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Hundeforum Der Hund
Estray

Können Hunde stolz und neidisch sein?

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(bearbeitet)

...oder ist das eine Fehlinterpretation von uns Menschen? 

 

 

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Wenn man Neid auf das Gefühl reduziert: ich will haben, was du hast, dann ja klar, das haben wohl alle Säugetiere.

Wenn man Neid aber weiter fasst: ich fühle mich mies, weil ich nicht habe, was du hast, habe ich Zweifel, ob man das auf Hunde/ Tiere übertragen kann.

 

Stolz... was ist das für ein Gefühl? Sich toll fühlen, weil man etwas hat oder kann? Ja, traue ich Hunden zu, vor allem im Bereich des Konkurrenzverhaltens.

Sich toll fühlen, weil man etwas kann oder darf, was der andere nicht kann oder darf, das halte ich dann wieder für abwegig. Dafür sind Hundehirne mMn zu einfach gestrickt (was --bitteschön nicht falsch verstehen!--  nicht abwertend gemeint ist)

 

 

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Ja, ich denke sie haben auch solche Gefühle.

Neid, Eifersucht etc, wenn ein anderer etwas hat oder bekommt umd sie nicht.

Stolz, eben wenn sie zb einen dicken, schweren Stecken rumschleppen können, einmal bei uns ein junger Hund. Der mit einem riesigen Blatt rumstolziert ist. Warum sollte er es sonst machen, es ist keine Beute, die er erlegt hat oder fressen kann, aber es ist ganz gross.

Ich habe auch schon das Gefühl gehabt, dass ein Hund stolz ist, zb auf einen Felsen geklettert zu sein, oder eine gewisse Angst überwunden zu haben, zb Sessellift fahren, eine Hängebrücke überquert zu haben.

Ich glaube, das ist durchaus aus ihnen selber, ohne Bewunderung durch den Halter.

 

Ähnliches kann man auch bei kleinen Kindern sehen, ich erinnere mich genau daran, wie es war als der Sohn zum ersten mal Holzklötze stapelte. Er hat den ganzen Tag vor sich hin gestapelt, da mussten wir nicht alles beklatschen.

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Schwieriges Thema,

Hunde haben Gefühle ich denke das ist unbestritten.

 

Wenn man die Körperhaltung von z.B. unsicheren oder ängstlichen Hunden  anschaut. Wie diese sich verändert wenn diese Hunde eine Aufgabe (Sucharbeit)  erfüllt haben.

 

Ja dann könnte man sagen sie sind stolz.Es zeigt sich in ihrer ganzen Körperhaltung.

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vor 4 Minuten schrieb Juline:

Sich toll fühlen, weil man etwas kann oder darf, was der andere nicht kann oder darf, das halte ich dann wieder für abwegig. Dafür sind Hundehirne mMn zu einfach gestrickt (was --bitteschön nicht falsch verstehen!--  nicht abwertend gemeint ist)

Da stimme ich nicht überein, es zeigt sich doch gerade in letzter Zeit, daß Tiere viel komplexer sind, denken und handeln als bisher angenommen wurde.

Neuere Studien bei Krähen sind da ein gutes Beispiel. Und auch Hundehirne funktionieren ähnlich wie menschliche Gehirne, letztlich sind wir ja alle Säugetiere. Laut dem Artikel bezüglich Neid wirkten die benachteiligten Hunde beleidigt, das find ich schon eine Art "ich fühle mich mies, weil ich nicht habe, was du hast".

Zitat

Ergebnis: Der Versuchshund beäugte die Futtergabe an den Kontrollhund argwöhnisch. Nach einigen Versuchen mit ungerechter Belohnung verweigerten die benachteiligten Hunde die Mitarbeit und waren offenbar aufgrund der unfairen Behandlung beleidigt. Ob der Kontrollhund dabei mit einer wohlschmeckenden Wurst oder nur mit Brot bevorzugt wurde, war irrelevant für den Versuchshund, die Ablehnungsreaktion war stets dieselbe.

 

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Ja :) 

Und ich habe nicht einen Beweis, der irgendwo verlinkt ist dafür. Nicht eine Quelle und kenne keine Studie, die das beweist.

smilie_tier_160.gif

 

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Gegenfrage: Warum sollten sie es nicht können? Also, welche profunden Studien gibt es, die belegen das Hunde keinen Neid und Stolz kennen? 

 

so weit

Maico

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Ich habe das ja aus meiner persönlichen Wahrnehmung schon erläutert, ich bin davon überzeugt, dass Tiere ebenso wie wir Gefühle haben, wie Angst, Freude, Zorn, auch Trauer und Mitgefühl.
Meiner Ansicht nach vermenschlichen wir aber auch gerne, wenn wir Ihnen "unsere" Gefühle in bestimmten Situationen überstülpen.
Als Beispiel: Das Schuldbewußtsein.
 

