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polar-chat.de  Der Hund
Laikas

Habt ihr Erfahrungen mit Behandlungsfehlern beim Tierarzt?

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Habt ihr mal vermutet, dass beim TA die Behandlung total schief gelaufen ist, weil die Sorgfaltspflicht verletzt wurde oder die grundlegendsten Dinge nicht durchgeführt wurden? Es scheint ja fast unmöglich zu sein, Behandlungsfehler zu beweisen, außer vielleicht mit einem teuren Sachverständigen. Wie geht ihr damit um (außer den bestmöglichen Arzt auszusuchen)? Vertraut ihr einfach und nehmt es zähneknirschend hin oder geht ihr zum Anwalt?

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(bearbeitet)

Ich wurde mal falsch behandelt. Ich habe sämtliche Unterlagen von meiner Krankenkasse erhalten, um dagegen anzugehen. 

Bei Tierärzten habe ich das in den letzten 2 Jahrzehnten nicht erlebt.

 

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Behandlungs-FEHLER ist vll. etwas übertrieben ...

 

Mein Hund bekam eine Entzündung an der Analdrüse, was auch dazu führte, dass es dort geblutet hatte. Sie erklärte, dass das eigentlich ganz harmlos sei, ein bisschen Salbe, dann ist das bald vorbei. Auf den weiteren Verlauf will ich an dieser Stelle nicht eingehen.

 

Was mich aber sehr gestört hat: sie hat meinen Hund mit dieser doch offensichtlich offenen Wunde auf dem Fußboden behandelt. Auf der Untersuchungsliege stapelten sich Papiere und Arzneimittelprobepackungen ... Das war dann mein letzter Besuch bei ihr.

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Wenn ich jetzt so darüber nachdenke ... war der reichlich resistente Keim schon vorher in der Wunde oder hat er den erst eingefangen durch die Behandlung auf dem Fußboden, wo ja alle Hunde auch rumgelaufen sind und die Hundehalter mit ihren Schuhen ... Es war jedenfalls ein monatelanger Behandlungsmarathon, der schließlich zur Operation geführt hatte.

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Eine Tierarzt Helferin hat damals mal aus Versehen oder aus -noch- Unwissenheit eine meiner Ratten getötet. Die Behandlung war eigentlich angebracht, nur leider vollkommen falsch ausgeführt. :60_sweat:

 

Das war ein Schock für alle Anwesenden im Raum. 

 

Man muss aber auch dazu sagen, das die Ratte es wohl auch mit richtig ausgeführter Behandlung nicht mehr so lange gemacht hätte :(. Trotzdem war ihr tot so wie er dann wegen des Fehler eintrat unnötig qualvoll

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Ja

Vor einigen Jahren übernahm ich eine Schäferhündin vom Tierschutz. Was mir sofort auffiel, waren ihre Augen, sie sahen eben komisch aus. Beide Augen waren trüb, hatten einen bräunlichen Schleier, das rechte Auge noch dazu eine leichte Wölbung und eine Verwachsung, die fast das halbe Auge bedeckte.
Wir gingen zum Tierarzt, der stellte nichts fest, meinte diese Verwachsung wäre nicht schlimm, wahrscheinlich eine alte Beisserei. Der zweite und auch dritte Tierarzt vertrat die gleiche Meinung. Ich glaubte es trotzdem nicht und so suchten wir einen Augenspezialisten für Hunde.

Die Diagnose KERATITIS auf dem linken Auge, eine harmlose Verwachsung auf dem rechten Auge. Lady wurde behandelt mit Isopto Max Augentropfen, bekam ausserdem Spritzen direkt ins Auge. Die Trübung verschwand ein wenig, das Auge sah etwas besser aus, statt Isopto Max, bekam sie nun Isopto Dex (das gleiche Medikament, aber ohne Antibiotika). Die Freude hielt nur kurzzeitig. Obwohl ich das Auge mit gröbster Sorgfalt behandelte, genau nach ihrem Zeitplan die Tropfen 5 Mal täglich gab, fast alle 14 Tage zum Augenarzt ging, sahen bald beide Augen wieder aus wie am Anfang.

Die Augenärztin war ziemlich hysterisch, sie schrie rum, bei einem Besuch schrie sie mich im Wartezimmer an, dass ich beim rechten Auge total geschlampt hätte… wie schlecht das aussah. Ich zeigte ihr IHREN Behandlungsplan, wonach ja NUR das LINKE Auge erkrankt sei. Sie schwieg und schrieb einfach dazu: rechtes Auge nun auch erkrankt.

