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polar-chat.de  Der Hund
gebemeinensenfdazu

"Problemhund" oder eher "Problemmensch"

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Geht hier darum, mal für den Hund zu plädieren, der erstmal kein Problem hat, aber dadurch ein Problem kriegt, weil sein Mensch ein Problem hat, weil irgendein Mensch Probleme mit seinem Hund hat oder festgelegt hat, daß das ein Problem sei.

Wenn ein Hund wirklich ein Trauma, Angst und Stress hat, hat er ein oder mehrere Probleme, aber das macht ihn auch nicht zum Problemhund. Ich meine auch, daß es den nicht gibt- das hat was arg Reduzierendes und Abwertendes.

 

Und dazu kommen eben noch die "angehängten" Probleme.

 

Also: "Es bleibt schwierig" (wer sich noch erinnert...).

 

Wenn ich "unkompliziert" kritisiere, dann eben nur aus der Rezeption dieser angehängten Probleme heraus, weil "Unkompliziertheit" zu einem nicht geringen Teil von der gesellschaftlichen Erwartungshaltung abhängt und gar nicht mal vom Hund.

Es wird soviel kriminalisiert, pathologisiert und reglementiert (Leinenzwang, Hundeverbote, Listen,unsägliche Gesetzgebung) daß "unkompliziert" landläufig leider gar nicht bedeutet, daß Hund und Halter kein Problem haben, sondern daß sich keiner beschwert. Und das liegt z.T. an Zufall oder netten Menschen aber leider auch daran, daß der Hund zurechtgestutzt wird...

Deswegen finde ich den Begriff  problematisch, weil es bei mir diesen neuralgischen Punkt trifft und nicht, weil ich mich darauf beziehe, daß sich User über ihren unkomplizierten Hund freuen (falls das nicht klar war).

 

Dinge, die völlig harmlos sind, z.T. sogar nur freundlich gemeint, werden geächtet.

Leute gucken schief bei:

Bellen, Anspringen, Spielknurren, Aufreiten, Raufspielen, keine Leine dran haben, Rassen, kein Maulkorb dran haben, Maulkorb dranhaben, Knurren usw.

Wenn sich der Hund schützend vor den Halter stellt und bellend warnt, wird er gleich als aggressiv rezipiert.

 

Ganz viel basiert davon auf Unwissen, setzt man dann in dieser Situation auf Erklärung stößt man nicht seten auf Empörung darüber, daß man es versucht.

So läuft es dann schnell auf vorauseilenden Gehorsam hinaus und nicht auf gegenseitige Rücksichtnahme (die funktioniert nicht einseitig).

 

Hunde werden weggezerrt, gedeckelt, bespritzt usw.- intrinsische Motivation skandalisiert.

Was in den Augen von manchen, dann als das völlig problemlose Ideal angepriesen wird ist gar nicht selten dann ein resignierter Hund, der motivationslos nebenher trottet.

Die Kritik daran, die in manchen Beiträgen des Problemlosigkeitsthreads durchklang, fand ich gut, Das Schließen war schade.

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(bearbeitet)

Doch, ich glaube schon, dass es Problemhunde gibt, auch unabhängig von ihrem Menschen. 

 

Das heißt nicht, dass sie minderwertig oder fehlerhaft generell sind.  

 

Geht gar nicht so sehr um "Probleme machen", sondern dass der Hund ein Problem mit irgendwas hat.

 

Mit vielen stimme ich aber überein!

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vor 15 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

Leute gucken schief bei:

Bellen, Anspringen, Spielknurren, Aufreiten, Raufspielen, keine Leine dran haben, Rassen, kein Maulkorb dran haben, Maulkorb dranhaben, Knurren usw.

Wenn sich der Hund schützend vor den Halter stellt und bellend warnt, wird er gleich als aggressiv rezipiert.

 

Wer Hund(e) hat, braucht eine eigene Meinung, ein "dickes Fell" und eine gesunde Portion Ignoranz, um den ganzen "Müll" zu ertragen. ;)

Außerdem Selbstvertrauen und Charakterstärke, damit das nicht passiert:

vor 22 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

So läuft es dann schnell auf vorauseilenden Gehorsam hinaus

 

Bei deiner Beschreibung sehe ich auch eine Ähnlichkeit zwischen Hund/Halter und Eltern/Kinder - sehr ähnliche Effekte, sehr ähnliche Resultate.

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Tatsächlich beobachte ich immer wieder, dass sich Menschen extra Probleme schaffen.  Vielleicht um sich gebraucht zu fühlen, sich zeigen zu können wie gut sie die Probleme lösen können oder aus sonstigen vorgeschobenen Gründen. Die tieferen Gründe weiss ich nicht, weil ich ihnen ausweiche.

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(bearbeitet)

Yep. Was ist ein Problem? Das kommt ja auch immer in diesen Rücksichtnahme-Threads. Ist halt ein zweischneidiges Ding mit der Rücksichtnahme.

