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Hundeforum Der Hund
NannyPlum

Wie sehr beeinflusst die Persönlichkeit des eigenen Hundes die Sicht auf die Erziehung/das Verhalten anderer Hunde?

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vor 12 Minuten schrieb NannyPlum:

Es geht dabei um eine schnelle Urteilsbildung anhand von bestimmten Strategien, Faustregeln, Abkürzungen und Erfahrungen. Dabei lässt man zwangsläufig bestimmte Informationen außer Betracht, da man die Fülle an Informationen, die tagtäglich in verschiedenen Situationen auf uns einströmen, gar nicht verarbeiten kann.

Diesem Rasterdenken läßt sich aber bewußt entgegenwirken weil man nicht unzulässig verallgemeinern will und vor allem weil man bestimmte Verhaltensweisen seines Hundes weiter präsent haben will.

Am Beispiel: Mein Hund ist von DSH umgerannt worden- ich suche den Kontakt mit anderen DSH, um dieser Erfahrung eine andere entgegenzusetzen insbesondere weil ein voriger Hund vielleicht auch dieses Problem gehabt hat...

Demzufolge müßte ich mich jetzt über angeleinte unverträgliche Hunde beschweren, was ich nicht mache. Wie laufen Bögen und ich sage denen irgendwas Entkrampfendes , obwohl ich gar nicht mehr das Problem habe. Das Raster ist zu einem gewissen Maß steuerbar:...

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Danke @NannyPlum , ich habe verstanden.

Es handelt sich also - soz. populärwissenschaftlich und vereinfachend ausgedrückt - dass der Mensch, nicht nur der HH,

sich vom Beispiel guter oder auch schlechter Erfahrungen in seinem künftigen Handeln leiten lässt, índem er diese Erfahrungen als eine Art Vorurteil in seinem Denken zementiert und keine weiteren Informationen mehr zu  Beurteilung einer neuen Situation heranzieht..

 

Hmmm, ....habe ich mich klar ausdrücken können? :think:  immerhin habe ich versucht, mich mit der Verwendung von Fremdwörtern  zurück zu halten...;)

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vor 5 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

Diesem Rasterdenken läßt sich aber bewußt entgegenwirken weil man nicht unzulässig verallgemeinern will und vor allem weil man bestimmte Verhaltensweisen seines Hundes weiter präsent haben will.

Am Beispiel: Mein Hund ist von DSH umgerannt worden- ich suche den Kontakt mit anderen DSH, um dieser Erfahrung eine andere entgegenzusetzen insbesondere weil ein voriger Hund vielleicht auch dieses Problem gehabt hat...

Demzufolge müßte ich mich jetzt über angeleinte unverträgliche Hunde beschweren, was ich nicht mache. Wie laufen Bögen und ich sage denen irgendwas Entkrampfendes , obwohl ich gar nicht mehr das Problem habe. Das Raster ist zu einem gewissen Maß steuerbar:...

 

Klar, das ist steuerbar, aber bis es wieder zu steuern ist, vergeht eine Zeit :) 

 

Wie ich anfangs schrieb, hatte ich meine vorige Hündin im Kopf, die ja zu der Zeit noch lebte. Also habe ich einige Verhaltensweisen von Emma direkt mit den Verhaltensweisen von Kimba verbunden. Das wurde mir dann bewusst und ich steuerte bewusst dagegen, damit ich Emma als Emma sehen kann. Auch wenn einem das bewusst wird, ist der Schalter im Kopf nicht von heute auf morgen umgelegt.

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@gebemeinensenfdazu klar, in den vielen unterschiedlichen Situationen des Tages verfällt man aber häufig in diese Muster. Sie dienen ja auch der kognitiven Entlastung. Manchmal muss man schnell entscheiden oder nuf anhand weniger offensichtlicher Fakten. Wichtig dabei ist, wie bewusst mir das ist und inwieweit ich das ändern möchte.

Die Bewertung von Situationen spielt dabei auch eine wichtige Rolle.

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Ich glaube, dass man in den Bereichen, die einem bei der Erziehung wichtig sind oder die (blöderweise) wichtig werden, empfindlicher ist. 

 

Beispiel:

Femo klaut ja fremde Bälle und gibt sie nicht ab. Das ist für uns ein schwer trainierbarer Bereich, weil es eben nur das ist. Eigene Bälle oder anderes fremdes Spielzeug gibt er problemlos wieder an mich ab oder lässt es wo liegen. Es ist ganz klar eine Ressourcensache und mittlerweile fängt er auch Streit deswegen an. Wir müssen das über Impulskontrolle lösen, denke ich, da ist er aber noch nicht so weit.