Ich behandelte also weiter GENAU nach ihrem Plan, doch eine wirkliche Besserung trat nicht ein. Okay Keratitis ist nicht heilbar, Ziel ist es die Krankheit zum Stillstand zu bringen, aber es wurde eben trotz allem schlimmer! Ich war völlig fertig, nicht mehr nur wegen der Krankheit, sondern auch wegen dem Verhalten der Tierärztin, welches nicht nur jeden Mangel guten Benehmens fehlen ließ, indem sie z.B. während der Behandlung neben mir rumschrie: Verdammte Scheiße! Sondern auch wie sie brutal mit meinem Hund umging. Ihr fiel nichts mehr ein, als ihr wieder und wieder brutal Spritzen ins Auge zu jagen, meine Hündin schrie schon vor Schmerzen und mir reichte es! Ich suchte eine neue Praxis, konnte die Frau nicht mehr ertragen!
Lady war ja mittlerweile so weit und wollte sich zu Hause die Tropfen schon nicht mehr geben lassen…

Ich ging also zu einer neuen Augenärztin, schon mit Grauen nach meinen Erfahrungen. Heute ärgere ich mich, dass ich nicht sofort bei ihr gelandet war, es war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Die Frau ist ruhig und nett, sie erklärt erst einmal alles, die Krankheit, die Untersuchungen, die Behandlung, auch mein Hund war plötzlich wieder ruhig und entspannt.
Ich erzählte ihr von den ständigen Spritzen und sie war entsetzt, meinte so etwas macht sie gar nicht, weil das für eine lebenslange Behandlung einfach kontraproduktiv ist den Hund so zu quälen. Ich atmete auf. Sie machte auch erstmal Photos von den Augen (hatte die andere nie!), worauf man deutlich viele kleine weisse Punkte sehen konnte, eine Folge von zu viel Cortison durch Übermengen an Tropfen. Die Behandlung wurde umgestellt, Lady bekam nun Optimmune Augensalbe.
Die Krankheit kam endlich zum Stillstand!

Die Wölbung und Verwachsung, welche immer als harmlos hingestellt wurde, entpuppte sich leider als Tumor hinter dem Auge, welches dann entfernt werden musste. 

Es war wirklich ein Leidensweg :(

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vor 12 Stunden schrieb Laikas:

Habt ihr mal vermutet, dass beim TA die Behandlung total schief gelaufen ist, weil die Sorgfaltspflicht verletzt wurde oder die grundlegendsten Dinge nicht durchgeführt wurden? Es scheint ja fast unmöglich zu sein, Behandlungsfehler zu beweisen, außer vielleicht mit einem teuren Sachverständigen. Wie geht ihr damit um (außer den bestmöglichen Arzt auszusuchen)? Vertraut ihr einfach und nehmt es zähneknirschend hin oder geht ihr zum Anwalt?

 

Ja, bei mir, mit Anwalt.

Nur mit vermuten, kommst Du nicht weit.

Man schafft es auch mit Gutachter/Sachverst. nicht.

 

Ich hatte damals gute Chancen, da ich Advocat hatte und habe auf Anraten

meines Anwaltes den 'Spott' abgebrochen.

 

Es scheitert an der Beweislastumkehr, die seit menschegedenken von den

Gerichten vereitelt wird. In diesen Fall müsste der TA beweisen, nur wer wird

wegen eines 'Köters', schon die Existenz eines TA  auf's Spiel setzen. Keiner.

Am Ende liegt es immer am Hund selbst  und/oder 1000 gefühlten, anderen

Möglichkeiten.

Vergiß es, auch wenn's weh tut. Man hat keine Chance. Es gibt nur einige,

wenige Fälle, wo es auf der Hand lag und nicht wegzuleugnen war, alles

andere kostet Zeit, Nerven und viel Geld für ein Ergebnis: Null, was eigentlich

schon vorher feststeht, nur keiner bemerkt es.

