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Hundeforum Der Hund
vampierli

Extreme Unterwürfigkeit und submissives Urinieren

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Hallo zusammen

 

Ich bin neu hier und hab mir deshalb einige threads durchgelesen, die mir leider nicht weiterhelfen. 

 

Ich habe seit einem Jahr einen Berner-Appenzeller Sennenhundmischling, der als Welpe (12 Wochen) zu uns kam. Er ist bei weitem nicht mein erster Hund, aber dennoch stehe ich zum ersten Mal ratlos da.

 

Wir haben das Problem des "Submissiven Urinierens". Ja ich weiss, es besteht ein thread dazu, aber darin wird nicht wirklich dieses Thema behandelt. Es ist sehr belastend, da ich NIE meinen Hund berühren kann, ohne mir vorher eine genaue Taktik auszudenken, damit er nicht gleich lospinkelt.

 

Seine Haltung ist wie Folgt:

- er steht breitbeinig und geduckt da

- Schwanz steif

- Kopf in einer Linie mit dem Rücken, Ohren leicht nach hinten

- unsicherer Blick zum "Angreifer"

 

Oder:

- er legt sich auf den Rucken

- wedelt nervös

- schiesst ab

 

Das Pinkeln kommt auch ganz ohne Berührung. Es kann sein, dass ich ihn zu mir rufe und er fuss stehen soll. 

 

Typische Situationen:

- ich steig am Morgen aus dem Bett (dann ist er bereits super nervös am wedeln im Bett, ist ein GROSSER Unterschied zu freudigem Wedeln)

- ich komme zurück ins Haus, nachdem ich den Müll rausgebracht habe (die Haustür kann auch offen sein, er tuts trotzdem)

- Besuch kommt (er stürmt auf den Besuch zu und zeigt eindeutig Freude, lehnt sich ihnen gegen die Beine und pinkelt sobald er gestreichelt wird. Hier zeigt er jedoch keinerlei Unterwerfungsanzeichen!! Also kein ducken, nervös wedeln, abliegen). 

- beim Spaziergang rufe ich ihn zurück, um bei Fuss zu stehen

 

Zu uns:

- ich habe bisher zwei Therapiehunde ausgebildet und geführt

- wir sind eine Familie mit zwei Kids

- wohnen im Haus mit riesigem Garten 

- sind viel in der Natur unterwegs

- mache mit dem Hund Agility (das liebt er über alles)

- er ist kaum je alleine, weil er meistens mit darf und sonst zu Freunden kann

 

Die ganze Situation ist sehr belastend, weil er immer den Eindruck macht, als würde er aufs Übelste misshandelt werden. Es ist vorallem belastend, weil ich den Ursprung dieses Verhaltens nicht ausfindig machen kann und einen Hund im Haus habe, der sich offenbar vor mir fürchtet, ich aber nicht weiss warum und somit seine Ängste auch nicht beseitigen kann.

 

Bevor er zu uns kam wuchs er mit Mutter und Geschwistern im Stall auf. Die Menschen waren ausserordentlich fürsorglich und lieb zu ihnen (wir besuchen sie immernoch häufig und er freut sich sehr). Bei uns erlebte er nie irgendeine Art von Gewalt, nicht einmal ein böses Wort. 

 

Da ich annahm, dass er körpersprachlich wahnsinnig sensibel reagiert, verbot ich jeglichen Besuchern ihn anzuschauen oder zu streicheln. Wenn ich nach Hause komme tu ich das ebenso emotionslos ohne Körperkontakt. Ich habe neulich damit angefangen, anstatt zu begrüssen ihm gleich Leckerli zum Fangen  zu zu werfen (das macht er meeeega gern). Es schien die Lage für eine kurze Zeit etwas zu entspannen. Jedoch lag ich zB gestern auf dem Wohnzimmerboden, er kam und kuschelte sich zu mir und ich konnte ihn gemütlich kraulen. Und plötzlich aus dem Nichts schoss es wieder aus ihm raus. 

