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Dogsupilami

Wie kognitive Verzerrungen unseren Umgang mit Hunden bestimmen

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(bearbeitet)

Wie erziehst Du Deinen Hund? Unbedingt gewaltfrei und positiv, weil das der einzig richtige, respektvolle Umgang mit einem Hund ist? Natürlich und intuitiv vielleicht, weil man durch die Beobachtung von Hunden unter einander am besten feststellen kann, was ihnen gut tut? Oder eher dominant, weil es hervorragend funktioniert und Dein Hund Dir sonst auf der Nase tanzen würde, was Du jedes Mal merkst, wenn Du ein bisschen inkonsequenter wirst?

 

Die vermeintlich rationalen Entscheidungen sind kognitiv verzerrt


Jede der drei Vorgehensweisen kann durchaus für einen bestimmten Hund passend sein. Ganz anders sieht es allerdings aus, wenn wir diese Haltungen auf alle Hunde meinen anwenden zu dürfen. Doch immer wieder sind Menschen absolut davon überzeugt, die einzig richtige Überzeugung zu haben. So sehr, dass sie belehrend werden. So sehr, dass sie sogar unfreundlich werden, wenn sie auf andere Überzeugungen stoßen. Wie gelangen wir zu so starken Überzeugungen?

 

Eine große Rolle spielt dabei die sogenannte kognitive Verzerrung. Das sind Einflüsse auf unser Denken, die nichts mit rationalem Denken zu tun haben sondern die auf psychologischer Ebene stattfinden. Davon gibt es gar mehrere Arten. Eine davon ist, dass wir Informationen, denen wir anfangs neutral gegenüber standen, um so positiver wahrnehmen, je häufiger wir sie hören oder lesen. Darauf beruht übrigens auch die tägliche Fernsehen- und Radiowerbung. Auch die Propaganda des Dritten Reiches bediente sich gezielt dieser Methodik. Sie nennt sich Mere-Exposure-Effekt. Interessant dabei ist, dass wenn man einer Information anfangs eher skeptisch oder gar ablehnend gegenüber steht, dann wird auch diese Haltung durch Wiederholungen verstärkt.
Wenn wir nun bedenken, dass wir gerne einer Tendenz nachgehen und uns daher immer mehr in eine Richtung informieren, wird ein Schuh daraus: die eine Meinung verfestigt sich. Während abweichende Meinungen immer mehr abgelehnt werden. Eine noch größere Verstärkung erfährt die ablehnende Haltung dann, wenn Vertreter einer Überzeugung die andere als Gruppe ablehnen.

 

Der Gruppeneffekt spielt übrigens ebenfalls eine enorme Rolle. Hast Du mal die Likes in den Foren bei Facebook beobachtet. Wenn eine Person anderer Meinung ist, z.B. ein Nichtveganer in einem Veggie-Forum, dann werden häufig auch dann Beiträge geliked, wenn sie grenzwertig, ja sogar unlogisch sind aber von Gleichgesinnten stammen, während kluge Argumentationen des Außenstehenden überhaupt nicht geliked werden. Man nimmt sie zur Kenntnis, würdigt sie aber kaum mit einem Like. Obwohl rein Argumentativ ein rationales Gleichgewicht in der Diskussion bestehen kann, fühlt sich der Forumfremde isoliert und ein neutraler Leser hat den Eindruck, dass die Veggie-Freunde die besseren Argumente haben. Die Macht der Gruppe.

 

Die zweite Verzerrung nennt sich Confirmation Bias. Es handelt sich dabei um die Tendenz der Wahrnehmung: Ist man von einer Sache erst einmal angetan, dann blendet und schwächt man Gegenargumente verstärkt aus, während man bestätigende Informationen besonders aufmerksam wahrnimmt. Nun dürfte es leicht verständlich werden, weshalb sich extreme Meinungen häufiger herausbilden, während Meinungsänderungen eher schleichend und vorsichtig geschehen.

 

Die nächste irrationale Wahrnehmung wird durch die Clustering-Illusion verursacht: Wenn zwei Dinge anscheinend gleichzeitig passieren, vermuten wir allzu oft einen Zusammenhang, obwohl es diesen gar nicht geben muss. Ein Beispiel dafür ist, dass ein Hund anderen Menschen stets aggressiv gegenüber auftritt, außer wenn der Trainer da ist. Auch wenn der Besitzer den Hund führt passiert nichts mehr. Also liegt es an seinen besonderen Fähigkeiten, seiner Aura und seiner tollen Anleitung. Nun wird der Trainer empfohlen. Der ist toll. Der Zusammenhang scheint offensichtlich. Was nicht berücksichtigt wird, sind die weniger offensichtlichen aber dennoch möglichen Faktoren: sobald der Trainer da ist, gibt das dem Besitzer so viel Sicherheit, dass dieser viel entspannter den Hund führt.

