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Hundeforum Der Hund
NannyPlum

Wie sehr beeinflusst die Persönlichkeit des eigenen Hundes die Sicht auf die Erziehung/das Verhalten anderer Hunde?

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Bei meinen ersten beiden Hunden war ich die Tiefenentspannung in Person, weil deren Sozialverhalten und Umgang mit anderen Hunden einfach grandios war. Bei den Beiden hatte ich in jeweils 14 Jahren auch nur zwei oder drei seltsame bis doofe Situationen.

 

Bei Fly habe ich dann gelernt, was es heißt, einen ängstlichen Hund zu haben. Im Freilauf war sie super im Kontakt und der Kommunikation mit bekannten Hunden, kamen uns aber fremde Hunde entgegen, drehte Fly sich um und rannte weg und zwar echt weit weg. Vor allem bei großen uns entgegen kommenden Hunden war dieses Verhalten ausgeprägt. 

Besser wurde das, wenn wir mit dem Hundehänger und Fahrrad unterwegs waren und ich Fly die Möglichkeit gab, in den Hundehänger zu schlüpfen. Sie wusste ganz genau, dass andere Hunde so nicht an sie heran kamen. 

Waren wir ohne unterwegs, konnte ich sie durch Anleinen und eben auch mit der Bitte an den anderen Hundehalter, seinen Hund doch anzuleinen, im Bogen vorbei führen.

 

Also mit Fly fing ein Management an, was ich vorher nicht brauchte. Sie wurde aber im Laufe der Jahre und positiven Kontakt immer sicherer. Es ist heute wirklich nur noch selten der Fall, dass es bei ihr mal klemmt und da schiebe ich das auch des öfteren auf ihre mittlerweile trübe gewordenen Augen.

 

Bei Minos und bei fremden Hunden leine ich ihn an bzw. frage, ob uns eine Hündin oder ein Rüde entgegen kommt. Es ist zwar schon wieder über ein halbes Jahr her, als uns ein junger Rüde frontal in Minos Distanzbereich reingerannt ist, aber dem hat er dann auch lauthals die Meinung gesagt. Und da wir dort damals auch auf relativ engem Raum waren, konnte ich so schnell auch mit Minos nicht weg. 

Er macht ja nichts kaputt, aber mir ist sein Verhalten einfach unangenehm, wenn er so los brüllt und deshalb möchte ich ihn auch nicht einfach machen lassen. Da regel ich schon und kommuniziere auch viel mehr mit Fremdhundehaltern. 

Da wir hier aber tatsächlich auch 85 % aller Halter und Hunde kennen, schränkt uns das dann auch weniger ein, als man vielleicht vermuten würde. :) 

 

 

 

 

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Ich verstehe ja daß das Einfühlungsvermögen davon profitiert und daß man für bestimmte Verhaltensbereiche sensibilisiert wird. Aber wieso bleibt das nicht beim nächsten Hund bestehen? Wieso wird das mit der nächsten Hundepersönlichkeit nicht insgesamt mehr Einfühlungsvermögen bzw. Verständnis? Wieso schnellt das zurück und Dinge, mit denen man kein Problem hatte werden auf einmal zum Problem?

Ich finde das richtig traurig.

 

Wenn ich doch einmal weiß wie es ist und sich anfühlt, will ich das doch nicht vergessen.

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@gebemeinensenfdazu Ist menschlich

 :).

Hat vielleicht etwas mit kognitiven Heuristiken oder Verzerrungen zu tun.

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Ich suche mal den passenden Link raus

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 Wen es interessiert: Kognitive Heuristiken

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@gebemeinensenfdazu Ich könnte es gar nicht vergessen.

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Bei Fly und ihrer Ängstlichkeit wusste ich, dass sie mit positivem Verknüpfen der Situationen lernen würde, wie sie mit was umgehen kann und Vertrauen aufbauen kann. Bei ihr war es also nur eine Frage der Zeit, bis wir mit ihr wieder den Iststand erreichen würden, den wir mit unseren beiden vorherigen Hunden auch hatten und so ist es heute ja auch.

 

Bei Minos, der mit Deprivation zu uns kam, von der ich aber lange Zeit nichts wusste, mussten wir uns Problemlösungen aber ganz anders erarbeiten und anders herangehen. 

Minos brauchte dadurch schon viel mehr Management und immer wieder gleiches durchlaufen von Situationen und und und. 

Als Minos noch Junghund war, kamen einige Rüdenbegegnungen dazu, wo ich nicht davon ausging, dass die doof laufen würden, die aber kippten. Und das hat Minos sich gemerkt und später wiederum selbst angewandt bei unerfahrenen jungen Rüden. 

 

Jetzt, Minos ist acht, merke ich so langsam, dass Minos wieder eine Grenze überschreitet. Heute entscheidet er auch wieder ohne Management von meiner Seite, Kontakt auszuweichen. Das ist aber ganz neu und kann ich sicherlich auch noch nicht verallgemeinern. 

 

 

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vor 21 Minuten schrieb NannyPlum:

Ich suche mal den passenden Link raus

 

Das ist nett von dir!

Nimm's mir nicht übel, @NannyPlum, ich habe mich nicht bei einem Hundeforum angemeldet um ein psychologisches Proseminar zu absolvieren.

 

Darf ich dazu @Mark zitieren (S.16 im Thread Überlegenswert):

Wenn immer es geht sollten Fremdwörter vermieden werden; es ist wesentlich leichter, wenn alle verstehen worum es geht, ohne erst an anderer Stelle tiefgreifend nachlesen zu müssen. 

 

Ich bin mir ziemlich sicher, dass du auch einfacher erklären kannst, was du uns zu diesem Thema sagen willst.

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ich hatte in den letzten Jahren immer Schäferhunde.

Abrufbar, fast immer ohne Leine zu führen ,Grundkommandos mit   Handzeichen, so dass ich kaum Rufen musste , blieben da liegen, wo ich sie ablegte usw.

 

Ich war gegen die Schleppleine, so ein Blödsinn, hilft doch nicht.

Und noch mehr solcher Meinungen.

 

Dann kam Lucie, die Griffondame.

Diskutiert jedes Kommando mit mir aus, jagdt, findet einen Umkreis von 200 m absolut in Ordnung, kann sich super stur stellen und lässt sich nur einmal austricksen.

Dabei kann sie sehr gut den Schäferhund beeinflussen.

 

Ich musste viel lernen und viel Abbitte leisten.

 

Mir wurde klar, dass HH nicht von ihren Hunden  auf alle anderen schließen sollten!!!!

Manchmal kommt das sehr überheblich rüber. Habe ich gelernt,danke Lucie.;)

 

 

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@Renegade Deswegen hatte ich geschrieben "Wen es interessiert" ;)

 Es geht dabei um eine schnelle Urteilsbildung anhand von bestimmten Strategien, Faustregeln, Abkürzungen und Erfahrungen. Dabei lässt man zwangsläufig bestimmte Informationen außer Betracht, da man die Fülle an Informationen, die tagtäglich in verschiedenen Situationen auf uns einströmen, gar nicht verarbeiten kann. 

Als fällt man halt Entscheidungen anhand von diesen Heuristiken.

 

Beispiel: 

Mein Hund ist mehrfach von einem Schäferhund umgerannt worden.

Treffe ich nun Schäferhunde, weiche ich direkt aus, obwohl es sich ja nur um einen bestimmten Hund gehandelt hat und die anderen sich ganz anders verhalten könnten. Ich muss schnell entscheiden, im Kopf habe ich parat " Schäferhunde spielen grob" und blende nun andere Informationen in dieser Situation aus.

 

 

 

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