 

Ich bin echt am Ende mit meinem Latein und komplett ratlos. Hat irgendwer irgendeine Ahnung was ich sonst noch tun könnte? Oder hat jemand einen Hinweis an wen ich mich mit dem Problem wenden könnte? Tierärzte konnten mir bisher nicht weiterhelfen. Hundetrainer konnten mir auch keine Tips geben, die ich nicht selber schon probiert habe. Ich wär wirklich meeega froh um Erfahrungsbrichte oder eben Ideen wo ich mir Hilfe holen könnte.

 

Ganz liebe Grüsse

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Wenn gesundheitlich nichts vorliegt, hört es sich nach Beschwichtigungsgeste an.

Wie alt ist er denn?

Er pinkelt automatisch bei Berührung? Dann kann man ihn ja auch nicht bei den ersten Anzeichen raustragen, um ihm wie beim Welpen zu vermiteln was erwünscht ist. Was hat du denn bisher versucht bzw. wie hast du schon reagiert? Vielleicht ist es schon zum Selbstläufer geworden und ihn beunruhigt schon vorher, daß du genervt reagierst. (was verständlich ist) Auch ohne Strafen merkt er leider genervte Stimmung.

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Hi und erstmal Willkommen hier bei uns im Polar Chat :)

 

Welche gesundheitlichen Untersuchungen hast du bisher bei deinem Hund machen lassen?

 

Ist dein Hund eher dünn, ist er ansonsten sehr hibbelig, kommt er schlecht zur Ruhe, wie ist es mit Nahrungsaufnahme (gut oder eher mäkelig)?

 

Blasenentzündung, eventuelle Anomalien im Blasen-/Harnleiterbereich, aber auch bei der Leber (portosystemischer Shunt) könnten Ursache sein (Das ist jetzt der Blick in die Glaskugel, aber anhand deiner Schilderungen liegt der Verdacht auf gesundheitliche Störungen sehr nahe).

 

Umfassende, und vor Allem bildgebende Verfahren zur Abklärung der Gesundheit deines Hundes halte ich für dringend angeraten, bevor in irgendeiner Weise therapeutische Verhaltensmaßnahmen eingesetzt werden.

 

Eine Vorstellung und reiner Tastbefund beim Tierarzt, aber auch eine einfache Urinprobe (wegen Blasenentzündung) reicht hier absolut nicht aus.

 

 

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Hallo zusammen!

 

Vielen Dank für eure Antworten und Anregungen. 

Da sich das Problem bei ihm bereits sehr früh zeigte, gingen wir zu Beginn einfach davon aus, dass er etwas länger braucht um stubenrein zu werden. Deshalb kam es eigentlich nie dazu, dass wir irgendwie genervt oder streng reagierten. Er wurde als Welpe dann einfach sofort rausgetragen und supermässig gelobt, wenn er am richtigen Ort gepinkelt hat. Ich bin nur nicht ganz sicher, ob er den Lob mit dem Ort des Geschehens verband (was ja wünschenswert wäre) oder eben mit dem Pinkeln selber. Als er dann 7 Monate alt war, wurden diese typischen Muster ersichtlich, eben mit seiner Haltung und den typischen Situationen. Mittlerweile ist er 15 Monate alt und 30 kg schwer. Er ist zwar wählerisch beim essen und frisst unterwegs zum Glück auch nix, er hat bisher noch nie irgendwas aufgelesen oder Kot gefressen. Sein Futter mag jedoch und frisst immer brav alles auf, auch wenn er mal frisch gekochtes bekommt. Er hatte seit Geburt an einen kleinen Nabelbruch. Diesen liessen wir untersuchen, im Dezember wurde dieser auch operiert und im gleichen Zuge wurde er auch kastriert. Der TA versicherte uns, dass kein Zusammenhang besteht zw. Nabelbruch und seinem Pinkelverhalten. Harnröhre, Blase, Nieren und Leber sind in top Zustand, tierärztlich haben wir wirklich alle Möglichkeiten ausgereizt. 

