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polar-chat.de  Der Hund
Azufire7

Chihuahua bellt fremde Hunde an

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Hallo zusammen, 
ich habe mich heute hier im Forum registriert weil ich nicht so recht weiter weiß.
Mit den Hundeschulen in der Umgebung hatte ich auch schon Kontakt aufgenommen, fühlte mich dort aber nirgends gut aufgehoben.

 

Zu meinem Problem, ich weiß nicht wie ich mit dem Imponiergehabe meiner Hündin umgehen soll.

Ihr Name ist Lucy, sie ist ein Chihuahua und bellt oft fremde Hunde und manchmal Menschen mit Gegenständen (z.B. mit Gehstöcken) an. 
Fahrradfahrer sind ihr egal.

Sie versucht sich dann breitbeinig aufzustellen (T-Stellung), fixiert dabei den anderen Hund, Ihre Rute ist über ihrem Rücken und sie gibt eine lautes sirenenartiges Geheule von sich das in ein lautes Bellen mit Knurren übergeht.

Im Rudel meiner Mutter läuft sie brav mit, nur wenn ich anwesend bin veranstaltet sie dieses Theater. Die großen Hunde im Rudel meiner Mutter sind kein Problem für sie, mit denen spielt sie öfter.

 

Kommt ein andere Hund trotzdem näher sodass er sie beschnuppern kann, (obwohl ich den Besitzer des Hundes auffordere seinen Hund an die Leine zu nehmen) versucht sie zu fliehen. Sie schreit dabei und klemmt die Rute ein. Sobald sie Distanz geschaffen hat (2-3 Meter), beginnt sie wieder sich aufzuplustern und weiter zu bellen.

Einmal hat sie mich mit der Leine eingewickelt, so konnte ich sie nicht verteidigen und bin fast hingefallen, seit dem nehme ich sie hoch und versuche den anderen Hund mit anschreien und Tritten fern zu halten. Ich verwende keine Flexileine.

 

Ist der andere Hund an der Leine, versuche ich sie abzulenken (ich nehme sie in diesem Fall nicht auf den Arm) und ignoriere den anderen Hund.

z.B. lenke ich sie ab indem ich sie neben mir absitzen und Pfötchen geben lasse. Sie ist dann meistens solange ruhig bis der Befehl zu ende ausgeführt wurde. Manchmal bellt sie weiter während sie mich anschaut und den Befehl ausführt, in dem Fall gebe ich ihr kein Leckerli.

Je näher der andere Hund uns kommt, desto schlechter hört sie auf meine Kommandos und desto energischer will sie den anderen Hund ausbellen.

 

Sie zeigt dieses Verhalten seit ein großer Hund sie einmal gejagt hat, wie üblich meinte der andere Hundebesitzer "Der tut ja nix".

Beide waren ohne Leine, ich hatte den anderen Hund zu spät bemerkt.

Der Besitzer des anderen Hundes fand es witzig, mein Hund hatte Todesangst und ich konnte nicht schnell genug hinter her rennen um ihr zu helfen.

Seither gehe ich oft dort Gassi wo wenig los ist und wo ich gut sehen kann ob mir jemand entgegen kommt. 


Wie kann ich andere Hunde effektive von mir Fernhalten wenn es deren Besitzer nicht schafft? 

Ich möchte nicht, dass mein Hund wieder als Jagdspielzeug herhalten muss, weil es jemand anderes Witzig findet.

 

Ich wünsche mir das eine Begegnung mit anderen Hunden entspannter abläuft, bin mir aber nicht sicher was ich tun soll.

Habt ihr einen Rat für mich?

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Ohne es gesehen zu haben kann man natürlich nur spekulieren. Der Satz, der mir sofort ins Augen springt, ist dieser hier:

 

vor einer Stunde schrieb Azufire7:

Im Rudel meiner Mutter läuft sie brav mit, nur wenn ich anwesend bin veranstaltet sie dieses Theater.

 

Da würde ich wohl ansetzen mit der Frage: Was ist bei dir anders als bei deiner Mutter?

 

Nach deiner Schilderung würde ich vermuten, sie versucht mit ihrem Getue und Gebell, die in ihren Augen drohende Gefahr "wegzumachen". Also sie mit allem, was sie zur Verfügung hat, auf Abstand zu bringen. Dafür spricht die Vorgeschichte, und auch ihr Verhalten wenn der andere näher kommt: Schlichte Angstmotivation. Ich weiß, es klingt merkwürdig dass ein Hund sich drohend aufbaut weil er eigentlich Angst hat, aber das ist häufiger als man meinen sollte.

 

Deine Abwehrversuche tragen mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit dazu bei, dieses Verhalten noch zu verstärken:

 

vor einer Stunde schrieb Azufire7:

und versuche den anderen Hund mit anschreien und Tritten fern zu halten.

