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Gibt es Autismus bei Hunden?

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@Lemmy mit leicht???? autistischen Menschen, meinst du sicher Menschen mit dem Asperger- Syndrom. Ihre spezielle, einseitige Intelligenz betrifft übrigens nicht nur die Mathematik. Um die Diagnose Autismus, autistische Symtome oder Asperger stellen zu können, braucht es schon einen langen Weg.

Zwei Drittel diagnostizierter Autisten sind übrigens meist männlich. Eines der größten Autismus-Zentren, war zu meiner Zeit in Langen und Zusatzausbildung für das Erlernen des TEACCH-Programms, war in Gelsenkirchen möglich.

LG tabaluga, die fast 30 Jahre ua. auch mit Autisten therapeutisch gearbeitet hat.

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Asperger Autisten als leicht betroffen zu bezeichnen stört mich irgendwie. Das suggeriert, dass die Einschränkungen gar nicht so schlimm sind. Man spricht mittlerweile ja auch vom Autismus Spektrum, weil es "den" Autisten gar nicht gibt. 

Ein Asperger Autismus gepaart mit einer durchschnittlichen oder sogar überdurchschnittlichen Intelligenz birgt andere Schwierigkeiten, als ein frühkindlicher Autismus mit Intelligenzminderung, ist für Betroffene deshalb nicht weniger schwierig im Alltag. 

Ich habe einen Aspi zu Hause, inklusive Hochbegabung und Hyperaktivität. Diese Kombi ist alles andere als einfach. Er ist kein kleiner Monk und auch kein kleiner Shaldon, sondern kämpft jeden Tag mit den Einschränkungen, die er hat. Und mit den Vorurteilen, die ihm begegnen, weil er sich eben nicht so verhält, wie man das von einem Monk oder Rain Man aus dem TV kennt. 

 

Autismus bei Hunden? 

Warum sollte es das nicht geben. Ich stelle es mir allerdings auch schwer vor, das zu diagnostizieren und von anderen "Störungen" abzugrenzen. Diese Diagnostik ist beim Menschen schon schwer und dauert lange. Außerdem sind Experten auf dem Gebiet rar. Bei Hunden wahrscheinlich nochmal schwerer. Zwangsstörungen, Traumatisierung oder Hirnorganische Defekte bilden oft ähnliche Symptome, da muss man eine sehr gute und schlüssige Anamnese stellen, um einen Autismus einzugrenzen. 

 

Eine hoch komplexe Erscheinungsform, der Autismus. Und nich lange nicht geklärt, was ihn hervorruft. 

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Meine BC Hündin hat "merkwürdige" Verhaltensweisen.

 

Ich habe immer an "Autismuss" gedacht, aber dazu gibt es nichts zu Hunden. Jedenfalls nichts was ich damals fand.

Unabhängib davon haben Leute den Hund "na du kleiner Autist" betitelt, oder auch mal über sie gesprochen und den Begriff "Autismus" genutzt....Ohne dass ich das mit denen thematisiert hatte.....

Für mich ist es letztlich mittlerweile unerheblich, weil ich lernen musste sie so zu nehmen, wie sie ist.

Ich hätte diesen Hund "theoretisch" auch abgegeben. Es war bisher mein schwierigster Hund, weil sie mein erster Welpe war, und alles nicht so lief, wie ich es erdachte.

 

LERNEN! das kann sie...in null komma nichts, sich selbst schwierige Zusammenhänge beibringen...kein Problem...aber "normales " Verhalten.....

 

Dieser Hund hat draussen nicht schnüffeln können, sie hat sich ab Welpe leider auf den Adrenalin Kick RENNEN versteift....

Und das ist nicht einfach zu handeln. Was soll man machen? Der Hund RENNT wie WAHNSINNIG, sobald sie dazu die Gelegenheit hatte.....

 

Es ist jetzt etwas besser...sie wird diese Woche 13 Jahre....

 

Sie mag keinen Körperkontakt, sie wird fast panisch, wenn man ihre Füsse berührt.... (Panisch ist sie natürlich nicht mehr...aber es ist ihr unglaublich unangenehm....das kenne ich so von keinem Hund

Das ist alles im Verlauf BESSER geworden....

Aber irgendwie ist dieser kleine süsse Hund "anders"...ich kanns nicht anders beschreiben....als wenn sie die Umwelt anders wahrnimmt.

 

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@Alyfee Ein super Beitrag!

 

Ich finde es persönlich auch für den Alltag gar nicht mal so wichtig, ob man nun eine ganz konkrete Diagnose beim Hund stellen kann. Wichtig war mir vielmehr der Ansatz: Mein Hund zeigt etliche Verhaltensweisen und Anzeichen, die ich so von einem Asperger-Autisten kenne. Also einem Menschen, mit dem ich sprechen und den ich fragen kann. Das äußere Bild "passt" einfach zusammen. Da ich nicht von vornherein ausschließe, dass es ähnlich geartete Störungen auch beim Hund geben kann, habe ich also einfach gewagt mich auf die Parallele einzulassen und meinen Hund entsprechend zu behandeln. (Ein- oder zweimal hab ich sogar den Menschen gefragt, wie er eine bestimmte Situation wohl wahrnehmen würde - waren gute Hinweise!) Durch diesen veränderten Blickwinkel konnte ich an einigen Stellen meinen Umgang mit Sandor sehr hilfreich anpassen, teilweise auf eine Art die den "normalen" Erziehungsansätzen und Hundeerfahrungen eher widerspricht, aber für ihn offenbar sinnvoll waren.

