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Hundeforum Der Hund
LaraAdriana

Hund bei Angsstörung mit in die Berufsschule nehmen?

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Liebe Comunity,

 

ich hoffe ihr könnt mir bei meinem Anliegen helfen. Ich bin 19 Jahre alt und habe mir vorgenommen im August eine Ausbildung als Kauffrau zu beginnen. Da ich seit ca 2 Jahren an schweren Angststörungen leide wird das natürlich ein großer und schwerer Schritt für mich, weil meine größte Angst ist in die Schule zu gehen. Ich hab in den letzten Monaten immer mehr Lebensqualität zurückgewinnen können aber als ich letztes Jahr versucht habe in die Schule zu gehen (es waren nur 4 Stunden) hatte ich danach einen Nervenzusammenbruch und musste das ganze wieder abbrechen.
Um mich zu motivieren haben meine Eltern mir versprochen, dass ich einen Hund haben kann wenn ich es schaffe eine Ausbildung zu beginnen (damit ich ihn mir auch überhaupt leisten kann). Mein Chef hat mir auch erlaubt, dass ich ihn dan mit ins Büro nehmen kann. Ich hätte so gerne einen Hund vorallem auch um die Sicherheit zu genießen, dass einer bei einem ist egal was passiert.

Nun frage ich mich aber, wie es mit der Berufsschule aussieht? Darf man einen Hund als psychische Unterstützung mit in die Schule nehmen?
Wenn jemand schon Erfahrung damit gemacht hat oder bescheid weiß würde ich mich sehr über eine Antwort freuen!

Danke schon mal im Vorraus :)

LG Lar

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Ich würde das mit der Schule besprechen und fragen ob man einen Hund mitnehmen darf. 

Mir selber sind die Hunde eine große Stütze was meine Angststörung angeht. Nur wegen ihnen MUSSTE ich tagtäglich das Haus verlassen. Man hat immer jemanden an seiner Seite und etwas woraus man sich konzentrieren kann um anderes "auszublenden". 

Allerdings hätte ich mir nicht vorstellen können einen Hund mit zur Schule zu nehmen (unabhängig ob das möglich ist oder nicht) da der Hund viel zu viel Aufmerksamkeit auf mich gelenkt hätte, was meine Angst verstärkt hätte. 
Aber ich habe meine Hunde z.B immer mit zur Therapie genommen. 

 

Ich wünsche dir von Herzen, dass du bald wieder richtig leben kannst. 

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Also wenn du meine persönliche Meinung hören willst: Ich würde unter diesen Umständen den persönlichen Besuch der Berufsschule vermeiden. Ich habe zwar keine Angststörung, aber Schulen und Großraumbüros fand ich psychisch extrem stressig und es lenkt vom Lernen und Arbeiten ab. Kein vernünftiger Mensch setzt sich zum Lernen oder kreativ sein direkt neben einen Presslufthammer, in einen lärmigen Kindergarten oder in die Fanecke beim Fußballspiel. Für optimale Kopfarbeiten brauchen Menschen eine bestimmte Umgebung und dafür kann in den Schulen keiner sorgen. Leider hängt ja der Ausbildungsabschluss an der Berufsschule. Statt den Hund mit in dieses laute Berufsschul-Chaos zu nehmen, wäre meine Idee einen Online-Fernkurs für den schulischen Teil zu belegen. Die Deutsche Angestellten Akademie bot z.B. hier in unserer Gegend Umschulungen an (das sind komplette kaufmännische Ausbildungen) und Mütter mit Kindern oder weit entfernt lebende Teilnehmer konnten ausnahmsweise auch die Theorie-Module von zuhause aus über den PC absolvieren. Der Theorieteil konnte mit einem Nutzerkonto auch komplett über das Internet aufgerufen werden. Die Modul-Klausuren wurden dann vor Ort in der Schule geschrieben. Vielleicht gibt es solche Möglichkeiten auch für deine Situation? Womöglich kannst du eine Förderung vom Arbeitsamt erhalten und zeitgleich könntest du deine Praxisausbildung im Büro machen (großartig, dass du eine Ausbildungsstelle gefunden hast! :91_thumbsup:).

Bei einer Angststörung kann man beim Versorgungsamt auch einen "Grad der Behinderung" feststellen lassen. Vielleicht kannst du damit eine Förderung bekommen für unterstützende Maßnahmen für deine Ausbildung. Google doch mal die Begriffe:

grad der behinderung angststörung

oder

Ausbildung mit Behinderung Unterstützung Anlaufstellen

 

Ich wünsche dir viel Erfolg!
 

