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Hundeforum Der Hund
natushka

Besuch ist ein Problem-Bitte um Hilfe!

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Hallo!

Ich habe einen Mischling aus Malinois und Shar Pei. Sie wird bald 8 Monate, also kommt langsam in die Pubertät. :( 

Wir haben zwei Wohnsitze, eines ist ein Haus und das andere eine Wohnung. Sie ist grundsätzlich in der Wohnung viel ruhiger. Im Haus wohnen zurzeit meine Großeltern und die haben einen 10 jährigen Chihuahua. Der bellt natürlich die ganze Zeit und ich denke er stichelt sie auch an mit zu bellen. 

Jetzt das eigentliche Problem: Wenn es an der Tür klingelt schicke ich sie auf den Platz und lobe sie. Warte mit ihr bei ihrem Platz bis der Besuch eintritt. Sie beginnt sofort zu bellen, wenn sie den Besuch erblickt hat, auch wenn ich den Muttergriff um ihre Schnauze mache und sie ein wenig Richtung Boden lenke will sie nicht aufhören. Gehe ich mit ihr zum Besuch und spreche ruhig und die Hand vom Besuch berühre, beruhigt sie sich. Sie schnuppert ist jedoch immer noch skeptisch. Sie kann in dem Moment die Hand abschlecken und im nächsten Moment zwickt sie in die Wade des Besuchers. Ich hab gelesen, dass das gerne Hütehunde machen, ich versteh aber nicht warum sie es macht. Ihre Körpersprache ist eher gespannt, will aber ein fremder Mensch sie am Kopf streicheln, zieht sie den Kopf weg. Was soll ich tun? Danke für eure Ratschläge!

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Unsicherheit vom Hund. Die wird durch dein Verhalten ( "Warte mit ihr bei ihrem Platz bis der Besuch eintritt. Sie beginnt sofort zu bellen, wenn sie den Besuch erblickt hat, auch wenn ich den Muttergriff um ihre Schnauze mache und sie ein wenig Richtung Boden lenke will sie nicht aufhören. Gehe ich mit ihr zum Besuch und spreche ruhig und die Hand vom Besuch berühre, beruhigt sie sich.") noch bestärkt.

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(bearbeitet)
vor 24 Minuten schrieb natushka:

Ihre Körpersprache ist eher gespannt, will aber ein fremder Mensch sie am Kopf streicheln, zieht sie den Kopf weg

 

Bitte sage deinen Gästen das sie den Hund nicht streicheln sollen, solange dieser nicht von selbst Streicheleinheiten anbietet. Wenn dein Hund den Kopf wegzieht dann weil ihm diese Nähe eines Fremden unangenehm ist, besonders Gesicht und Streicheleinheiten von oben sind für Hunde unangenehm solange sie kein Vertrauen zu dem Gegenüber haben. Das musst  auch respektiert werden, denn es entspricht nicht der Hundeetikette und ein Hund versteht nicht was das soll. 

 

Bei Menschen ist es ähnlich. Wir schütteln  Fremden zwar die Hand, aber wir lassen uns von ihnen nicht an der Wange berühren. Wir würden sofort zurückschrecken oder das Gesicht schützen. 

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Lass den Schnauzgriff! der Shar Pei ist als Asiate ein "Einmannhund" - und verzeiht so eine Grobheit nicht lange.

 

Auch sind das keine Hunde, die sich über Fremde total freuen. Der Hund braucht Ruhe und eine Rückzugsmöglichkeit.

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@Gerhard 

Ja das mit der Unsicherheit habe ich mir auch schon gedacht. Aber was kann ich tun, um ihr mehr Sicherheit zu geben? @Michelle003 

Habe ich auch schon getan, sie geht dann hin und beschnuppert. Aber wenn die Menschen mehr in die Wohnung reinkommen wollen, springt sie einen Satz zurück und will wieder bellen. Manchmal springt sie eben auch hin und will in die Wade zwicken. Es kommt mir so vor, als würde sie sagen wollen: „Stopp, du darfst nicht weiter.“

@Vhenan 

Ja, ich merke sehr bei ihr, wenn ich sie anstrenge zeigt sie mir eher den Mittelfinger. Wenn ich aber ruhig bin und bestimmt zugleich, dann macht sie eher das was ich will. 

