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Hundeforum Der Hund
Lisiimariee

Welpe hat schreckliche Angst

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Hallo ihr Lieben, 

 

ich habe mich nun hier angemeldet, da mein Freund und ich etwas überfordert sind. 

 

Wir haben seit dem 6.01.18 einen 4 Monate alten Welpen aus einer Tierschutzorganisation adoptiert. Lilly kommt aus Bulgarien und wurde mit ungefähr 2 1/2 Monaten gefunden.

Sie und ihre 8 Geschwister kamen in einen art Zwinger mit weiteren 13 Welpen. Ich denke bis auf wenn sie das Futter bekommen hat, hat sie keinen Menschen gesehen. Ihre Sozialisation hat also nicht wirklich statt gefunden.

Es ist nun eine Woche vergangen und Lilly hat immer noch große Angst. 

 

Sie traut sich weder vor die Tür ins Treppenhaus noch geht sie raus auf die Straße. Bis jetzt macht sie ihr Geschäft nur im Vorderhof. 

Entweder tragen wir sie in den Hof oder versuchen sie zu locken. Mal klappt es besser mal klappt es überhaupt nicht. 

Wir sind mit ihr ganz raus zur Straße und ein paar Meter gegangen, sobald man geht läuft sie mit, bleibt immer wieder mal stehen um sich zu akklimatisieren und geht dann wieder mit. 

Sobald wir aber für eine "längere Zeit" stehen blieben (bsp. an einer Ampel) bekommt sie einen extremen Zitteranfall, sie kann sich dann auch kaum beruhigen. Sollen wir sie in diesem Moment streicheln? oder auf den Arm nehmen? oder ignorieren? Vom Hof in die Wohnung ist überhaupt kein Problem, da läuft sie sofort vor. 

 

In der Wohnung ist sie auch schon total aufgeblüht, ist super neugierig, spielt, kuschelt und schläft viel.  

 

Habt ihr ein paar Erfahrungen oder Tipps? 

 

Sind wir zu ungeduldig und müssen ihr noch Eingewöhnungsphase geben? aber wie sollen wir mit damit umgehen dass sie nicht mal in den Hausflur will? Sie ist ja auch noch nicht stubenrein deshalb müssen wir ungefähr jede 1 1/2 Stunden mit ihr raus. 

 

Ich wäre Euch so so dankbar, falls es ein paar Tipps gibt. 

 

Wir möchten ihr einfach nur ein sorgenfreies Leben bieten, in dem sie keine Angst haben braucht.

 

Liebe Grüße 

 

Lisa 

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Herzlich willkommen,

Macht euch nicht zu große Sorgen. Wahrscheinlich wächst sich das aus.

Unsere kam mit 4 Monaten aus Rumänien und hat sich die ersten zwei Wochen auch sehr schwer getan. Sie wollte überhaupt nicht aus der Wohnung ( und schon gar nicht draußen ihr Geschäft erledigen), fremde Hunde wurden angeknurrt und überhaupt war alles schrecklich.

Wenn sie nicht weiter wollte, haben wir sie nach den ersten zwei Wochen hoch genommen und ein Stück (bis zu 100 Meter) getragen. Meistens war dann irgendwas so interessant, dass sie sich weiter getraut hat. Wenn sie nach Hause gezerrt hat, habe ich sie auch hoch genommen, damit sie sich das nicht angewöhnt. Wir waren dann nach den 2 Wochen auch in einer Spielgruppe für kleine Junghunde , obwohl sie ein "großer Junghund" war,  damit sie die Möglichkeit hat, sich selbst als stark zu erleben und ihre Ängste gegenüber fremden Hunden zu überwinden (ich glaube wir waren da nur 2 Wochen; danach waren wir bei den "großen Welpen" weil sie ihre Scheu überwunden hatte).

Was ihr auch geholfen hat, war mit einem ausgewachsenem, souveränen Hund spazieren zu gehen. Er hat ihr Verhaltensweisen gezeigt, und aufgepasst, dass andere Hunde sie nicht bedrängen oder mobben.

 

Ich weiß, dass "auf den Arm nehmen" oft sehr negativ gesehen wird (bestimmt auch berechtigt). Aber ich hab unsere Hündin auch manchmal hochgenommen, bis sie die Sicherheit hatte, die Situation auch vom Boden aus zu bewältigen.

Liebe Grüße,

Holo

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Hallo @Holo

ganz lieben Dank für deine Antwort. 

 

Seid ihr aber von Anfang an raus auf die Straße mit ihr gegangen? oder erst nach zwei Wochen? 

 

Ja Lilly geht dann auch immer wieder weiter. Wir müssen sie "nur" vom Treppenhaus raus auf die Straße tragen. Auf der Straße fühlt sie sich zwar nicht wohl aber sie geht mit. 

 

Das mit der Spielgruppe hört sich gut an. Ich glaube das werden wir nach zwei Wochen auch mal testen. 

