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PawSitive

Über Langlebigkeit

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Lemmy   
vor 12 Stunden schrieb Gerhard:

Unabhängig von dem verständlichen Wunsch möglichst lange zu leben ( und leben zu lassen ), sehe ich irgendwo bei jeder Spezies eine von der Natur anvisierte Grenze.

 

Natürlich, nur denke ich dass diese Grenze wohl eher so in dem Rahmen liegt, die der durchschnittliche Mischling zu Stande bringt - also so um die 14 Jahre, plusminus - was ja auch einige Rassen locker schaffen.

 

Wir hatten drei Hunde bisher die bereits gestorben sind, alle waren älter als 14 Jahre geworden. Das ist natürlich keine gute Basis für Statistik ;) aber zeigt doch dass das durchaus ein mögliches Alter ist. Und wir haben keinerlei "Schnickschnack" in der Versorgung gemacht, Butch (starb mit 15,5 Jahren) bekam seit er 7 war Schmerzmittel, das war's dann aber auch schon. Ein paar Jährchen mehr hätten sie eventuell auch noch geschafft (ich denke da an Lemmy) wenn man vielleicht doch ein klein wenig Schnickschnack mitgemacht hätte, aber hätte hätte, Fahrradkette...

 

Also würde ich als natürliche Lebensaltersgrenze beim Haus(!)hund wie gesagt 14 Jahre ansetzen, mit normaler Pflege und normalem (eher nicht allzu hohem) Bewegungslevel.

 

Habe ich nun Rassen, die teilweise deutlich unter diesem Alter liegen, wo ein 14jähriger Hund schon eine Sensation darstellt, dann stimmt da was nicht. Wenn ich mir den Flat Coated ansehe... ich las eine Statistik bei der 50% der Flats aus der Untersuchung bereits mit 6 Jahren an Herzversagen starben ... krass. Das ist ja schon kein Glücksspiel mehr so eine Rasse zu kaufen, selbst Würfeln ergibt bessere Chancen!

Und bei Doggen, IW und co sind wir ja auch schon froh, wenn der Hund 9 Jahre alt wird. Das sind 5 Jahre weniger als möglich, wenn man eine andere Rasse, oder einen Mix gewählt hätte.

 

Das ist doch traurig. Sicherlich nicht beabsichtigt, sondern "versehentlich" im Rahmen der Zuchtprogramme passiert, aber es wird oft einfach so hingenommen :( "Die Rasse wird halt nicht älter". Jo, ok - ist schön, nehm ich trotzdem. Ist doch sauschade :(

 

 

 

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PawSitive   
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Ich sehe das eigentlich auch so. Nur Frage ich mich, wie es zu einem Umdenken im Zuchtwesen kommen könnte. Wahrscheinlich müssten vor allem die Showrichter ihr Augenmerk verlagern und Hunden die im Durchschnitt der verlangten Größe liegen den Vorzug geben, wenn sie auch gesundheitlich okay sind. 

Wie ist das eigentlich, bekommen Hunde mit nicht ganz sauberem Gesundheitsnachweis eine Zuchtzulassung? Ich weiß nur, dass auch Hunde mit HD in die Zucht gelassen werden, weil die Krankheit multifaktorell ist.

 

Edit: ach so, ganz vergessen. Ich halte es für sinnvoll, nicht nur kranke Tiere aus der Zucht zu nehmen, sondern auch mehr gesunde Fremdrassen einzukreuzen, um für mehr Heterozygotie zu sorgen.

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gebemeinensenfdazu   
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Das mit den Fremdrassen kann nach hinten losgehen, eben wegen der polygenen Krankheiten, u.a. beim Cane Corso war das so. Im schlimmsten Fall sammelt man so Krankheiten oder schafft gar neue. Da hilft meines Erachtens besser, wenn man erstmal den st-Zustand der Rasse feststellt und möglichst viele Tiere sequenziert.

Wenn dann nur noch das Genom eines Tieres herauskommt, wie beim Toller, sollte man sich nun wirklich überlegen, ob man da nicht einen anderen Retriever hineinkreuzt.

HD und Zuchtzulassung ist Sache der Zuchtvereine, beim Chow-Chow erlauben sie wohl auch HD C (ich schätze dann muß mit HD A verpaart werden), as machen zum Glück aber nur wenige Zuchtvereine.

Wenn die Größe des Hundes nicht mittlere Standardgröße ist kriegt der Hund an sich Punktabzug das ist schon so. Bei den größeren Rassen gibt es aber meist größere Toleranz nach oben.

Aber es ist definitiv nicht so, daß ein Hund, der kleiner ist auch gesünder bleibt, die wenigen Zentimeter machen nicht viel aus, eine Öffnung des Rassestandards nach unten wäre trotzdem in Ordnung.

Zuchtzulassungspflichtnachweise legt der Rassezuchtverein fest. Da müßte es deutlich mehr geben, auch Gentests für Gene, die nicht polygene Erbkrankheiten auslösen, sollten meiner Meinung nach da mit rein, genauso wie regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen für Erbkrankheiten, die erst später auftreten und deren Genorte man noch nicht festgestellt hat.

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PawSitive   

@gebemeinensenfdazu super erklärt! Also ich kann verstehen, wo das Risiko bei Fremdeinkreuzungen liegt. Spätestens in der F2 könnten die neuen Gene die zusammentreffen eine Krankheit auslösen. Andererseits wissen wir aber auch nicht, welche relevanten Gene verloren gehen, wenn wir alle kranken Tiere aus der Zucht nehmen. Dadurch wird wieder der Genpool verkleinert und vielleicht werden dann neue Homozygotien entstehen, die wieder zu Krankheiten führen könnten. 

Man ist quasi nie sicher, es besteht in jedem Fall ein Krankheitsrisiko. Ich Frage mich, ob ein Genie eine rettende Idee hat, um die Situation zu entschärfen. Oder liege ich gerade völlig daneben?

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gebemeinensenfdazu   
(bearbeitet)

Je mehr Tiere sequenziert werden und deren Gesundheit dokumentiert, desto mehr lassen sich Genorte für Krankheiten und für Langlebigkeit herausfinden. Die epigenetischen Faktoren muß man natürlich auch berücksichtigen, Fütterung , Haltungs- und Umweltbedingungen, Stress usw verursachen ebenfalls Krankheiten, bzw. können einen Ausbruch abmildern oder verzögern.

Wirklich aussagefähig wären Sequenzierungen von Vielvererbern aus der Vergangenheit, auch von besonders langlebigen Vertretern. Dann hätte man eine grobe Vorstellung wie das Genom eines besonders langlebigen Hundes aussehen könnte.

Heterozygotie ist schon gut- hilft gegen  rezessive Erbkrankheiten und es gibt beim Träger nur eines krankheitsauslösenden Gens wenigstens die Möglichkeit, daß das gesunde Allel weitervererbt wird (sowie die minimal wahrscheinliche Möglichkeit, daß durch Crossing-Over Fehler korrigiert werden). Noch besser wäre es, alle krankheitsauslösenden Genorte- auch die der polygenen Krankheiten- zu finden und diese sukzessive auszuschließen. Dann richtet auch die Homozygotie nicht viel Schaden an. Aber davon ist man weit entfernt, am entferntesten wohl meist die Zuchtvereine. Ein paar Züchter- Ausnahmen gibt es aber und die werden mehr.

Bei einigen Rassen wird genetisch besonders stark nach Langlebigkeit geforscht und öffentlich zugängliche Datenbanken angelegt.

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