 

Im Prinzip führst du ihr also vor, wie es geht: Laut werden, aggressiv werden, vertreiben. Das ganze womöglich noch ziemlich hektisch, was ihr klar signalisiert, "alles super gefährlich!". An dieser Stelle kann ich nur raten, so ruhig wie irgend möglich bleiben. Ich hab für diese Momente immer ein paar der billigen, aber offensichtlich komplett unwiderstehlichen Leckerlies einstecken. Davon bekommen auf uns zukommende Tutnixe schon auf ca. 2 Meter Entfernung eine Handvoll über den Kopf geschmissen. Woraufhin die weitaus meisten erst mal verblüfft gucken, was sie da trifft und um sie rum prasselt, um dann den unerwarteten Segen einzusammeln. (Was dann in der Folge bewirkt, dass die Tutnixhalter meist sehr beschleunigen und ihren Hund einsammeln... :B)) Auf jeden Fall verschafft mir das die Zeit, von mir aus aktiv wieder mehr Abstand herzustellen. Vor allem aber kann ich dabei ruhig bleiben, und mein Hund sieht, wie der "böse Feind" Kekse frisst statt kleiner Hunde. Am allerwichtigsten jedoch: Selbst ausstrahlen, dass du es im Griff hast, und es keinen Grund gibt für Panik.

 

Aufgaben wie Pfötchengeben sind nur bedingt geeignet, um da Ruhe rein zu bekommen. Denn damit stürzt man den Hund nur in einen inneren Konflikt: Auf der einen Seite die hoffentlich gern gemachte Aufgabe, auf der anderen die bedrohlich näher kommende Gefahr. Statt dessen macht es mehr Sinn, eine Strategie zu suchen, die deinem Hund das verschafft, was sie so dringend braucht: Das Gefühl von Sicherheit. Bögen laufen oder auch Straßenseite wechseln kann helfen, denn frontale Begegnungen sind generell schwieriger. Genau hinschauen, und zwar schon lange bevor sie anfängt zu bellen, welche Strategien sie versucht um zu deeskalieren: Will sie ausweichen? Schnuppert sie demonstrativ irgendwo? Wendet sie kurz den Blick ab? Wird sie langsamer? Guckt sie zu dir? Kurz, was genau versucht sie als erstes, um aus der Sache raus zu kommen? Genau da kann man nämlich ansetzen um ihr ein für sie sinnvolles Alternativverhalten beizubringen.

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Das mit den Leckerlis werfen klingt gut, das werde ich auf jeden Fall ausprobieren! Vielen Dank für den Tipp!


Ich weiche bereits aus wo ich kann und laufe bögen. Leider hatte ich auch schon den Fall das der Besitzer des anderes Hundes (an der Leine) trotzdem direkt auf mich zuliefen, quer über die Straße, ich musste dann in den Straßengrabe ausweichen.

 

Sie versucht anderen Hunden gar nicht auszuweichen, wenn sie ohne Leine wäre würde sie direkt auf den anderen Hund zu stürmen und ihn aus einer Distanz von ca. 2 Metern ankläffen. Es gibt nur 3 Optionen wie sie zurück kommt.

1 Ich entferne mich

2 der andere entfernt sich

3 der andere Hund bellt zurück

 

Das mit dem Alternative Verhalten wurde mir schon mal geraten, ich kann mir darunter nichts vorstellen?

Ist das nicht Pfötchen geben oder Fuß laufen?

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vor 28 Minuten schrieb Azufire7:

Das mit dem Alternative Verhalten wurde mir schon mal geraten, ich kann mir darunter nichts vorstellen?

Ist das nicht Pfötchen geben oder Fuß laufen?

 

Pfötchen geben oder Fuß laufen sind schon Alternativen - das bedeutet ja erst mal nix anderes, als dass sie etwas anderes tut als bisher (bellen). Das Problem ist nur, diese Varianten sind gute Alternativen in deinen Augen, in ihren nicht. Denn ihr Problem verbessert sich ja weder durch Fußlaufen noch durch Pfötchengeben, die anderen kommen trotzdem immer näher auf sie zu. Während sie zumindest bremsen, wenn man so richtig kräftig Randale macht. Ein Alternativverhalten, das auf Dauer wirklich etwas bringt, ist also eines, das ihr verschafft was sie sucht und braucht: Mehr Raum, und ein Gefühl von Sicherheit. Vorher genau zu beobachten, was sie zeigt bevor sie austickt, dient einfach dazu herauszufinden, welche Ideen sie hätte von einer brauchbaren Alternative. Und ihr dann beizubiegen, dass diese Alternative mindestens genauso gut funktioniert wie bellen. Sprich, "wenn du x tust (etwa ausweichen, hinter den Menschen stellen, schnüffeln...), dann verschwinden die anderen mindestens so zuverlässig wie durch das Gebell".

 

Und parallel dazu lohnt es sich, in Abständen in denen sie sich noch nicht aufregt daran zu arbeiten, dass sie herankommende Hunde positiver verknüpft. Also freuen, uiii, super dass du den gesehen hast! Gibt einen Keks, gibt ein Spielchen! Tolle Sache, einen Hund zu sehen!

