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Waldklee

Großes Problem mit kleinem Hund...

Empfohlene Beiträge

Waldklee   

Ich habe hier länger nicht vorbei geschaut, weil ich voll damit beschäftigt war, unserem letzten Hund noch ein paar schöne Jahre zu verschaffen.

Aber der Reihe nach, unsere Mozda ist eine ca 9-10 Jahre alte Jack Russel Hündin.  Sie ist mit dem letzten Transport vor der Tötung noch nach Deutschland gebracht worden (aus Bratislava). Dann saß sie vollkommen verschüchtert auf einer Pflegestelle in Bayern.

Sie wurde vorgestellt mit den Worten, dass sie Angst vor Männern habe, und dann das kleine Wunder, sie ging auf meinen Mann zu, kratzte an seinen Beinen und ging da nicht mehr weg.

Die Pflegestelle war begeistert, wie Mozda meinen Mann " ausgesucht"  hätte, und so ging alles sehr schnell. Am nächsten Tag war Mozda also in Ostfriesland.

Ich hatte es bei ihr anfangs schon schwerer und mußte mich entsprechend bemühen, aber nach ungefähr 3Monaten schien alles in Ordnung. Mozda war engültig angekommen.

Dachten wir.

Dann fing es langsam an, mein Mann konnte sie nicht mehr anleinen, sie lief einfach weg, unter Möbel etc

Und nun, nach einem halben Jahr intensiven Bemühens, geht gar nichts mehr. Er darf sie zwar immer streicheln, aber sobald er das Halsband, die Leine oder ein Geschirr (habe inzwischen eine reiche Auswahl) in Mozdas Halsnähe bringt, beißt sie gnadenlos zu und läuft im Kriechgang zurück.

Ich dagegen kann sie aus jeder Situation heraus an oder ableinen ohne den geringsten Versuch mir auszuweichen.

Vielleicht noch wichtig, inzwischen ist Mozda sehr schwerhörig und sieht wohl nur noch Schatten. Die beiden Vorgänger, auch aus dem Tierschutz , konnten gut damit umgehen. Deshalb glaube ich eigentlich nicht, dass das ein Grund für ihr Verhalten ist, sie hat ja noch ihre Nase.

Ich muss nun nach Weihnachten für mindestens 2Wo ins Krankenhaus, mein armer Mann ist jetzt in schlimmen Nöten. Was um Himmels Willen sollen/können wir noch tun?

Er hat sich solche Mühe gegeben Mozda mit viel Geduld, Spielangeboten und Leckerchen wieder zugänglich zu machen. Aber uns läuft die Zeit davon und es ist keine Besserung in Sicht.

Kann jemand helfen?

 

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Juline   

Das ist eine wirklich schwierige Situation, für alle Beteiligten.

Doch, ich kann mir gut vorstellen, dass mit der zunehmenden Unsicherheit (schwerhörig, fast blind) auch alte, vermeintlich überwundene Traumata wieder hochkommen und ihr Verhalten bestimmen.

 

vor 2 Stunden schrieb Waldklee:

Er darf sie zwar immer streicheln, aber sobald er das Halsband, die Leine oder ein Geschirr (habe inzwischen eine reiche Auswahl) in Mozdas Halsnähe bringt, beißt sie gnadenlos zu und läuft im Kriechgang zurück.

 

Vielleicht findet ihr eine Zwischenlösung, zum Beispiel dass das Halsband immer dran bleibt, um die angsteinflößende Situation des Anziehens zu vermeiden, ein kurzes Stück Leine könnte evtl, auch immer dran bleiben, so dass dein Mann nur noch in einer gewissen Entfernung zu ihr sein muss, um die richtige Leine an diesem kurzen Stück anzubringen. Verstehst du wie ich meine? Währenddessen könnte sie abgelenkt werden, etwa durch Suchen von ein paar verstreuten Leckerchen, Auslecken eines Quarkbechers oder was sie eben sehr mag. Könnte das funktionieren?

 

Wie ist es denn, wenn er dann mit ihr losmarschiert?

