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Hundeforum Der Hund
gebemeinensenfdazu

"Problemhund" oder eher "Problemmensch"

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@EstrayJa- und dazu kommen eben noch die Probleme, die von Dritten gemacht werden, also wo weder Hund noch Halter ein Problem hätten, wenn da nicht irgendjemand käme, der ein Problem daraus macht und daraus entsteht dann gesellschaftlicher Druck. Also daß irgendwelche Leute, die noch nicht einmal einen Hund haben müssen, etwas von Hunden erwarten, weil man das "zu erwarten hat". Viele Leinenzwangregelungen sind ein gutes Beispiel für Sinnentkopplung dabei.

Sowas kann dann zum Halterproblem werden (oder gar direkt zum Problem vom Hund, wenn der z.B. deswegen getreten wird).

Ein dickes Fell ist gut, ein paar Kurzerklärungen parat haben auch. Aber oft weiß man gar nicht wo man anfangen soll. Schlimm ist besonders, wenn sich aufgeregt wird, daß keine schroffe Maßregelung erfolgt. Z.B. wenn der Hund ruhig dazu gebracht wird, mit dem Bellen aufzuhören. Klassischer Fall von : "Der braucht eine klare Ansage"- Gelaber.

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Gerade eben schrieb Vhenan:

Wobei ich finde, dass ein halbes Jahr Gekläffe schon enormer Stress für den Hund ist. Ob da nicht ein Expertenblick besser gewesen wäre?

 

Das habe ich auch gedacht. 

 

 

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Die Frage wäre halt, warum er so lange gekläfft hat.

z.B. Dauermelden kann aus Langeweile passieren, aber eben auch, wenn ständig jemand kommt.

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Ich würde die Bezeichnung "Problemhund" nicht so sehr auf die Goldwaage legen wollen.

Ich sehe darin auch nichts abwertendes, sondern einfach nur eine Umschreibung für einen Hund, der entweder Schwierigkeiten damit hat sich stressfrei in seinem Alltag / dem Alltag der Halter zu bewegen oder der durch bestimmte Verhaltensweisen es dem Halter schwierig macht sich unauffällig mit diesem Hund im Alltag zu bewegen.

 

Es werden hohe Anforderungen an einen Hund gestellt. Er soll sich unauffällig durch den Alltag bewegen, niemanden belästigen oder stören. Das stellt den Halter natürlich einfach vor eine große Aufgabe. Nämlich den Hund so zu sozialisieren und zu erziehen, dass der Hund stressfrei ! diese Anforderung erfüllen kann.

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Ja, den echten Problemhund gibt es wohl nicht. 

Es ist ja immer eine Frage des Blickwinkels. In meiner Sichtweise gibt es zwei Möglichkeiten:

 

1. Probleme entstehen durch das äußere Umfeld. Wenn mein Hund keinen Rückruf beherrscht, wir aber in der Wildnis im kanadischen Busch leben, dann wäre das für mich wohl kein Problem. In der Siedlung, in der wir leben, wäre es ein riesen Problem.

 

2. Meine Prioritäten. Ich wäre tot unglücklich meinen Hund nur an der Leine zu führen. Das hat für mich nichts damit zu tun, wie ich einen Hund halten will und ich weiß auch mein Hund würde es hassen. Andere haben scheinbar nicht die geringsten Probleme damit, den Hund niemals abzuleinen. 

 

 

Einen Hund als DEN Problemhund zu deklarieren finde ich nicht so passend. Das hat so was statisches an sich. Klar hatte ich auch 'Probleme' mit meinem Hund. Jetzt würde ich sagen, sie ist ziemlich unkompliziert, für mich. Teilweise habe ich meine Prioritäten anders gesetzt, teilweise hat sie dazu gelernt durch Training und durch Lebenserfahrung. Ein Problemhund ist für den einen ein Problem und beim nächsten Besitzer sind dann manche kein Problem mehr (oder der Schlüssel zum beheben des Problems wird gefunden) siehe @Vhenan oder viele andere hier im Forum.