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Hi. Ich finde den Vorschlag von Laikas super, auch wenn es viel Papierkrieg bedeutet. Den wirst Du aber wahrscheinlich so oder so haben. Es ist toll, dass Du Eltern hast, die Dich unterstützen. Sicher werden sie Dir auch bei den Papierdingen zur Seite stehen.

Du kannst natürlich bei der Schule anfragen. Aber es ist allgemein nicht so leicht, einen privaten Hund mit in eine öffentliche Bildungseinrichtung zu nehmen. Es kommt sicher auch ein bisschen auf die Schule an, aber hier bei uns in der Stadt kriegt man als Hundehalter sogar einen Schrieb zugeschickt (nachdem man den Hund angemeldet hat), wo der Hund überall nicht hin darf. Schulen gehören dazu.

Um einen Hund überall mit hinnehmen zu dürfen, müsste man mit ihm eine Assistenzhunde-Ausbildung machen. Damit ist man auf der sicheren Seite. Mit so einem darf man überall hin, das ist ähnlich wie ein Blindenführhund. Ich habe das bei einer Freundin so ein bisschen mitbekommen (ganz andere Art von Assitenzhund, aber die rechtlichen Sachen sind ja gleich). Man darf den Hund nicht selber ausbilden, sondern muss das in einer zertifizierten Einrichtung machen. Natürlich ist man beteiligt, aber man muss zwingend in so eine spezielle Hundeschule, sonst wird der Hund nicht als Assistenzhund anerkannt. Das Ganze ist zudem wirklich richtig teuer (wir reden über mehrere tausend Euro, bis der Hund zertifiziert ist). Im Fall meiner Freundin war es auch so, dass der Hund Papiere haben musste. Warum auch immer, ich weiß nicht, woher die Vorschrift kam, aber es war so. Sollte so eine Ausbildung für Dich in Frage kommen, würde ich mich auf jeden Fall vorher bei den zuständigen Stellen hierzu erkundigen. Das kostet alles in allem wirklich eine Menge Geld (google mal, was ein Blindenführhund so kostet, bis er fertig ausgebildet ist und zu seinem Besitzer kann).

Dann muss der Hund natürlich überhaupt erstmal für so eine Ausbildung geeignet sein. Wenn man sich für einen Welpen entscheidet, kann man zwar Tendenzen erkennen, aber es ist noch lange nicht gesagt, dass er als erwachsener Hund dann wirklich das Zeug dazu hat. Und wo wir bei geeignet sind - ich kenne die Schule nun nicht, in die Du gehen wirst. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass das auch nicht für jeden Hund was ist.

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Mal noch ne andere Idee (zu den bisher sehr guten):

Es gibt Schulhunde. Manche Schulen haben das als Projekt. Meistens lässt einer der Lehrer seinen Hund dazu ausbilden (oft sind das Retriever). Die dürfen dann in die Schule und werden da gezielt eingesetzt.

 

Aber die Schule muss mitspielen. Ist halt die Frage, ob das alles nicht zu viel Aufwand ist oder zu lange dauert, bis du dann anfangen kannst. 

 

Alternativ würde ich einen kleinen, sehr ruhigen Hund nehmen und einfach die Situation erklären und auf Verständnis hoffen. 

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Die Berufsschule fängt im August an. Und wann bekämst du einen Hund

vor 19 Stunden schrieb LaraAdriana:

Um mich zu motivieren haben meine Eltern mir versprochen, dass ich einen Hund haben kann wenn ich es schaffe eine Ausbildung zu beginnen

 

Also ist ja noch kein Hund vorhanden und der Deal ist: Erst Ausbildung (anfangen) dann Hund....

 

Übst du den Schulbesuch bis August?

 

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In meiner vorherigen Schule waren ab und an meine Hunde mit im Unterricht. Allerdings nicht zu regulären Unterrichtszeiten, sondern bei AG's und Veranstaltungen, in welchen ich keine nennenswerten Leistungen einforderte.

Eine Kollegin hatte immer ihren Hund mit, der aber während des Unterrichts im Lehrerzimmer verweilte und dort ruhte.

 

Hunde im Unterricht per se finde ich in niedrigen Klassen ok, für Berufsschule, weiterführende Schulen und Oberstufen eher nicht. Es sei denn, der Hund ist Blindenführhund, Hypohund oder Assistenzhund (mit entsprechender Anerkennung und daraus abgeleiteten Zutrittsrechten.)