Er ist vom Gemüt ein eher ruhiger und sehr geduldiger Hund, auch als Welpe war er der ruhigste und gemütlichste der ganzen Bande, ein richtiger Berner eben. Es bringt ihn nichts so schnell aus der Ruhe, ausser allein gelassen zu werden. Aber dies bleibt ihm bei uns glücklicherweise erspart. Er ist jedoch sehr aufmerksam und extrem lernwillig. Das gemeinsame Arbeiten macht ihm sichtlich spass, weshalb ich mit ihm Agility mache, auch Zughundesport macht ihm viel Spass. Bisher durfte er zum Trainieren den leeren Davoserschlitten ziehen. Das macht er sehr gerne und gut. Kommandos lernt er extrem schnell, Situationen schätzt er rasch sehr gut ein. Er hat einen relativ ausgeprägten Beschützerinstinkt, dies kommt aber vorallem zutage, wenn in in "seinem" Garten ist.

 

Was wir versucht haben:

- sofort rausgehen (dies zeigte sich jedoch wenig nützlich, da es draussen auch geschah)

- sofort ins Körbchen schicken (hauptsächlich damit wir aufputzen konnten in seiner Abwesenheit) - dies änderte überhahupt nichts

- typische Situationen emotionsmässig entladen, also Ruhe bewahren (wie ein Welpe halt normalerweise ist, konnte er auch sehr euphorisch sein beim spielen, begrüssen etc.) Dies war für uns am schwierigsten und hat uns das Herz fast gebrochen, weil wir die Freude doch so sehr geteilt hätten mit ihm. Aber ja, so versuchten wir halt Ruhe in alles zu bringen. Meiner Meinung nach ging der Schuss voll nach hinten los, da er dadurch unsicherer wurde und wohl das Gefühl bekam, wir mögen ihn nicht mehr. Und so kam das Ducken und nervöse Wedeln dazu :48_weary: 

- also begannen wir uns sofort abzuwenden und weg zu laufen wenn er sich duckte (mittlerweile erkennen wir sein Vorhaben bereits an seinem Blick). Wir gingen einfach einer anderen Beschäftigung nach. Falls er doch noch pinkelte, putzen wir es erst auf, wenn sich die Situation aufgelöst hat. Wir schenktem weder ihm noch seinem Verhalten irgendwelche Beachtung

- grundsätzlich wird er in seinem Korb in Ruhe gelassen. Wenn er von sich aus zu uns kommt, beachten wir ihn erst, wenn er uns beschnüffelt und angestubst hat, also nach Aufmerksamkeit fragt. Meistens klappt das ganz gut. Aber auch da kann es aus, für uns, unersichtlichen Gründen wieder losgehen. Eine falsche Bewegung, egal wie nichtig, kann die Sicherheit bereits vertreiben. 

- vor einigen Wochen habe ich damit angefangen, statt ihn zu begrüssen, ihm ein Leckerli zu zu werfen und anschliessend gleich ein zwei Übungen mit ihm machen, die er gut kann und mag. Mein Ziel damit ist, dass er ein Gefühl der Bestätigung bekommt in so einer Situation.

 

Er ist auf jeden Fall ein Supersensibelchen. Wie erwähnt haben wir zwei Kinder (4 & 6), die die Sache auch sehr ernst nehmen und korrekt mit ihm umgehen. Wenn es jedoch mal zwischen uns, also zwischen Eltern und Kindern, zu Reibereien kommt, merke ich bei ihm eine grosse Unsicherheit. Er verzieht sich dann in seinen Korb und traut sich kaum mehr rauszukommen. Gehen wir nachschauen oder rufen ihn, so taucht sein nervöses Wedeln wieder auf und das gepinkle ist vorprogrammiert.

 

Ich denke wirklich, dass das Problem irgendwo im psychosomatischen Bereich zu suchen ist. Gegenüber den Kindern zeigt er dieses Verhalten nie. Sie können mit ihm schmusen und spielen, er liegt immer mitten im Geschehen und es bringt ihn wirklich absolut nichts aus der Ruhe. Sie können über ihn drübersteigen, beim Balgen an ihn geraten, er bewegt sich nicht, er schaut nichtmal hoch. Wenn er seine Ruhe möchte, legt er sich in seinen Korb. 

