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Dein Hundeforum  Der Hund
gebemeinensenfdazu

Spielsucht und Abhängigkeitswirkung

Empfohlene Beiträge

Myri   
vor 3 Stunden schrieb gebemeinensenfdazu:

Bei Nyla oder auch den BCs ist so ein eigenkreativer Bereich zudem sicher das  Schafe Hüten. Das Beispiel mit der Wurfschleuder klingt auch mehr nach Training als Spiel, aber auch wenn, klingt da mehr Vorliebe heraus und nicht Suchtgefährdung.

Ballfixiertes Spielen, in dem ein ganzer Gassigang mit Werfen, Zurückbringen und Wurfaufforderung verbracht wird fällt für mich nicht unter Vorliebe sondern hat schon etwas sehr Verarmtes. Und das sehe ich häufig, das würde ich als Halter nicht dauernd bedienen wollen.

 

Richtig, das sehe ich auch als Training, obwohl der Spaßfaktor dabei für nyla sicherlich hoch ist.

 

Genau solche gassigänge werden mit der erwähnten schnauzer-pudel-Hündin getätigt. Der Hund hat keine Augen oder Nase für die Umgebung. Stereotypes werfen, zurückbringen und wieder auffordern geht auch über 90 Minuten wenn es sein muss. Hier wird übrigens auch der wurfarm benutzt. Und hier finde ich den Einsatz ziemlich bescheuert. ...

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Vhenan   
vor 5 Stunden schrieb gebemeinensenfdazu:

EIn Video von echtem Jagen bei Akuma habe ich glaube ich auch schonmal hier gesehen, zumindest von Mäusen. Ich glaub' nicht, daß ich das wiederfinde, aber im direkten Vergleich wird es deutlicher, daß Fokus, Ernst und Anspannung das ganz anders aussehen lassen.

In den gezeigten Videos hier sieht es für mich nach Spaß Haben aus, auch mit klar verteilten Rollen- wobei "Stöckchen aus Ast Machen" und die Einladung dazu mitzumachen auch einen Rollentausch darstellen kann. Ich kann mir schwer vorstellen, daß Suchtgefährdung da ein Thema ist.

 

 

Hier:

 

 

 

 

Und ja, er hört beim Spielen auf, wenn er keinen Bock mehr hat. Da kann ich dann zig Dinge schmeißen. Überhaupt ist Wiederholung gar nicht sein Ding.

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Herdifreund   

Ist dieser Thread hier jetzt wirklich ernst gemeint? Eine durch teils Jahrhunderte der Selektion und spezielle Zucht hervorgerufene Ausarbeitung spezieller Triebe und Verhaltensweisen, wird hier als Sucht bezeichnet? Wow....  Vielleicht sollte man sich da mal ein paar Dinge genauer ansehen:

 

a.) Hunde besitzen kein Abstraktionsvermögen, sind nicht intellektuell und reagieren  Instinktgesteuert, bzw. entsprechend ihrer (Überlebens)Triebe.

b) Mensch haben bestimmte Triebe bei bestimmten Rassen derart herausgezüchtet, dass sie bei diesen Rassen als Hauptmerkmal anzusehen sind, während andere Triebe, bzw. Verhaltensweisen dabei entweder stark in den Hintergrund treten oder sogar weitestgehend herausgezüchtet wurden.

c) bei Hunden/Tieren spricht man nicht von Sucht, sondern bestenfalls von Konditionierung.

 

Einen Hund, der keinerlei Ambitionen hat, irgendeinem Gegenstand hinterherzulaufen, wird man kaum dazu bekommen genau das zu tun. Und wenn doch, dann definitiv nicht annähernd so wie einen aufs Apportieren selektierten Hund. Einen Apportier-Hund, wie einen Labbie wird man niemals auch nur annähernd in die gleiche Aufmerksamkeits- und Wach-Funktionialität rücken können, wie einen ausgewiesenen Wach- und Schutzhund. Diese Tätigkeiten lösen bei den entsprechenden Rassen nicht annähern einen derartigen Hormonschub aus, wie bei den Rassen, deren Triebe speziell auf diese eine Tätigkeit gezüchtet wurden. Insoweit ist es da auch nicht oder zumindest nur schwer möglich, sie auf ein solches Verhalten zu konditionieren.