 

Ich finde einen Hund als Problemhund zu bezeichnen, hat was von aufgeben und Unabänderlichkeit. Probleme zu haben auf der anderen Seite ist entwicklungsfördernd.

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Hier hat jemand einen "Problemmalamut" aus dem Tierheim übernommen. Er ist ein Malamutfan und hat immer einen Hund dieser Rasse. Die beiden sahen nach ein paar Monaten schon wie ein tolles Team aus und er hat das nach etwas Training sehr gut hinbekommen. Ich glaube, die Tierheimleute wollten ihm den Hund nicht so gerne geben, weil es Einzelhaltung ist bei einem berufstätigen Single. Aber er kann den Hund zur Arbeit mitnehmen und hat einfach ein Händchen für diese Rasse. Sieht man ihm so nicht an, aber er hat nicht locker gelassen bei seiner Bewerbung um den Hund. Fand ich super, die zwei passen einfach zusammen.

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vor einer Stunde schrieb Brizo:

Nämlich den Hund so zu sozialisieren und zu erziehen, dass der Hund stressfrei ! diese Anforderung erfüllen kann.

Und dann reicht es immer noch nicht.

Einfaches Beispiel: AmStaff superlieb, superbrav mit allem und jeden. Irgendein mieser Dritter wird ihm bei hoher Menschen- oder Hundedichte ein Problem anhängen wollen. Das Default -Problem Listenhundthematik haben Hund und Halter von Geburt des Hundes an. Da können Hund und Halter wenig mit Sozialisation und Erziehung erreichen, das Problem bleibt, es geht leider nicht weg ohne mehr Aufklärung und gesellschaftliche Akzeptanz.

 

Die ganze Problemsache ist ein Abwägen: wer kriegt bei welcher Maßnahme wieviel Problem ab. Und wieviel ist wirklich dran am Problem, ist das wirklich gerade ein Problem oder pocht da gerade jemand auf Konventionen herum.

Beispiel Hinterherschnuppern. Das würde ich nicht rigoros unterbinden, weil ich weiß, daß es meinem Hund hilft sicherer zu werden. Er kann dadurch lernen. Er hätte in meinen Augen sonst das größere Problem, als jemand, der nicht dabei berührt wird und es oft genug gar nicht mitkriegt.

 

Jedenfalls stoße ich immer wieder auf überholtes oder fehlendes Wissen auf dem die Problemempfindung basiert. Würde der Problemempfinder die Erklärung wissen, warum der Hund das gerade gemacht hat oder machen will, würde er oft genug merken, daß es sich um ein Mißverständnis handelt.

Wenigstens im Halbsatz versuche ich da irgendwas mitzuschicken, meist indirekt indem ich irgendwas zum Hund sage, was Dramatik rausnimmt. Richtig dicht machen und vorbeirauschen kann ich nicht, stumpf auf blöde Forderungen eingehen will ich nicht. Und darüber Reden wollen die nicht:D, naja ich auch nur so mittel.

Wie macht ihr sowas?

Ich hoffe ja, daß aus Hundeforen immer mal was in den Allgemeinwissenpool überschwappt.

 

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@Nuka: Du formulierst ja richtig, wenn du sagt, Du hattest mal ein Problem, die Leute haben ein Problem, ...

Der Hund hat selten ein Problem mit seinem Verhalten, der findet das voll in Ordnung. :D

 

Aber viele Leute erkennen nicht oder wollen sich nicht eingestehen, dass sie ein Problem haben: Denen ist das Bellen zu laut, sie mögen nicht, wenn der Hund ihnen nahe kommt, ... da ist es doch viel einfacher, das "Problem" auf den Hund zu projezieren und einfach mal dem Halter die "Pauschalschuld" an seinem "Problemhund" zu geben.

 

Dabei wäre es ganz leicht, sein Befinden wertfrei zu äußern, z.B.: "Mir ist der Hund zu nahe, können Sie ihn bitte zurück halten. Danke." 

Aber freundlicher Umgang mit den Mitmenschen und "Bitte" und "Danke", stehen auf der Roten Liste und sind vom Aussterben bedroht.

 

vor 2 Stunden schrieb Brizo:

Ich würde die Bezeichnung "Problemhund" nicht so sehr auf die Goldwaage legen wollen.

