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polar-chat.de  Der Hund
Zurimor

Cesar Millan & Co

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(bearbeitet)

Ich wollte eigentlich schon ins Bett, hab aber noch die letzte Folge von "Der Hundeprofi unterwegs" aufgezeichnet, in der es um Therapiehunde u.a.in einem Hospiz ging und die grad ein wenig geschaut. Dabei dacht ich "es ist wirklich nicht alles schlecht, was der Rütter macht" und dann kam mir der Gedanke, daß die Einstellung, mit der man einem Tier gegenübertritt womöglich viel wichtiger ist als die Methode, die man verwendet. 

Es wird ja immer wieder erwähnt, wie feinsinnig Hunde (und auch andere Tiere) auf kleinste Signale reagieren, ist es da so völlig abwegig, daß Hunde merken, "Hey, der Mensch meint es grundsätzlich gut mit mir"? Wird ja auch oft erwähnt, wieviel Hunde doch verzeihen was Fehler angeht. Kann es da nicht möglich sein, daß die Einstellung für einen Hund genau so wichtig oder vielleicht sogar wichtiger ist als ob jetzt Methode y oder z angewendet wird?

 

Disclaimer: Damit möchte ich das Ziel mit seinen Tieren so gut wie möglich umzugehen keinesfalls abwerten, aber die Frage, wie wichtig die persönliche Haltung einem Tier gegenüber ist und wie wichtig die verwendeten Methoden stellt sich eben. Mein Eindruck von Millan ist zum Beispiel, daß seine Haltung Hunden gegenüber grundsätzlich wohlwollend ist, auch wenn seine Methoden fragwürdig sein mögen. Erklärt vielleicht auch seinen Erfolg trotz seiner Methoden, die Hunde merken einfach, der will uns nichts Böses und ordnen auch für sie negative Methoden dementsprechend ein. Nur Strafe, Strafe, Strafe ist natürlich schlecht und wird in den meisten Fällen wohl auch nicht zum Erfolg führen sondern im Gegenteil Probleme hervorrufen.

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CM-Methoden sind zum grossen Teil tierschutzwidrig.

Dieses ewige Relativieren erinnert mich an die alten menschlichen Erziehungmethoden, 'Wer sein Kind liebt, züchtigt es', oder den tollen Spruch von früheren Eltern 'dass ich die schlage, tut mir mehr weh, als dir' alles nur aus Liebe und alles sehr wohlwollend.

Rütter mit CM zu vergleichen ist bösartig.

 

Womit ich für mich alles zu CM gesagt habe

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vor 7 Minuten schrieb Nebelfrei:

Dieses ewige Relativieren erinnert mich an die alten menschlichen Erziehungmethoden, 'Wer sein Kind liebt, züchtigt es', oder den tollen Spruch von früheren Eltern 'dass ich die schlage, tut mir mehr weh, als dir' alles nur aus Liebe und alles sehr wohlwollend.

Absoluter Zuspruch.

Auch für den Fall, daß die Eltern dem Kind absolut positiv gegenüberstehen und ihnen dann und wann "doch die Hand ausrutscht" gilt, daß es Vertrauen zerstört und die Hemmschwelle zur Gewaltanwendung herabsetzt. Ihm werden keine anderen Konfliktumgangsmöglichkeiten vorgelebt, damit wird krass erschwert zu ihnen zu greifen.

 

Ganz genauso ist es beim Hund, einseitig immer verzeihen zu müssen schadet jeder Beziehung.

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vor 1 Stunde schrieb Zurimor:

Kann es da nicht möglich sein, daß die Einstellung für einen Hund genau so wichtig oder vielleicht sogar wichtiger ist als ob jetzt Methode y oder z angewendet wird?

Du lässt bei dieser Betrachtung leider außer Acht, dass es nicht nur einen Sender gibt, sondern auch einen Empfänger.

Wenn Dein Chef Dich feuert, weil die wirtschaftliche Lage der Firma schlecht ist und er Personalkosten sparen muss, um den Betrieb zu retten und die Arbeitsplätze vieler anderer Mitarbeiter zu sichern, ist seine Einstellung vielleicht ehrenwert und wirtschaftlich richtig. Das, was bei Dir ankommt, ist aber trotzdem eine persönliche Katastrophe, die durch die Motivation Deines Chefs nicht besser wird, oder?

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vor 2 Stunden schrieb Zurimor:

Mein Eindruck von Millan ist zum Beispiel, daß seine Haltung Hunden gegenüber grundsätzlich wohlwollend ist,

 

Wie unterschiedlich die Wahrnehmung ist.