 

Der Begriff "Sucht" beschreibt in diesem Kontext hier, die Abhängigkeit von einem Verhalten (im Gegensatz zur substanzbezogenen Sucht) . Aber hier kommt der Punkt der es quasi unmöglich macht, das man Hunde verhaltensabhängig süchtig macht: Sucht beschreibt IMMER einen Kontrollverlust, bzw. den Verlust der Selbstkontrolle.

Da Hunde eine solche aber nicht besitzen (Selbstkontrolle, denn die bedingt zum Einen immer die Fähigkeit zur Selbstreflektion und zum anderen ein Abstraktionsvermögen über die eigenen ausgeführten Handlungen), können sie diese auch nicht verlieren.

 

Und das heißt: Entweder man definiert schon die Rassezugehörigkeit eine Hundes und dessen grundlegende Triebausprägung als Sucht, weil der Hund  auf eine vorrangiges Verhalten quasi süchtig gezüchtet wurde (also ohne das der Halter da noch irgendetwas tun muss) oder man redet, wie eigentlich üblich davon, dass es der Halter übertreibt, bzw. dass er seinen Hund puscht. Der Hund wird durch dieses Pushen, die jeweilige Handlung nicht mehr oder weniger wollen (denn er will sie immer), es stellt sich für den Menschen (der die Umstände zur Befriedigung dieses einen Triebes ja erst erschafft so dar, als würde der Hund sich steigern), was einer Fehleinschätzung seitens des Menschen entspricht.

Ein ohnehin auf ein bestimmtes Verhalten selektierter Hund wird nicht süchtiger nach diesem, nur weil ich es immer und immer wieder wiederhole. Es entspricht schlicht seinem angezüchteten Wesen, dieses Verhalten immer und immer wieder  zu zeigen.  Ein Balljunky wird nicht zu einem solchen gemacht, sondern dieses Verhalten ergibt sich aus seinem rassespezifisch herausgezüchtem Grundverhalten. Der Hund hinterfragt nicht, sondern folgt einfach seinem Trieb. Nur der Mensch/ Halter hat oft ein Problem den Unterschied zwischen einem triebgesteuerten (in diesem Fall vermenschlichten) Hundeverhalten und einem auf einer anderen Ebene arbeitenden Verstand eines Menschen zu sehen.

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Vhenan   
(bearbeitet)

Herdifreund, ich sags dir genauso freundlich zurück: Meinst du das ernst?!

(Dafür gibt's die von dir genannten Triebe nicht!)

 

http://hundemagazin.ch/suechtig-auf-spiel/

 

Ich stimme mit vielen deiner Beiträge überein, aber hier so gar nicht. 

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Lexx   
vor 2 Stunden schrieb Myri:

Der Hund hat keine Augen oder Nase für die Umgebung. Stereotypes werfen, zurückbringen und wieder auffordern geht auch über 90 Minuten wenn es sein muss. H

 

Aber wenn es "sein muss" sprich der Halter es verlangt, macht der Hund eigentlich alles richtig. Ich muss mich Herdifreund schon in manchen Dingen anschließen. Rassetypisches Verhalten wird heute oft schnell als Sucht und krank abgestempelt. Was ich hingegen anders sehe ist dass man sich sehr wohl einen durchgeknallten Balljunkie ranziehen kann. Pudel waren z.b. auch mal Jagdhunde, sie haben apportiert. Was passierte wohl mit den Hunde wenn die beim 10. Mal keine Lust mehr hatten? Die kamen nicht mehr mit nach Hause. Genauso bei vielen anderen Gebrauchshunderassen. Ein Border Collie der im Schneesturm sagt: neee kein Bock, ich gehe lieber schnüffeln.... der wäre ganz schnell aussortiert worden. Deshalb: eine hohe Motivation muss eben gegeben sein. Wenn ich mit meinen Hunden den ganzen Spaziergang über spielen wûrde, dann wûrden sie das auch tun. Wenn ich es aber nicht mache oder mein ende kommando gebe, dann ist es für sie auch ok und dann machen sie halt andere Dinge. 

Und das ist fûr mich der Punkt.

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Lexx   
vor 27 Minuten schrieb Herdifreund:

Sucht beschreibt IMMER einen Kontrollverlust, bzw. den Verlust der Selbstkontrolle.

