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Hundeforum Der Hund
Fiona01

Kognitive Fähigkeiten: Was Wolf kapiert, kapiert Hund noch lange nicht!

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vor 13 Stunden schrieb Hoellenhunde:

Die Frage ist, ob Hunde - wie Kojoten - nicht schon "immer" semisolitär waren. Ob sie die Fähigkeit "verloren" oder niemals hatten.

 

Ich finde das WSC dennoch super spannend (und es war eine interessante Erfahrung) - auch wie die Wölfe auf Yoma reagiert haben. Oder Yoma auf die Wölfe und Hunde. Nämlich komplett anders. 

 

Dazu bringe ich mal das Silberfuchsexperiment an, bei welchem aus ursprünglich solitär lebenden Individuen gesellige, zur Fähigkeit in einer Gruppe leben zu könnenden Füchsen wurde. Innerhalb einer recht kurzen Zeitspanne im Vergleich zur Evolution und nur aufgrund Selektierung auf ein einziges Merkmal: Zahmheit.

 

Den Genen kann man nichts zufügen, alle Facetten die wir bei unterschiedlichen hundeartigen beobachten können, sind in dem gleichen genetischen Erbe vorhanden und haben sich aus diesem entwickelt.

 

Was Hunde so einzigartig macht ist ihre Fähigkeit, sich am Menschen zu orientieren, diesen zu verstehen. Das ist ihr evolutiver Vorteil.

(Klar gibt es hier auch Unterschiede bei den einzelnen Rassen, und verstehen können heißt noch lange nicht, sich auf das was verstanden wird auch einzulassen, sich danach zu richten - aber das ist ein anderes Thema).

 

Zum eigentlichen Thema: Schon der Titel legt die Vermutung nahe, Wölfe wären "klüger" als Hunde.

 

Das stimmt auch - nur gilt diese Aussage für ganz bestimmte Bedingungen!

 

Wölfe sind klüger in allen Belangen, die IHREN LEBENSRAUM betreffen.

 

Haushunde sind klüger in allen Belangen, die den ihnen eigenen Lebensraum betreffen. Das gilt auch für Haushunde, die dem Wolf ähnlicher sind als andere Rassen - weil diese eben auch immer noch Hunde sind, und der Wolf ein Wolf ist.

 

Welche gravierenden Unterschiede zwischen Wolf und Hund tatsächlich vorhanden sind, kann man gut erkennen bei einer Vermischung beider Spezies: Dem Wolfhybriden.

Das wölfische Erbe (z. B. bleibene Fremdenangst) verhindert eine Anpassung an die menschliche Umwelt, das hündische Erbe macht sie gleichzeitig abhängig von dieser.

 

 

 

 

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Ja, diese Gedanken hatte ich so oder so ähnlich auch und schon, nur bei den Wolfhunden bin ich mir nicht ganz sicher.

 

Mein Blick geht da in Richtung Dingo bzw. Dingomischlinge in Privathand in Australien, die in vielerlei Hinsicht die Probleme teilen, die Wolfhunde auch haben - Dingos sind aber "Haushunde" (der Status als eigene Unterart dient ja lediglich dem besseren Schutz).

Dingos haben wie unsere Hunde das "verkleinerte Gehirn", sind aber dennoch in der Lage, in Gruppen so zu jagen wie Wölfe. Was vielleicht darauf hinweist, dass Hunde doch nicht so "dumm" sind, selbst in einer "Wolfsdomäne"? Und das den "hundesartige" Sozialstruktur (semisolitär) sie nicht an sowas hundert:

 

 

 

 

 

 

Was ich aber auch ganz wichtig finde, so wie du (indirekt) sagst:

Der Hund ist kein verdummter Wolf! In manchen Bereichen sogar "überlegen".

 

 

 

 

("Wolfsähnliche" Rassen finde ich auch schwierig als Begriff, Ancient Breeds/Primitive Dogs/Urhunde finde ich auch passender, wobei das auch nicht ganz deckungsgleich ist; damit wollte ich nur aussagen, dass Rückschlüsse so ein bisschen schwierig sind.)

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Wenn man bedenkt, daß Hunde menschliche Nahrungsreste besser verdauen können und sie nicht unbedingt Nahrung erjagen müssen, als vielmehr genausogut Nahrungsreste suchenkönnen ist das Konkurrenzverhalten auch dadurch erklärbar.

Das Nahrungsangebot ist punktuell begrenzt aber großflächig verteilt.Wenn viele einzeln über ein großes Gebiet Nahrungsreste suchen sind am Schluß alle gesättigt. Entsprechend mehr Konkurrenz entsteht um eine kleine Nahrungsmenge, wenn beide sie gleichzeitig finden.

Die Menge dürfte eine ziemlich große Rolle spielen. Um die einfache Essration wird eher gekämpft, als wenn ein Futtermittellager ausgehoben würde.

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Nur um Missverständnisse zu vermeiden: Wolfshunde ungleich Wolfshybriden, oder? 

 

 

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Kommt darauf an, wie wir Hybriden definieren. Wölfe und Hunde gehören der gleichen Art an. Für mich sind alles Wolfmischlinge, deshalb unterscheide ich nicht. 

 

 

 

*in welcher geistigen Umnachtung habe ich das denn geschrieben?