 

So gesehen ist es für mich eigentlich zweitrangig, ob man ihn genau diagnostizieren kann. Ob da im Gehirn genau das gleiche passiert wie beim Menschen, oder etwas subtil anderes. Wichtig war mir ehrlich gesagt nur, dass mir diese beobachtbare Parallele einen wichtigen Schlüssel zum Verständnis meines etwas "besonderen" Hundes eröffnet hat. Wobei es natürlich auch ein glücklicher Zufall war, dass ich in meinem Leben sowohl schon Menschen mit frühkindlichem Autismus wie auch Asperger-Autisten intensiv kennen gelernt habe und mich von daher nicht auf Hollywood-Wissen verlassen musste. Denn da gehe ich mit den Skeptikern hier völlig konform, wenn solches Filmwissen dann unreflektiert auf Hunde übertragen wird, dann ist das oft nicht eben die beste Idee und kann ganz schön nach hinten losgehen.

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@Alyfee Eine wahnsinns Herausforderung, eine imense Belastung und nochmal ein gravierender Unterschied zu " normalen" Autisten.

Bis zu meiner aktiven beruflichen Zeit 2012, gab es einige weinige Formen des Betreuten Wohnens für erwachsene Menschen mit Aspergersyndrom.

Sie gänzlich unbegleitet lassen ----- ist leider immer gescheitert. Ich hatte einen erwachsenen Mann mit Asperger, der konnte alle!!! schriftlichen Inhalte von Hegel und Feuerbach in- und auswendig "aufsagen". Bei Alltagssituationen, ich werde das nie vergessen----Schuhe zu binden z.B.----- er hat es nicht verstanden.......

Ja, jetzt könnte ich wieder........aber dies ist ein Hundeforum und ich habe mich vor 6 Jahren entschieden, nach knapp 30 Jahre ...... Schluß zu machen,

War auch gut so und die richtige Entscheidung.

LG tabaluga

 

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vor 1 Minute schrieb tabaluga:

Ich hatte einen erwachsenen Mann mit Asperger, der konnte alle!!! schriftlichen Inhalte von Hegel und Feuerbach in- und auswendig "aufsagen". Bei Alltagssituationen, ich werde das nie vergessen----Schuhe zu binden z.B.----- er hat es nicht verstanden.......

 

Und das wären sie zum Beispiel, die kleinen Parallelen. Wenn ich beobachte, was mein Hund rein von der Denkfähigkeit her drauf hat, da staune ich manchmal nicht schlecht. Aber das bedeutet nicht, dass er auch diese Fähigkeit auch alltagstauglich nutzen könnte. Als ich ihm diese Woche das erste mal sein Dummy "freischwebend" an einem Baumstamm aufgehängt habe, hat er nicht schlecht gestaunt - und gestern Nacht, als er in der Wohnung nicht gleich fündig geworden ist, sofort angefangen zum ersten mal in seinem Leben auch die Schranktüren intensiv in der Höhe mit abzusuchen... Eine wahnsinnige Transferleistung. Aber umgekehrt muss er bei jedem Hund, den er kennen lernt, die Körpersprache neu einschätzen lernen, und schafft das auch nur rudimentär; verändert sich auch nur eine Kleinigkeit ist alles weg. Bis er das Konzept "Sperrmüll" verstanden hatte, hat es Jahre gebraucht - gilt aber nur an den vertrauten Stellen. Nur so als spontane Beispiele, sicher nicht die besten, sondern nur was mir gerade dazu einfällt. Weil ich durch unendlich viele solcher Beobachtungen eben auf diesen Vergleich gekommen bin.

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Wenn man davon ausgeht, dass Autismus eine Wahrnehmungsstörung ist, die einhergeht mit einer Informationsverarbeitungsstörung, muss man din genaue Diagnose auch nicht haben, um angemessen auf das Individuum einzugehen und somit Erleichterung zu schaffen im Zusammenleben. 

Es ist wichtig, eine Vorstellung davon zu bekommen, wie derjenige die Welt sieht, wenn man sich dessen bewusst wird, sieht man selbst irgendwann, was gerade der Auslöser war für ein bestimmtes Verhalten und dann diese Elemente verändern. 

 

Auch die eigene Erwartungshaltung muss angepasst werden und es ist sehr wichtig, Verhaltensweisen nicht persönlich zu nehmen. 