Dazu kommt noch die Affektheuristik. Es geht um Stimmung. Wenn sich etwas gut anfühlt, dann muss es doch gut sein. Und wenn es sich nicht gut anfühlt, dann kann es gar nicht gut sein. Glauben wir zumindest oft. Und haben damit auch oft genug recht. Was den Verzerreffekt ja noch verstärkt. Denn manchmal mögen wir etwas nicht, obwohl es genau richtig ist. Oder zumindest nicht falsch. Jemand assoziiert Halsbänder mit Sklaverei. Außerdem erscheint ihm offensichtlich, dass das Führen an einem Halsband den Hund viel mehr einschränkt, als wenn die Leine am Geschirr befestigt ist. Objektiv ist das keinesfalls so, aber allein das schlechte Gefühl des Besitzers erzeugt in ihm die Überzeugung, dass es für den Hund auch schlecht ist. Und er fühlt sich sofort besser, als er ihm das erste Mal das Geschirr anlegt. Naheliegend, dass er dann denkt, für den Hund sei das ebenfalls besser. Überlege mal, weshalb so viele Menschen gegen einen Maulkorb sind? Vor allem doch, weil sie es selbst als eine schlimme Einschränkung empfinden. Ich z.B. habe sofort eine Assoziation: Hannibal Lecter, wie er in "Das Schweigen der Lämmer" mit seiner Gummimaske auftritt. (Ich bin allerdings doch zu rational, um mich dadurch beeinflussen zu lassen).

 

Der Weg zur Überzeugung

 

Man kann anhand dieser Ausführung nun leicht skizzieren, weshalb viele Hundehalter vom Positivtraining überzeugt sind. Es fängt mit einer in der Regel nicht neutralen Haltung an: wahrlich kein vernünftiger Mensch möchte seinem Hund Gewalt antun. Gewaltfrei hört sich daher genau richtig an. Hier greift zunächst einmal die Affektheuristik, die eigene Stimmung, in das Rationale verzerrend ein: Mit Leckerlis fühlt sich so mancher besser als mit Korrekturen; also nimmt man diesen Weg als den besseren wahr. Aus dem eigenen Gefühl wird Überzeugung. Mit dem Hund an sich hat das erst einmal gar nichts zu tun. Ist der Anfang getan und klappen einfache Übungen beim Hund auf positive Weise, kommt der Confirmation Bias hinzu: Gegenargumente werden zunehmend ignoriert und Bestätigungen verstärkt wahrgenommen. Man tauscht sich nun mit Gleichgesinnten aus. Der Trainer arbeitet auch vor allem positiv. Es kommt also auch noch der Mere-Exposure-Effekt hinzu: eine Flut aus Informationen, die das als richtig festigen, was man tut. Und die funktionierende Praxis bestätigt die Wirksamkeit der Methode. Alles passt zusammen.
Die Affektheuristik hat im Falle des Positivtrainings übrigens eine herausragende Rolle. Denn es kommt hinzu, dass man sich dabei gleich auch noch als ein besserer Mensch Tieren gegenüber vorkommt. Besser als die anderen, die nicht so rücksichtsvoll und stets freundlich mit ihren Hunden umgehen. Moralisch empfindet man sich um ein Treppchen höher stehend.

 

Bei den natürlich agierenden ist es nicht viel anders. Man vertritt ohnehin die Einstellung, dass zu jedem gesunden Umgang mit einem Lebewesen sowohl positive als auch negative Rückmeldungen gehören. Alles andere ist doch realitätsfern. Und negative Rückmeldungen, Verbote, Warnungen und direkte Grenzen sind noch lange keine Gewalt. Und genauso greifen auch hier die Affektheuristik, das bessere Gefühl beim Handeln, das logisch folgende Confirmation Bias in den Medien und schließlich auch der Mere-Exposure-Effekt.

