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Hundeforum Der Hund
Drud90

Aggression gegenüber Mir und anderen Hunden seitdem das Baby da ist

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Hallo, das wird wahrscheinlich ein langer Text also sorry schonmal im voraus. Wir haben einen american bully Mix von 1,5 Jahren zuhause, wir sind ich mein Mann unsere 4 jähriger Sohn und nun unsere kleine Tochter von 5 Monaten. Unser großer hört normalerweise recht gut und ist freundlich zu allen Menschen sowie Hunden, aber seit unsere kleine Tochter da ist wird er immer aggressiver er ist bei 90 % der Hunde sobald er sie sieht total angespannt und will sofort drauf jedoch ohne bellen teilweise knurren. Heute war ich mal mit dem Kinderwagen mit ihm draußen und uns kamen ebenfalls aggressive hunde entgegen und ich konnte ihn kaum halten dass ging soweit das ich ihn zurecht gewiesen habe und er mich beißen wollte. Wir wissen nicht weiter er scheint Stress zu haben aber mehr als dass was wir leisten geht einfach nicht und wir können nicht mehr. Hat irgendjemand einen Tipp was wir tun können?

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Das sind recht wenig Infos. Wie ist euer Umgang mit dem Hund? Wie schaut das "zurechtweisen" aus? Wie ist die Beziehung zueinander? Wie ist der Alltag mit Hund, was unternehmt ihr mit ihm, wie lastet ihr ihn aus? Ist das weniger als vor der Geburt?

Ganz ehrlich, nachdem ich "zurecht gewiesen" las, vermutetete ich direkt, daß genau dort das Problem liegt, das klingt so typisch nach schlechter Hundeschule oder schlechten Ratgebern.

Kann natürlich sein, daß ich mich täusche.

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Wie ging es dir während der Schwangerschaft?

Es ist nicht ungewöhnlich, das Hunde sehr auf Nachwuchs reagieren und ihn beschützen wollen. Nun ist er auch noch in einem Alter, wo die Pubertät noch ein Thema ist, das ist wie bei menschlichen Pubertierern, alles wird etwas dramatischer gesehen als in anderen Lebensphasen.

Leider entsteht so leicht ein Teufelskreis. Hund beschützt unangemessen in euren Augen, ihr kriegt davon Stress, diesen stress riecht und spürt der Hund und er gibt sich Folgerichtig noch mehr Mühe euch vor der welt zu beschützen, die dich offensichtlich ängstigen und sucht sich etwas in der Außenwelt, das der Auslöser sein könnte.

Also tiiiief durchatmen und erstmal stolz sein auf euren Hund, er würde sich für dein Kind mit jedem Stier anlegen, sich vor jeden Zug werfen, sein Leben geben und er wird Bulldogtypisch übertreiben.

Regt er sich auf, bedankst du dich als erstes und versuchst genau das zu empfinden, Stolz und auch, das das, was ihn beunruhigt eben nicht gefährlich ist. Das bedeutet, dass du kurz anhälst und das anschaust und beurteilst, denn du bist sein Mensch. Dann gehst du entschlossen und munter weiter. Rede mit ihm, versuche den Ton zu finden, der ihn beruhigt. Das sind Hunde, die sind nur aufgeregt, schau, wir laufen einen Bogen und ... du musst für dich und deinen Hund diese Schwingung finden, die beruhigt. Das ist im Grunde, wie bei Kindern, die die Sprache noch nicht verstehen, aber man erklärt ihnen viel. Er hat angst, dass euch etwas passiert und dieser Angst musst du begegnen. Wie eine Mutter. Das klappt auch bei Hunden sehr gut. Geh vorausschauend, mach du ihn auf Hunde und Menschen aufmerksam. Lache, sei Freundlich, nimm ihm Spielzeug mit, geb ihm beim spazierengehen Aufgaben, die du loben kannst und ihn stolz machen. beispielsweise kann man etwas verlieren, das dem Baby gehört, du schickst ihn zum suchen zurück und bist sehr froh, dass er es gefunden hat und legst es wieder oben auf den Kinderwagen.

Ich weiß es ist hölle schwer, aber bei allen so verteidigungsproblemen in Schwangerschaft und mit Baby, ist die Mutter der Schlüssel. Sie muss vermitteln, das es nichts zu beschützen gibt, sie das im Griff hat und die Welt ein freundlicher entspannter Ort ist. Ganz toll mit einem wütenden Hund und einer Umwelt, die darauf entsprechend reagiert. Aber Maßregelung empfindet der Hund immer eher als Aufforderung sich noch mehr ins Zeug zu legen, schimpfen als mitbellen.

Tretet eine Weile kürzer mit Spaziergängen, soll dein Mann ihn ohne Kinder mal richtig powern und er sich freimachen können vom Beschützerjob. Stresshormone bauen sich langsam ab. Gibts Gassikumpel von früher, die ihn mal mitnehmen können oder eben mit dir gehen und dir dann das Kind auch mal abnehmen können und du kannst dich auf ihn konzentrieren und ihm ein "wie früher Gefühl" vermitteln .