 

Ich werde immer wieder gefragt, ob ich nicht sehr darunter leide, dass mein Sohn nur sehr eingeschränkt Körperkontakt zulässt. Eine Mutter will dich mit ihrem Kind kuscheln. 

 

Und wenn ich sage, dass ich es zwar schade finde, aber nicht darunter leide sondern akzeptiere, dass mein Sohn das halt nicht möchte, wird mir oft unterstellt, ich hätte eine distanzierte und kalte Beziehung zu ihm. 

Dabei achte ich einfach nur seine Grenzen. Er ist schließlich nicht dazu da, mein Kuschelbedürfnis zu stillen. 

 

Und auch vor der Diagnose habe ich unseren Alltag schon so gestaltet, wie man es aus der TEACCH Therapie kennt. Möglichst unaufgeregt und strukturiert, reizarm und vorhersehbar. Hätte er den Autismus nicht diagnostiziert bekommen, hätte diese Art den Alltag zu organisieren nicht geschadet, weil ich aber sicher war, dass er diese Diagnose bekommt, war es für mich unerlässlich und hat sicher auf seine Entwicklung eine positive Wirkung gehabt. 

 

Aber auch nicht autistische Menschen, profitieren von Struktur und Routine im Alltag. 

 

Wenn ein Hund jetzt diese Verhaltensweisen zeigt und man merkt, es geht leichter, wenn man spezielle Dinge beachtet, ist es ja egal, wie es nun heißt. Wichtig ist, dass der Hund ein angenehmes Leben hat. Mit oder ohne Autismus. 

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vor 2 Minuten schrieb Alyfee:

Und wenn ich sage, dass ich es zwar schade finde, aber nicht darunter leide sondern akzeptiere, dass mein Sohn das halt nicht möchte, wird mir oft unterstellt, ich hätte eine distanzierte und kalte Beziehung zu ihm. 

 

Das lässt mich gerade wieder mit Schaudern an die schlimme Zeit denken, als überall verbreitet wurde Autismus wäre eine Folge von hartherzigen, gefühlskalten Müttern - ich könnte nur heulen beim Gedanken daran, was man diesen ohnehin schon schwer belasteten Frauen damit angetan hat... :( Du hast jedenfalls meine absolute Hochachtung davor, wie du für dich mit diesen Anforderungen umgehst. Es ist schon im eigenen Alltag nicht leicht, und die Umwelt macht es auch nicht eben einfacher. Fühl dich einfach mal unbekannterweise ganz herzlich umarmt!

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vor 13 Minuten schrieb tabaluga:

@Alyfee Eine wahnsinns Herausforderung, eine imense Belastung und nochmal ein gravierender Unterschied zu " normalen" Autisten.

Bis zu meiner aktiven beruflichen Zeit 2012, gab es einige weinige Formen des Betreuten Wohnens für erwachsene Menschen mit Aspergersyndrom.

Sie gänzlich unbegleitet lassen ----- ist leider immer gescheitert. Ich hatte einen erwachsenen Mann mit Asperger, der konnte alle!!! schriftlichen Inhalte von Hegel und Feuerbach in- und auswendig "aufsagen". Bei Alltagssituationen, ich werde das nie vergessen----Schuhe zu binden z.B.----- er hat es nicht verstanden.......

Ja, jetzt könnte ich wieder........aber dies ist ein Hundeforum und ich habe mich vor 6 Jahren entschieden, nach knapp 30 Jahre ...... Schluß zu machen,

War auch gut so und die richtige Entscheidung.

LG tabaluga

 

 

 

Ich kenne auch Asperger Autisten, die sehr gut selbstständig leben und sehr erfolgreich im Job sind. Es muss nicht immer bedeuten, dass man ein Leben lang auf Hilfe angewiesen ist. 

 

Wie das bei meinem Sohn aussieht, ist noch nicht abzusehen, dafür ist er noch zu jung. Aber die Voraussetzungen dafür, werden jetzt schon gestellt, wir arbeiten daran. Alles ist möglich, nichts muss. 

Wenn er sich weiterso gut entwickelt, sehe ich recht positiv in die Zukunft. 

Und Schnürsenkel...Es gibt wichtigeres und zum Glück Klettverschluss. :4_joy:

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vor 4 Minuten schrieb Alyfee:

Ich kenne auch Asperger Autisten, die sehr gut selbstständig leben und sehr erfolgreich im Job sind. Es muss nicht immer bedeuten, dass man ein Leben lang auf Hilfe angewiesen ist. 

 

Stimmt. Ich hatte das jetzt auch nur als Beispiel dafür aufgefasst, dass sich je nach dem die Begabungen und Schwächen recht ungleich und abenteuerlich verteilen können. Viele Menschen gehen ja davon aus, wer auf der einen Seite total clever ist, logisch denken und auch verallgemeinern kann, der schafft das auch in anderer Beziehung. Das ist aber schon bei durchschnittlichen Leuten nicht unbedingt so, und bei Autisten oft ganz massiv differenziert. Etwas, was viele dann völlig irritiert zurücklässt.

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