 

Das ist fûr mich auch ein wichtiges Merkmal.

vor 28 Minuten schrieb Herdifreund:

Da Hunde eine solche aber nicht besitzen (Selbstkontrolle, denn die bedingt zum Einen immer die Fähigkeit zur Selbstreflektion und zum anderen ein Abstraktionsvermögen über die eigenen ausgeführten Handlungen), können sie diese auch nicht verlieren.

 

Das sehe ich komplett anders. M.M.n. ist eine der wichtigsten Dinge die ein Welpe lernen muss Selbstkontrolle / Impulskontrolle. Ein Hund kann lernen sich zu kontrollieren, muss es sogar im friedlichen miteinander. Ein Hund kann Wünsche haben und lernrn dass er sie (gerade) nicht ausleben kann. Warten lernen ist z.b. ebenfalls sich selbst zu kontrollieren. 

Und andererseits kann man durch die förderung von vollkommen unkontrolliertem und enthemmten verhalten auch negative "erfolge" bei hunden bewirken.

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Zurimor   
vor 44 Minuten schrieb Herdifreund:

Der Begriff "Sucht" beschreibt in diesem Kontext hier, die Abhängigkeit von einem Verhalten (im Gegensatz zur substanzbezogenen Sucht) . Aber hier kommt der Punkt der es quasi unmöglich macht, das man Hunde verhaltensabhängig süchtig macht: Sucht beschreibt IMMER einen Kontrollverlust, bzw. den Verlust der Selbstkontrolle.

Da Hunde eine solche aber nicht besitzen (Selbstkontrolle, denn die bedingt zum Einen immer die Fähigkeit zur Selbstreflektion und zum anderen ein Abstraktionsvermögen über die eigenen ausgeführten Handlungen), können sie diese auch nicht verlieren.

 

Wtf??? Also, mein Hund zumindest kann sich recht gut selbst kontrollieren. Sitz machen obwohl's Futter direkt vor der Nase ist und warten z.B. ist für mich ganz klare Selbstkontrolle, nix mit "nur Instinkt"....

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gebemeinensenfdazu   
vor 2 Stunden schrieb Lexx:

Aber wenn es "sein muss" sprich der Halter es verlangt, macht der Hund eigentlich alles richtig

Wenn der Hund den Halter aber ständig zum Werfen animiert, verlangt der Halter es ja nicht. Mal ganz davon abgesehen, ob der Hund dann "alles richtig machen" würde, ein gewisses Mitdenken ist doch wünschenswert. Der Pudel wird vermutlich auf einem Jagdgang auch nicht 10x erlegtes Wild apportiert haben. Und er könnte einen Ball davon unterscheiden....

 

vor 2 Stunden schrieb Lexx:

Wenn ich es aber nicht mache oder mein ende kommando gebe, dann ist es für sie auch ok und dann machen sie halt andere Dinge. 

Und das ist fûr mich der Punkt.

Das finde ich auch dabei entscheidend, wenn andere kreative Beschäftigungen und Fähigkeiten wegen der Sucht nicht mehr ausgelebt werden, liegt Sucht vor.

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gebemeinensenfdazu   
(bearbeitet)

@Herdifreund Welche Hunderasse wurde denn zum Wellenjagen gezüchtet?

Mir ist klar, daß ein hochreaktiver und mit künstlicher Beute motivierbarer Hund eher Gefahr läuft süchtig zu werden, als ein Hund mit hoher Reizschwelle und wenig Beutemotivation. Darum ging es hier nicht.

Deine "Triebe" sind Motivationen, die z.T. stark genetisch verankert sind. Aber es kommt genauso darauf an, inwiefern dieses veranlagte Verhalten gefördert und vertieft wird und inwiefern andere nicht so sehr veranlagte Verhaltensweisen gefördert werden. Der Hund hat individuelle Interessen, die u.U. auch nicht rassetypisch sein müssen.

Der Halter sollte diese Eigeninteressen stützen um Selbstbewußtsein zu fördern und mit der Motivation des Hundes zu arbeiten.

Bisher gehört kein hier erwähnter Hund der FCI Gruppe 8 an, die Schäferhunde z.B. auch nicht. Gerade die zeigen sich aber extrem oft ziemlich ballfixiert, was nicht heißt, daß ein f12 Mix nicht ähnliches entwickeln kann. Auch bei Molossern habe ich es schon beobachtet.

Die Sucht wird dadurch charakterisiert, daß andere Verhaltensweisen und kreative Beschäftigungen verkümmern oder von der Sucht verdrängt werden.