 

Wenn ein Hund im Garten Personen meldet, kommt ziemlich sicher irgendwann jemand, der behauptet, er würde von dem Hund angebellt. Zwecklos zu erklären, was melden bedeutet.

Oder wenn der Hund Leuten hinterherschnuppert (nach dem Vorbeigehen).

Das kam mal hier. Wäre unhöflich. Wenn man jetzt bedenkt, daß Hunde Gemütszustände riechen können und sich dadurch vergewissern wollen, wird einem eine andere Dimension klar. Nämlich das sich der Hund so absichert, wenn er dem Passanten den Rücken entgegenkehrt. Und dass er riecht, wie "(Trotzdem) ungefährlich" riechen kann. So kann ein unsicherer Hund lernen. Derjenige, dem es einfach verboten wird, nicht. Der hat dann kein Problem, weil das Problem nur darin gesehen wird, ob jemand ein Problem damit hat.

 

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Im Umgang mit Mensch und Tier, vielleicht sensibilisiert durch meinen Beruf, versuche ich mein Augenmerk auf das zu legen, was er/es kann und nicht die Probleme in den Vordergrund zu stellen. Erfordert insgesamt Zeit und einen langen Atem.

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vor 19 Minuten schrieb palisander:

Erfordert insgesamt Zeit und einen langen Atem

 

Wer nimmt sich heute noch beides?

Schon die Frage "Warum macht der Hund das?" braucht ja Zeit für die Antwort. Womöglich muss man erst lange beobachten, bevor man auf die Lösung kommt?

Das "Schnellschuss-Urteil" der Hund sei ein "Problemhund", ist doch viel einfacher - und eben schneller.

 

Mal ein positives Beispiel: Im Haus zog die Halterin eines ständig kläffenden Chihuahuas ein. Es hat sich aber niemand im Haus wirklich dran gestört - es nervt halt, wenn es zu viel wird. Nach einem halben Jahr gab es Fortschritte, nach etwa einem Jahr ging es noch besser, jetzt meldet der Hund nur noch kurz.

Zeit, Geduld, Gelassenheit der Mitmenschen und keine "Problematisierung" - geht doch.

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vor 1 Stunde schrieb gebemeinensenfdazu:

Geht hier darum, mal für den Hund zu plädieren, der erstmal kein Problem hat, aber dadurch ein Problem kriegt, weil sein Mensch ein Problem hat, weil irgendein Mensch Probleme mit seinem Hund hat oder festgelegt hat, daß das ein Problem sei.

 

Krasser Satz :D . 

 

Also wir können unterscheiden zwischen Problemen, die den Halter belasten und Problemen, die den Hund belasten. 

Wenn ein Hund an der Leine zieht, Essen stibitzt, Jogger jagt oder am Zaun kläfft, dann belastet das wohl eher den Halter als den Hund. 

Wenn ein Hund nicht alleine bleiben kann, sich mit dem Zweithund nicht versteht, Stress im Auto hat oder nicht frei laufen kann, weil er nicht hört, dann belastet das in erster Linie den Hund. 

Einmal leidet der Mensch, das andere Mal der Hund. 

Meinst du sowas? 

 

 

 

 

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vor einer Stunde schrieb palisander:

Im Umgang mit Mensch und Tier, vielleicht sensibilisiert durch meinen Beruf, versuche ich mein Augenmerk auf das zu legen, was er/es kann und nicht die Probleme in den Vordergrund zu stellen. Erfordert insgesamt Zeit und einen langen Atem.

 

Ich auch. Aber ich finde nicht, dass das mehr Zeit oder einen langen Atem erfordert. Jeder Hund und Mensch verhält sich ja nicht nur schlecht, sondern hat auch grandiose Ideen und alternative Verhaltensweisen, die es zu bemerken und zu verstärken gilt. Man muss einfach ein guter Beobachter sein, dann findet man schnell, worauf man aufbauen kann. ;) 

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vor 30 Minuten schrieb DerOlleHansen:

Mal ein positives Beispiel: Im Haus zog die Halterin eines ständig kläffenden Chihuahuas ein. Es hat sich aber niemand im Haus wirklich dran gestört - es nervt halt, wenn es zu viel wird. Nach einem halben Jahr gab es Fortschritte, nach etwa einem Jahr ging es noch besser, jetzt meldet der Hund nur noch kurz.

Zeit, Geduld, Gelassenheit der Mitmenschen und keine "Problematisierung" - geht doch.

 

Aber das genau ist das "Problem"!

In einem anderen Haus wäre der Halter vielleicht sehr schnell unter Druck gesetzt worden, "das abzustellen" - und dann wird das Hundeverhalten zum Problem.

 

Wobei ich finde, dass ein halbes Jahr Gekläffe schon enormer Stress für den Hund ist. Ob da nicht ein Expertenblick besser gewesen wäre?

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