Jump to content
polar-chat.de  Der Hund
Fiona01

Demenz beim Hund ist schwer zu erkennen

Empfohlene Beiträge

(bearbeitet)

Klick mich

 

Eigentlich scheue ich mich etwas davor, solche Themen online zu stellen, weil über dem Wort Demenz schnell das Damoklasschwert schwebt. 

Dabei sind unsere Hunde im Alter, seien sie auch dement,  besonders hilfebedürftig und liebenswert.  Halt zum Teil ein wenig besonders, oder was meint ihr? 

Bisher bei vier Hunden, hatte ich nur einen Hund dabei, der Ansätze von Demenz zeigte.  Einmal am frühen Morgen, als ich ins Wohnzimmer kam, stand er dort auf dem Tisch.  Dramatisch wurde es, weil er einfach nicht wusste, wie er dort wieder runter kam.  

Dazu kam dann aber auch noch, wie in dem Link beschrieben eine Eintrübung der Linse und das nachlassende Gehör.  Natürlich wurde dann besonders auf ihn aufgepasst.  Er gab uns so viel, auch in seinem Rentenalter.  :wub:

Habt ihr Geschichten und mögt von euren alten Hunden erzählen?  Wäre doch schön hier was zu sammeln, gerade alte Hunde, die uns durch dick und dünn begleiten sind es wert.  

 

Und zum Schluss noch ein kleines Gedicht, was ich zu diesem Thema mal geschrieben habe :

 

Du bist

 

Ach nein,

es war der Rauhreif der dir diese silberne Strähne vermachte

und meine Gedanken sinds, die nun ganz sachte,

jetzt mal in mich gehn.

Du bist doch erst sechs,

doch wie konnte die Zeit so vergehn?

Ach nein,

es war der Stein, der dich zum Stolpern brachte.

Wie konnte ich annehmen, dass du langsam älter wirst?

Du, die du jetzt manchmal gemütlich wirkst!

Du bist doch erst sieben!

Ist deine Jugend in der Nacht geblieben?

Ach nein,

der Nebel wars, der mich erst denken ließ,

das du beim Toben nun an deine Grenzen stießt.

Schau, wir ruhen uns jetzt aus!

Dort ist ein Bach, trink mal daraus.

Du bist doch erst acht

und keinen Tag hast du mir Kummer gemacht.

Oh ja,

das Frühjahr kommt, sieh da die Sonnenstrahlen.

Du spitzt die Ohren hoch, hörst dort die Amsel prahlen.

Mit einem Funkeln, ganz kurz habe ichs entdeckt,

jagst du den Schmetterling, der sich im Blütenkelch versteckt.

Jetzt bist du gerade mal neun

und ich seh dich durch die Wiesen streunen.

Du bist mein Kobold mit dem Fellgesicht.

Mal bist du unsichtbar, mal stehst du auch im Rampenlicht.

Du bist die Sanfte, die man wenig sieht.

Du bist der Kindskopf, der gerne in der heißen Sonne liegt.

Du bist für mich nicht Alter und auch nicht Zeit.

Du zeigst mir stets dein Sonnenkleid.

Vergessen wir die Traurigkeit.

Du bist, und das ist nur von Wichtigkeit.

 

A. Schmiemann

 

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Leonid war in seinen letzten Monaten ziemlich dement. So stand er öfters ratlos vor der Hauswand - irgendwie hatte er schon noch die Vorstellung, das da eine Haustüre sein müsse, aber wo? 

Auch zeigte er insbesondere nachts Unruhe. Er brauchte auch am Ende recht lange, um Faffi und Snoti zu erkennen. Rumsi, den er viel, viel länger kannte, war nicht so aus seinem Bewusstsein entschwunden.

 

so weit

Maico

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Ein wunderschönes Gedicht  ♥ 

Vor vielen Jahren hatte ich eine Schnauzerhündin die dement war. Manchmal erkannte sie uns nicht mehr richtig oder begrüßte draussen unsere anderen Hunde, als hätte sie sie noch nie gesehen. Sie lief oft ziellos rum und ich musste ihr erst zeigen wo ihr Bett stand oder das Essen, draussen rannte sie auch mal ziellos einfach volle Kanne los. Oder sie saß zu Hause starrte die Wand an und reagierte auf nichts mehr. 