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(bearbeitet)

Die Einleitung, also du gehst mit deinem Hund zu ihrem Platz und lobst sie, finde ich gut. Das mit dem Schnauzgriff ist aber nicht gut, das würde ich lassen.

Ich denke, ihr Bellen kommt daher, dass sie noch unsicher ist. Einerseits leckt sie die Hand, andererseits zwickt sie dann aber auch.

 

Vielleicht, das ist aber mehr geraten, weil ich sie ja nicht sehe, will sie so den fremden Menschen, den sie evtl. als Eindringling empfindet,  kontrollieren? Das darf und soll sie dann aber nicht. 

 

Hier würde ich ansetzen und sie entweder zwar mitnehmen zum Besuch, da dann aber keinen Kontakt zwischen ihr und dem Besuch zulassen, oder aber sie auf ihrem Platz halten, damit sie auf Entfernung gucken kann und lernt einzuschätzen, dass sie Besuch erst einmal neutral begegnen soll. Vielleicht gibst du ihr dann auf ihrem Platz etwas zum Kauen, oder etwas, von dem du weißt, dass sie Spaß dadran hat und sich damit selbst beschäftigt.  Dann, wenn die Situation sich entspannt hat und sie den Besuch nicht mehr beachtet, kannst du sie einladen, näher zu kommen und dann musst du beobachten, wie sie sich verhält. 

 

Übrigens, und das würde ich dem Besuch dann auch sagen, hört auf ihr den Kopf zu streicheln, das mag sie nicht und viele andere Hunde auch nicht. :)

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@Fiona01 

Vielen lieben Dank für deine Nachricht! Hat mir sehr geholfen :11_blush: 

Was mir noch eingefallen ist: Sie ist besonders bei Männern sehr skeptisch. Es wollten mir schon zwei männliche Besucher die Hand geben und sie hat sich dazwischen gestellt und gebellt. Als würde sie mich beschützen wollen. Wie kann ich ihr aber vermitteln, dass alles in Ordnung ist? 

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Struktur, Klarheit und Regeln bieten Sicherheit.

Je klarer du bist, und je berechenbarer für deinen Hund, je besser kann der Hund dich lesen.

Wie soll der Hund sich bei Besuch verhalten?

Wie soll der Besuch sich verhalten.

 

Ein Hund, der schnappt muss vom Besuch getrennt sein. Das heisst nicht, dass der Hund weggesperrt wird, sondern man  muss eine individuelle Lösung finden.

Mein Schnäppchen darf hinter einen Kindergitter warten, er kann in unseren Gastraum gucken, er kann den Besuch einschätzen, wenn der Hund dann total ruhig und entspannt ist, darf er zu uns. UND! NICHT zum Besuch. Ich mach da gar keine gedöns. Der Besuch ist meiner und der Hund kann dabei sein. Kein Hund muss hier irgendwen "begrüssen". Bei Hunden, die mit Besuch ein Problem haben ist das eher die Lage verschlimmernt, weil Hund sich dann in der Rolle des Checkers befindet. Und ein Hund, der Besuch abschnappt, der will nicht begrüssen!

 

Das ist eine schlimme Fehleinschätzung.

 

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Ein Hund zeigt unerwünschtes Verhalten.

Man verbietet dieses Verhalten. Über "auf den Platz" schicken, Schnautzengriff.

Damit löst man aber nicht das Problem, das für den Hund der Auslöser für dieses unerwünschte Verhalten ist.

Man macht es für den Hund nur schlimmer, weil er sich unverstanden fühlt und immer höher dreht. Bzw. sich zurücknimmt und irgendwann überreagiert.

 

Auslöser sind die Unsicherheit, Beschützerdrang........ was auch immer.

 

Bei uns hat "Benennen" geholfen, Hund aus der Situation rausnehmen, klar machen, dass man selbst die Situation regelt. Belohnen.