 

Vielleicht sollte ich einfach nur mehr Kind sein :4_joy:

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Es tut mir wirklich leid, aber bei Allem was du schreibst verstärkt sich der Verdacht auf gravierende gesundheitliche Probleme bei deinem Hund.

 

Selbst wenn keine organische Ursache vorliegt (Fehlbildungen bei Organen), so ist mindestens die Homöostase (innere biologische, nicht willentlich beeinflussbare Abläufe, insbesondere die Regulation der Hormone betreffend) bei deinem Hund gehörig aus dem Gleichgewicht.

 

Polyurie (verstärkter, und eben auch unkontrollierter Harndrang) kann ein Zeichen für chronischen Stress (Auswirkungen des Hormons Cortisol) sein.

 

Dies zieht sich jetzt schon über einen längeren Zeitraum hin, du schreibst, es habe schon bei ihm als Welpe Anzeichen für eine verzögerte Kontrollentwicklung der Urinkontrolle (Stubenreinheit) gegeben.

 

Ich empfehle dir wirklich dringend, einen Tierarzt mit zusätzlicher Ausbildung zur Verhaltenstherapie aufzusuchen.

 

Die gesamte Symptomatik über diesen langen Zeitraum hat sich so weit verselbständigt, dass ihr keinen normalen Umgang mehr mit eurem Hund habt :(

 

Das ist ein Teufelskreis, der - meiner Meinung nach aufgrund deiner Schilderungen - krankhafte Entwicklungen (also gesundheitliche Auswirkungen) angenommen HAT.

 

Hier hilft kein Training!

 

Schau dir mal diese Seite an, ob du einen entsprechend kompetenten Tierarzt in deiner Nähe findest:

 

http://www.gtvmt.de/

 

Ich drücke euch die Daumen und wünsche euch, dass ihr schnellstmöglich kompetente Hilfe vor Ort findet.

 

Lieber Gruß

Moni

 

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Hallo Moni

 

Vielen Dank für  deinen Hinweis. Ich werde mich diesbezüglich gerne weiter informieren. 

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vor einer Stunde schrieb marcolino:

Es tut mir wirklich leid, aber bei Allem was du schreibst verstärkt sich der Verdacht auf gravierende gesundheitliche Probleme bei deinem Hund.

 

:huh:

 

Gerade der letzte Absatz mit den Kindern, weißt doch auf das Gegenteil hin.

Wenn es gesundheitliche/organische Ursachen wären, würde der Hund sein Verhalten auch bei den Kindern zeigen.

Da ist er aber (Bernertypisch) mega entspannt.

 

Ich teile die Auffassung/Idee der TE es könne sich um psychosomatische Vorgänge handeln.

 

 

Vampierli:

Du beschreibst das alles sehr ausführlich und wie mir scheint mit Empathie und Sachverstand auf. Dennoch brauchst du jemanden vor Ort der diesen "missing link" findet oder zumindest erkennt, wo die Fehlkonditionierung liegt/liegen könnte.

Selber sieht man das vlt nicht.

 

Ich kannte einen Schäferhund, der aus heiterem Himmel immer mal wieder austickte und seinen Hundeführer angriff beim Gassigehen. Man hat die Situation, als es zu der massiven Fehlverknüpfung kam, nie herausfinden können; am Ende einer langen Episode medizinischer Untersuchungen und Verhaltensanalysen ist aufgefallen, dass in all diesen Situationen im Dunstkreis des Hundes eine Plastik/Einkaufstüte rumlag in der vorher Lebensmittel transportiert wurden (man konnte die Angriffe damit nachher auslösen/provozieren). Warum das so war, blieb wie gesagt im dunkeln. Aber man wusste es nun.

Das ist natürlich völlig absurd und unzusammenhängend für einen Menschen. Wer soll das denn direkt erkennen, gerade wo es um die von uns so wenig beachtete Geruchswelt des Hundes ging?

