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Hundeforum Der Hund
Kässpätzle

Unser Hund geht auf andere los-langer Text... :/

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(bearbeitet)

Hallo liebe Hundefreunde

 

Meine Geschichte ist etwas länger, ich versuche sie mal kurz zu fassen:

Unser Hund ist 7 Jahre alt und aus dem Tierschutz und wir haben ihn seit 6 Jahren. Wir sind keine Hundeanfänger und hatten vor ihm schon einen Hund. Er war damals sozial mit anderen Hunden und wir waren oft auf Hundewiesen oder mit Nachbarn spazieren- ohne Probleme. Er ist sehr leicht zu erziehen und einfach ein Schatz. Vom Grundwesen ist er eher der ängstliche Hund-wurde in seinem vorherigen Leben viel geschlagen.

Er wurde dann auf einer großen Hundewiese von einem Hunderudel gejagt was ich nicht unterbinden konnte. Er saß oben auf dem Berg und hat sich nicht mehr runtergetraut. Ich bin dann zu ihm und habe den Ort verlassen. 

Seit da wollte er dort nicht mehr hin (ging nicht weiter als wir dort waren und wollte gleich wieder gehen) und wir haben uns dann eher auf die Spaziergänge mit Nachbarn getroffen- da war er entspannt.

Dann zogen neue Nachbarn ein mit 2 großen Hunden. Der eine ist dann aus dem Nichts von der anderen Straßenseite rübergerannt und auf  meinen Hund los. Ich habe einen Rucksack dazwischen geworfen,. sodass der andere Hund abließ. Mein Hund hat geschrien und einen totalen Schock. Ich konnte ihn beruhigen, aber ab da war der andere Hund der erste Rivale und Haßobjekt. Er wurde leinenagressiver und ich nahm einen Hundetrainer. Er zeigte mir, dass ich ihn immer absitzen lassen soll bei anderen Hunden etc. Also ihm eine Alternative zeigen soll. Das ging eigentlich auch ganz gut und nach einiger Zeit (langer Zeit zugegeben, konnten wir so gut wie ohne Probleme an Hunden vorbeilaufen oder sitzend abwarten, bei seinem "Liebling" von gegenüber half das allerdings nicht, da sind wir hinter den Busch, oder die Nachbarin hat gleich abgedreht um eine Begegnung zu vermeiden)

Wir zogen weg und hier wurde er vor ca 1 Jahr auch von einem großen Hund angegriffen (ohne Verletzung) , sodass er auch wieder geschrien hat und ach es war furchtbar!! Er ist seitdem extrem aggressiv gegen alle Rüden. Ich kann ihn nicht mehr von der Leine lassen, wenn Hunde in der Nähe sind, da er sonst auf sie losgeht. Er beißt nicht richtig zu, sondern schnappt oder rennt hin und dreht wieder ab) Ich weiß bei ihm: es ist Angstgesteuert...seine Taktik.

Nun ist es so, dass wir auf dem Land nun wohnen und im Sommer haben wir hier Touristenbedingt Hundealarm und im Winterhalbjahr sieht man hier so gut wie keinen einzigen. 

Im Sommer ist das Spazieren gehen echt nicht schön - nein eigentlich echt großer Mist. Kommen anderen Hunde dreht er völlig ab. Es hilft kein Absitzen oder Ablenken mehr, er ist völlig in seinem Film. Selbst wenn ich ihn rechtzeitig ablenke dreht er auf....Er hat nur eine Freundin aus der Nachbarschaft und mit ihr spielt er ausgiebig und alles ist gut. 

Ich bin total ratlos. Die nächste Hundeschule ist 30km entfernt und ich denke es würde auch nichts bringen, da er ja im Winter wieder alles vergessen hat......zudem hat die Hundeschule nicht den besten Ruf.

Was soll ich tun?

Mich damit abfinden?