 

so weit

Maico

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ich habe einen Schäferhund, der durfte mit in den Unterricht.

(lange ist es her)

 

Ich als Lehrerin hatte das schriftliche O.K. von der Schulleitung und allen Erziehungsberechtigten der Schüler.

 

Mein Hund hatte das O.K. meines TA; sprich die aktuelle Tollwutimpfung, und den Nachweis, dass er keine Würmer und Flöhe u.ä. hat.

 

Natürlich ist mein Hund Haftpflichtversichert.

 

Wichtig für den Einsatz des Hundes ist zu klären, wo der Hund seinen Ruheplatz hat.

Dort darf er von keinem gestört werden.

 

Der Hund durfte eine halbe Stunde unter meiner Aufsicht Kontakt zu den Kindern haben.

(er lief dann frei in der Klasse--- 10 behinderte Schüler--- rum)

 

Ansonsten lag er und sah zu.

 

Natürlich gab es noch andere Einsätze, aber dass wäre jetzt zu viel.

 

 

 

 

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Erstmal vielen Dank für die vielen Antworten! Leider habe ich keine Benachrichtigung oder der gleichen bekommen deswegen dachte ich es hätte sich noch keiner gemeldet :blush:

 

Am 8.3.2018 um 14:49 schrieb Graustufe:

Mir selber sind die Hunde eine große Stütze was meine Angststörung angeht. Nur wegen ihnen MUSSTE ich tagtäglich das Haus verlassen. Man hat immer jemanden an seiner Seite und etwas woraus man sich konzentrieren kann um anderes "auszublenden". 

Allerdings hätte ich mir nicht vorstellen können einen Hund mit zur Schule zu nehmen (unabhängig ob das möglich ist oder nicht) da der Hund viel zu viel Aufmerksamkeit auf mich gelenkt hätte, was meine Angst verstärkt hätte. 
 

Ich wünsche dir von Herzen, dass du bald wieder richtig leben kannst. 

Ich finde auch, dass Hunde einem eine große Stütze sind, weil sie einen nicht alleine lassen und einem Halt geben und außerdem lieben sie einen egal was man hat und wie man ist.
Das der Hund die Aufmerksamkeit erst recht erregt habe ich mir auch schon gedacht, das wäre ja eigentlich genau das was ich nicht will :unsure:

Und Danke Dir!

 

Am 8.3.2018 um 16:44 schrieb Laikas:

Die Deutsche Angestellten Akademie bot z.B. hier in unserer Gegend Umschulungen an (das sind komplette kaufmännische Ausbildungen) und Mütter mit Kindern oder weit entfernt lebende Teilnehmer konnten ausnahmsweise auch die Theorie-Module von zuhause aus über den PC absolvieren. Der Theorieteil konnte mit einem Nutzerkonto auch komplett über das Internet aufgerufen werden. Die Modul-Klausuren wurden dann vor Ort in der Schule geschrieben. Vielleicht gibt es solche Möglichkeiten auch für deine Situation? Womöglich kannst du eine Förderung vom Arbeitsamt erhalten und zeitgleich könntest du deine Praxisausbildung im Büro machen (großartig, dass du eine Ausbildungsstelle gefunden hast! :91_thumbsup:).

Bei einer Angststörung kann man beim Versorgungsamt auch einen "Grad der Behinderung" feststellen lassen. Vielleicht kannst du damit eine Förderung bekommen für unterstützende Maßnahmen für deine Ausbildung.

Ich wünsche dir viel Erfolg!
 

Die Arge hatte mir auch abgeraten dieses Jahr mit der Berufsschule anzufangen, die wären nämlich auch diejenigen gewesen die einen mit dieser Behinderung in der Schule unterstützen. Aber ich halte es nicht noch ein Jahr zuhause aus ich will endlich wieder ein normales leben führen und voran kommen deshalb kam ich auf die Idee mit dem Hund.

Das mit der ''Fernschule'' ist eine sehr gute Idee!! Ich werde mich mal erkundigen welche Schulen das anbieten, danke!

Und das mit der Behinderung hat die Familienkasse mir auch schon vorgeschlagen aber meine Eltern und Therapeutin haben mir davon abgeraten, da man so einen Status ja für ewig behält und ich mir sicher bin das ich bald wieder gesund werde.