 

Außerdem: Ein jagdlich geführter Labrador wird nicht täglich zur Jagd gehen und wenn er geht, wird er nicht hundert Mal apportieren. Es sei denn, du argumentierst in die Richtung, daß ein auf "Familientauglichkeit" gezüchteter Labrador züpchterisch auf Ballwurfschleuder "optimiert" wurde. So schlimm ist es glaube ich noch nicht, ich hoffe es wenigstens

 

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Colomba   

Ich finde die Definition von Sucht von Lexx auf Seite 4 wirklich ganz treffend. Ich weiß auch nicht, Herdifreund, woher du die Behauptung nimmst, der Begriff "Sucht" ließe sich nicht auf Hunde anwenden. Dass es aber Rassedispositionen gibt, sodass einige Hunde eher dazu neigen von körpereigenen Hormonen süchtig zu werden, ist natürlich richtig. Dazu zählen Hütehunde und Terrier nunmal mehr als z.B. Windhundetypen oder nordische Rassen. Ausnahmen mag es in beide Richtungen geben. Ich finde es gut, gerade bei Hunden, die ohnehin ein hohes Erregungslevel mitbringen auf sowas zu achten (ohne es zu dramatisieren, wie es hier anklang) und nicht erst von Sucht zu sprechen, wenn die Spritze quasi aus dem Arm baumelt.

 

Die meisten Hunde können zwischen ernstem Jagen und Stöckchen-/Bällchenwerfen unterscheiden. Es ging doch aber darum, wie man erkennt, ob ein Hund vom Stöckchen-/Bällchen-/Wellenjagen süchtig wird und nicht um den Unterschied. Auch Impulskontrolle ist schön und gut, was dieses Thema angeht. Das schließt aber nicht aus, dass eine Sucht vorliegt. Ich kenne z.B. einen Hund, dem kann ein Ball oder sonstiges Spielinstrument entzogen werden. Er hat sich auch gut genug unter Kontrolle, um nicht die ganze Zeit danach zu betteln. Es kann sogar in Reichweite und mit einem Tabu belegt sein ohne dass er da ran geht. Er ist aber trotzdem über Stunden im Kopf bei dem Objekt seiner Begierde, kann nicht abschalten, nicht entspannen, steht unter Spannung und zeigt Stresssymptome. Ist mir egal, ob man da von Sucht sprechen möchte oder es anders nennt. Ich sehe da ganz klar eine Einschränkung des Allgemeinbefindens und auf längere Sicht der Gesundheit.

 

Die andere Frage war ja, wie man mit Suchttendenzen umgeht. Auch das ist meiner Erfahrung nach typabhängig. Die TS schrieb, ihr Hund bräuchte eine Ersatzhandlung zum echten Jagen. Ich möchte mich da nicht einmischen, weil ich den Hund gar nicht kenne. Vielleicht hat sie also recht und er braucht das und geht dadurch echten Jagdreizen weniger nach bzw. lernt sich besser bei Bewegungsreizen zu kontrollieren. Bei anderen Hunden würde ich schlicht darauf verzichten, mit Wurfobjekten zu arbeiten, weil es auf sie wie ein Trainig wirkt und sie da noch viel mehr Bock drauf kriegen. In welche Richtung der Hundetyp geht, sollte also leicht erkennbar sein.

 

Um an dieser Stelle wieder zu Lexx Definition zurück zu kommen: Es gibt ja auch Menschen, denen fällt ein kontrolliertes Maß an Süßigkeitenkonsum leichter, wenn der Schrank voll ist und sie wissen, sie könnten jeder Zeit. Dadurch verschieben sie auch das ein oder andere Mal ihren Drang. Andere sollten besser nix vor der Nase haben und haben die Eigenverantwortung, dafür zu sorgen.(Falls jetzt das Argument kommt, es müsse sich bei den Süßigkeiten ja nicht um Sucht handeln: Es gibt auch Alkoholiker, denen dazu geraten wird, immer eine Flasche Lieblingsschnaps im Schrank stehen zu haben und sich jeden Tag zu sagen: Morgen! Andere wissen von sich, dass die Gefahr für sie zu groß wäre.) So ähnlich sehe ich das bei Hunden und denke wir sind als Halter verantwortlich das einzuschätzen und für unseren Hund zu handeln.

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