 

Ihr müsst jemanden mit extrem viel Feingefühl und Sachverstand finden, der euren Umgang mit dem Hund beobachtet. Vlt fällt dem dann etwas, für euch möglicherweise banales, auf.

 

 

Hunde die sich sehr unterwürfig zeigen und schnell einpinkeln gibt es ja nicht wenige. Aber in eurem Fall scheint das ja schon sehr massiv zu sein.

 

Ich wünsche euch ganz viel Erfolg.

 

 

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Die Kinder gehen normal mit ihm um und er pinkelt nicht, wenn ich es richtig verstanden habe. Also würde auch ich hier gesundheitliche Probleme ausschließen.

 

Irgend etwas ist da bei der Sauberkeitserziehung schief gelaufen. Er verknüpft etwas total falsch und kommt in Stress und Ängste.

Ihr versucht, euer Verhalten seinen Ängsten irgendwie anzupassen.

Da es so offensichtlich nicht funktioniert, würde ich alles zurückfahren.

Ihr zeigt ihm gegenüber kaum noch Reaktionen, besonders keine freudigen, um die Sache nicht noch zusätzlich zu puschen.

 

 

".........typische Situationen emotionsmässig entladen, also Ruhe bewahren"

" .....also begannen wir uns sofort abzuwenden und weg zu laufen"

"......Wir schenktem weder ihm noch seinem Verhalten irgendwelche Beachtung"

"......beachten wir ihn erst, wenn er uns beschnüffelt und angestubst hat, also nach Aufmerksamkeit fragt."

"...... statt ihn zu begrüssen, ihm ein Leckerli zu zu werfen und anschliessend gleich ein zwei Übungen mit ihm machen, die er gut kann und mag.

 

Ich verstehe eure ungeheuren Bemühungen, das Problem in den Griff zu bekommen.

Funktioniert nicht, dann macht doch das Gegenteil.

Verhaltet euch normal.

Der Hund ist ein sehr soziales Wesen, ihr geht aber absolut nicht sozial mit ihm um.

Die Kinder tun es, bei ihnen zeigt er sein Verhalten nicht.

Ihr wollt das Problem lösen, ihm helfen. Das aber versteht er nicht. Es scheint sein Problem zu verstärken.

Ich halte es für ein Kommunikationsproblem, er hat etwas total missverstanden, weiß nicht, wie er sich verhalten soll, kriegt falsche Antworten auf falsche Fragen.

 

Freut euch, wenn ihr ihn seht, wendet euch nicht ab.

Wenn er Angst zeigt, wendet euch ihm zu.

 

Ich kannte einmal eine Familie, die ihrem Hund beibringen wollte, im Garten nur in eine bestimmte Ecke zu machen.

Sie fingen damit gleich an, als er als Welpe zu ihnen kam. Er verstand letztendlich nur, das Pinkeln überall verboten ist, zeigte ein übermäßig eingeschüchtertes Verhalten und pinkelte nur noch "unsichtbar" unter sich in seinem Korb. Alle erzieherischen Versuche machten alles noch schlimmer. Sie bekamen kein normales Verhältnis mehr zu dem Hund. Er wurde abgegeben und mit der Ortsveränderung normalisierte sich sein Verhalten innerhalb weniger Wochen.

Auch hier letztendlich ein Missverständnis die Ursache.

 

 

 

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Hallo @acerino und @gatil 

vielen Dank für euren wertvollen Beitrag. Es sind ja tatsächlich meistens ganz kleine, unscheinbare Dinge, die eine enorme Wirkung haben. Und es stimmt auch, dass sich die ganze Situation ziemlich festgefahren hat. Leider wird es auch mit ganz viel Toleranz nicht angenehmer, wenn er am Morgen als aller erstes das Bett vollpinkelt, weil man den Hund ohne böse Absichten streichelt, wenn er uns am Bett begrüssen kommt. Ich kann einfach nicht mehr jeden Tag das gesamte Haus 10 Mal reinigen und täglich die komplette Bettwäsche waschen. Aus gewissen Sachen bringe ich den ätzenden Uringeruch auch gar nicht mehr raus. Es ist ein riiiiiesen Erfolgserlebnis, wenn er mal an einem ganzen Tag nicht losgelassen hat. Aber wie gesagt, wir würden ja gerne mit ihm "normal" umgehen können, das ist ja unser sehnlichster Wunsch. Er ist ja auch nicht mein erster Hund, ich habe eigentlich ziemlich viel Erfahrung. Aber in diesem Fall weiss ich echt nicht mehr weiter.

