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Den Hund geschlagen

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anonym12   

Hallo und Hilfe!

 

ich bin Besitzer eines Rüden(67cm,34kg,11Monate). Dies ist mein zweiter Akita. Mein erster, ebenfalls ein Rüde, hat mich leider nach 14 treuen Jahren verlassen. Bisher hatte ich noch nie Probleme. Weder mit meinem jetzigen, noch mit meinem vorherigen. Beide waren immer ruhig und gehorsam und offen gesagt, war ich darauf(auf meine ruhige und konsequente Erziehung) immer recht stolz. Bis gestern hätte ich sogar gesagt, dass ich ein ganz wunderbarer Hundeführer bin. Heute sieht das ganz anders aus.

 

Zum Vorfall. Gestern schickte ich meinen Hund mit Kommando auf sein Körbchen. Er hat sich nicht bewegt, was nicht so außergewöhnlich für ihn ist, dass er erst einmal überlegt, oder sich auch zwei mal bitten lässt. Dann geh ich einen Schritt auf ihn zu und schnippe mit den Fingern und zeige dabei in die Richtung des Körbchens. Darauf ihn knurrte er erst einmal. Ich sagte dann laut "hey", worauf er nach meiner Hand schnappte. Er hat mir nur halb erwischt, was allerdings für eine blutige und geschwollene Hand reicht.

 

Ich bin dann einen Schritt zurück und sagte laut "Platz". Ein Kommando, dass er nie missachtet. Darauf fletschte er die Zähne, knurrte wieder und machte einen Satz nach vorne. Ich schlug ihm - offen gesagt kann ich nicht sagen ob aus Reflex oder Angst - mit der Faust aufs Auge. Er hat gewinzelt und sich dann flach auf den Boden gelegt. Danach war er wieder wie immer. Hat sogar kurz darauf mit mir gespielt und ist auch heute relativ normal.


Mein Hund war bisher immer ruhig, hat nie Anzeichen von Aggression oder Dominanzverhalten gezeigt. Er bellt keine anderen Hunde oder Menschen an. Zu Menschen ist er zutraulich und, keine Ahnung, eigentlich ein Musterhund.

 

Nun aber zu meinem Problemen:

a) ich weiß bis jetzt nicht, was der Auslöser dafür war. Was hab ich falsch gemacht. (Ich war bereits beim Tierarzt, hauptsächlich um meine Schlagwirkung untersuchen zu lassen, aber auch um zu schauen, ob ihm etwas fehlt, was Ursache für das Verhalten sein könnte. )

b) ich komm mit mir selbst seitdem nicht zurecht. Ich denk ständig daran und geh es immer wieder im Kopf durch. Was, wenn ich irgendwas in seiner Psyche dadurch kaputt gemacht habe. Immerhin hab ich meinen Hund geschlagen. Ich könnte echt nur noch heulen.

c) ich komm auch mit meinem Hund gerade schlecht klar. Ich lag vorhin mit ihm am Boden und er hat mir der Gesicht beschnuppert(macht er gerne und meisten bekomm ich dann die feuchte Zunge zu spüren), ich bin daraufhin aufgestanden und weggegangen, weil ich leichte Panik bekommen hab.

 

 

Über Rat wäre ich dankbar. Noch ein paar wichtige Infos.

Wir gehen am Tag 90 minuten auf 2 mal verteilt raus. Spielen relativ viel. Futter erarbeitet er sich durch Befehle. Wir sind in der Hundeschule(allerdings hat mir die Trainerin gerade nicht weiterhelfen können).

 

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gebemeinensenfdazu   

Was kannst du machen?

Fairen, respektvollen Umgang pflegen- keine unnötige Kommandiererei, das schon gar nicht

vor 7 Minuten schrieb anonym12:

Futter erarbeitet er sich durch Befehle.

und letztlich den Fokus der Selbstrezeption ändern.

Es geht in einer guten Beziehung nicht darum, wie toll man sich in seiner Hundehaltung findet.

 

Dein Hund wird dir nur verzeihen können, wenn er sich sicher sein kann, daß sein Vertrauen nicht weiter angegriffen wird. Du fühlst es doch selbst. Dein Hund hat dich um Abstand gebeten, sorge dafür, daß er ihn in solchen Momenten auch kriegt.

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anonym12   
vor 4 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

Fairen, respektvollen Umgang pflegen- keine unnötige Kommandiererei, das schon gar nicht

 

ja, vielleicht. Auf der anderen Seite ist die "Kommandiererei" - die mir bei meinem letzten relativ gut geholfen hat - ja in dem Alter für mich das Mittel, um alles wirklich zu verinnerlichen. Immerhin kennt wahrscheinlich jeder Hundehalter Akitas, die schlecht bis garnicht hören, was eben auch gefährlich werden kann.

 

Mir hilft das jetzt irgendwie nicht weiter.

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Juline   
vor 12 Minuten schrieb anonym12:

ich weiß bis jetzt nicht, was der Auslöser dafür war.

 

Wissen kann das hier auch niemand. Aber ich vermute bzw. lese zwischen den Zeilen, dass du einen gewissen Druck aufbaust in der Erziehung, genauer gesagt beim Einfordern der Ausführung deiner "Befehle"? Vielleicht (zu) großen Wert auf bedingungslosen Gehorsam legst? Stimmlich und körpersprachlich eine subtile Drohkulisse aufbaust?

Es gibt Hunde, die mit dieser Form des Umgangs ganz schlecht klar kommen.