 

Und nun? Heißt das, es gibt keine wirklich sachlich, ganz trocken, rein rational getroffenen Entscheidungen? In der Tat gibt es diese wohl nur in sehr abstrakten Dingen, wo pure Logik anwendbar ist. In allen anderen Situationen spielt mehr oder weniger das Bauchgefühl eine Rolle und bei einer so emotionalen und persönlichen Angelegenheit wie dem Umgang mit unseren Hunden auch die grundsätzliche Lebensphilosophie. Und natürlich die kognitiven Verzerrungen.

 

Und was ist mit objektiven Studien? Beruft man sich da nicht immer wieder auf wissenschaftliche modernste Erkenntnisse, die eine Vorgehensweise als richtig belegen? Nein. Die Richtigkeit von Vorgehensweisen im Sinne von natürlich oder positiv werden durch Studien ohnehin nicht nachgewiesen. Erkenntnisse gewinnt man durch Studien und Untersuchungen über partielle Bereiche: Lernen beim Stress, Abläufe im Gehirn, kausale Zusammenhänge unter bestimmten Laborbedingungen. Was man daraus so alles ableitet ist nicht nur fraglich, sondern hat ebenfalls mit kognitiven Verzerrungen zu tun. Wenn der seriöse Wissenschaftler keine fragwürdigen Folgerungen anstellt, dann doch spätestens der bereits festgelegte Leser, der seine Interpretation dann kundtut und teilt. Und schon sind wir bei dem Mere-Exposure-Effekt: nicht die nachgewiesene Wahrheit entfaltet Wirkung sondern die wiederholte fragwürdige Meinung anderer. Zum Beispiel meinen noch heute viele Hundehalter und -trainer, Hunde würden bei Stress nicht lernen können, womit eine Korrektur ja automatisch verbunden und daher fürs Lernen ungeeignet wäre. Abgesehen davon, dass es bei Korrekturen nicht immer darum geht, dass ein Hund etwas daraus lernt, sondern sich situativ gerade in diesem Augenblick anders verhält, basiert die bekannte Gegenkonditionierung auf durch den Hund bewältigbarem Stress, indem er einen Stressor bereits so weit wahrnimmt, dass er nicht mehr völlig entspannt ist (sonst gäbe es gar keinen Lernfortschritt), aber noch ansprechbar und leicht beeinflussbar ist.

 

Glaubst Du, dass Du Deine Wahl, wie Du mit Deinem Hund umgehst, absolut rational aufgrund von konkreten Informationen zum Besten Deines Hundes getroffen hast und Dich nicht von Deiner grundsätzlichen Lebenseinstellung und der Umwelt hast beeinflussen lassen? Falls ja, wäre das keineswegs überraschend. Denn es gibt noch eine weitere Verzerrung, eine besonders gemeine: den Bias Blind Spot. Und die besagt: Wir Menschen neigen zu der Überzeugung, dass wir uns von außen nicht haben unsachlich beeinflussen lassen.

 

Viel Spaß beim Reflektieren, wie Du tatsächlich zu Deiner Haltung gekommen bist. Und schönen Gruß an Deinen Bias Blind Spot!

 

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Ein Dankeschön sei an dieser Stelle ausgesprochen an die Diplompsychologin Ines Neuhof, die einen sehr interessanten Blog über die Psychologie für Hundehalter führt und dem ich viele der obigen Informationen verdanke.

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vor 2 Stunden schrieb Dogsupilami:

Darauf beruht übrigens auch die tägliche Fernsehen- und Radiowerbung. Auch die Propaganda des Dritten Reiches bediente sich gezielt dieser Methodik. Sie nennt sich Mere-Exposure-Effekt. Interessant dabei ist, dass wenn man einer Information anfangs eher skeptisch oder gar ablehnend gegenüber steht, dann wird auch diese Haltung durch Wiederholungen verstärkt.

 

Auch Facebook und ähnliche "soziale Medien" funktionieren exakt so! :o Alles, was so ähnlich ist, wie die Dinge, die mir per "like" gefallen, wird mir verstärkt präsentiert, alles andere wird ausgeblendet - bis ich zu dem Eindruck komme "Ich hab's doch gleich gewusst, ALLE denken so wie ich!"

 

Beeindruckend ist allerdings, dass es den Programmierern von Facebook gelungen ist, die oben beschriebenen Effekte in Software (=Mathematik) zu pressen.

 

Nein, wirkliche "Objektivität" gibt es nicht (sonst würden z.B. nicht so viele Gerichtsurteile angezweifelt werden). Daher ist es wichtig, sich dessen bewusst zu sein und die Mechanismen zu verstehen. Darum für deinen - zumindest für mich - verständlich geschriebenen Beitrag:

:danke

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Relativismus rules? Whataboutism im Forschergewand?