 

Ja das hatten wir auch vor, meine Schwester hat eine 4 jährige Hündin mit ihr wollten wir mal gemeinsam Gassi gehen. 

 

Egal wo und was man liest, jeder hat eine andere Meinung, ich bin so so durcheinander dass ich gar nicht mehr weiß wie ich es am besten machen möchte. 

Deshalb habe ich mich hier auch angemeldet um einfach mal Erfahrungsberichte zu hören (die mich auch ehrlich gesagt beruhigen) 

 

Also nochmal vielen Dank. 

 

Über weitere Berichte würde ich mich sehr freuen:) 

 

Liebe Grüße 

Lisa 

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Erst mal:

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und nur die Ruhe bewahren, die kleine Maus muss doch erst mal richtig ankommen und etwas sicherer werden, das kann schon mal 3 - 6 Wochen dauern.

Gerade bei der Vorgeschichte, hilft ignorieren des Hundes bei Problemen m.E. gar nichts, da solltet Ihr der kleinen Lilly eher zeigen dass sie sich auf Euch verlassen kann.

Dass sie in der Wohnung und auf dem Weg dahin schon so zugänglich ist, ist doch schon ein Supersignal.

Und das mit dem rausgehen und mit dem Erkundungsdrang kommt dann schon noch.

PS: was ist Lilly denn für eine Art Hund? und ein paar Fotos wären schön :)

 

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Hallo Lisa,

 

wir haben seit dem 1.1. auch wieder einen Junghund (geschätzt auf 3-4 Monate). Wir haben sie von der Straße aufgenommen (leben in Spanien).

Unsere heißt übrigens Lili :) und sie kannte wohl auch noch nicht viel.

 

Wie Holo nehmen auch wir sie auf den Arm, wenn ihr etwas nicht geheuer ist. So fühlt sie sich sicher und kann erstmal alles beobachten. Wir waren beispielsweise am Samstag auf dem Wochenmarkt und mussten sie mitnehmen. Alleine bleiben wird bei ihr noch lange nicht möglich sein - sie wird dann panisch. Also musste sie mit. Schon auf dem Parkplatz fing sie an zu zittern. Autos und viele Menschen - das war zu viel.

Mein Mann hat sie auf den Arm genommen und nach einer Weile konnte sie ziemlich entspannt das ganze Treiben von da oben beobachten. Auf dem Rückweg haben wir sie am Obststand mal auf den Boden gesetzt und siehe da: Menschen und Hunde waren spannend (und die ganzen leckeren Gerüche, die aus den Taschen der Leute strömten, waren noch spannender :D ).

 

Wir sind allerdings nur irgendwas zwischen 20 und 30 Minuten auf dem Markt gewesen und Lili war - bis am Obststand - die ganze Zeit auf dem Arm.

 

Ob andere Leute es doof finden, wenn man Hunde auf den Arm nimmt, ist mir ehrlich gesagt schnuppe. Der Hund ist klein und leicht, also warum nicht hochnehmen, wenn sie eine Situation noch nicht kennen und Angst haben.

 

 

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Danke danke danke für die Nachrichten. 

Ja wir sind wahrscheinlich viel zu ungeduldig und müssen ihr viel Zeit geben. 

 

Würdet ihr @Elchifan und @KleinEmma immer wieder mit ihr trotzdem raus auf die Straße oder überfordert sie das nur? Einerseits denke ich mir, Konfrontation ist gut und im selben Augenblick denke ich mir ich überreize sie. 

 

Gut zu hören, dass auch noch andere ihren Hund auf den Arm nehmen. 

Der Tierarzt war sehr empört darüber als wir Lilly zu ihm ins Zimmer getragen haben weil sie einfach keinen Meter gegangen ist und extrem gezittert hat. 

 

Auf Straße geht sie zwar mit aber sie nimmt kein Leckerli an wenn man sie mal loben möchte (daraus nehme ich dass sie sich überhaupt nicht wohl fühlt). 

Also meint ihr weiterhin auf die Straße, ein paar Meter gehen und dann wieder heim? 

 

Das hört sich sehr gut an @KleinEmma und beruhigt mich auch. 

 

Sie ist ein Straßenhund deshalb weiß ich nicht was für eine Rasse sie ist, der Tierarzt meinte dass mit Sicherheit ein belgischer Schäferhund mit drinnen ist. 26856725_1882580645087758_372649413_n.jpg.7a69f648e80c2e48de3c024973116658.jpg

 

Wir lieben sie so sehr und wollen ihr einfach ein Zuhause bieten in dem sie sich wohl fühlt. 

 

Liebe Grüße 

 

Lisa 

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Ich würde immer mal wieder auf die Straße gehen, halt kurz und vielleicht auch einfach mal stehen bleiben, damit sie sich das Ganze in Ruhe anschauen kann.