 

Was dein Hund da getan hat, klingt nach Wehrverhalten gegen eine von ihm gefühlte Drohung. Vielleicht hat er schon seit einer Weile Frust angestaut?

 

Das werfe ich mal so in den Raum und hoffe, dass du dich nicht auf den Schlips getreten fühlst :) 

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acerino   
vor 1 Minute schrieb anonym12:

 

ja, vielleicht. Auf der anderen Seite ist die "Kommandiererei" - die mir bei meinem letzten relativ gut geholfen hat - ja in dem Alter für mich das Mittel, um alles wirklich zu verinnerlichen.

 

Wen genau meinst du damit?

Den Hund?

Oder dich selbst?

 

 

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anonym12   
Gerade eben schrieb Juline:

 

Wissen kann das hier auch niemand. Aber ich vermute bzw. lese zwischen den Zeilen, dass du einen gewissen Druck aufbaust in der Erziehung, genauer gesagt beim Einfordern der Ausführung deiner "Befehle"? Vielleicht (zu) großen Wert auf bedingungslosen Gehorsam legst? Stimmlich und körpersprachlich eine subtile Drohkulisse aufbaust?

Es gibt Hunde, die mit dieser Form des Umgangs ganz schlecht klar kommen.

 

Was dein Hund da getan hat, klingt nach Wehrverhalten gegen eine von ihm gefühlte Drohung. Vielleicht hat er schon seit einer Weile Frust angestaut?

 

Das werfe ich mal so in den Raum und hoffe, dass du dich nicht auf den Schlips getreten fühlst :) 

 

ich fühle mich garnicht auf den Schlips getreten. Ich denke auch darüber nach, ob ich zu viel Druck aufbau. Zuviel erwarte. Und ich werde das in Zukunft auch herunterschrauben. Evtl. vergleiche ich ihn auch zu oft mit meinem ersten Akita... alles sicher Fehler.

 

Wie mache ich jetzt aber weiter. Heute hab ich einfach viel Zeit mit ihm draußen verbracht. Ihn spielen lassen und mit ihm gespielt, gerannt, etc.. aber nun, zu Hause, ist einfach dieses schlechte Gefühl da. Und ich bekomm es nicht los. Wenn ich mich schon so schlecht fühl, wie schlecht muss sich er dann erst fühlen.

vor 4 Minuten schrieb acerino:

Wen genau meinst du damit?

Den Hund?

Oder dich selbst?

 

Den Hund natürlich :)

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gebemeinensenfdazu   
(bearbeitet)

Vertrauen ist die bessere Basis für Gehorsam im Notfall als  Kommando-Konditionierung ohne diese Basis.

@Amaterasuhat eine Akitahündin aus dem Tierschutz, mit der sie auch viel an Problemen erfolgreich trainiert hat.

Vhenan hat sich bisher nicht wieder angemeldet, die hätte ich jetzt sonst gerne gerufen, sie hatte auch schon häufig Abgabe- Akitas in Pflege.

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Juline   
vor 2 Minuten schrieb anonym12:

Ich denke auch darüber nach, ob ich zu viel Druck aufbau. Zuviel erwarte. Und ich werde das in Zukunft auch herunterschrauben. Evtl. vergleiche ich ihn auch zu oft mit meinem ersten Akita... alles sicher Fehler.

 

Wie mache ich jetzt aber weiter.

 

Da hast du doch einen Ansatz zum Weitermachen. Verändere dich, dein Verhalten, deine Einstellung. Gib deinem Hund Raum, beachte seine Zeichen, nimm seine Wünsche wahr und ernst. Nimm den Druck raus, verändere deine Erwartungshaltung.

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anonym12   

 

vor 2 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

Vertrauen ist die bessere Basis für Gehorsam im Notfall als  Kommando-Konditionierung ohne diese Basis.

 

Evtl. bin ich absolut der schlechte Hundeleser. Doch allein auf fehlendes Vertrauen will ich das hier nicht reduzieren. Dafür halte ich das Band zwischen uns, zumindest vor diesem Vorfall, für viel zu stark.

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acerino   
vor 3 Minuten schrieb anonym12:

Den Hund natürlich :)

 

Naja. 

Der Hund ist doch jetzt gerade in einem Alter, wo es völlig normal ist, dass er Dinge hinterfragt oder eben auch mal Kommandos ignoriert.

 

Da ich sowieso ein extrem fauler Mensch bin was unterschiedliche Kommandos/Trainingsleistungen anbelangt, gibt es hier noch nicht mal eine Hand voll bewusst aufkonditionierter Kommandos. Und nur zwei davon sind mir so wichtig, dass ich sie immer einfordere (aber halt auch nur gebe, wenns wirklich um was geht).

Die Hunde in meinem Leben (jetzige, wie vergangene) gehen trotzdem nicht über Tische und Bänke oder benehmen sich wie die letzten Penner. Zusammenleben und soziales Lernen gehören eben auch dazu. Hundehaltung ist ja mehr als Kommando XY.

 

Vielleicht musst du wirklich mehr auf DEN einen Hund gucken und sehen, was Nötig ist und Sinn macht und ob du dir das Zusammenleben langfristig so vorstellst.

 

Zu deiner Trainierin hätte ich noch die Frage, ob sie dir nicht helfen konnte, weil sie einfach grad keine Zeit hatte bzw das Problem von dir nur schriftlich mitgeteilt wurde oder ob sie gar keinen Lösungsansatz für euch hat?

 

 

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