 

Mal davon abgesehen, dass ich dadurch merken musste, wie fies und selbstgerecht manche Leute sind, ist das keine so lustige Sache, wenn ohne Vorwarnung oder trotz Hinweise meinerseits(!) Bälle geworfen werden. Ich sage mittlerweile “Ich lasse ihn gern mitlaufen, wenn Sie den Ball in die Tasche tun. Sonst gehen wir weiter, kein Problem.“ 

 

Die Kommentare sind zermürbend. Mein Hund ist weder ein Balljunkie, noch muss er “einfach mal konsequent bestraft werden“. Man kann sich das nicht vorstellen. Leute werfen absichtlich Bälle um uns vorzuführen und mir Vorträge zu halten und vermiesen uns nicht nur unseren Trainingsstand, sondern auch unser Training, was soziales Verhalten angeht. Das ist richtig wichtig für uns.

 

Und das sind dieselben Leute, deren Labby oder BC (hier sind es meist diese Rassen) schon mit Ball in der Schnauze aus dem Haus gehen, natürlich nicht pöbeln, weil sie sich nicht mehr für andere Hunde interessieren, ihren Besitzer ständig anhimmeln (angeblich eine tolle Bindung) und nur mit Ball “ausgelastet“ werden. 

 

Gegen die Hunde habe ich absolut nichts, die sind ja meist nett bis angenehm ignorant. ;) Aber die Besitzer sind oft unerträglich. Die machen ihre Hunde von Welpe an zu übermäßig unmündigen, abhängigen Wesen und glauben, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen. 

Und mein Hund, vielseitig interessiert, mit Vorgeschichte, erst seit einem Jahr bei mir, aber schon schon recht weit mit allem, ist dann der böse, unerzogene Hund und ich mache eh alles falsch. 

 

So und deshalb kriege ich die Krise, wenn ich Hunde sehe, die ewig lang nur den Ball geworfen kriegen oder nur mit Spielie spazieren gehen. Die Hunde können nichts dafür, aber ich hab ein Vorurteil gegen die Besitzer und halte schnell recht wenig von deren Hundeerziehung. 

 

Tutnixe nerven mich im Vergleich viel weniger. Die bremsen eh. ;) Aber diese Ballgeschichte regt mich auf. Gerade in der Stadt mit so vielen Hunden auf engem Raum. Als gäbe es nichts Wichtigeres als Spielzeug. Alle Erziehung wird nur daran gemessen. Ich hab daher auch die WhatsApp-Gruppe verlassen, über die ich mich schonmal verabredet habe und bevorzuge nun Einzelkontakte, die keine Bälle werfen. ;) 

 

Wo ich so drüber nachdenke... ich finde Hunde selten unerzogen. Deren Verhalten ärgert mich auch so gut wie nie. Das liegt ja meist am Halter und/oder der Hund ist noch nicht so weit. 

 

Blöd finde ich manchmal im ersten Moment auch übertrieben ängstliche Hunde. Aber ich bin da reflektiert und weiß, dass das nur eine erste Reaktion ist auf die Tatsache, dass ich meinen anleinen muss wegen akuter Mobbinggefahr. ;)

 

Bei vielen Verhaltensweisen von Hunden, die für uns schwierig sind, bin ich neutral. Fixieren z.B. ist ungünstig, wenn es das Gegenüber auch macht. :DAber dann ist das halt so. Ständiges Bellen in der Hundegruppe nervt mich auch, aber ich bin dem Hund nicht böse. Manche sind eben lauter und ich muss meinen dann eben zwischendurch mal rausholen oder wir suchen uns besser geeignete Spielpartner. Ich käme nie auf die Idee, den Hund als unerzogen zu bezeichnen, nur weil er bellfreudig ist. 

 

Was für mich nicht geht: Jagende Hunde. Das geht aber auch wieder an die Halter. Man leint seinen Hund nicht dann ab, wenn man nicht sicher ist, ob er jagen könnte. Mein Hund ist vor allem deshalb zu 99% abrufbar, weil ich lieber einmal mehr anleine. Im Moment ab 16 Uhr, weil es dämmert und er dann schonmal Kaninchen sucht.

Halter, die mir sagen “Der ist mir gestern schon wieder weggelaufen“ verstehe ich nicht. Vielleicht ändert sich das, wenn ich mal einen wirklich jagenden Hund haben sollte. Ich bin auch für viel Freilauf, aber man sollte doch durch Zeit- und Ortswahl verhindern, dass es zu drei ungewollten Ausflügen pro Woche kommt. 

 

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Wichtiger als die Persönlichkeit meines Hundes in Hinblick auf die Sicht von anderen Hunden ist doch eigentlich zu wissen, warum Hunde bestimmte Dinge tun. Dann kann ich es auch nicht übelnehmen und mich daran stören. Ich habe echt überlegt, aber eigentlich ist das der entscheidende Faktor, unabhängig von meinem Hund:in der Vergleichssicht können mir Hunde zwar leidtun aber solange ich mir ein Verhalten erklären kann (und es nicht dauerhaft wehtut:D)  kann ich micht wirklich daran stören.