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Ich würde die Ausweichtaktik für den Alltag beibehalten, aber um einen Punkt ergänzen:

regelmäßige Treffen mit großen Hunden.

 

Genau wie silkies, vermute ich ganz stark, dass sie unsicher ist und eigentlich ziemlich Schiss hat. Das passt zu eurem Erlebnis und dazu, dass sie im "Rudel" deiner Mutter entspannt ist (ihr bekannte Hunde, Aufmerksamkeit eines Fremdhundes liegt nicht auf ihr allein usw).

 

Du kennst doch bestimmt Hundehalter mit größeren Hunden, die entspannt sind? Andere Teilnehmer aus der Hundeschule? Vielleicht ja auch nur vom Sehen beim Gassi?

Ich würde die Leute anquatschen und um kurze Gassitreffen bitten. Angeleint, mit Abstand in die gleiche Richtung gehend.

Du bist so sicherer, weil du Hund und Halter kennst. Und dein Hund darf die Erfahrung sammeln, dass nix schlimmes passiert.

 

Setzt voraus, dass die Fremdhunde entspannt sind.

Vlt kannst du hier im Forum auch nach Kontakten suchen.

 

Wenn ein Hund Unsicherheit vor anderen Hunden hat, können ihm ab einem gewissen Punkt vor allem andere Hunde helfen, diese loszuwerden.

 

Mein Rüde bspw unterscheidet sehr stark, ob ein Fremdhund wirklich prollig ist im Sinne "los komm, wir messen uns jetzt, du Lutscher!" oder ob sein Gegenüber Angst hat und das zu kompensieren sucht.

 

Solche Fremdhunde musst du finden und dir kontrollierte Situationen schaffen, in denen auch du wieder mutiger wirst und Sicherheit gewinnst. Nicht nur dein Hund.

Im Alltag wirst du um so ganz dumme Begegnungen kaum rumkommen. Aber je besser und öfter ihr schöne Begegnungen habt, desto gelassener könnt ihr bei den unschönen sein.

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Ein guter Punkt! Den ich um einen kleinen Hinweis ergänzen möchte: Auch mit diesen gut ausgewählten Hunden dann aber schrittweise vorgehen, immer in dem Rahmen, den dein Hund noch verkraften kann. Denn der andere Hund muss ja nicht nur freundlich und harmlos sein, sondern dein Hund muss auch erkennen können, dass er es ist! Wichtiger als die Nähe, die man bei diesen Treffen erreicht, ist das gute Gefühl, das dein Hund daraus mitnimmt.

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Und mit diesen befreundeten Hunden nicht immer dieselben Strecken gehen- Hunde lernen ortsbezogen. Dann fällt es leichter das Gefühl, daß Hunde keine Bedrohung darstellen und die eigenen Strategien wirklich zu übertragen.

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Sobald meine Hündin den besagten Hund kennt, ist sie ruhig.

Das Rudel meiner Mutter besteht aus 4 mittelgroßen Hunden, mit denen hat sie überhaupt kein Problem.

Daher wird es schwierig jemanden von meinen Bekannten anzurufen und ihn / sie zum bitten mit uns zu üben, weil meine Hündin den anderen Hund ja schon kennt.

 

Ich habe heute beim Gassigehen einfach einen Hundler mit einer alten Dackeloma "verfolgt" mit ca. 50-100m Abstand. Dabei habe ich Lucy, meine Hündin mit klein geschnippelten Wiener Würstchen Stücken  (darf man die Wiener nennen wenn Geflügel drin ist?) gelobt sobald sie eine kurze Bell-Pause eingelegt und nur geschaut hat. Das Timing ist schwierig weil sie so weit unten ist, aber machbar.

Sie liebt diese Leckerei, aber ich muss aufpassen das sie mir nicht zu dick wird :D

 

Ich werde einfach dranbleiben und versuchen Lucy, fremde Hunde "schmackhaft" zu machen.

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(bearbeitet)

Ich vermute auch, dass das schlicht Abwehraggression ist. Auch für dich der Buchtipp, es geht um Aggressionsverhalten und dessen Ursachen, aber auch ganz allgemein um Hunde- (und Menschen-) Verhalten. Sehr augenöffnend, sehr gut leserlich, mit Tipps für den Umgang /Trainingstipps.

Nicht ganz billig, aber sein Geld wert.

 

 

https://www.amazon.de/Aggression-bei-Hunden-Besitzanspruch-Drohverhalten/dp/344011449X

 

edit huch, ich seh gerade, 110 Euro, das kann nicht sein, ich habe es für 20,- gekauft

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(bearbeitet)
vor 44 Minuten schrieb Juline:

edit huch, ich seh gerade, 110 Euro, das kann nicht sein, ich habe es für 20,- gekauft

 

gibt es eben nur noch antiquarisch

 

da wärs billiger ---> klick

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