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Hundeforum Der Hund
Estray

Können Hunde stolz und neidisch sein?

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vor 7 Stunden schrieb Laikas:

sie wissen, wie sie mit ihrer Umgebung umgehen müssen und wem sie unterlegen sind und wem nicht. So treten sie dann auch auf.

 

Das finde ich jetzt etwas irreführend :) 

Zumindest bei mir kommt da der Gedanke auf, dass demnach alle kleinen Hunden mit eingeklemmter Rute durch die Gegend laufen müssten, alleine aufgrund ihrer körperlichen Unterlegenheit.

So einfach funktioniert Sozialverhalten nicht.

@Laikas Das aber nur mal als Ergänzung, nicht als Widerspruch zu deinem post. Der gefällt mir nämlich, einfach auch von der Sicht her :)

 

Vielleicht mal ein anderer Fokus: Verhalten und Emotionen hängen unmittelbar zusammen. Wenn Sozialverhalten so komplex ist (und dafür gibt es ja genügend Beweise, aus der Wissenschaft, und auch auf unserer Intention/unseren eigenen Beobachtungen beruhend), dann liegt auch der Schluss nahe, dass Emotionen bei Hunden sehr komplex sind.

Wenn man dazu noch das Wissen um die Ähnlichkeit, den nahezu identischen Aufbau von Säugergehirnen nimmt, dann stellt sich mir nicht die Frage, OB Hunde stolz und neidisch sein können, sondern mehr, ob ICH in der jeweiligen Situation mit meiner Einschätzung eines Gefühls beim Hund richtig liege oder nicht.

 

Denn eigentlich ist ja genau DAS das Problem: Ich VERMUTE eine bestimmte Gefühlslage beim Hund und richte mein Handeln darauf ein.

Das kann dann aber genauso gut richtig wie auch falsch sein. Passiert uns Menschen ja auch untereinander: Wir schätzen die Motivation/Gefühlslage eines Gegenübers völlig falsch ein und handeln dementsprechend völlig falsch.

 

Eines meiner Schlüsselerlebnisse bei Hunden wird zeitlebens die kleine Episode mit der Minidackeline sein, die zu ihrer eigenen Überraschung festgestellt hat, dass sie DOCH wirksam etwas zu sagen hat bei anderen Hunden. Die grundlegende und rasante Verhaltensveränderung, die diese kleine Episode bei der Dackeline bewirkt hat, war unglaublich. Unglaublich schön :)

 

Von einem schüchternen, ängstlichen Hund zu einer selbstbewussten Persönlichkeit - was an der ganzen Körperhaltung zu sehen war, aber auch an ihrem Explorationsverhalten, gerade in Gegenwart anderer Hunde. Ob sie stolz auf sich war? Keine Ahnung ... aber mit Sicherheit hat sie die Erfahrung gemacht, anders wirksam sein zu können als bisher.

Da kann sie stolz drauf sein :)

 

 

 

 

 

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vor 28 Minuten schrieb marcolino:

Denn eigentlich ist ja genau DAS das Problem: Ich VERMUTE eine bestimmte Gefühlslage beim Hund und richte mein Handeln darauf ein.

Das kann dann aber genauso gut richtig wie auch falsch sein. Passiert uns Menschen ja auch untereinander: Wir schätzen die Motivation/Gefühlslage eines Gegenübers völlig falsch ein und handeln dementsprechend völlig falsch.

 

Und gehen wir noch einen Schritt weiter: Auch bei anderen Menschen kann ich IMMER nur vermuten, was sie gerade tatsächlich empfinden. Wir haben uns zwar auf eine bestimmte Begrifflichkeit geeinigt, um Dinge, die sich ähnlich äußern, gleich zu benennen. Ob wir dabei aber auch das gleiche bzw. nur ähnliches empfinden, werden wir niemals sicher wissen. Als kleines, ganz einfaches Beispiel könnte man schon das Farbsehen betrachten. Es kommen die gleichen Lichteinflüsse in den Augen mehrerer Betrachter an, wir haben das Farbspektrum definiert, sollte also alles klar sein. Und dennoch erlebt man gerade bei Bildbetrachtungen, wo es etwas mehr um Feinheiten geht, wie unterschiedlich verschiedene Menschen die Farben wahrnehmen. Fällt im Alltag nicht auf, aber wenn es ins Detail geht ist es spannend zu sehen, wie einzelne Menschen Farben und Farbstiche völlig unterschiedlich wahrnehmen. Um wie viel größer werden die Abweichung da im Bereich der Emotionen sein!

 

Folglich kann ich auch bei Menschen nur spekulieren, was in ihrer Gefühlswelt vorgeht wenn sie stolz, neidisch etc. wirken. Sogar wenn sie es so benennen bleibt es völlig diffus, was in ihrem Empfinden nun konkret vor sich geht. So gesehen finde ich es verblüffend, dass es offenbar völlig legitim ist, bei bestimmten Verhaltensäußerungen eines Menschen davon auszugehen, dass er beispielsweise Stolz oder Neid empfindet, bei einem Hund mit vergleichbaren Verhaltensäußerungen jedoch nicht. Keine Frage, viele Menschen neigen dazu, viel überzuinterpretieren und massiv die eigenen Empfindungen zu projezieren. Aber andererseits: Basiert nicht die Erkennung und Benennung von Gefühlen beim Mitmenschen ebenso auf dem Gedanken, "wenn ich mich so und so verhalte, oder etwas so und so benenne, dann empfinde ich in dieser Art und Weise - also wird derjenige nun wohl ähnlich empfinden?"

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Ich war vorhin mit Suhna unterwegs und ich erzählte ihr einfach so, daß sie ein ganz toller Hund ist und richtig super und eine ganz tolle. Ich schwöre sie war stolz, ihre ganze Haltung änderte sich, sie blickte mehrmals zurück und die Blicke, die sie einem zuwarf sprachen für sich. Das war mehr als einfach nur Freude.

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