 

"Und das den "hundesartige" Sozialstruktur (semisolitär) sie nicht an sowas hundert"

 

-->

 

Und dass die "hundeartige" Sozialstruktur (semisolitär) sie nicht an sowas hindert

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vor 11 Minuten schrieb Hoellenhunde:

Kommt darauf an, wie wir Hybriden definieren. Wölfe und Hunde gehören der gleichen Art an. Für mich sind alles Wolfmischlinge, deshalb unterscheide ich nicht. 

 

 

 

*in welcher geistigen Umnachtung habe ich das denn geschrieben?

 

"Und das den "hundesartige" Sozialstruktur (semisolitär) sie nicht an sowas hundert"

 

-->

 

Und dass die "hundeartige" Sozialstruktur (semisolitär) sie nicht an sowas hindert

klar gilt der fachliche Begriff "Hybrid" nicht für eine gleiche Art.

 

Aber ich denke,ist ist wirklich ein wesentlicher Unterschied, ob wir von direkten Nachkommen Wolf/HUnd reden oder

von Nachkommen von Hunden ,deren Vorfahren 1955 oder so einen Karpatenwolf im Stammbaum hatten.

 

Mutter oder Vater direkt Wolf oder viel Generationen nur Hunde dazwischen.

 

Aber ich kann mich ja irren.

 

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vor 2 Stunden schrieb Hoellenhunde:

Kommt darauf an, wie wir Hybriden definieren. Wölfe und Hunde gehören der gleichen Art an. Für mich sind alles Wolfmischlinge, deshalb unterscheide ich nicht. 

 

 

 

*in welcher geistigen Umnachtung habe ich das denn geschrieben?

 

"Und das den "hundesartige" Sozialstruktur (semisolitär) sie nicht an sowas hundert"

 

-->

 

Und dass die "hundeartige" Sozialstruktur (semisolitär) sie nicht an sowas hindert

 

 

Ich kann gerade nicht folgen. Du unterscheidest nicht wozwischen?

Wolfsmischlingen und Wolfshybriden?

 

Also Rassen wie Saarloos, Tscheche etc. sind Hybriden/Mischlinge mit Wolf?

Alle anderen Hunde?

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Nicht WolfMISCHLINGE, passt irgendwie nicht als Ausdruck.

 

Canis lupus ist die Art, daraus haben sich (hauptsächlich durch Umweltanpassung) die Unterarten entwickelt.

Insofern hat hier keine "Vermischung" stattgefunden, sondern eine umweltangepasste Evolution, die Unterarten hervorbrachten.

 

Canis lupus ist übrigens genau genommen ein Wildhund :ph34r:

 

Verwirrend, ne? :D

 

Canis lupus familiaris (Haushund) ist dann also der domestizierte Wildhund aus der Art Wolf ...

 

Saarloos und Tschechoslowakischer Wolfhund sind ja noch sehr junge Rassen, bei denen das wölfische Erbe noch gut zu erkennen ist. Bei Beiden erfolgte eine Kreuzung von Wölfen mit deutschen Schäferhunden. (laut Wikipedia, evtl. sind andere Quellen da genauer und seriöser). Ausgangspunkt beider Rassen waren also Wolfshybriden. Die heutigen Hunde sind also nicht mehr als Hybriden zu bezeichnen, allerdings trifft hier die Aussage von @Hoellenhunde voll zu: Diese Rassen sind eine Mischung aus Haushund und Wolf.

 

 

 

Der irische Wolfshund hat eine deutlich längere Geschichte, wohl mit einer ebensolch lange zurückliegenden Kreuzung Wolf und Hund - wenn diese überhaupt stattgefunden hat.

Dazu habe ich keine Quellen gefunden.

 

Alle zählen zum Canis lupus familiaris (Haushund).

 

 

Edit: Öhm - wie war noch mal das Thema? :think:

 

 

 

 

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Jedenfalls bleibe ich (auch?) daran hängen, daß die neutralen Vergleichsbedingungen vielleicht gar nicht mal so neutral sind um Rückschlüsse bezüglich Neophilie zuzulassen.

Immerhin spielt sich alles in Gehegen ab. In sehr reizarmer Umgebung. Nicht jeder Hund kommt mit Zwingerhaltung klar. Ein Wolf auch nicht, aber ich gehe davon aus, daß Eltern und Großeltern bereits in Gehegen aufwuchsen.

Insgesamt ist die Anzahl der Hundeindividuen zu gering. Die Streubreite von Wesenstypen ist bei Hunden wohl ungleich höher als bei Wölfen. Ich glaube die paar Mischlinge bilden das nicht ab. Jedenfalls nicht um Rückschlüsse in Bezug auf Neugier und Problemlösungsdrang zu ziehen. Dazu kenne ich zu unterschiedliche Hunde und dazu weicht die Haltung der Hunde zu sehr von ihrem "angestammten Habitat" (nämlich in unmittelbarer Nähe ihres Besitzers) ab.

Ich glaube die reizarme Umgebung wirkt sich einfach im Vergleich beim Hund negativer aus auf diese Eigenschaften.

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Für mich wäre ein "echter" Wolfshybrid ein Wolf-Kojoten-Mischling...

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