Ich sehe darin auch nichts abwertendes

 

Viele Leute tun das aber und spätestens dann wird es zum "Problem". ;) Inzwischen geht mit dem Wort auch eine wirre Vielfalt an Vorstellungen in den Köpfen der Leute einher - gerne auch bei Nicht-Hundehaltern. Daher vermeide ich den Begriff und versuche, anders und präziser zu formulieren. "Der Hund kann nicht ..." oder "Der Hund reagiert so ...". Das ist neutraler und eher lösungsorientiert.

 

Es gibt natürlich auch Hundehalter, die sich mit einem "Problemhund" schmücken, um Bewunderung zu erheischen. Da wird's dann ganz schräg ... 

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vor 57 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

Jedenfalls stoße ich immer wieder auf überholtes oder fehlendes Wissen auf dem die Problemempfindung basiert. Würde der Problemempfinder die Erklärung wissen, warum der Hund das gerade gemacht hat oder machen will, würde er oft genug merken, daß es sich um ein Mißverständnis handelt.

Wenigstens im Halbsatz versuche ich da irgendwas mitzuschicken, meist indirekt indem ich irgendwas zum Hund sage, was Dramatik rausnimmt. Richtig dicht machen und vorbeirauschen kann ich nicht, stumpf auf blöde Forderungen eingehen will ich nicht. Und darüber Reden wollen die nicht:D, naja ich auch nur so mittel.

Wie macht ihr sowas?

 

 

Ich versuche immer im Hinterkopf zu behalten das viele Menschen überhaupt kein Interesse an Hunden haben und noch nie hatten. Die und zum Teil Menschen die Hunde mögen aber nie näheren Kontakt hatten wissen all die vielen Gründe und Erklärungen nicht und für lange ausschweifende Erklärungen sind sie auch nicht immer zu begeistern. Einige von ihnen sind ja trotzdem freundlich oder wenigstens nachsichtig, andere sehen ihre Stunde des Triumphs oder sind einfach aufbrausend.

 

Wenn mir jemand freundliches entgegenkommt, der durch normales Benehmen irritiert/verängstigt/... ist, dann sage ich hin und wieder je nach Situation auch mal was. Das halte ich aber immer kurz knapp und präzise, denn nichts ist schlimmer als von einem unbekannten Passanten über Dinge minutenlang aufgehalten zu werden wegen etwas das einen nicht interessiert. Ich habe das für mich als persönliche Regel aufgestellt: So lange wie ich aus reiner Höflichkeit einem Fremden der Infoblätter herausgibt und mich von sich aus anspricht zuhören will, darf ich es mir selbst erlauben jemand anderem kurz eine "Begründung" zu geben. 

 

Manchmal rede ich auch einfach "mit dem Hund" um dem betreffenden Menschen einen Hinweis zu geben. So ein "Mach dir nichts draus, der hat nicht gewusst das sich das nicht gehört.", "Der hat das nicht böse gemeint." "Oh je, hast du dich erschreckt?". Reicht bei vielen ja tatsächlich aus um ein freundliches/entschuldigendes Lächeln zu ernten.

 

Sollte ich merken das jemand gerade versucht sein eigenes "Ego zu streicheln" indem er sich vor mir und dem Rest der Welt aufplustert, ziehe ich weiter und lass mich nicht stören. Ich habe in meinem Leben ja noch besseres zu tun als mich mit so jemandem zu beschäftigen. ;) 

 

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vor 3 Minuten schrieb Michelle003:

Manchmal rede ich auch einfach "mit dem Hund" um dem betreffenden Menschen einen Hinweis zu geben.

Ja, mache ich häufig.

Blöd ist es halt bei Kindern und Angst. Vor allem,wenn man mitkriegt, daß die Angst in erster Linie von den Eltern vermittelt wird. Das tut mir dann echt leid.  Kinder  profitieren oft von einer kurzen Erklärung aus einer anderen Perspektive und wenn sie dann sehen, daß der Hund sich auch sofort beruhigt. Hysterisches Schreien eines Elternteils verhindert das leider.

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