In DK waren wir im Urlaub und dort hatte ich ihn sobald Hunde da waren an der Leine. Nun gab es leider Hundebesitzer, die da anders drauf waren und interessant war dann Folgendes:

Unser Hund an der Leine (ich), Anderer freilaufender Hund kommt auf uns zu, Unser Hund fiept mit Bürste ( was ich als Unsicherheit definiere? Also das Fiepen?)) Mein Mann hat sich dann vor uns gestellt und den anderen Hund abgewehrt. Der andere Hund dreht ab. Unser Hund wird still und schaut nur meinen Mann an und geht entspannt vorbei..also für ihn war es entspannt ;) 

Das war für uns so ein AHA Erlebnis.

Nun hatte ich ihn letzte Woche mit in der Stadt (ging nicht anders) und keine Ahnung warum immer alle ihre Hunde freilaufen lassen und es ihnen egal ist wenn der andere angeleint ist (wahrscheinlich haben sie nicht mein Problem ;) )

Auf jeden Fall habe ich das dann auch versucht mit dem Abwehren- was gut ging und er sich auch wieder hinter mich gestellt hat...später am Abend bei der letzten Runde ging er aber wieder in die vollen, als er einen Hund sah (angeleinter Hund). Da kann ich ja nichts machen- diese Angst ist dann völlig unbegründet: Der Hund war auf der anderen Straßenseite -kleine Straße- und an der Leine!)

 

Puh langer Text, tut mir leid......aber vielleicht kann mir jemand sagen, was ich falsch mache oder gemacht habe- ist nicht ganz einfach aber vielleicht hat mir jemand noch einen Tipp?

Ich habe ihn nur mal ausnahmsweise in der Stadt dabei und kann das nur in Notfällen machen, weil ich dort arbeite. Er ist sonst immer auf dem Land.....

Ich bin sehr auf Eure Antworten gespannt und danke schon mal, wenn ihr es bis hier hin geschafft habt :)

 

 

 

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So etwas ist richtig Mist, und ich kann voll mit dir mitfühlen. Das Leben könnte mit ein wenig Rücksicht untereinander so einfach sein...

 

Aber da es nun mal ist, wie es ist, wird es immer wieder doofe Begegnungen geben. Was mir nun an deinem Text ganz spontan aufgefallen ist:

 

vor 54 Minuten schrieb Kässpätzle:

Er zeigte mir, dass ich ihn immer absitzen lassen soll bei anderen Hunden etc. Also ihm eine Alternative zeigen soll.

 

Das hab ich so schon öfter gehört, und es wundert mich immer wieder. Denn mal ehrlich, für wen ist das denn tatsächlich eine Alternative? Für uns Menschen sicherlich, für den Hund eher nicht. Er kann das vielleicht annehmen, so lange die anderen Hunde dann auch tatsächlich abdrehen - es ist aber nix, was für den Hund logisch wäre. Und damit eine reine Kopfsache, nichts was emotional von sich aus eine Erleichterung brächte.

 

Den Unterschied sieht man an den Situationen, die du hier beschreibst:

 

vor 54 Minuten schrieb Kässpätzle:

Mein Mann hat sich dann vor uns gestellt und den anderen Hund abgewehrt. Der andere Hund dreht ab. Unser Hund wird still und schaut nur meinen Mann an und geht entspannt vorbei..also für ihn war es entspannt ;) 

 

vor 55 Minuten schrieb Kässpätzle:

Auf jeden Fall habe ich das dann auch versucht mit dem Abwehren- was gut ging und er sich auch wieder hinter mich gestellt hat

 

Das macht für einen Hund nämlich wieder Sinn! Sich hinter einem stärkeren Gruppenmitglied verstecken, das ist aus Hundesicht nachvollziehbar (wenn denn die Taktik ausweichen generell im Repertoire des Hundes vorhanden ist, was leider nicht für jeden Hund gilt). Wichtig ist auch dabei natürlich, dass die Abwehr des anderen Hundes dann auch zuverlässig funktioniert.

 

Und auch bei der letzten Situation, die du schilderst, habe ich wieder den gleichen Gedanken:

 

vor einer Stunde schrieb Kässpätzle:

diese Angst ist dann völlig unbegründet: Der Hund war auf der anderen Straßenseite -kleine Straße- und an der Leine!)