 

Meine Emma hat lange keine Leckerlis an Belohnung angenommen - also unterwegs bei den Spaziergängen. Da würde ich ausprobieren, was für eure Hündin angenehm ist. Emma habe ich verbal belohnt/ gelobt und manchmal auch geknuddelt. Muss man halt schauen, was für den einzelnen Hund passt. Manche mögen auch nicht geknuddelt werden :) 

Und manchen ist das Leckerli einfach nicht lecker genug, so als Belohnung. 

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@Lisiimariee Hey, eine süße kleine Maus habt Ihr da :wub:

Lasst Euch nicht verunsichern durch andere Leute (egal ob TA od. sonstige) Ihr müsst ein Gefühl dafür entwickeln was Lissy gut tut, dann findet Ihr die gemeinsame Vertrauensbasis für ein tolles Zusammenleben.

Wenn sie kein Leckerchen nimmt ist sie entweder zu angespannt od. zu aufgeregt (hat unser Mexx 14 Mon. = im Bild rechts, auch manchmal) od. das Leckerchen ist (wie schon Klein Emma schrieb) nicht toll genug. Evtl. mal Käse ausprobieren - unsere lieben Emmentalerwürfel.

Euer zusammenleben besteht die nächste Zeit sehr viel aus Versuch + Irrtum - wichtig ist, immer aufmerksam zu sein und daraus zu lernen.

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Sucht Euch eine Bank an der Straße wo Ihr eine gute Weile sitzen bleiben könnt. Nehmt die Kleine auf den Arm und lasst sie einfach gucken, nicht nur 5 Minuten, schon eine ganze Zeit lang. Macht das ruhig ein paar Tage,  wenn nötig einige Wochen lang. Mein Welpe kam vom Land und hatte in der Stadt extrem Angst. Zudem wohnen wir an einer viel befahrenen 4-spurigen Straße, das war natürlich eine Wahnsinns-Umstellung. Aber mit diesem System kamen wir gut klar. Auf dem Arm hat Mimmo gelernt, dass ihm vom Stadttrubel und Lärm keine Gefahr droht. Nur Geduld, das gibt sich bestimmt. Kann halt dauern. 

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Hallo Lisa,
herzlich willkommen hier und Glückwunsch zu dem niedlichen Hundewelpen :)
Hunde, die im Tierheim zur Welt kamen sind ja leider in den meisten Fällen nicht auf unsere Umwelt geprägt.
So macht ihnen meist Dinge, die wir (und auch andere Hunde) als selbstverständlich erachten, große Angst.
Es ist schwer für die kleinen Hunde, dies nachzuholen und es ist eine große Aufgabe für die Hundebesitzer. Oft ist man verwirrt und besorgt, weil Bekannte, Freunde und auch Fremde einem die unterschiedlichsten Ratschläge geben, die sich auch oft widersprechen.
Nicht ganz einfach, den richtigen Weg zu finden.
Mein erster Rat wäre daher: Sucht euch einen guten Hundetrainer, der sich gemeinsam mit euch die Situation anschaut und euch Tipps gebt, wie ihr eurem Hund helfen könnt, ohne ihn zu überfordern.

 

In diesen Fällen, sollte man sehr kleinschrittig vorgehen, damit der Hund nicht vor lauter Angst gar nichts mehr lernen kann.
Sucht euch zunächst einmal eine ganz kleine Strecke, wo wenig Verkehr und Trubel ist und Lilly nicht zu vielen Reizen auf einmal ausgesetzt ist. Geht nur eine kurze Zeit und nach Möglichkeit dann zurück, wenn sie noch nicht in Panik ist, dann war es schon zuviel.
Na klar könnt ihr sie hochnehmen, sie trösten, sie soll Vertrauen zu euch haben und wissen, dass ihr ihr helft.
Lange am Strassenverkehr sitzen, würde ich übrigens nicht raten, bei vielen Hunden geht das gar nicht, die Angst wird potenziert, so dass der Hund irgendwann völlig aufgibt und hilflos wird, das wäre schlimm für sie, man nennt das Flooding, das ist eine Art Reizüberflutung, die nicht ungefährlich ist und in erlernte Hilflosigkeit umschlagen kann.
Heute ist man sich einig, dass in diesen Fällen ein Training der kleinen Schritte zum desensibilisieren der bessere Weg ist.
 

Falls Du gerne etwas zu diesem Thema lesen möchtest, um Deinen Hund besser zu verstehen und dort kannst Du auch viele Tipps, Ratschläge und Trainingstechniken lernen: "Der ängstliche Hund" von Nicole Wilde.

Ich wünsche Dir ein gutes Händchen für Lilly und drück Dir alle Daumen, dass es Dir gelingt, Lilly zu helfen, ihre Ängste Stück für Stück abzubauen.
Ich finde es toll, dass Du so engagiert bist und so entschlossen, Deiner Lilly zu helfen :)

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