Aber es ist ja auch nicht so, dass wir ihm gegenüber gar keine Freude mehr zeigen @gatil , die Sätze sind etwas ausser Kontext gerissen. Wir haben bloss die überschwängliche Euphorie dezimiert ;)  Dass wir uns abwenden, wenn er neben uns pinkelt, soll ihm ja bloss ein Zeichen sein, dass er nichts zu befürchten hat.

Und ja, er zeigt uns schon, dass es ihm wohler ist, wenn wir nicht auf ihn zugehen und ihn von oben her bewuscheln. Er ist viel entspannter, wenn er dann kommen kann, wenn es ihm passt und man ihm dann quasi auf Augenhöhe begegnet. Wir können einfach nicht herausfinden, was ihn in einer solchen eigentlich ruhigen Situation dann trotzdem plötzlich verunsichert. Er zeigt es nämlich deutlich, plötzlich duckt er sich, schiesst los, und schleicht wieder davon, als würde er erwarten, dass dann jemand auf ihn losgeht. Und dieses Verhalten ist für uns komplett unerklärlich, weil er unseres Wissens niemals im Leben je auch nur ein böses Wort abbekommen hat, geschweige denn körperliche Gewalt. 

 

Ich konnte heute Nachmittag noch mit meinem TA sprechen (der praktischerweise auch mein Nachbar ist). Er meinte es sei ausgeschlossen, dass es gesundheitlichen Ursprungs sei, denn er würde weitere Anzeichen aufweisen, wie etwa übermässigen Durst, Nahrungsmittelintolleranzen/ Allergien oder  Merkmale von Verdauunsgschwierigkeiten, und das hat er alles nicht. 

 

Am schlimmsten finde ich den Gedanken, dass er sich in seinem Zuhause womöglich nicht wohl fühlt. Wir haben ihn trotz seinem Problem unheimlich lieb, er ist ja sonst auch so ein unkomplizierter und eigentlich ja auch ganz zufriedener Zeitgenosse, der jeden Spass mitmacht. Seine Eltern und Geschwister sind alles Hofhunde und leben ausschliesslich draussen und im Stall. Bei ihnen wurde dieses Verhalten nicht beobachtet, aber ich weiss auch nicht, ob das so überhaupt auffallen würde. Und unseren Hund ausquartieren möchte ich eigentlich nicht. Er darf ruhig Teil des Familienlebens sein. Und weggeben ist auch nicht unser Plan.

 

@acerino Bei deiner Geschichte mit dem Schäferhund - weisst du wen man da zur Hilfe beigezogen hat? War der irgendwie spezialisiert auf Hundeverhalten? Würde gerne mehr darüber wissen. 

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Es ist wirklich schwierig, es zu beurteilen.....

 

Ich kann nicht sagen, wie ich selbst damit umgehen würde.

Vermutlich, Situationen, in denen es vorkommt, eliminieren.

Hund pinkelt bei Begrüssung im Schlafzimmer ins Bett - kommt er nicht mehr ins Schlafzimmer.

Denk ich genauer darüber nach, widerspricht dies dem, was ich vorher gerade geschrieben habe.........

 

Was ist mit Epilepsie???

Hier sind schon die komischsten Ausprägungen beschrieben worden - das "plötzlich duckt er sich, schiesst los, und schleicht wieder davon" würde mich daran erinnern. Aber da es bei den Kindern nicht auftritt, lässt einen diese Möglichkeit wieder verwerfen.

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