 

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Waldklee   

Tausend Dank Juline, an der Lösung wird gearbeitet :)

Du glaubst an das alte Trauma, ok, es schien mir nur zu einfach, weil naheliegend :unsure:

Unterwegs ist Mozda bei Männerbegegnungen sehr unterschiedlich. Manchmal dreht sie ihnen ihr Hinterteil zu und "übersieht" sie einfach. Manchmal macht sie einen Bogen oder läuft strikt hinter mir. Wenn der Mann sich aber freundlich herunter beugt, zeigt sie sofort die Zähne.

Nur ein alter Feuerwehrmann, den treffen wir öfter im Feld wenn er auf der Bank eine Pause macht, hat Chancen. Da hat sie mich förmlich hingeleitet und direkt Kontakt aufgenommen, wie damals bei meinem Mann.

Nein, die beiden haben keine Ähnlichkeit und ich weiß auch dass ihr Verhalten nicht der Hundeetikette entspricht. Aber wenn sie so zugänglich ist bin ich geneigt, Ausnahmen zuzulassen. Hoffentlich ist das nicht kontraproduktiv.

Nun zu den Leinen, das mit dem kurzen Zwischenstück haben wir schon, allerdings sitzt das ja am Halsband, das auch zugemacht werden muß. Und schon kommen die Zähne zum Einsatz.....

Außerdem müssen wir das Stück noch einkürzen, weil die sehr kurzen Terrierbeine sonst darüber stolpern.

Dann gibt es ein Hunterhalsband mit Klickverschluss, das könnte über die Nacht am Hals bleiben, nur für meine Abwesenheit. Dazu haben wir eine Leine die sich sozusagen automatisch, bzw magnetisch um den Einhängring schließt. Bis dahin also toll, nur ist der Halsbandring zu eng anliegend, da muß auch ein Zwischenstück hin. Leider haben wir keinen Eisenring mehr (hört sich ja furchtbar an),  der wird aber gerade besorgt. Männe ist schon in der Kreisstadt und geht auf magnetische, passende Ringsuche.

Die Leckerchen sind gut eingesetzt worden, mit dem Erfolg, dass die Madame ein Pfund zugenommen hat, nun ja.....

Aber ein Joghurt or Quarkbecher ist eine super Idee, ich frage mich, wo meine jahrzehntelange Hundeerfahrung geblieben ist :blush:

 

Losmarschieren ist dann kein Problem mehr. Sie verzögert zwar kurz den Schritt durch die Tür, und schaut wo ich bleibe. Dann muss sie sich um die Nachbarhunde kümmern, also in die Schranken weisen, und danach ist es ein ganz normaler Herrchen und Hund Spaziergang.

 

 

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Juline   
vor 3 Stunden schrieb Waldklee:

weil die sehr kurzen Terrierbeine sonst darüber stolpern.

 

Und wenn du ein Geschirr nimmst, das dann halt mal die zwei Wochen am Hund bleibt, mit einem Meter Leine dran?

Wenn diese Haus-Leine am Geschirr, also oben am Rücken befestigt ist, schleift sie ja hinterher, ohne großartig zu behindern.

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marcolino   

Diese Lösung von Juline zur Überbrückung würde ich auch ausprobieren - es hilft ja nix, denn dein Mann will und soll sich ja vermutlich auch mit einbringen in die Versorgung des Hundes.

 

Vielleicht magst du aber noch Folgendes ausprobieren - zusätzlich, nicht als Ersatz für die Lösung von Juline:

 

Eine Verhaltenshemmung über positive Emotion: Dazu nähert sich dein Mann mit Halsband/Geschirr eurem Hund, bricht aber seine Annäherung mit einem "Fein!" sofort ab und gibt Mozda ein Super-Leckerlie. Möglich dass er dies zunächst erst mal werfen muss, es besteht auch die Möglichkeit, dieses "Fein" zuvor zu konditionieren, losgelöst von der Problemsituation.

 

Ziel ist zunächst, dass Mozda ihr "Angriffsverhalten" unterbricht; sie darf dann natürlich auch den Rückzug vornehmen - evtl. zu dir, und du kannst ihr dann Geschirr/Halsband anlegen.

Aber das sind MÖGLICHE zukünftige Verhaltensweisen, zunächst geht es ja erst mal darum, diese Kombination Mann-Halsband/Geschirr-Angriff(Beißen) aufzulösen.