Gerade jetzt kann sich Artgenossen, besonders gleichgeschlechtliche Aggression auch schnell verfestigen. Lieber Programm umstellen, als jetzt diesen Stress weiter einüben. Positive Erlebnisse schaffen, und nicht maßregeln. Du sicherst ihn an der Leine so wenig unangenehm wie möglich. Vermittelst ihm das gefühl. ich habs gesehen, ist okay, Danke dir. Das braucht seine Zeit und du musst herausfinden, was ihm dieses Gefühl vermittelt, stehen bleiben und beurteilen, ungerührt weitergehen, vorankündigen und ihn loben wie bolle (bevor er irgendwas getan hat oder nur geschaut hat.) Langsamer durch die Welt gehen, mehr schnüffeln lassen, oder zügig und fröhlich ... ihn auf die andere Seite nehmen oder bei Sichtung deutlich die Leine entspannen. Schnödes Futter. Er entdeckt was und bevor er auslöst, lobst du und es regnet was feines. (wobei es eher selten ist, das Hunde in Verteidigung ans fressen denken können, aber einen Versuch ist es immer wert)

Das sind so ein paar Gedanken dazu. Ich habe selbst einen Hund gehabt, der sich sehr für die Kinder verantwortlich fühlte. Tausende von Jahren waren sie genau dafür da, Gefahren vehement abzuwehren und nun ist es für sie nicht leicht, einfach so in der neuen Welt zu funktionieren, in der Menschen nicht verteidigt werden wollen. Auch wenn ich weiß, wie hoch die Belastung mit zwei Kindern und so einem Hund sein muss. Meine war wenigstens wuschelig und damals haben die Menschen Hunde noch nciht so streng wahrgenommen wie heute.

Viel Erfolg beim neugestalten eurer Beziehung!

 

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Baby und Hund ist noch mal ein ganz anderes Handling, und für alle Beteiligten eine Umstellung.

@Sockensucher hat sehr schön und detailliert beschrieben, wie du mit deiner inneren Einstellung an dieses Problem herangehen kannst. Die Unterstützung durch deinen Mann solltest du tatsächlich fest einplanen, weil das Leben in den nächsten Monaten mit Säugling eher noch mal anstrengender als leichter wird.

 

Was mir bei deiner Beschreibung eures Problems fehlt ist der Tagesablauf für deinen Hund.

Vor Allem vermisse ich einen Hinweis darauf, ob dein Hund Hundekontakte auch im Freilauf gewohnt ist, und auch, ob sich hieran vielleicht etwas geändert hat.

 

Den Stress mindern ist erst mal das A und O weil sich bei deinem Hund (und auch dir) sonst die Erwartungshaltung festigt: Spaziergang = Stress.

Wenn du mit Kind und zur Zeit problematischem Hund unterwegs bist, ist deine Sorge um dein Kind sehr belastend; hier würde ich wirklich erst mal ein Management suchen, wo du nicht zeitgleich mit Kind UND Hund befasst bist, damit du wieder Sicherheit im Umgang mit dem Hund gewinnen kannst.

 

Erst wenn du diese wieder hast, kannst du sorgenfrei die Betreuung des Kindes mit dem Hundespaziergang verbinden.

Deshalb solltest du - neben deinem Mann als Hilfe - auch noch nach weiterer Unterstützung suchen, die dir in dieser Übergangszeit helfen und dir die Spaziergänge abnehmen oder dich bei den Spaziergängen begleiten.

Ein reines Management während des Spaziergangs um das derzeitige Verhalten bei Hundesichtung zu vermeiden, managed nur diesen Stress, er beseitigt ihn aber nicht.

 

Was hat sich denn für deinen Hund verändert, seit das Baby da ist?

Werden die Hundekontakte anders gestaltet? Gibt es weniger Freilauf (und damit auch freie Kontakte zu anderen Hunden) als früher?

Fallen durch das Baby jetzt evtl. Beschäftigungen und Zuwendungen für den Hund weg, die er sonst gewohnt war?

Beschäftigung mit dem Hund und Zuwendungen für den Hund sind gute Mittel, um beim Hund für einen Stressabbau zu sorgen.

 

 

 

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Der Hund ist jetzt 1,5 und somit im Beginn des "Erwachsenwerdens". Das ist die Zeit, in der genannte Probleme auftauchen.

Ich denn´ke, mit begleitetem angepassten Training lässt sich das Verhalten korrigieren.

 

Das "dich beissen" wollen vom Hund, nennt sich rückgerichtete Aggression.

Ist er kastriert?

Wie ist der Tagesablauf?

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Kannst du Kinderwagen und Hund gleichzeitig händeln? Unser Baby kommt erst noch, aber ich weiß schon jetzt, dass ich mir das nicht antue (mein Hund hat auch Management-Bedarf). Man muss natürlich schauen, wie alles dann ist, aber ich habe mir vorgenommen, höchstens mit Baby in der Babytrage, sicher an meiner Brust, mit Hund nach draußen zu gehen. Dann habe ich die Hände frei, kann viel besser managen und zur Not ausweichen. Mit Kinderwagen wäre ich dermaßen überfordert... Außerdem muss der Hund dann nicht den Kinderwagen zusätzlich "beschützen".