 

In deinen Augen ist die Angst unbegründet - in denen deines Hundes offenbar nicht. Dass der Hund nicht über die Straße kommen wird, wer sagt das denn aus Hundesicht? Ich hatte jedenfalls schon ungezählte male das zweifelhafte Vergnügen, dass ein unangeleinter Tutnix über die Straße geschossen kam um mal Hallo zu sagen. Selbst an großen Straßen. Und was die Leine betrifft, nimmt dein Hund die denn als Sicherung wahr? Hat er verstanden, dass ein angeleinter Hund gar nicht zu ihm kann? Oder hat er, wie eigentlich die meisten Hunde, schon Erfahrungen gemacht mit plötzlich lang werdenden Flexileinen, oder Hundehaltern die einfach lustig hinter ihrem Hund her auf ihn zukommen? Kurz gesagt, ich schätze in seinen Augen war da durchaus Grund zur Besorgnis. Zumal er ja auch schon früher erlebt hatte, wie schnell man aus einer sicher geglaubten Situation dann doch überfallen wird.

 

Mein erster Ansatz wäre also der Versuch, das ganze ein wenig aus der Perspektive deines Hundes zu verstehen. Und darauf aufbauend zu schauen, was er als Sicherheit gebende Alternativstrategie empfindet.

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Wenn es mit deinem Mann viel besser klappt, würde ich versuchen, seine Körpersprache zu übernehmen, die Art wie er geht, wohin er schaut, was er ausstrahlt. Ein Trainer sagte mir, ich dürfe nicht ängstlich und unsicher auf meinen Hund wirken, so als hätte ich selber Schutz nötig. Ich hatte mich beim Spaziergang sehr oft besorgt umgesehen nach den anderen Hunden oder Radfahrern, die von weitem an uns vorbei wollten. War mir selbst gar nicht aufgefallen.

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Ich stimme Laika zu, der Weg könnte über die Körpersprache sein. Manchmal sendet man unbewusst Signale aus und der Hund denkt, er muss selber regeln. Versuch mal, dich zu beobachten wenn du Gassi gehst. Wirst du nervös wenn ein anderer Hund auftaucht, zum Beispiel der Hasshund? Genau das wäre vielleicht der erste Schritt. Sich selbst die ganze Zeit beobachten, denn sobald man sich bewusst macht, dass man zum Beispiel verunsichert ist, kann man das auch beeinflussen. Zum Beispiel indem du die Schultern sinken lässt und den Griff um die Leine lockerst, dann tief durch atmen und sich klar machen, dass es eine ganz normale Situation ist. Du darfst auch Angst haben, auch das sollte man sich erlauben. Nur bewusst machen hilft schon sehr. Und vielleicht überlegst du dir ein Handzeichen und schiebst dich dabei seitlich etwas vor den Hund, um ihm zu signalisieren, dass du das regelst. Muss nicht unbedingt klappen, könnte aber einen Versuch wert sein.

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Vielen Dank für Eure Antworten :)

@Silkies: Interessanter Ansatz....das habe ich so noch gar nicht gesehen! Da steckt ordentlich Wahrheit dahinter!

@Laika und Paw'Sitive: Bei meinem Mann war er nur in der einen Situation ruhiger sonst eher nicht ;) Mein Mann macht nicht wirklich viel mit ihm und ist immer derbe genervt, wenn er einen anderen Hund sieht. 

Das mit der Körperhaltung habe ich auch schon beachtet und mich bewusst ruhig und entspannt . Wenn wir zu dritt spazieren gehen, unterhalten mein Mann und ich uns auch ganz normal weiter ohne auf den anderen Hund einzugehen.....was widerrum ihm dann wohl auch nicht die Angst nimmt- und dann wieder eher einer sich vor ihn stellen müsste.....aber wie sieht das in der Realität aus? Ich habe ihn immer in der vom Hund abgeneigten Seite, also ICH bin dazwischen....

Was mich auch immer wundert: Selbst wenn da ein Hund ist, den ich noch gar nicht gesehen habe, geht mein Hund in die Vollen....da kann ich gar nicht vorher reagieren...mein Zeitfenster ist sehr klein und er ist schnell in seinem Film wo ich keine Rolle mehr spiele.....nur : WIE komm ich da rein???