Sie war schon 17 Jahre alt und ein toller Hund. 

 

Allgemein: Ich mag alte Hunde sowie sehr gerne, sie haben so eine tolle Ausstrahlung, so Weisheit im Blick, schwer zu beschreiben, aber sie sind einfach besonders. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

@Fiona01 Tolles Gedicht. :) 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Danke schön, Ihrse, :)

 

Diese nächtliche Unruhe, wovon du erzählst, @mikesch0815 , konnte ich bei meinem Gofy damals auch feststellen. Ich denke mal, da war dieser Tag- und Nachtrhythmus, genau wie beim Menschen auch, einfach gestört. Gofy wanderte auch sehr viel herum.

 

Liebe @Shary 

17 Jahre ist aber auch schon ein tolles Alter gewesen. Schön, dass du deine Hündin so lange haben durftest. :)

Und was du über die Ausstrahlung sagst, das finde ich auch. 

Junge Hunde sind niedlich, aber alte Hunde sind einfach etwas Besonderes. Sie geben einem so viel. :wub:

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo,

auch wir hatten unsere demente Luzie- es fing an da war sie 14.

Die Demenz gepaart mit Schwerhörigkeit hat zu einigen kuriosen Situationen geführt.

Oft hat sie sich in irgendwelchen Gebüschen "festgefahren" da stand sie dann und hat den "Rückwärtsgang" nichtmehr gefunden.

Nächtliche Unruhe und sie wollte dann raus zum Pipi machen.Der Mond schien und sie schaute und schaute...Pipi machen hat sie vergessen.Kaum wieder drin-erneute Meldung daß sie raus muß.Manchmal hat sie dann einfach in der Wohnung laufen lassen.Zu dieser Zeit hätten wir einen Türsteher gebraucht.

Spazierengehen war auch oft ein Highlight...unsere Hunde laufen alle Frei.Luzie hat dann manchmal vergessen,daß sie nicht alleine Unterwegs ist und lief und lief und lief.Gut war wenn sie gelegentlich zurückschaute, dann konnte man winken (hören war ja nichtmehr so pralle) und sie kam zurück.Einmal hat sie garnicht mehr zurückgeschaut,trabte fröhlich durch die Felder.Ich wollte sie einfangen weil wir eigentlich abiegen wollten- es blieb nix anderes als ihr hinterher zu spurten . Aufgrund des mangelnden Gehörs hat sie sich zu Tode erschreckt als ich "plötzlich" neben ihr hergerannt kam und ist nochmal ordentlich beschleunigt davongeprescht.:ph34r:

Achja,das waren noch Zeiten...:wub:

Und wenn ich gerade so darüber nachdenke...vielleicht hatte unser Welpe auch Demenz, diese Ähnlichkeit verblüffend.

                LG Carlotta

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Effie wurde 16.

Sie war im letzten Jahr blind und taub und wurde auch dement. Dabei war sie noch sehr gut Zufuß unterwegs.

Tagsüber schlief sie, nachts nahm sie die Küche auseinander, sie war dann immer kurz vorm Verhungern. Hatte vergessen, dass es schon mehrere Mahlzeiten gegeben hatte.

Im Garten fand sie nicht wieder zurück ins Haus, manchmal stand sie da und schaute - da machte es den Eindruck, sie hätte keine Ahnung, wo sie sich befindet und warum.

Trotzdem hatte sie immer wieder auch klare Momente. Und trotz allem Lebensfreude - beonders beim Essen.

 

Lange Zeit, wenn ich Nachts von unten ein Geräusch hörte, dachte ich "was macht sie denn jetzt schon wieder....?" und schwang mich aus dem Bett - dabei war sie schon nicht mehr bei uns.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Ich muss ehrlich anmerken: Ich fand die Altersphase bei all meinen Hunden nicht "toll". Nicht falsch verstehen: Es gehört dazu und es hat anrührende Momente. Aber toll empfand ich es nicht, und was man als "Ausstrahlung" bezeichnen könnte, hatte eher für mich was von "Hilflosigkeit". 

Aber zu sehen, wie z.B. Rumsi gern noch große Touren machen wollte aber nicht konnte - und zu spüren wie er wirklich damit unglücklich war - nein, das war nicht toll. Auch die Demenz bei Leonid, der Muskelschwund bei Kyra, die rapiden Abbauten bei Aisha - nix von dem war toll, hatte Ausstrahlung oder "Altersweisheit".

