport erfolgreich, das seine eigenen Entscheidungen treffen dürfte und würde, seinen Reiter und dessen Enscheidungen hinterfagen würde und sein Veto einlegen könnte.......

 

 

 

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vor 10 Minuten schrieb Lyris:

Das Selbe wie beim Hund! Das Wissen, Rücksicht und die Einhaltung um die Bedürfnisse des Gegenübers, eine klare und ehrliche Kommunikation miteinander. Es gibt Regeln und Grenzen die das gemeinsame Leben bestimmen. Diese stellst du selbst auf - musst sie aber auch selbst einhalten!

Sehr interessante Diskussion, aber da möcht ich kurz einhaken. Im Idealfall stellt man die gemeinsam auf, oder? Zumindest ist es das für mich wenn Mensch auf Tier und Tier auf Mensch eingeht, gemeinsame Regeln, keine einseitigen. :)

 

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vor 5 Minuten schrieb Zurimor:

gemeinsame Regeln, keine einseitigen

Definitiv! Aber es liegt nun mal in der Verantwortung des Menschen die Regeln so (sinnvoll) aufzustellen, dass alle verschiedenen Individuen in ihren Bedürfnissen nicht eingeschränkt werden, aber trotzdem ein "höfliches" Miteinander gewährleistet wird. Zudem verändert sich dies im Laufe der Zeit: der Rübe "muss" ich kaum mehr einen Rahmen geben - er weiß was sich gehört. Und der vom Köterling ist im Gegensatz zu seiner Ankunft vor 3 Jahren als kleines angstagressieves Nervenbündel und wandelnde Übersprungshandlung sowas von geweitet worden! 

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vor einer Stunde schrieb Nuka:

Ein Pferd wird nie eine Bindung zu dir aufbauen, nur weil du ihm Futter gibst

 

Das funktioniert so auch bei einem Hund nicht.

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