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vor 21 Minuten schrieb Kässpätzle:

Was mich auch immer wundert: Selbst wenn da ein Hund ist, den ich noch gar nicht gesehen habe, geht mein Hund in die Vollen....da kann ich gar nicht vorher reagieren...mein Zeitfenster ist sehr klein und er ist schnell in seinem Film wo ich keine Rolle mehr spiele.....nur : WIE komm ich da rein???

 

Da ist eine Art kleine Stolperfalle eingebaut: Es nutzt nicht unbedingt, so zu tun als wäre der andere Hund gar nicht da. Sondern es geht vielmehr darum, dem eigenen Hund zu signalisieren, "hab ich wahrgenommen, für harmlos befunden, und mich deshalb für die Strategie einfach weitergehen entschieden". Denn wie sonst soll der Hund denn wissen, ob du bewusst entschieden hast oder einfach nur gepennt? ;) Außerdem bedeutet das, eben nur dann unbedarft weiter zu gehen, wenn du auch sicher sein kannst dass der andere Hund wirklich entspannt vorbeigehen wird. Ansonsten empfehlen sich eher andere Strategien, die deinem Hund klar signalisieren, du hast es im Griff. Wie zum Beispiel ein (zu Anfang sehr deutliches, aber unaufgeregtes) Ausweichen. Oder ein ebenso deutliches Stehen bleiben und deinen Hund hinter dich bringen, wenn er das als Schutz annehmen kann.

 

Denn sind wir doch mal ehrlich: Ein verlässlicher Beschützer zeichnet sich nicht dadurch aus, dass er immer einfach unbesorgt weitermacht. Sondern dadurch, dass er angemessen und zuverlässig agiert. Und genau das ist es auch, wie du das Zeitfenster vergrößern kannst. Nämlich indem du erst einmal quasi in Vorlage gehst und zeigst, dass du angemessen reagieren kannst, wobei du erst mal ruhig ignorieren kannst, wenn dein Hund trotzdem lostobt. In dem Maße, wie er mitbekommt dass du schon eine gute Entscheidung treffen wirst, wird er auch anfangen darauf zu gucken. Und das sage ich dir aus der Erfahrung raus mit einem Hund, der anfangs ohne auch nur ein Luftholen von null auf hundert gekippt ist, und der inzwischen ohne Zug auf der Leine mit mir die Straßenseite wechselt wenn uns ein Hund entgegen kommt der ihm nicht geheuer ist. War ein steiniger Weg, aber es lohnt sich!

 

Edit: Und mit diesem Entscheiden solltest du möglichst klar rüber kommen, noch bevor dein Hund Besorgnis signalisiert. Also lieber zu früh als zu spät. Denn je denkfähiger und weniger reaktiv dein Hund noch ist, desto bewusster kann er wahrnehmen, dass du gezielt handelst!

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Silkies hat das super beschrieben, finde ich. Ignorieren ist nicht unbedingt zielführend. Bei manchen Hunden wirkt es auch bedrohlich, wenn ihnen ein anderer Hund frontal entgegen kommt, denn oft machen die das unter sich eher von der Seite, um zu signalisieren dass sie keine Bedrohung sind. Deshalb ist es vielleicht auch gut, sich von der Seite aus vor den Hund zu schieben. Und deshalb finde ich auch die Ausweichstrategie super, denn so wird der Annäherung auch Wind aus den Segeln genommen. 

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O.k....Straßenseite wechsel ich immer wenn es geht...auf dem Feldweg wird es schwierig. Ich geh schon auch auf den Acker...mit einer größeren Distanz haut das auch hin- mehr oder weniger....und wenn er lostobt: Nicht reagieren? Ich halte ihn immer nur fest und beachte ihn dabei aber nicht...werde also auch nicht laut. Früher habe ich mit "Nein" sobald es losging gerufen.....aber er stellt da auf Durchzug...

Ach manchmal denke ich ehrlich auch: Er ist so super und hat keine Macke und wir haben immer ein schönes entspanntes Winterhalbjahr....das denke ich immer im Winter....und im Sommer.....SO geht es nicht weiter!

Ich habe schon einige Taktiken mit ihm in den 6 Jahren durch......und ich werde es nun mal mit dem hinter mich bringen versuchen......damit ich das richtig verstehe:

Hund kommt, ich nehme ihn hinter mich? (Hatte ich ne zeitlang immer so gemacht...aber ihm war das egal....und machte halt hinter mir den Dicken...) ABER vielleicht habe ich es nicht energisch genug gemacht?

