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Hundeforum Der Hund
gebemeinensenfdazu

"Problemhund" oder eher "Problemmensch"

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Eine Sache, die ich schon festgestellt habe, ist:

der Hund lernt nach einer Erfahrung, in dem unerwünschtes Verhalten irgendwie schiefgegangen ist mit anderen Leuten deutlich mehr, wenn man ihm - nachdem er sich abgeregt hat/bzw.man ihn beruhigt hat/oder sonstwie was passiert ist, was Aufregung mindert- die Möglichkeit gibt es besser zu machen.

Bei uns ist das auf jeden Fall so und es klappt dann auch.

Das kommt bestimmt auf den individuellen Hund an, aber ich glaube insgesamt wird das zu wenig versucht. Den Spruch (sinngemäß)"Der bleibt heute an der Leine, der hat es sich verspielt" höre ich gar nicht selten

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Das war mit Minos als depriviertem Hund die einzige sinnvolle Herangehensweise. @gebemeinensenfdazu :)

Nur durfte man bei ihm den Erfolg nur sehr niedrig ansetzen, weil er die ihm sich stellende Aufgabe dann zwar irgendwann lösen konnte, das Abspeichern aber viele Wiederholungen brauchte. :)

Ich bilde mir ein, dass ich ihm durch Zeigen und Benennen dann auch noch mal eine brauchbare Brücke geben konnte. Nur war sein Lernen eben mit viel Zeit verbunden. 

 

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@gebemeinensenfdazu der Ansatz gefällt mir auch gut! Gerade beim Spaziergang. Ich denke, jeder kommt mit seinem Hund ab und zu mal in die Situation, wo es vielleicht nicht so optimal läuft oder man vielleicht etwas verärgert ist, das frustriert Hund und Halter. Ich persönlich versuche niemals frustriert oder verärgert nach Hause zu gehen. Also suche ich quasi eine ähnliche Situation und mache es besser, wenn das nicht möglich ist mache es einfach etwas, was uns beiden Spaß macht und wir beide wieder richtig gut drauf sind. Mir persönlich ist es sehr wichtig jeden Spaziergang positiv zu beenden mit einem guten Gefühl. 

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vor 47 Minuten schrieb Shary:

Ich persönlich versuche niemals frustriert oder verärgert nach Hause zu gehen.

 

vor 47 Minuten schrieb Shary:

mache einfach etwas, was uns beiden Spaß macht und wir beide wieder richtig gut drauf sind. Mir persönlich ist es sehr wichtig jeden Spaziergang positiv zu beenden mit einem guten Gefühl. 

 

Das finde ich auch wichtig, nachdem ich es vor einigen Jahren bei - man glaubt es kaum :o - Cesar Millan "gelernt" hatte und sehr einleuchtend fand.

Ich habe es dann ausgedehnt, als ich mit einem schwierigen Hund zu tun hatte: Jeden Tag positiv beenden, bevor man schlafen geht - ganz besonders, wenn es vorher schwierige Situationen gab. Das tut dem Menschen auch gut. ;)

 

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vor 5 Stunden schrieb gebemeinensenfdazu:

"Der bleibt heute an der Leine, der hat es sich verspielt"

 

Das höre ich leider auch sehr oft und find das immer wieder schade.

 

Hier gibt es auch mal Tage, wo ich mir sage "Ach her je, wir sind heute alle so durch den Wind. Lieber nicht zu viele Situationen noch provozieren, die Impulskontrolle ist eh weg".

Aber ich versuche immer jeden Spaziergang, etc. mit etwas schönem zu beendet - mit einem Erfolgserlebnis für mich und die Hunde.

Zur "Not" werden dafür die Bedingungen nochmal etwas leichter gemacht (bei einem Leinenpöbler dann halt statt 1m Abstand zum anderen Hund mal 5m), wenn die Hunde und ich wirklich irgendwie "durch" sind.
 

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Ich finde das schon schlecht wegen des "Ich will einen Hund (erziehen) weil ich Fernsehgucke" Phänomens. Auch bekannte "Fernsehtrainer haben schon viel Mist von sich gegeben.

Einzelne Sätze und Kalendersprüche... wer's mag- einige sind bestimmt in Ordnung. Aber krude Dominanztheorien usw...oje. Daraus entsteht wieder fiese landläufige Meinung über Hundeverhalten meist bei Nichthundehaltern oder sie kaufen sich einen um auf diese Weise zu erziehen:(.

 

Wenn man mal jemanden getroffen hat, der auf einer Freilaufwiese- außer uns war niemand da- erstmal seinen (völlig unaggressiven!) Hund anleint und uns wegfuchteln will- weiß was ich meine. Dann kam ein Schwall von wegen er müsse Hundebegegnungen steuern, weil er hätte einen sehr dominanten Rüden, ruckt solange am Halsband, bis er den kontaktfreudigen Hund ins Sitz kriegt, klemmt ihn zwischen die Beine, kommentiert ihn permanent und erzählt dir wie Hunde schon die Behausung ihrer Besitzer annektiert haben.

