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Hundeforum Der Hund
anonym12

Den Hund geschlagen

Empfohlene Beiträge

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vor 3 Minuten schrieb acerino:

Zu deiner Trainierin hätte ich noch die Frage, ob sie dir nicht helfen konnte, weil sie einfach grad keine Zeit hatte bzw das Problem von dir nur schriftlich mitgeteilt wurde oder ob sie gar keinen Lösungsansatz für euch hat?

 da bin ich offen gesagt gerade schwer enttäuscht. Die meinte nur lapida "In der Pubertäts testen manche Rüden eben mal aus, was so alles geht" - und irgendwie hilft mir das wirklich nicht weiter bzw. fühl ich mich da gerade nicht sehr ernst genommen.

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Dann solltest du das vielleicht nochmal ansprechen.

 

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Zuerst mal: Es macht keinen Sinn, sich im Nachhinein mit Selbstvorwürfen zu zerfleischen. Sich reflektieren, sein Vorgehen anpassen, das ja. Und das tust du ja. Aber diese Gedanken, ob dein Hund nun auf ewig traumatisiert ist, das ist völlig kontraproduktiv. So lange das nicht zum normalen Umgang gehört, und eine einmalige Reflexhandlung war, geht davon die Welt nicht unter - es gibt öfter mal im Leben Situationen, wo man den Hund aus für ihn nicht verständlichen Gründen bedrängt oder ihm sogar weh tut. Viele notwendige medizinische Maßnahmen fallen darunter. Von daher, eine gewisse Kapazität, so was wegzustecken, haben die meisten Hunde. Also: Einmal ist Panne, nur öfter sollte es nicht werden. Kommt nicht mehr vor, Haken dran.

 

Wichtiger ist die allgemeine Einstellung. Und da stolpere ich ehrlich gesagt viel eher darüber. Ich lese von Kommandos und Gehorsam, davon dass er sich sein Futter erarbeiten muss - das ist eine Grundeinstellung, die lange nicht für jeden Hund geeignet ist. Denn sie baut ein enges Korsett auf aus "tu was ich sage, sonst". Manche Hunde finden sich damit ab, andere nicht. Und vor allem in der Pubertät wird das natürlich hinterfragt. Willst du wirklich darauf aufbauen? Dass der Hund Befehle befolgt, weil er sonst geschimpft wird oder nix zu essen kriegt? (Jetzt mal hart formuliert.)

 

Ich hab nun zugegeben keinen Aktia, sondern schon immer Terrier. In einem sind die sich aber gar nicht so unähnlich: Sie wollen wissen, weshalb sie etwas tun sollen, einfach nur "brav sein" ist nicht. Gibt man ihnen einen überzeugenden Grund, dann funktioniert es super; tut man es nicht, wehren sie sich auf verschiedene Arten. Dein Ansatz von "ich sitze am längeren Hebel" ist für deinen Hund offenbar nicht unbedingt die beste Herangehensweise. Von daher ist mein erster Gedanke, in dieser Beziehung nach Alternativen zu suchen. Bei meinen Hunden hat es immer am besten funktioniert, wenn ich ihnen einmal vermitteln konnte, dass ich es einfach voll drauf habe. Ich kenne lustige Spiele, hab Lösungen für schwierige Aufgaben, und immer noch mal bessere Sachen in der Tasche. Das tägliche Futter gab es immer zuverlässig, so wie auch Zuneigung, Spiel etc. Aber durch entsprechendes Verhalten konnten sie jeweils noch mal eine Schippe drauflegen, das hatten sie schnell raus. Als kleines Beispiel das Ausgeben: Gibt der Hund eine Kaustange ab, weil er weiß dass du sie ihm ohnehin wegnehmen kannst? Oder weil er weiß, er bekommt sie nicht nur wieder, sondern vorher sogar noch ein Stück Käse obendrauf?

 

Als entscheidenden Unterschied hab ich dabei immer dieses Kriterium empfunden: So lange es darum geht, wer seinen Willen durchsetzt, ist es ein Machtkampf. Wie leise und unauffällig auch immer. Und je eigenständiger der Hund ist, desto eher verliert man diesen Machtkampf. Oder muss ihn dauerhaft und immer und immer wieder durchexerzieren. Wäre mir zu mühsam. Schafft man es aber, dem Hund statt dessen den Eindruck zu vermitteln, dass er sich selbst ausgedacht hat, wie er reagieren muss um das beste rauszuholen, dann tut er das auch zuverlässig.

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vor 10 Minuten schrieb Silkies:

Ich lese von Kommandos und Gehorsam, davon dass er sich sein Futter erarbeiten muss - das ist eine Grundeinstellung, die lange nicht für jeden Hund geeignet ist. Denn sie baut ein enges Korsett auf aus "tu was ich sage, sonst". Manche Hunde finden sich damit ab, andere nicht.

 

Ich würde sogar sagen, daß sie für keinen Hund geeignet ist. Jeder Hund profitiert davon zu wissen, warum er etwas tun soll, selbst die, die es vermeintlich nicht interessiert. Auch die lernen dadurch im Notfall selbständig richtig zu handeln ohne daß ein Kommando nötig wäre. Die Tatsache , daß einige Hunde duldsamer oder eingeschüchtert sind, resignieren oder dass sie Konsequenzen in ihrem Abhängigkeitsverhältnis befürchten, soll nicht dazu veranlassen zu falschen Methoden zu greifen.

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Ich sehe das als pubertierende Aufsässigkeit. Das Knurren und der Schnapper waren halbherzig. Dein zurückweichen eher kontraproduktiv und hat ihm wohl ein wenig mehr Mut gemacht. Deine Reaktion war in Ordnung und so wie du das Verhalten deines Hundes danach schilderst, hat er es auch nicht lang krumm genommen. Also alles im grünen Bereich.