Spielzeug-Klauen z.B. ist wie Jagen eine Herausforderung -ein Kick, den eine ständig wiederkehrende Ritualhandlung (Ball werfen/Apportieren) nicht einlöst. Es ist echter. Da geht es um vergleichsweise echte Beute. Man sieht deutlicher was dem anderen Hund entgeht.

Logisch tut einem im Vergleich der Ballschleuderhund leid, weil er das nicht im Repertoire hat, immer dasselbe tun muß, und man ist froh, daß es beim eigenen Hund nicht so ist ,obwohl das Klauen nicht geradezu den gesellschaftskompatiblen Verhaltensweisen gehört.Aber es würde mich nicht nerven. Zu dem Schluß käme ich auch, wenn ich einen Ballschleuderfanatiker hätte. Dann würde ich etwas unternehmen wollen.Das bilde ich auch auf die Halter ab-unabhängig von meinem Hund.

Hund macht aus den und den Gründen bemitleidenswerte Dinge gegen die der Halter nichts unternimmt. Das würde ich wohl immer schlimm finden, egal mit welchem Hund- der spielt ja keine Rolle, warum der andere Hund etwas (nicht) macht .

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@gebemeinensenfdazu

Genau, ich bin den Hunden keinesfalls böse und die Meinung über die Halter bzw. ihre Ballerziehung hätte ich auch sonst. Aber ich muss sagen, dass ich da durch meinen Hund schon mehr emotional involviert bin als bei anderen Themen. 

 

Wenn wer übrigens einen Tipp hat bzgl der Bälle, wäre ich äußerst dankbar. Ich mach dazu nochmal zeitnah nen Thread auf. :D

 

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@Freefalling da gebe ich dir in sehr vielen Punkten recht.

Insbesondere, was "das Jagen" im weitesten Sinn angeht.

Erst gestern traf ich auf einen HH, der zufrieden anmerkte, dass sein Hund jetzt angenehm müde sei, weil auf einem langen Spaziergang heute schon ein Reh und 2 Hasen gejagt hätte.

Auf meine unverblümte Frage: und das lassen sie zu? (ich habe noch nie ein Lob für Diplomatie bekommen...;)) antwortete er, das sei ja noch gar nichts, 2 Rehe habe sein Hund eh schon gebracht....

Sein Hund stand bei unserer Unterhaltung brav und entspannt an der losen Schleppleine - warum benutzt sein Halter diese nicht konsequent in Gebieten, wo es Wild gibt?

 

Ich will mich nicht loben, doch logischerweise tue ich das, seit mir klar wurde, dass Enya bei einem rennenden Tier unbedingt hinterher muß. Im übersichtlichen Gelände kriegt sie Freilauf, aber auch da muß ich aufpassen wie der berühmte Schießhund.

 

Ich weiß, ich habe die Frage umformuliert in:

Wie sehr beeinflusst die Persönlichkeit des anderen HHs die Sicht auf seine Person und das Verhalten/ die Erziehung seines Hundes?

Aber die verschiedenen Aspekte wirken nun einmal zusammen im täglichen Umgang mit dem eigenen Hund und anderen.

 

Und noch nebenbei bemerkt,@gebemeinensenfdazu ich habe manchmal schon das Gefühl, auch was mich selbst angeht,

dass ich als Mensch ab und zu "bemitleidenswerte Dinge" tue, die mein Hund triggert, indem er mich manhmal wie ein Berserker an der Leine hinter sich herzerrt! :blush:

 

 

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Mir war auch vor dem ersten eigenen Hund klar, dass bspw. Hunde, die sich nicht mit jedem anderen Hund verstehen, nicht einfach bloß unerzogen sind, da ich mit Hunden und allgemein vielen Tieren aufwachsen durfte. Als ich dann meinen ersten eigenen Hund hatte, habe ich mich auch ziemlich schnell tiefer mit der Materie Hund, Training und was alles dazu gehört, beschäftigt. Zusätzlich habe ich im Freundeskreis Halter, deren Hunde starke Verhaltensauffälligkeiten zeigten, oder bei denen es Jahre dauerte, bis sich ein Tierschutzhund vollständig öffnen und Vertrauen fassen konnte. Das hat mich durchaus geprägt.

 

Ich weiß nicht, ob wertschätzen das passgenaue Wort ist, aber bisher beschreibt es das für mich am besten. Oder: viele Dinge sind durchaus normal für meine jetzigen Hunde und mich, ich nehme es aber nicht als selbstverständlich hin? Oder wie ich es auch manchmal beschreibe: manche Hunde schenken einem so viel. 

 

Ich hoffe, ich konnte mein Gefühl zum Ausdruck bringen. Es ging mir nicht um Wertungen, in keine Richtung und in keinem Fall. 

 

Deshalb: ich denke nicht schlecht von anderen Menschen und ihren Hunden, nur weil diese sich mal nicht so verhalten, wie alle Welt es ständig von ihnen erwartet. Habe ich noch nie und werde ich auch nie. 

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