Klappt aber auch (noch) nicht immer und nicht bei jeder Person

 

 

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Hallo noch mal, 

 

tatsächlich habe ich hier in meinem Umfeld gerade eine ähnliche Situation. Die Hündin meines Sohnes, die als "Hund aus zweiter Hand" zu ihm und seiner Freundin gekommen ist, zeigte bei Besuch das Verhalten nach vorne gehen zu wollen. Auch hier reagiert die Hündin stärker auf Männer. Das Ganze dann aber auch aus Unsicherheit heraus. Und Amy ist auch insgesamt sehr nervös. Sie ist auch ein Malinois-Mix, allerdings mit Labrador.

 

Bei der Besuchssituation sind wir dann so vorgegangen, dass die Freundin meines Sohnes mit Amy zu ihrem Platz gegangen ist, sich zu ihr gehockt hat und dort auch so lange geblieben ist, bis Amy runter gefahren war. Der Besuch meidet Blickkontakt zum Hund, setzt sich still irgendwohin und tut dann so, als wäre der Hund gar nicht da. (Räumlich sind wir jetzt im Wohnzimmer ;) )  

In der ersten Zeit wollte Amy das Platz aber aufheben. Sie war einfach noch zu nervös und konnte nicht entspannen. So ist die Freundin meines Sohnes wieder mit ihr zum Platz zurück gegangen.

Funktionierte es überhaupt nicht, ist Amy dann ganz aus dem Raum und ins Schlafzimmer geführt worden, also außerhalb der Sichtweite des Besuches und umgekehrt. Da wurde dann gewartet, bis sie runterfuhr. 

Dann wieder zurück ins Wohnzimmer, gleiche Situation wie am Anfang. Amy auf ihren Platz und ruhig werden. Nach ein paar Wiederholungen hat sie das auch gut verstanden. 

 

 

Amy bekam dann, wenn sie wieder runter gefahren war, auch einen Kauartikel. Anfangs hat sie den nicht beachten können, da war sie noch nicht so weit. Je nebensächlicher man das alles aber machte, umso mehr merkte sie, sie ist, wenn Besuch kommt, nicht gefragt.  ;)

 

 

Außerdem wurde die Platz- bzw. Körbchensituation, also Hund wird zum Platz gebracht und bleibt da liegen, oder wird zum Platz geschickt, auch immer mal wieder in den Alltag eingebaut. Amy soll(te) lernen, Körbchen ist ein neutraler Ort, wo ich meine Ruhe habe und auch in Ruhe gelassen werde. 

 

Letzte Woche habe ich meinen Sohn, Freundin und Amy wieder besucht. Geübt wird jetzt etwa drei Monate. Amy bellt am Anfang noch, lässt sich aber problemlos zum Platz führen und bleibt da auch. Sie "motzt" und "knüttert" zwar noch ein bisschen, wird von uns allen aber auch dann nicht beachtet. Ist sie komplett runtergefahren, darf sie zu mir. Auch hier beachte ich sie noch gar nicht. Sie kam dann um vorsichtig zu schnüffeln und ich habe sie gewähren lassen. Dann habe ich ihr ruhig meine offene Hand gezeigt und sie hat auch da geschnüffelt. Und dann habe ich angefangen sie zu streicheln.

 

Außerdem habe ich noch was gemacht.

Amy zerlegte und zerfetzte ihre Spielzeuge. Ich nehme an, um sich abzureagieren und Energie loszuwerden. Also habe ich ihr ein Lamm gekauft. Ich habe ihr das Lamm gezeigt, es gestreichelt und habe Amy erzählt, dass das Lamm lieb ist. Dann habe ich Amy gestreichelt und ihr gesagt, dass sie auch lieb ist. Das habe ich mehrere Male wiederholt. Das ist das, was wir unter "Zeigen und Benennen" verstehen. :)

Amy hat dann angefangen das Lamm zu beschmusen und es gaaanz vorsichtig zu beknabbern. Und dieses Wort "lieb" kann man dann, wenn es verstanden wurde, weiter im Alltag benutzen. ;)

 

So das war jetzt viel Text. Hoffentlich war es nicht zu kompliziert beschrieben. ;) 

 

Eine Sache habe ich jetzt aber noch für dich, bekam ich gestern geschickt: Amy mit ihrem Lamm. Hier siehst du auch, wie locker sie mittlerweile auf ihrem Platz liegen bleibt und wie süß sie ihr Lamm beknabbert und dran rum "nuckelt". :wub:

 

 

 

 

 

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