Ich glaube solche Auswüchse kommen durch schlechtes Fernsehen.

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Es ist aber auch schwer für einen Erst-Hundebesitzer, nicht zum Problemfall (und damit sein Hund zum Problemfall) zu werden.

 

In einer Hundeschule ist schon ein etwas schärferes "Nein" absolut tabu. In der nächsten HuSchu müssen aich die Teilnehmer 20 Minuten und länger (von1 Stunde Dauer) vollquatschen lassen, währenddessen das Hundebaby ordentlich daneben sitzen soll; danach dürfen die Hunde dann ein bisschen gemeinsam herumrennen. In einer weiteren HuSchu heißt es dann: du darfst nicht so nett sein, zeig deinem Hund wer das Sagen hat. Auf einem Hundeplatz gar wird der Einsatz eines Stachlers, mindestens aber eines Würgers empfohlen.

 

Dann doch lieber Fernsehen oder gängige Bücher, gibt ja genug davon? Bei manchen kann man wohl tatsächlich was lernen ... aber welches taugt etwas?

 

Bei all diesem Bemühen, möglichst alle Hunde in die Schublade "Sei hübsch ordentlich und fromm" zu stecken, kann man ja froh sein, wenn es auch noch normale Hunde gibt.

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So - jetzt wollte ich hier in dem Thread mal nachlesen, was da so zu "Problemhund" und "Problemmensch" bei rum kommt - und lese hier den gleichen Schlagabtausch wie in einem anderen, schon geschlossenen Thread.

 

Es reicht!

 

Das Thema ist geschlossen, tragt diesen Disput per PN aus.

 

@gebemeinensenfdazu Würdest du bitte mit mir per PN Kontakt aufnehmen, wie wir diesen Thread gemeinsam wieder zum eigentlichen Thema bringen? Das ist nämlich wirklich interessant :)

 

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Das Thema (das sich als "Rütter-Thema" googlen läßt) liegt mir ja schon am Herzen ...und ist  gar nichtmal so furchtbar diskussionsfähig als Plädoyer von mir eröffnet worden. Es birgt viele Facetten, die nur angerissen worden sind.

Wie was von wem problematisiert wird, wirkt zurück, sieht man auch am Thread.

Es fängt damit an, zu erkennen, ob ich , der Hund oder jemand anders überhaupt ein Problem haben und geht damit weiter, ob und wie ich damit umgehe.

Beachten muß ch dabei, Inwiefern ich  keine Rücksicht mehr nehme auf die Belange von entweder Hund / Halter oder Dritten, wenn ich einseitig Rücksicht nehme auf die Ansprüche einer dieser Parteien.

Also geht's im Alltag darum, wie ich die Anforderungen am besten miteinander vereinbare.

 

Das größte Hemmnis dabei ist wohl falsche Informationsbasis. Besonders die von Dritten. Und landläufig geistert -oft medial gepusht- noch Einiges an überholten Theorien herum.

In einer Konfliktsituation ist es "dank" Angst, Rage etc. schwierig Info zu transportieren.

 

 

 

 

 

Beispiele  dafür wären

 

- Wenn z.B. der Hund im Garten meldet, wie er jeden meldet, der kommt. Die Person es aber als Angebellt-Werden  empfindet.

 

- Oder wenn ein Hund offensichtlich aus Stress aufreitet, und der Hund schimpfend weggezerrt wird, weil ihm Dominanzgehabe unterstellt wird oder gar weil man verhindern will, daß ihm jemand Dominanzgehabe  unterstellt

 

-  Oder das erwähnte Hinter-der-Person-kurz-Nachschnüffeln, das hier im Polar als unhöfliche Grenzüberschreitung empfunden wurde, wo ich bei meinem Hund jedesmal feststelle, daß er es zur Verarbeitung braucht ("Hm, die rochen nach Angst, wir sind aber trotzdem einfach so an denen vorbeigegangen, ohne daß was passiert wäre, ich riech jetzt nochmal, ob sich da was verändert hat bzw merke mir den Geruch jetzt nochmal" Geruchssprache wird beim Thema Körpersprache allgemein weniger beachtet)

-  Oder die Sache, daß der Hund aus wasweiß ich für Gründen bei einem Jogger kurz nachgerannt ist und daß man ihm nachdem er sich beruhigt hat, die Chance gibt, beim nächsten einfach ausweichen, anstatt wütend umzukehren oder den Hund den ganzen Spaziergang weiter an der Leine zu lassen

 

Oft wird eine gelassene Reaktion, ruhige Ansprache beim Hund oder das Erklärenwollen als Provokation vom Gegenüber empfunden- "der Hund braucht eine Ansage" heißt es dann.

Es wird erwartet, daß die Empörung an den Hund weitergeleitet wird, dabei ist genau diese Verknüpfung verkehrt.