Mein Eindruck ist, dass er die Macht genießt, die er über sie hat, oder besser noch: erlangt.

 

Wer einem Tier wirklich wohlwollend gegenübertritt, der setzt alles daran, ihm nicht zu schaden. Das sehe ich bei Millan nicht, im Gegenteil, er nimmt Einschüchterung, Verunsicherung, Schmerz- und Schreckreize in Kauf, um sein Ziel zu erreichen.

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vor 3 Stunden schrieb Zurimor:

die Hunde merken einfach, der will uns nichts Böses und ordnen auch für sie negative Methoden dementsprechend ein.

 

Noch ein paar Beispiele zu Cesar Millan, für all jene, die nur seine Sonnenseite kennen.

Soll sich jeder ein eigenes Urteil darüber bilden, ob diese Hunde merken, dass er ein lieber Kerl ist.

 

Ein paar Videos, die ich auf die Schnelle gefunden habe.

 

Fast erwürgt: 

 

https://www.youtube.com/watch?v=b7GrktO29E0

 

Wie er Hunde tritt: 

 

https://www.youtube.com/watch?v=2mpuybf1pYY

 

 

Hier das Video in Zeitlupe mit Erklärungen zum Beschwichtigungsverhalten des Hundes, den er massiv bedrängt und von dem er letztendlich (und logischerweise) gebissen wird:

 

https://www.facebook.com/photo.php?v=4655581307021

 

Die ganz schlimmen Videos mit den Stromschlägen scheinen sie herausgenommen zu haben.

 

Das Halsband mit dem Schnürchen an der empfindlichsten Stelle des Halses:

http://www.amazon.de/Trainingshalsband-amerikanischen-Hundeflüsterer-Cesar-Millan/dp/B005G5349S#productDetails

 

Lesenswert: 

http://www.lumpi4.de/cesar-millans-denkfehler-oder-warum-strafe-bei-hunden-nicht-funktioniert/

 

Und jetzt ist mir übel.

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ich nehme jetzt in Kauf, dass ihr mich "verhaut",aber C:M: finde ich gar nicht sooo

tierschutzrelevant, brutal, zerstörerisch und so weiter.

 

Erstens lebt er in Amerika, da werden Hunde in den meisten staatl.Tierauffangstationen nach 6 Wochen oder so eingeschläfert.

In Käfigen gehalten.

Im Süden desLandes wird es nicht netter.

Wenn da der Hund nicht schnell funktioniert,was dann???

 

Zweitens kämpft er gegen HH, die Hunde nur im Grundstück halten.

Drittens sind viele seiner Methoden als brutal verschrien.

Bei genaueren Hinsehen geht es gar nicht brutal zu.

Z.B, das Anstubsen mit dem Fuß.

 

Klar, diese Leine hoch am Hals, lehne ich auch ab.

Ist aber bei jeder Hundevorführung bei Ausstellungen bei uns super normal z.B.

 

 

 

 

 

 

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(bearbeitet)
vor 16 Minuten schrieb agatha:

Wenn da der Hund nicht schnell funktioniert,was dann???

 

Das Hauptproblem an Millans Methoden sehe ich weniger in den Einzelschicksalen, die in seinen Händen landen (obwohl ich auch hier Mitleid empfinde), sondern die durch seine Popularität entstehende Einstellung Hunden gegenüber.

Es wird als richtig und normal empfunden, Hunde zu malträtieren, mit Aversivmethoden zu quälen, wenn sie nicht "funktionieren" -macht der tolle Cesar ja auch.

 

Solche charismatischen Menschen wie CM haben ungeheuren Einfluss auf die Meinungsbildung und das Verhalten der Menschen /Nachahmungseffekt, und ich gehe nicht davon aus, dass der durchschnittliche amerikanische HuHa ausreichend kynologisch bewandert, kritisch und reflektiert ist, um das Ganze zu begreifen.

 

(Mit "das Ganze" meine ich schlicht: was genau macht der da? Was geht in den Hunden vor? Warum "funktionieren" die scheinbar so plötzlich?)

 

 

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"Anstupsen" ???:blink: Wenn das Anstupsen ist, was ist dann bitte kicken?

Auf Hundeausstellungen (zumindest in D) sind Leinen ohne Zugstopp (wie C.M. sie verwendet) nicht mehr

erlaubt -zu Recht! Ich empfinde es als ziemlich brutal, einen Hund zu würgen, hochzuziehen bis die Pfoten kaum noch die Erde berühren,

ihm in die Weichteile zu treten, ihn mit körperlicher Gewalt auf den Rücken zu schmeißen und dort zu halten.