Ich habe keine Ahnung, ob das für euch einen Unterschied macht. Aber ich wäre mit Kinderwagen unsicherer und würde das somit auch auf den Hund übertragen. Ich finde die Idee, dass dem Hund die Beschützerrolle etwas genommen wird, gut. Bei zurückgerichteter Aggression (was genau macht er da?) will man ein Baby natürlich nicht so nahe dabei haben. Ich würde, wenn mit Baby, dann anfangs zu zweit gehen. Du nimmst den Hund, dein Mann/deine Freundin das Baby in der Trage. Dann mal tauschen.

 

Wie ist generell das Verhalten des Hundes gegenüber dem Baby? Hat er generell die Tendenz, sich zu kümmern? Mir wurde hier und offline jetzt im Vorfeld schon oft geraten, dem Hund zu vermitteln, dass er zwar einbezogen wird in das normale Familienleben, aber dass die Bedürfnisse des Babies nicht seine Aufgabe sind. Wenn es weint, gehe ich dahin und nicht er, weil es mein Job ist und nicht seiner. Wie handhabt ihr das?

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@Freefalling Erstmal, herzlichen Glückwunsch! Willkommen im Abenteuer!

Also aus meiner Erfahrung, nein, mit einem Kind vor der Brust hast du nicht die Hände frei und kannst den Hund besser händeln. Achte mal darauf, was da für Aktion in deinem Oberkörper ist, runterbeugen ist für das Kind auch Stressig und kommt es zu einer Rauferrei, kannst du gar nichts mehr machen außer die Leine fallen lassen, den jede Aktion von dir bringt das Kind in den unmittelbaren Gefahrenbereich.

Bei einem Kinderwagen haust du die Bremse rein und kannst das Problem von deinem Kind weglenken, während es sicher im Wagen liegt (es sei denn man ist an Steilen Wegen unterwegs) und kannst dann zu deinem Kind zurück.

Mit Kind, das dann vielleicht sogar anfängt zu weinen und die Aufmerksamkeit des anderen Hundes auf dich lenkt, ist mit Hunde händeln nicht mehr viel. Meiner Erfahrung nach fühlst du dich mit Kind an dich gebunden auch viel angreifbarer, abgesehen von der Erfahrung, wie schwer so ein Brocken auf einmal ist, wenn er nicht mehr im Becken liegt sondern dich nach vorne zieht. Ich bin gerne mit Babytrage unterwegs gewesen, weil meine Hunde jederzeit freilaufen und alles selber regeln konnten, und trotzdem nur mit meinem Mann, für den Fall der Fälle. Also wie gesagt, ich würde einen Kinderwagen empfehlen, Matschtauglich mit einer gut erreichbaren Bremse und recht kippsicher. Man lernt schnell so ein Ding auch einhändig zu fahren, wenn Hund mal zerrt und man hat den Wagen auch als Einfluss, kurzgenommen geht er dann automatisch neben dir, weil er den Wagen vor der Nase hat. Den kann man sich auch schon jetzt anschaffen und vorher üben. Genauso wie eine Trage. Wobei der Kopf des Babys unverhältnismäßig schwer ist und am Anfang auch noch nicht stabil. Kind in Trage ist weit anspruchsvoller als Kind in Kinderwagen. Jedenfalls war es das für mich.

 

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Ich hatte zwar keinen Säugling mehr als wir unseren ersten Hund bekamen. War aber vorher öfters mit Fremdhunden  unterwegs.

Ich hätt´ es gern so gehabt: Das Baby und ich, wir streifen mit Hund durch die Wälder....... Tja.

 

So kann ich sagen: ich dachte ursprünglich wie Freefalling, wurde eines besseren belehrt und habe es dann wie Sockensucher geregelt.

 

Babys kommen winzig auf die Welt, da ist man denn sowieso extrem vorsichtig - Kind schläft, Kopf muss festgehalten werden: keine Aktion mit großem Hund wirklich frei möglich.

Sie werden sehr schnell schwer und blockieren einen in der Aktion vorne hängend völlig. Wieder: geht nicht gut.

 

Mit Kinderwagen war alles einfacher. Da sind wir halt nur noch um die Talsperre gegangen - Wanderweg für Rentner und Kinderwägen.

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Ich werde sehen, wie ich es am besten hinkriege. Kinderwagen und Trage wird eh beides angeschafft. ;)

Vielleicht kann ich auch gar nicht mit beiden gleichzeitig raus. Bücken muss ich mich übrigens bei meinem nicht. :D

 

War ein Vorschlag, den ihr offensichtlich schon getestet habt. Dann hab ich keine weiteren Ideen. :D Viel Erfolg.

 

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Hmmm...ich schaffe das gut mit zwei Hunden und dem Baby (mittlerweile Kleinkind) in der Trage zu gehen. Kinderwagen finde ich ätzend und schränkt MICH viel mehr ein. Und die meisten Wege die wir gehen sind eh kaum befahrbar.
Aber da muss wohl jeder für sich den richtigen Weg finden.

 


 

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