Zitat

"Disambiguating the 'guilty look': Salient prompts to a familiar dog behaviour" hieß die Studie. Sie machte einen simplen Test. Der Hund im Raum bekommt den Befehl etwas Leckeres vor seiner Nase nicht zu fressen. Dann verlässt der Hundehalter den Raum. Manchmal frisst der Hund das Leckerli, manchmal nimmt der Studienleiter das Leckerli weg. Der Hundebesitzer kommt rein und sieht: das Leckerli ist weg, Befehl nicht ausgeführt, Hund der Schuld überführt. In jedem Fall reagiert der Hund mit dem "guilty look", denn er spiegelt die enttäuschte, erboste oder unzufriedene Reaktion des Besitzers. Vollkommen unabhängig, ob er das Leckerli tatsächlich gemampft hatte oder es ihm vorher weggenommen wurde. Die Mimik des Vierbeiners ist also kein Beweis für sein Schuldbewusstsein. Punkt.
Quelle: http://www.deutschlandfunkkultur.de/emotionen-bei-hunden-beziehung-mit-missverstaendnissen.976.de.html?dram:article_id=377978

Es gibt Wissenschaftler, die nehmen an, dass die Enwicklung der Intelligenz und der Emotionen des Hundes mit einem 2-Jährigen Kind vergleichbar ist.
Komplexe Emotionen entwickeln sich beim Menschen später.
http://www.einfachtierisch.de/hunde/hundehaltung/hunde-und-gefuehle-welche-emotionen-spueren-sie-id102923/

 

Das Thema finde ich sehr spannend, wenn man das konsequent weiterdenkt, sollte eigentlich niemand mehr ein Tier im Zoo einsperren, oder ein Tier aus einer Massentierhaltung essen wollen ;)

Ich glaube, dass die Hunde, die ich kennen und beobachten durfte Gefühle wie Angst/ Furcht, Liebe, Zorn/ Wut, Trauer, Mitgefühl, Freude, Glück, Erregung hatten. Stolz oder Neid sind für mich negativ besetzt und diesen Gefühlen unterstelle ich eine komplexeres Sich-selbst-Bewußtsein. Ob ein Hund das hat? Ich weiß es nicht ;)

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Vielleicht braucht es erst mal eine allgemeine Begriffsdefinition?
 

Zitat

Der Stolz ist die Freude, die der Gewissheit entspringt, etwas Besonderes, Anerkennenswertes oder Zukunftsträchtiges geleistet zu haben. Dabei kann der Maßstab, aus dem sich diese Gewissheit ableitet, sowohl innerhalb eines eigenen differenzierten Wertehorizonts herausgebildet als auch gesellschaftlich tradiert sein. Im ersten Fall fühlt man sich selbst bestätigt und in seiner Weltanschauung bestärkt („Ich bin stolz auf mich“), im anderen Fall sonnt man sich in der gesellschaftlichen Anerkennung („Ich bin stolz, etwas für meine Stadt geleistet zu haben“).
https://de.wikipedia.org/wiki/Stolz

 

Neid:
 

Zitat

Neid existiert in zweierlei Ausprägungen:

dem Wunsch der neidenden Person, selbst als gleichwertig empfundene Güter zu erlangen, um die die beneidete Person beneidet wird (konstruktiver Neid)

dem Wunsch, dass die beneidete Person die Güter, um die sie beneidet wird, verliert (destruktiver Neid, auch Missgunst). Ersatzweise kann der Neidende auch den Wunsch nach anderem Schaden für die beneidete Person entwickeln.

In der öffentlichen Rezeption des Begriffes steht im Allgemeinen die Bedeutung des destruktiven Neids, also der Missgunst, im Fokus, wodurch der eigentlich neutrale Begriff Neid eine überwiegend negative Konnotation erhält. Dem Neidenden wird also i.A. unterstellt, dass sein Neid auch dadurch zu befriedigen sei, dass der Beneidete die geneideten Güter verliert oder anderen Schaden erleidet.

Eine zweite in der öffentlichen Rezeption des Begriffes sehr präsente Dimension des Begriffes Neid ist, dass seine Verwendung unterstellt, dass der Wunsch des Neidenden nicht gerechtfertigt, also letztlich nur egoistisch motiviert sei. Dies unterscheidet ihn vom Begriff des Gerechtigkeitssinnes.

https://de.wikipedia.org/wiki/Neid

 

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