Angst solltest du jetzt nicht vor ihm haben. mach normalen Alltag wie gewohnt und vergesse die Geschichte.

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vor 55 Minuten schrieb anonym12:

Ich denke auch darüber nach, ob ich zu viel Druck aufbau. Zuviel erwarte.

 

Wie verhältst du dich denn, wenn er einen "Befehl" nicht befolgt? Wird er bestraft? Wenn ja, wie genau? Wie oft kommt das vor?

 

Ein anderer Gedanke... oft ist es eine Form der Hilflosigkeit oder auch unbewusster Furcht, wenn jemand den Hund bzw. sein Verhalten so stark kontrollieren will mit Hilfe von Gehorsam. Frag dich mal, ob du vor etwas Angst hast, vielleicht gar nicht sehr bewusst -was dein Hund tun könnte, wie dein Hund werden könnte, was dich belasten könnte.

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American Akita oder Akita Inu?

 

In beiden Fällen nur mit sturen Befehlen und Kommandos. ..... sicherlich selten der richtige Weg. .... die Frage ist aber warum die Situation - die doch eigentlich nur nach bekanntem Alltag klingt - so eskaliert ist!?!?

Lass noch mal alles revue passieren  (im Bezug auf dich,  den Hund, das vorangegangene. .... War irgendetwas anders als sonst? Egal was! Kann es sein dass dein Hund aus einem Grund in dem Moment nicht aus seiner Sicht aufür seinenicht Platz konnte? Etc.)

 

Definitiv weiter in Beziehung und vertrauen investieren!  Das ist das A und O.

 

Essen erarbeiten Ja, das macht meiner auch! Das ist einer seiner Jobs! Aber nicht seine komplette Ration. 

 

Gibt es rasseerfahrene Menschen die du kennst und um Rat fragen kannst? 

 

Vielleicht schreibt ja @Amaterasu noch? 

 

Mit Druck und Zwang geht meiner Erfahrung nach (irgendwann ) NIX mehr beim Akita! Ruhe, ja Konsequenz aber fair!  Es muss Sinn machen und sich lohnen!  

 

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Normalen Alltag wie gewohnt weiter machen finde ich eher keinen guten Ratschlag. Obwohl wir alle ja noch nicht wissen, wie der gewohnte Alltag genau aussieht.

Aber einem Hund das Futter nur für eine Gegenleistung zu geben, halte ich schon mal für kontraproduktiv. Essen ist ein überlebenswichtiges Grundbedürfnis, keine Bezahlung für irgendwelche Leistungen des Hundes.

 

 

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Ist dein Hund an einen Maulkorb gewöhnt? Positiv aufgebaut?

Wenn es wirklich so schlimm ist, dass du nicht mehr in der Gegenwart deines Hundes entspannen kannst, würde ich dieses Mittel temporär nutzen. Aber nur, wenn er positiv aufgebaut wurde und nicht dauerhaft getragen wird. Vielleicht erstmal nur beim Kuscheln auf dem Sofa, eben dann wenn der Kopf "gefährlich" nah ist. Das könnte dir helfen, dich deinem Hund gegenüber normal zu verhalten. Deine eigene Angespanntheit überträgt sich letztlich auch auf den Hund, und das ist der Situation nicht dienlich.

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vor 53 Minuten schrieb Silkies:

Zuerst mal: Es macht keinen Sinn, sich im Nachhinein mit Selbstvorwürfen zu zerfleischen. Sich reflektieren, sein Vorgehen anpassen, das ja. Und das tust du ja. Aber diese Gedanken, ob dein Hund nun auf ewig traumatisiert ist, das ist völlig kontraproduktiv. So lange das nicht zum normalen Umgang gehört, und eine einmalige Reflexhandlung war, geht davon die Welt nicht unter - es gibt öfter mal im Leben Situationen, wo man den Hund aus für ihn nicht verständlichen Gründen bedrängt oder ihm sogar weh tut. Viele notwendige medizinische Maßnahmen fallen darunter. Von daher, eine gewisse Kapazität, so was wegzustecken, haben die meisten Hunde. Also: Einmal ist Panne, nur öfter sollte es nicht werden. Kommt nicht mehr vor, Haken dran.

 

Da war @Silkies schneller als ich. Selbstzerfleischung bringt dich nicht weiter! Du hast ja offensichtlich sofort erkannt dass das der falsche Handlungsansatz war und stellst dein bisheriges Handling des Hundes in frage. Das finde ich sehr beachtenswert und mutig von dir, sich mit sowas dann auch öffentlich hier Hilfe suchen zu wollen, weil man sich von seinem Trainer im Stich gelassen fühlt. Das ist auf jeden Fall schon mal ein guter Ansatz. Ich weiß dass das eine schwierige Rasse sein kann , und würde mir auch wünschen, dass @Amaterasu versucht, vielleicht kareki/vhenan dazu zu aktivieren.

Aber versuche dich auf jeden fall nicht ewig mit Vorwürfen zu quälen sondern versuche , das abzuhaken, damit dein Hund das auch kann! Es klingt für mich so, als hättest du körpersprachlich und verbal eine gewisse drohkulisse für deinen Hund aufgebaut. Versuche mehr auf deine Körpersprache und Stimmlage zu achten , ohne dabei jetzt aber total ängstlich oder unsouverän zu werden. Klingt schwierig, aber du bist ja offensichtlich sehr motiviert, etwas zu ändern und Hilfe anzunehmen. Alles gute dafür!

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