 

 

Am 8.3.2018 um 19:13 schrieb Ivy2:

Um einen Hund überall mit hinnehmen zu dürfen, müsste man mit ihm eine Assistenzhunde-Ausbildung machen.

Diese Idee hatte ich auch schon mal aber wie Du auch schon sagtest, das ist verdammt teuer...:mellow:

 

 

Am 8.3.2018 um 19:40 schrieb Freefalling:

Es gibt Schulhunde. Manche Schulen haben das als Projekt. Meistens lässt einer der Lehrer seinen Hund dazu ausbilden (oft sind das Retriever). Die dürfen dann in die Schule und werden da gezielt eingesetzt.

Ich glaube nicht das es sowas bei Berufsschulen gibt, habe davon auch schon mal gehört aber da handelte es sich immer um Grundschulen.

 

 

 

Am 9.3.2018 um 09:20 schrieb 2010:

Also ist ja noch kein Hund vorhanden und der Deal ist: Erst Ausbildung (anfangen) dann Hund....

 

Übst du den Schulbesuch bis August?

 

Ja das stimmt ich müsste überhaupt erstmal die Ausbildung starten...
Ich übe immer wieder indem ich irgendwelche Kurse besuche um so der Schul- und Klassenatmosphäre näher zu kommen. Mal schauen ob das hilft.

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Bin nicht sicher, aber ich meine, dass der Grad der Behinderung grundsätzlich nur für eine gewisse Zeit gilt und dass man seine Behinderung regelmäßig wieder durch Atteste beweisen muss. Wenn ich sehe, welche Krankheiten als Behinderung gelten, dann sind das ja auch Krankheiten wie Depression oder Neurodermitis, die nicht unbedingt lebenslang vorhanden sind. Man muss eine Behinderung auch nicht unbedingt beim Arbeitgeber angeben, wenn man das nur macht, um woanders Nachteile im Leben ausgleichen zu können. Denn dafür ist das ja gedacht: Nachteile ausgleichen. Auf diesen Ausgleich kannst du ja auch verzichten. Natürlich sollte man sich nicht im eigenen Selbstbild herabwerten und die Konsequenzen gut durchdenken, das ist schon richtig.

 

Mir fiel noch ein, dass du dich auch mal direkt bei der Industrie- und Handelskammer informieren könntest, also diejenige IHK, die für deine Prüfungen an deinem Wohnort zuständig wäre. Ich habe z.B. von "Externenprüfungen" gelesen, die einen Berufsabschluss ohne Ausbildung ermöglichen, wenn man Berufspraxis hat. Hier sind Infos dazu von der IHK Bremen:

https://www.handelskammer-bremen.de/Ausbildung_und_Weiterbildung/Pruefungswesen/Terminuebersichten_Abschlusspruefungen/Externenpruefung/1305688

 

Dort steht:

 

"Die Externenprüfung nach § 45 Berufsbildungsgesetz (BBiG) bietet erfahrenen Berufspraktikern die Chance, einen anerkannten Berufsabschluss zu erhalten, ohne vorab eine Ausbildung absolviert zu haben. Die Anforderungen in der Externenprüfung sind identisch mit denjenigen, die an Auszubildende gestellt werden. ... Personen, die die Externenprüfung ablegen wollen, müssen eine längere Berufstätigkeit in dem Beruf nachweisen, in dem sie die Prüfung ablegen möchten."

 

Zum Thema Berufspraxis:

 

"Wenn Sie die Mindestzeit an beruflicher Tätigkeit nicht nachweisen können, ist dennoch eine Prüfungszulassung möglich, wenn Sie auf andere Weise darlegen können, dass die für einen Prüfungserfolg erforderliche berufliche Handlungsfähigkeit vorliegt. Ihre berufliche Handlungsfähigkeit können Sie beispielsweise durch Zertifikate belegen, wenn sie eine längere und fundierte berufliche Qualifizierungsmaßnahme durchlaufen haben."

 

Wenn ich das richtig verstehe, dann könntest du dir die Theorie zuhause selbst beibringen (oder notfalls über Kurse => lass dich da unbedingt beraten, es gibt viele schwarze Schafe im Bildungsbereich, auch bei den Fernkursen!) und du müsstest 4,5 Jahre Berufpraxis oder verwandte Ausbildungen oder Qualifizierungen nachweisen. Ich lese da auch nur im Netz herum, aber nachfragen kostet nichts.

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