Der Hund hat die Aufregung zur Genüge mitgekriegt, da braucht es keine unnötige Konflikt- Verstärkung. Stattdessen braucht er einen Lösungsansatz wie man einen Konflikt beruhigt und wie man ihn künftig vermeidet.

 

Vorauseilender Gehorsam, dickes Fell und Händeringen nach ungefragter Erklärung sind wohl die typischsten Reaktionsmuster beim Halter. Ersteres dabei leider sehr häufig:um sich Ärger zu sparen -oft unterbewußt, diesen Reflex bemerke ich auch bei mir noch manchmal

. Langfristig wird sich dadurch aber kein Ärger erspart, im Gegenteil, der Hund kann so aus einer Erfahrung nicht lernen, ein unerfahrener Hund bleibt dann ein unsicherer Hund.

 

 

 

 

 

Abprallen lassen ist manchmal gar nicht verkehrt, finde ich -paßt auch gut zu dem (Leinenaggression) Auslöser- Reiz-  usw Thema- und sieht dann so aus wie neulich passiert....

 

Meine Hündin läuft mit mir die normale Gassistrecke einen Feldweg entlang, wir werden begleitet von einem Freund auf dem Fahrrad.

Am Fahrrad Laufen habe ich noch nie mit ihr geübt, sie zeigt sich aber interessiert und der Freund fährt ein Stück voraus, sie rennt neben- und hinterher. Sie entfernen sich sehr weit nach vorne, die normale Ruflautstärke reicht nicht mehr, um sie zu erreichen. Hund galoppiert nach links und rechts und dann seitlich vorbei und merkt dann erst den Jogger, der links an ihnen von vorne vorbeilaufen will.

Vorbeilaufende Jogger sind ansonsten seit Welpenalter kein Problem, schon gar nicht bei guten Sichtverhältnissen. Hier aber, durch die Kombination

-Hinterherhetzen

- Fahrradlaufen ist aufregend,ungewohnt

-den Jogger zu spät bemerken

-bemerken, daß ich weit hinter ihnen bin

-und vermutlich falschem Timing beim Freund mit Verbalsignal

löst sie aus, rennt zum Jogger und umkreist ihn bellend.

(so ungefähr: "Oh. Dann riegel ich mal lieber weiträumig ab, bis die kommt....")

Ich rufe- naja-schreie sie- wegen Autobahmlärm zurück. Aber: Gleichzeitig schreit aber ein anderer Jogger, der in Leuchtkleidung genauso weit weg in 50m Entfernung vor ihnen stehenbleibt, herum und fuchtelt. Hund guckt hin und her und umkreist weiter, Freund kullert mit dem Fahrrad zurück in Richtung  umkreisten ( sich wirklich völlig moderat und souverän verhaltendenem, langsam weitergehendem) Jogger. Hund bellt weiter.

Weiteres Geschrei bringt nichts, ich muß näherkommen, bedanke und entschuldige mich kurz beim Jogger und hole meinen Hund ab.

Der andere bleibt weiter hinten stehen und schreit und fuchtelt weiter. Ich halte sie am Halsband, ca. 5m im Feld seitlich des Feldwegs.

Er schreit, ich soll den Hund anleinen. Ich rufe "ich halte die am Halsband". Er schreit weiter und läuft dann doch an uns vorbei. Er keift ca. 10x höhnisch "Das hat er ja noch nie gemacht" wutentbrannt. Solche Hund gehören an die Leine, für solche Leute hätte er kein Verständins. (Wir sind an diesem Typ übrigens schon früher völlig problemos vorbeigelaufen´)

 

Jedenfalls ich schreie dann irgendwann auch: "Wenn jemand ständig brüllt, dann bellt der Hund eben weiter."

Es folgen noch einige  Beleidigungen seinerseits.

 

Ich habe den Hund nicht angeleint.

Sie war, nachdem sie sich beruhigt hatte, den ganzen weiteren Weg wie sonst wich aus, etc.

 

Sicher ich hätte danach anleinen können, aber es hätte niemandem etwas gebracht.

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Noch ein positiv-Beispiel mit einem Kind:

Wir gehen an der Straße. Links an einer Wegeinmündung taucht hinter einem geparkten Auto ein Grundschüler auf, wegen des Autos sah ich das Kind leider zu spät und Hund springt bellend nach vorne (Kinder, die auf einmal auftauchen sind erstmal "verdächtig).

Ich nehme den Hund zurück, hole Zeigen und Benennen nach, Gebe das leise Kommando, Hund ist leise und schaut. Kind geht vor uns vorbei und dreht sich dann lächelnd um:

"Ich glaube, der hat unseren Hund gerochen, wir haben nämlich auch einen"

Hach.:wub:. Ich lächle zurück und sage: "Das glaube ich nicht, mit Hunden hat sie keine Probleme, weil sie die besser einschätzen kann als Kinder. Weil die im Spiel Schreien und Rennen und weil die oft Angst haben und erschrecken. Aber von dir kann sie gut lernen, dich findet sie auch in Ordnung."

Wir verabschieden uns. Und Hund hat gelernt:)

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