Ich teste...und werde berichten...falls wir mal wieder einen Hund treffen...

 

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Also brüllen wäre eher kontraproduktiv, denke ich. Bei meinem Problemfall damals war es so, dass ich am Anfang viel nach anderen Hunden scannen musste, um sie vor ihm zu entdecken. Dann kam das hochwertige Leckerli raus, wir gingen ein Stück in den Busch und ich ließ ihn so absitzen, dass ich ein Stück vor ihm stand und ihn noch ansehen konnte (das war bei ihm entscheidend, wegsehen ging nicht). Meine Position blieb die ganze Zeit aufrecht und entspannt. In der Hand hielt ich dann das Leckerli direkt vor seine Nase und er durfte dran schlabbern und knapsen. Gegeben hab ich es immer erst wenn der andere Hund vorbei war. Das ging auch nicht von Anfang an durchgängig. Ab einer bestimmten Entfernung konnte er sich nicht mehr auf das Leckerli konzentrieren. Oft hat es dann geholfen, ein Geräusch zu machen, zum Beispiel mit dem Schlüssel, damit er es noch etwas länger schafft, bei der Sache zu bleiben. Nach einer Weile wurde der bellfreie Abstand dann immer kleiner :)

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Dieses Spiel mit den richtigen Abständen ist absolut wichtig. Je öfter man eine Reaktion vermeiden kann, desto schneller der Lernerfolg.

 

vor 22 Minuten schrieb Kässpätzle:

und wenn er lostobt: Nicht reagieren?

 

Das finde ich schwer zu sagen, ohne es jemals gesehen zu haben. Wobei generell, wenn der Hund erst mal lostobt ist das meist ein Zeichen dafür, dass man die "Lerndistanz" unterschritten hat. Da geht es dann im Grunde mehr darum, ob dein Hund noch "bewusst" tobt, also einen Rest Gehirn angeschaltet hat, oder schon völlig in einen reaktiven Zustand abgedriftet ist, in dem ohnehin nicht mehr gelernt wird. Was sich auf Entfernung leider auch wieder nicht beurteilen lässt. Also nur pauschal: Wenn er noch denken kann, dann versuchen, die Distanz zum anderen Hund wieder zu vergrößern. Wenn er nicht mehr denken kann, dann ist es eh für diese Situation gelaufen. Und der Mist ist, dass sich der dadurch entstehende Stress deutlich länger hält als die Situation selbst.

 

Was ich damals als erste Notmaßnahme gemacht habe (und andere Möglichkeiten hatte ich nicht, Hund wahrnehmen und völlig unansprechbar austicken war nämlich damals eins): Meinem tobenden und schreienden Hund die Leberwurst aus der Tube seitlich ins Maul quetschen. Die er dann abgeschluckt hat, weil es ja raus musste aus dem Maul. Es hat Wochen gedauert, bis ihm zum ersten mal auch nur aufgefallen ist, was er da schluckt. Das war dann aber der erste winzige Schritt dahin, dass in seinem Gehirn ein wenig Platz für etwas anderes als ausrasten geschaffen wurde. So extrem ist es aber selten, und klingt bei dir auch nicht so. Deshalb tippe ich mal ins Blaue, dass es bei dir vielleicht ein Ansatz wäre, die Sichtung von anderen Hunden auf Entfernung zu markern und sofort zu belohnen. Je nach dem beim belohnen entweder den Blick deines Hundes gezielt auf dem anderen Hund lassen (positive Verknüpfung des Anblicks), so lange dein Hund noch entspannt ist. Oder aber mit der Belohnung wieder Abstand reinbringen, M. Cordt nennt das so schön "wegloben".

 

Übrigens ein m.E. guter Buchtipp zu dieser Frage: Die Reihe "Ich halte dich. Ein Wegweiser für ungehaltene Hunde". Bisher leider erst zwei Bände erschienen, aber ich habe darin einiges wiedergefunden, das ich mir damals auch mit dem Krümel so erarbeitet hatte.

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