Das ist nur die körperliche Brutalität - was er den Tieren seelisch teilweise zufügt, wiegt ebenso schwer.

Gibt genügend Berichte von Hundehaltern, die mit ihm trainiert hatten und danach war nichts besser -eher im Gegenteil.

Da durften dann andere Hundetrainer die Suppe auslöffeln die der Mexican-Guru gekocht hat.

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vor 15 Minuten schrieb Juline:

Wie unterschiedlich die Wahrnehmung ist.

 

Ja, in der Tat, denn diese Wahrnehmung ... :

 

vor 16 Minuten schrieb Juline:

Mein Eindruck ist, dass er die Macht genießt,

 

... hatte ich noch nie.

 

Aber mir ist positiv aufgefallen, dass er im Gespräch mit den Hundehaltern oft einen positiven "Aha-Effekt" ausgelöst hat, der zu einem ganz anderen Verständnis der eigenen Hunde führte, z.B.: Wovor hat der Hund Angst und warum reagiert er so darauf. Oder wie erkenne ich bereits den Ansatz einer Eskalation.

 

Auch wenn es "relativierend" klingt: Man muss in die Beurteilung mit einbeziehen, 

  • dass er Mexikaner/Amerikaner (Die Menschen dort sind anders drauf. Wie war hierzulande noch vor wenigen Jahren Einstellung und Verhalten gegenüber der Hunde? Wie wird man in 15-20 Jahren über Hundehalter denken, die dann immer noch mit den völlig veralteten Methoden von  2017 arbeiten?) und
  • dass viele ausgestrahlte Folgen schon etliche Jahre auf dem Buckel haben. Die erste Staffel begann im September 2004, das ist 13 Jahre her! Sein Hund "Daddy" ist seit Februar 2010 tot, das ist bald 8 Jahre her. An seinem Auftreten kann man das Alter der Folgen in etwa ausmachen, wenn das Aufnahmedatum nicht genannt wird.

Sein Umgang mit Hunden hat sich aus europäischer Sicht "gebessert". Es gibt eine neuere Staffel, in der er Hunde vermittelt, dort tritt er schon ganz anders auf.

 

(Eine berühmte Popband sagte mal in einem Interview, dass es sie regelrecht ankotzt, wenn in Konzerten nur ihre 10-15 Jahre alten Stücke eingefordert werden und somit die Entwicklung zu ihren aktuellen Songs völlig ignoriert wird.)

 

Die Wahrnehmung von öffentlichen Menschen ist meistens der Zeit erheblich hinterher.

 

In einem sehr interessanten Vortrag der deutschen Trainerin Anita Basler (auf Youtube) beurteilt sie ihre eigenen, verschiedenen Trainingsansätze und Methoden der letzten Jahre auch sehr kritisch und sieht sie letztlich als Weg zum heutigen Kenntnisstand.

So mancher Hundehalter wird ähnlich über seine letzten Jahre denken - warum sollte das bei einem öffentlich auftretenden Menschen anders sein?

 

Kein Mensch ist nur schlecht ... So muss man positiv anerkennen,

  • dass CM sich unermüdlich für die Akzeptanz von hier "Listenhunde" genannten Rassen einsetzt, dass er viele Hunde vor dem Einschläfern gerettet hat,
  • dass er vielen über lange Zeit gefrusteten und verzweifelten Hundehaltern Mut und Hoffnung gegeben hat und ihnen einen Weg gezeigt hat, wie sie mit ihrem schwierigen Hund zurecht kommen und
  • dass er sehr vielen bewegungsfaulen Amerikanern klargemacht hat, dass ihr unterforderter und unausgelasteter Hund nur deshalb "Probleme" macht, weil sie als Halter nicht "den Arsch hoch kriegen". (In diesem Punkt ist Victoria Stilwell in Großbritannien extrem energisch mit den Menschen aber im Umgang mit den Hunden hat sie einen "freundlicheren" Ansatz.)

Selbst, wenn man CM kategorisch ablehnt, so taugt er doch immer noch als "abschreckendes Beispiel". ;) Wie ich in einem anderen Posting schon geschildert habe, konnte ich in einem Verein mal einen Hundehalter "alter Schule" mit seinem Schäferhund beobachten. Da war mir dann sehr anschaulich klar, was ich mit meinem Hund nicht möchte. Hätte ich das nicht gesehen, wäre es nur "so eine Ahnung" gewesen.

 

 

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