 

so weit

Maico

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Der körperliche und geistige 'Verfall ist nicht schön, da gebe ich dir Recht, @mikesch0815 . :(

 

Aber es gibt, so sehe ich das zumindest, auch noch etwas dazwischen. :)

Fly ist heute auch schon manchmal "tüdelig", Das ist von Hilflosigkeit aber noch ganz weit entfernt. Und jetzt in diesem Stadium ist sie etwas Besonderes für mich. Übrigens nicht nur für mich, ich erlebe es ganz häufig, dass fremde Hunde zu ihr gehen, sie kurz würdigen, so ist es tatsächlich, weil spielen, oder andere Dinge passieren da nicht, und weiter ihrer Wege gehen. Für mich, sollte ich das erklären, hat das was von Achtung vor dem Alter haben. :)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Pascha, mein kleiner Dauerpflegi ist letztes Jahr mit 17 Jahren verstorben. Er war die letzten 2 Jahre dement. 

Die Tage verschlief er meist, wurde wach wenn er Mal musste, Hunger oder Durst hatte. Er war blind und zum Schluss auch fast taub. 

 

Er wanderte nachts herum (später hatte er einen abgetrennten Bereich, war deutlich ruhiger dann), stand in Ecken fest, manchmal wusste er selbst nicht, was er gerade eigentlich wollte. Fiepte herum, wir nach dem Ausschlussprinzip alles getestet: Durst, Hunger, Pippi, Kuscheln?? Nein, das wollte er alles nicht. 5 Minuten später nochmals versucht, stürzt er sich auf's Futter/ Wasser wie ein Wahnsinniger. 

Als die Demenz begann, zeigte er auch Aggression gegenüber Lupo, mit dem er seit Jahren zusammen lebte. Lupo ließ sich da zum Glück nicht drauf ein, er wusste gar nicht was los war, es kam aus heiterem Himmel. Zum Glück legte sich das nach etwa 6 Monaten.

Draußen lief er bis zum Schluss ganz gern noch mit, manchmal 10minuten, manchmal 30. An guten Tagen zeigte er auch noch richtig Interesse, galoppierte an der Leine herum und war richtig aufgekratzt. Er vergaß leider öfter sein Geschäft zu machen draußen, zog wieder Richtung Heimat. Ok, dann muss er halt gerade nicht, dachten wir. Keine 10 Minuten zu Haus machte er plötzlich, ohne Anzeichen vorher, den Rücken krumm und kackte auf sein Kissen. Pipi-Unfälle gab es auch einige. So schnell konnten wir gar nicht reagieren, er wurde wach, streckte sich und pinkelte los. Zu 90% war er aber bis zum Schluss stubenrein.

Wir haben ihn öfter am Tag vor den Wassernapf gestellt, ne Kleinigkeit zu fressen angeboten oder ihn kurz zum Pinkeln auf meine Dachterrasse gestellt, damit er gar nicht erst in Stress gerät weil er was braucht-aber nicht weiß, was überhaupt.

Er bekam Karsivan, Gingko und Kokosöl um seinen Zustand etwas zu verbessern, kurzzeitig konnte man immer eine Besserung merken. Stoppen lässt es sich ja leider nicht.

Bis zum Schluss erkannte er uns (mich, sein Herrchen, Lupo & gute Freunde) und freute sich immer sehr wenn einer

wieder nach Hause kam. Er spielte hin und wieder sogar noch, schnappte sich ein Stofftier und zergelte ein bisschen mit uns, wir haben uns dann immer so gefreut..Er fraß auch immer gut & mit Appetit. 

An seinem letzten Tag bekam er plötzlich 2 epileptische Anfälle. Da Leber & Niere schon länger langsam nachließen, wird das wohl der Auslöser gewesen sein. Die Nottierärztin schläferte ihn dann zu Hause ein. Er fehlt uns sehr..

Es war keine leichte Zeit, für keinen von uns, trotzdem würde ich es auch mit zukünftigen Senioren wieder durchmachen.  Ich hoffe aber sehr, dass es Lupo & mir erspart bleibt.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

×

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie zu, dass wir Cookies verwenden, um unser Angebot zu personalisieren. Mehr erfahren.