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Hundeforum Der Hund
DLie

Antiautoritäre franz. Zwergpudelhündin Erziehung möglich?

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Hallo liebe Pudelerziehungsberechtige,

wir haben heute eine 3 jährige verwahrloste Zwergpudelhündin aus der Tiernotrettung geholt.Leider hat die junge Dame bisher nichts Schönes in Ihrem Leben erfahren dürfen. Wir wollen Ihre ein schöneres Leben in ländlicher Umgebung schenken. Leider kennt Sie wohl nur eine 1 Zimmer Wohnung, in der Sie auch Ihr "Geschäft" auf einer Matte verrichten musste. Sie wirkt sehr schüchtern, glücklicherweise nicht bissig. Sie ist so süß.. Nun muss Sie leider noch vieles Lernen.

Sie verkriecht sich leider viel in Ecken der Wohnung. Scheint verstört...Kennt nicht die Natur...Das tut so weh.... Wie kann man so ein Süße so verwahrlosen lassen?

 

Gibt es antiautoritäre Erziehungsmethoden, Tipps  (stubenrein, Sitz, Platz und an der Leine zu gehen) um Sie möglichst ohne "psychische Problem" zurück in ein schönes Leben zu holen?

Hundeschule ist sicherlich eine weitere Option.

 

Wir haben nur Erfahrung mit Welpen und das ist 15 Jahre her....Eigentlich hatten wir gedacht, dass eine Dreijährige weiter ist...Haben sich die Erziehungsmethoden bei Hunden auch im Laufe der Jahre geändert?

 

Vielen Dank für Tipps aller Art

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Ich habe zwar keinen Pudel, aber eine Meinung :)

 

Ein Hund benötigt keine Antiautorität, sondern eher sanfte  Führung.

Nicht laut, schon gar nicht brutal aber ruhig und sicher.

Gerade, wenn sie nix kennt und unsicher ist, wie soll sie denn wissen , was zu tun ist?

Positive Bestätigung, aber auch ein (sicheres!) "Nein!",  wenn sie etwas nicht darf. Dabei nicht laut oder  ungeduldig werden. Wenn  möglich eine Alternative bieten. 

Viel Erfolg Euch!

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Es gibt so einen Spruch: sag im ersten Jahr nur Ja.

Das ist sicherlich nicht uneingeschränkt machbar, manchmal muss man etwas verhindern oder verbieten, aber es bezeichnet die Grundeinstellung, dass man immer freundlich bleibt, ruhig, geduldig, den Hund so oft es geht bestätigt, lobt, belohnt, d.h. kurz gesagt erwünschtes Verhalten fördert. Was sie als Belohnung empfindet und womit du sie motivieren kannst (Futter, Zuneigung, Streicheln, nette Worte, ein Spiel, ein bestimmtes Spielzeug etc.) wirst du herausfinden.

 

vor einer Stunde schrieb DLie:

Haben sich die Erziehungsmethoden bei Hunden auch im Laufe der Jahre geändert?

 

Ja, sehr sogar und zum Glück. Man versteht heute mehr über die Wirkung von Belohnung und Strafe. Es wird allgemein mehr darauf geachtet, dass der Hund gerne lernt, motiviert ist, kooperiert, Spaß am Lernen hat. Früher war es noch üblicher, über Zwang und Strafe zu arbeiten, wenn der Hund nicht "funktioniert" hat. Heute wissen mehr Trainer und Halter, dass man damit nur unnötig hemmt, einschüchtert, verunsichert und auf diese Weise oft andere Probleme heraufbeschwört. Das nur als Kurzfassung.

Es tut sich was in den HuHaKöpfen, langsam zwar, aber stetig.

 

Ich lege dir noch dieses Buch an`s Herz :)

 

https://www.amazon.de/Das-andere-Ende-Leine-bestimmt/dp/3492253253/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1518902661&sr=8-1&keywords=das+andere+ende+der+leine+was+unseren+umgang+mit+hunden+bestimmt

 

 

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Ich würde das arme Tier erst mal ganz in Ruhe ankommen lassen, bevor du es mit "Sitz" und "Platz" versuchst. Du musst halt bei Null anfangen und einfach Zeit vergehen lassen. Erwarte erst mal nichts von ihr. Wenn du mich fragst:

  • Leg ihr wieder eine Matte hin für die Notdurft, möglichst eine, die sie kennt, dort wo sie auch früher in ihrem Zuhause lag. Dann lies hier mal nach, wie man Welpen die Stubenreinheit beibringt und mach es bei ihr genauso. (Eine Matte würde ich Stück für Stück in Richtung Haustür verschieben. Sobald sie sich draußen sicher fühlt, wird sie sich auch mal dort lösen, dann viel loben. Wenn sie draußen zuviel Angst hat und drinnen nichts machen darf, ist das schon sehr fies. Irgendwann braucht ihr die Matte hoffentlich nicht mehr. Usw.)
  • Probier mal eine Softbox (da muss sie immer rein und raus können wie sie möchte), in die sie sich wie in eine Höhle zurückziehen kann. Dann wisst ihr, wo sie ist und sie muss sich nicht immer neue Verstecke suchen.
  • Ich würde ihr das Leben langweilig und ohne viel Aufregungen gestalten, immer die gleichen Abläufe, genaue Uhrzeiten. Dann wird das Leben für sie berechenbarer.
  • Wenn sie die Außenwelt gar nicht kennt, würde ich sehr kleine Schritte mit ihr machen. Flur erkunden, wieder zurück in die sichere Wohnung. So oft, bis sie von selbst oder mit deiner Begleitung einen Schritt weiter gehen kann = bis vor das Haus, dann den eigenen Garten, die Straße bei euch. Möglichst kleine, immer gleiche Wege, weil das Sicherheit gibt. Von da aus, mal einen kleinen Ausflug versuchen.
  • Der Tierschutz hat mir empfohlen viel Futter aus der Hand zu füttern, falls sie das schon von fremden Menschen annimmt. Soll Bindung und Vertrauen aufbauen. Sie sollte sich aber immer satt essen können, ohne mit euch Zwangskontakt haben zu müssen.
  • Kleine Spiele mit Leckerlis oder Bällchen, was ihr halt gefällt, eben Dinge, die ihr zusammen macht, fördern auch das Vertrauen, das sie ja offenbar gar nicht hat, wenn sie sich nur versteckt.

Ich wünsche euch alles Gute mit dem neuen Mitbewohner!

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Was mir noch einfällt: Sichert sie draussen am besten mit einem Sicherheitsgeschirr. Denn auch, wenn sie sich scheinbar schon eingewöhnt hat, kann es mal knallen und dann ist sie womöglich weg. Ich glaube, das wäre ihr sicherer Tod, wenn sie draußen nichts kennt, und flüchtende Hunde sind irrwitzig schnell. Das mit dem Freilauf würde ich deshalb erst mal für lange Zeit vergessen. Für den Freilauf (den sich jeder Besitzer ja wünscht, besonders für zu kurz gekommene Hunde) würde ich wirklich warten, bis sie bei euch Schutz sucht, egal was passiert, und sie sollte dafür auch den Rückruf sicher beherrschen (den können nicht mal alle normal aufgewachsenen Hunde :), aber die wissen eben, wie sie heil wieder zurückkommen). Ohne Leine ginge in ausbruchsicheren Gärten oder dem Areal der Hundeschule oder sowas, sonst normale Leine oder Schleppleine (mein Hund fühlte sich an der 5m Schlepp leider gar nicht wohl, ihm fehlte wohl die Nähe zu mir als Schutz, aber zuviel Nähe war auch wieder nicht gut, also austesten).

 

An der Leine gehen üben: die Leine etwas länger lassen, entspannt die Situation oft (habe ich selbst gemerkt mit einem Panikhund). Ich bin bei Panikanfällen (dann hat man den Hund überfordert) mit dem Hund zusammen in eine geschützte Ecke geflüchtet (z.B. ein Mülltonnenverschlag), hab mich vor den Ausgang gesetzt und den Hund ignoriert. Hab dann den Hund mal gucken lassen, was da "draussen" los ist, habe langsam, ruhig und dröge mit dem Hund geredet, in der Hoffnung, dass die eigene Ruhe sich überträgt (dafür braucht es aber schon einen Bezug zum Menschen, also nicht enttäuscht sein, wenn das nicht klappt).

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Lasst euch doch von einem Trainer, der das kann!!!! (vielleicht hier eine Empfehlung holen) erklären, wie und was der Hund nun benötigt. Und vor allen Dingen, was mit dem Hund genau los ist. "Keine schönen Dinge erlebt" kann ja alles heissen.

 Vielleicht ist der Hund depriviert, so dass er nur bedingt lernen kann. Und das müsst/solltet ihr Wissen um eurerseits Enttäuschungen zu vermeiden.

 

Hundeschule im Sinn von FUSS, Sitz, Platz ist unnötig. Leider wird immer noch Erziehung mit Sport verwechselt und vermischt.

Solch ein Hund benötigt keine "ANTI-autore Erziehung", sondern "liebevolle, KONSEQUENTE! und verlässliche Menschen.

Konsequenz heisst nicht, dass ihr Regeln erfinden müsst, die ihr nicht lebt, sondern, dass GILT, was ihr sagt.

So dass der Hund, weiss, worauf er sich einstimmen kann. Dann kann Hund auch Ängste verlieren.

 

 

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@Laikas hat schon viel Wichtiges beschrieben.

Am allerwichtigsten ist allerdings wirklich, dem Hund Zeit zu geben und nicht gleich mit Erziehung und Weltkennenlernen anzufangen. Wartet ein Bisschen, vielleicht bietet sie ja nach einiger Zeit selbst etwas an Neugierde an.