Aber gut, daß uns endlich mal jemand über Fremdbestimmung und Wahrnehmungstheorie aufklärt. Das Dazugehörenwollen setzt man praktischerweise einfach voraus, Nazienkel gibt's ja genug. Wie man rein rationale Entscheidungen treffen kann ohne die eigenen Emotionen dabei miteinzubeziehen hab' ich nie verstanden, ein z.B:  Sich Über Etwas Freuen stellt nunmal einen rationalen Beweggrund dar. Behauptet jemand ernsthaft heutzutage er würde nicht manipuliert? Und muß man dazu jetzt den Goebbels bemühen?

 

Dann hat die Sache diesen grundlegenden Haken. Kein Hund der Welt sagt dir explizit, daß er z.B. von dir verlangt, daß du "dominant" im Kommandoton, aversiv etc, mit ihm umgehst. Das ist alles Interpretation. Er wird es nie zweifelsfrei mitteilen, was unter Menschen schon schwierig ist, macht eine Artengrenze nicht leichter.

Und weil man es eben nicht zweifelsfrei wissen kann, bleibt eigentlich nur eines: Freundlich bleiben, weil es der Umgang ist den man selber schätzt (sofern man jetzt nich masochistisch veranlagt ist).

 

 

 

 

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Was ist, wenn mein Umgang gewaltfrei ist, weil mir das mein Hund so beigebracht hat? 

 

Wenn also nicht ich der Erziehende bin, sondern der Erzogene? Wenns gar nicht ums Beibringen, sondern ums einfache Zusammenleben geht? 

 

Wenn die Dominanztheorie widerlegt ist und man objektiv erklären kann, warum das funktioniert?

 

Gewaltfrei heißt nicht "Weg über Leckerlis". 

 

Ach ja, bei dem Stress, der nicht förderlich fürs Lernen ist, war schon immer eine Reizschwellenübertretung gemeint. Ich habectatsächlicj in keinem Fachbuch was anderes gelesen?

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Eine Sache noch: 

Mir geht's nicht um Methoden (obwohl die objektiv beurteilt werden können), sondern um die Hunde. 

 

Ich habe bisher keinen einzigen gesehen, das mag natürlich nur meine Auffassung sein, der gerne geschimpft, geruckt, blöd behandelt werden will.

 

Ich habe aber Hunde getroffen, deren größte Belohnung es war, dass man nicht ständig an ihnen herummanipuliert, auch "positiv". 

 

Sollte ich mal einen Hund haben, der gerne bestraft wird, ändere ich meine Haltung bestimmt ;)

 

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Ich wünschte, durch Positivtraining würde ich mich fühlen wie ein besserer Mensch, leider hab ich nicht mit (reinem/hauptsächlichen) Positivtraining damals angefangen und ich würde mich echt besser fühlen, fände ich die "Korrekturen" damals wenigstens zur Hälfte in Ordnung.

 

Ich seh hier ein paar Löcher in der Argumentation. Und dass man beeinflussbar ist, ist doch klar. Ist bei jedem Thema so eine Sache und ich hab nie gedacht, dass meine Entscheidungen "absolut rational" wären. Sehe trotzdem nicht die ignoranten Positivtrainer auf der einen Seite und die "natürlich agierenden", die wissen, wie das Leben wirklich aussieht, auf der anderen. (Und ganz ehrlich, das klingt hier heftig an.)

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@Vhenan Was Du im ersten Beitrag ansprichst ist genau das, was in guten Paarungen passieren sollte: eine Anpassung des Umgangs an die Bedürfnisse und das Verhalten des Hundes. Und wenn ein Hund ohne größere Auffälligkeiten erwünschtes und gesellschaftskonformes Verhalten zeigen kann, gibt es keinen Grund anders zu ihm zu sein als nett. Genau das wird ganz individuell durch Hunde und deren Charakter uind Verhalten bestimmt.