 

Überleg mal, ob sowas für dich passen könnte :)

 

 

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gast   

Ich würde auch eine Hausleine dranmachen. Dann muss dein Mann nicht so nah an sie ran. Sonst kauf ihr für die Zeit ein Geschirr dass dann anbleibt. MIT eingehakter Leine. Dass ist dann zwar nicht so komfortabel und ja, vielleicht stolpert sie mal, aber sie wird es überleben.

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Waldklee   

Ja Marcolino, natürlich möchte mein Mann seinen/unseren Hund auch versorgen.  Eigentlich ist er es ja, der hier seit ewigen Zeiten unsere Terrier erzogen hat. Ich war immer nur Nutzniesser, allerdings  mitbeteiligt, ob Verein - Sport - Ausstellung oder einfach nur Familienleben. Deshalb ist es doppelt schwer zu verstehen, warum es ausgerechnet mit so einem Zwerg nicht klappen will.

Übrigens, annähern mit Halsband und Co funktioniert auch gut, wahrscheinlich weil Mozda das gar nicht mehr sieht. Er kann sie auch kurz damit berühren, mit Leckerchen-Hilfe, wirklich kritisch ist der Moment, wo seine Finger eine Halsseite berühren. Da folgt sofort die Explosion, das habe ich wohl nicht so klar ausgedrückt. Sie hat  noch so eine Stelle an der rechten Hinterseite, da darf auch ich sie  keinesfalls berühren.

Jetzt kommt wohl die Frage nach dem Tierarzt :rolleyes:  da sind wir von Anfang an Stammgäste, leider. Es ist eine wirklich nette Ärztin, aber die wird auch gebissen. Ich muß also vorher den Maulkorb anlegen und Mozda zwangsweise stark festhalten, damit überhaupt etwas untersucht werden kann. Alles in Allem ist das jedesmal ein Fiasko und wirklich erfolgreich natürlich auch nicht.

Aber wieder zum jetztigen Problem, es geht ja vorerst "nur" um die Zeit meiner Abwesenheit, und wie es im Moment aussieht sind wir auf dem richtigen Weg.

 

Heute habe ich erstmal Quark und Bananen gebunkert, Herrchen hat den passenden Ring bekommen und das Klickhalsband damit verlängert. Mozda läuft im Moment damit bei mir herum, das klappt ohne zu behindern schon prima. Also könnte dieses Halsband während meiner Abwesenheit am Hund bleiben. Vor dem nachmittäglichen Ausgang hat Herrchen mit drei Bananenscheiben den magnetischen Leinen Klickverschluss einrasten lassen. Hoffentlich versteht man das jetzt :unsure:

Ich habe nicht weit entfernt gestanden und sie ist nicht zu mir geflüchtet, hat nicht geschrien und nicht gebissen. Es geht wohl wirklich nur um die Finger - Halsberührung.

Vielleicht mache ich von dem Modell mal ein Foto, ist für andere leidgeprüfte Hundebesitzer vielleicht auch eine Lösung.

 

Euch Beiden danke ich ganz herzlich, heute sieht die Welt schon wieder besser aus.

Wir üben weiter und hoffen, dass das heute nicht nur ein Zufallstreffer war.

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Luise   

Ihr könntet es auch mal mit einer Retrieverleine  probieren.

Wenn ihr sie spielerisch daran gewöhnt merkt sie garnicht, das man ihr ein Halsband umlegt. Ich stell mir vor, dass dein Mann die Halsschlaufe ganz gross stellt und locker vor sich baumeln lässt. Dann ruft er Mozda zu sich und hält ein Leckerli so , dass sie den Kopf durch diese Schlaufe, die so gross ist, dass sie ihren Hals nicht berührt, stecken muß , um es zu bekommen. Wenn sie dann ein paar Schritte weiter geht, zieht sich die Schlaufe von selbst  auf ihre Halsgrösse zusammen.

 

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marcolino   

Hm - hier würde ich aber wirklich zwingend auf eine Retriever-Leine MIT Zugstopp achten, ohne Zugstopp ist es ein Würgehalsband, welches genau das tut was der Name sagt: Würgen.

 

Hunde die sehr zuerlässig ohne Zug an der Leine laufen, können mit so einer Leine geführt werden. "Ohne Zug" zu laufen muss aber erst gelernt werden.

 

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Luise   

Selbstverständlich mit Zugstopp. Ich wusste garnicht, dass man so etwas heutzutage noch ohne Zugstopp kaufen kann.

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