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Manche Tierbesitzer suchen gerne nach Gründen für alles was nicht funktioniert wie gewünscht. Mit Vermutungen auf Pfusch, Fehler oder sonst was, sollte man etwas vorsichtig sein. Zum Einen sind auch Tä keine Götter und mit Handauflegen bekommen die auch nicht alles weg. Dann kommen viele erst zum Ta wenn Erkrankungen schon fortgeschritten sind. Viele haben auch schon vorher selbst dran "rumgedoktert", wobei gerade Internet viel Schuld daran trägt. Weiterhin ist eine Anamnese bei Tieren deutlich schwieriger als bei Menschen, da die Tiere einem selber nichts zum Verlauf sagen können. Und letztlich gibt es eben auch Dinge, die der beste Arzt nicht mehr hinbekommt, bzw. wo man kaum bis gar keinen Einfluss drauf hat.

Ich finde es auch teilweise anmaßend ohne eigene medizinische Ausbildung einem Arzt einen Fehler zu unterstellen. Es gehen auch Dinge nicht wie vom Arzt gewollt, ohne dass man das als Fehler betitelt.

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Bei der Behandlung von Snoti lief in der Retroperspektive nicht alles so optimal. Aber nachher ist man immer klüger, ne? Und ja, vermutlich hätte mein alter (im Ruhestand befindlicher) Doc anders behandelt, allein schon aufgrund der Erfahrungen die er nun hatte. 

Hätte es Snoti retten können? Kann man einen Lebertumor einfach so behandeln? (Wohlgemerkt, da ich Snoti nicht nach ihrem Tod aufschnippeln lies, ist die endgültige Diagnose Lebertumor nicht 100%ig. Kann auch ein anderer Tumor gewesen sein, Milz oder sowas...)

 

Vieles muss sich in der Kooperation mit dem Doc einspielen. So musste ich ziemlich deutlich erwähnen, das ich keine homöopathischen "Medikamente" haben möchte und diese auch nicht bezahlen werde. Und wir (damit meine ich nicht nur meinen Doc, sondern auch meinereiner) waren eben auf der falschen Fährte namens Giardien und später auf der noch falscheren Fährte namens Diabetis. Mein alter Doc hätte vermutlich irgendwas anderes komplett unstimmiges entdeckt und anders gehandelt. Yup, wäre wohl so gewesen.

 

Aber ich lerne dazu, mein neuer Doc lernt (hoffentlich) dazu. Wir sind nur Menschen. Und Krebs ist ein Arschloch der Superlative.

 

so weit

Maico

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(bearbeitet)
vor 3 Stunden schrieb Gerhard:

Manche Tierbesitzer suchen gerne nach Gründen für alles was nicht funktioniert wie gewünscht. Mit Vermutungen auf Pfusch, Fehler oder sonst was, sollte man etwas vorsichtig sein. Zum Einen sind auch Tä keine Götter und mit Handauflegen bekommen die auch nicht alles weg. Dann kommen viele erst zum Ta wenn Erkrankungen schon fortgeschritten sind. Viele haben auch schon vorher selbst dran "rumgedoktert", wobei gerade Internet viel Schuld daran trägt. Weiterhin ist eine Anamnese bei Tieren deutlich schwieriger als bei Menschen, da die Tiere einem selber nichts zum Verlauf sagen können. Und letztlich gibt es eben auch Dinge, die der beste Arzt nicht mehr hinbekommt, bzw. wo man kaum bis gar keinen Einfluss drauf hat.

Ich finde es auch teilweise anmaßend ohne eigene medizinische Ausbildung einem Arzt einen Fehler zu unterstellen. Es gehen auch Dinge nicht wie vom Arzt gewollt, ohne dass man das als Fehler betitelt.

 

Naja, ich will aber als denkender, mündiger Mensch und Nicht-Tierarzt trotzdem den besten TA aussuchen und da gibt es definitiv Unterschiede was die "Güte" von Fachkenntnissen, den Erfahrungsschatz mit einer Tierart, Intuition und handwerkliches Geschick angeht so wie in jedem Berufsstand. Das kann man auch als Nicht-TA ansatzweise beurteilen. Ich muss ja auch kein ausgebildeter Handwerker sein, um feststellen zu können, daß einer beim Reparieren oder Malern Mist gebaut hat. Da finde ich das Internet sehr gut, um sich mit anderen Kunden und auch Profis auszutauschen und Fakten zu finden, wenn man zuerst nur das vage Gefühl hat, dass etwas so nicht sein sollte. Kann sich für den Halter ja auch herausstellen, daß alles ok war. Hängt sicher auch von der Kommunikation mit den Haltern ab, was da als Behandlungserfolg in Aussicht gestellt wird und was nicht.

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