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Lass erst mal Vertrauen zu. Vertrauen zur neuen Behausung, neuem Umfeld, neuer Familie. Dazu gehören allerdings auch Regeln. Feste Regeln geben Sicherheit. Dann sieht man weiter.

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@DLie 

 

Hallo und toll das du hier deine Frage gestellt hast. Du wirst jetzt viele Antworten bekommen, aus der Ferne ist es aber auch immer recht schwer.

 

Dennoch möchte ich dir meine Meinung dazu schildern, vielleicht kannst du davon etwas gebrauchen und umsetzen.

 

Zuerst aber einmal zur inneren Einstellung. Mitleid ist hier kein guter Ratgeber. Hab bitte nicht das Bild im Kopf was der Hund evtl. mal erlebt hat und wie schlecht es ihm mal ging, hab das Bild vor Augen und somit dein Ziel, wie du in 3, 6 oder 12 Monaten einen tollen Hund hast mit dem du dann draußen spazieren geehen kannst etc.

 

Auch ich würde hier keinerler Erziehung erst mal ansetzen. Macht er in die Wohnung, mache es weg, ohen bösen Kommentar oder so, macht dein Hund draußen, lob ihn, kurz und knapp. Dein Hund muss ja erst einmal die Welt kennen lernen jetzt.

 

Vertrauen und Bindung ist jetzt das Einzige was nötig ist.

 

Wenn er sich verkriecht in die Ecke würde ich hier erst einmal zwei Plätze vorbereiten, eins evtl. etwas Abseits, also sozusagen kleine Höhle, toll ausstatten, dort kann er sich zurück ziehen und eine zweite in deiner Nähe. Möchtest du den Hund auf der Couch haben oder nicht? Dann mach entweder auf oder der neben der Couch eine super Ecke für den Hund. Leg dann etwas in die Nähe von dir . Socken, Unterhemnd odere so,natürlich getragen und nicht aus der Waschmaschine, aber dies auch nicht direkt auf die Decke, einfach in die Nähe damit er dein Geruch immer in der Nähe auch hat.

 

Rede nicht zu viel mit ihm und gib keine Kommandos großartig, auch streicheln würde ich erst nicht so viel. Laß den Hund kommen und erst mal seine Entscheidungen treffen.

 

Setz dich vielleicht beim Fernseh schauen auf den Boden, beachte ihn gar nicht so viel, ruf ihn nicht ständig. Wenn er seine Nase dann einsetzt, lob ihn kurz, aber auch nicht mehr. vielleicht kommt er dann irgendwann, dann nicht jetzt zu sehr freuen, nicht bedrängen, nicht von oben streicheln, lass ihn riechen, er soll im Idelafall dich erst mal erkunden, halte dann evtl. die Hand hin, also ruhig, positive innere Einstellung. Viellicht legt er sich dann irgendwann zu dir auf dem Boden, auch hier würde ich überschwengliches streicheln nicht für positiv ansehen, leg deine Hand ganz ruhig auf den Bauch, ganz leicht nur bewegen, dadurch wirst du Vertrauen schnell aufbauen, ganz sicher. Dein Hund wird es dir signalisieren.

 

Gib dem Hund die Zeit die er jetzt auch benötigt.

 

Alle Übungen und Erziehung würde ich jetzt nicht üben und einfordern. Alles was er mal gut macht, auch wenn er nur kommt wenn du vielleicht in der Küche bist, sieh es positiv dann, kurzes tolles Lob, alles gut dosiert.

 

Versuch das erst mal, wenn einiges klappt, poste hier doch eure Fortschritte, wir werden alle versuchen dann weitere Tipps zu geben. Wenn das Vertrauen und die Bindung da ist, ist alles weitere wie Sitz, Platz, Fuß ein Kinderspiel zu üben, aber bitte erst dann.

 

Und noch meine Meinung zum Trainer und Hundeschule. Ich bin ein völliger Befürworter dazu, bei 95 % der Fälle rate ich auch dazu, weil es viel Spaß machen kann.

Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich dazu aber nicht raten. Die Überforderung empfinde ich gerade als Kontraproduktiv.

 

Beobachte, aber eher so aus dem Augenwinkel, ob sie dich und dein Familie beobachtet, mit den Augen, mit den Ohren und noch viel besser mit der Nase. Hier kann man dann tolle Zwischenübungen nutzen, achte mal auf die Sinnesorgane.

 

Und noch mal mein großes Kompliment, toll das du dich für den Hund entschieden hast, aber du wusstest vorher bestimmt auch, dass es erst mal auch eine Aufgabe ist, du machst das

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Neben allem, was schon so gesagt wurde, könntest Du mal ein paar Sachen von Linda Tellington Jones lesen. Ich hab das Gefühl, die zur Zeit ist gar nicht mehr so präsent, aber sie hat einige interessante Sachen geschrieben. Ich konnte ich seinerzeit einiges aus ihren Büchern mitnehmen. :) Es geht nicht unbedingt um Erziehung, aber sehr viel um Bindung und Vertrauen. Das könnte ja was für euch sein.

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