 

Der zweite Beitrag ist nicht mehr so ..... Es gibt überhaupt kein Lebewesen, Menschen = Kinder eingeschlossen, das gerne "geschimpft, geruckt, blöd behandelt" wird. "blöd behandelt", auch wenn das im übertragenem Sinne gemeint war, ist ohnehin kein guter Ausdruck. Bleiben wir daher bei geschimpft, gerügt, korrigiert oder sogar bestraft. Diese Sichtweise, das würde niemand mögen, greift sehr kurz. Darauf kommt es nämclih, wenn wir genauer darüber nachdenken, gar nicht an. Es kommt auf die mittel- und langfristige Wirkung, nicht auf die kurzfristige. Mag jemand Gesetze? Sie schrenken ein. Knöllchen? Freut sich jemand über Knöllchen. Niemals. Frteut sich irgendein Kind über Strafen: TV-Verbot, Hausarrest, Streichen eines Freibadbesuchs? Nein. Aber auch darauf kommt es nicht an.

Aber wo wären wir ohne Knöllchen? Wer würde ohne Knöllchen Parkbestimmungen nicht öfter missachten? Und ich habe sowohl schon Kinder erlebt, die sich (teilweise Jahre später) bei Ihren Eltern für eine Erziehung mit Konsequenzen bedankt haben als auch KInder, die ihren Eltern im Erwachsenenalter vorwarfen, sie so wenig konsequent behandelt zu haben, dass sie zuweilen an der echten Fürsorge / Interesse der Eltern zweifelten.
 

Eines kann ich auch bzgl. Hunde definitv sagen: Eine wohlwollende Verbindlichkeit, auch wenn (bzw. gerade weil) diese mit einer Freiheiteinschränkung verbunden war, hilft vielen Hunden Ruhe zu finden, Führungsstärke zu spüren, sich in der Nähe desjenigen Menschen besonders wohl zu fühlen. Das gilt ganz besonders für unsichere Hunde. Manchmal verändert sich ihr Verhalten innerhalb 1-2 Sitzungen, weil ihnen die neue Stärke des Menschen den Rahmen gibt, den sie mittels positiver Arbeit, trotz vieler Fortschritte, nicht mehr erreichen konnten.

 

Es ist immer wieder ein zutiefst berührender Moment, wenn sich ein Kundenhund, der normalerweise entweder Fremde angreift oder diesen gegenüber unsicher zurückzieht, nach einer Übung mit feinen direkten Grenzen aber auch vielen Bestärkungen und kurzen angenehmen Körperkontakten nicht bei dem Kunden hinlegt sondern - das machen die Viecher ganz bewusst - vor die Füsse des Trainers. Oder auf ein soziales Spiel eingeht. Wenn Du mich also fragst, ob uns Hunde sagen können, was sie eigentlich brauchen: aber ja. Wir müssen nur in ihrer Sprache hinhören.

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vor 14 Minuten schrieb MissWuff:

die ignoranten Positivtrainer auf der einen Seite und die "natürlich agierenden", die wissen, wie das Leben wirklich aussieht

 

Meinst Du nicht, dass das auch irgendeine Verzerrung ist? Deine Worte "ingonrante" und "wissen, wie das Leben" sind natürlich Interpretation, daher frage ich nicht, wo ich das denn behauptet hätte, aber diese Interpretation ist eine mich erstaunende und recht weit geholte. Ich wüsste nicht, wodurch sich in meinem Post eine so krasse Bewertung und Ungleichgewichtung der beiden Ansätze ableiten liesse.

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vor 11 Minuten schrieb Dogsupilami:

 

Meinst Du nicht, dass das auch irgendeine Verzerrung ist? Deine Worte "ingonrante" und "wissen, wie das Leben" sind natürlich Interpretation, daher frage ich nicht, wo ich das denn behauptet hätte, aber diese Interpretation ist eine mich erstaunende und recht weit geholte. Ich wüsste nicht, wodurch sich in meinem Post eine so krasse Bewertung und Ungleichgewichtung der beiden Ansätze ableiten liesse.

 

"den natürlich agierenden", "die Einstellung, dass zu jedem gesunden Umgang mit einem Lebewesen sowohl positive als auch negative Rückmeldungen gehören", und dann gefolgt von weiteren Rechtfertigungen für diesen Ansatz.

 

Ja, da liest sich für mich eine klare Bewertung raus, aber hey, nenn es halt "Verzerrung", wenn du versuchen willst, meinen Beitrag auch in diesem Stil "auseinanderzunehmen", habe da auch keine Lust, groß was zu zu schreiben. Natürlich ist da Interpretation mit drin. Ist sehr häufig so und normal in einem Forum, das heißt aber nicht, dass die Interpretation aus dem Nichts kommt. Dein Post hat für mich einen deutlichen Ton und es scheint bei anderen auch so angeklungen zu sein. Lies es vll. noch mal.

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Ich habe es auch empfunden.

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