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Hundeforum Der Hund
Patlican

Neue Bellmarotte unterbinden? Eifersuchtspantöffelchen und Emotionsspiegelchen....

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Hallo ihr Lieben,

 

ich melde mich mit diesem Thread, um wieder einmal euren Rat zu ersuchen. Unser Wölfchen hat nämlich seine Stimme entdeckt - und glasklar ist: Draußen gefällt ihr deren Klang ausgesprochen und ausnahmslos gut!...

 

Zu unserem (prä-)pubertären Räuberchen: Die Kleine (Mischling aus Husky und Weißem Schäferhund) ist jetzt 9 Monate alt, vom Wesen her mutig, freundlich, charmant und wild, ausgesprochen kompetent in puncto Hundesprache und Menschenkommunikation, legt aber noch die schönste, gerne auch beschwichtigende Welpenattitüde an den Tag und zeigt sich, wenngleich sie eine hübsche Bandbreite an Sounds zu produzieren liebt, vom Bellpensum her generell echt überschaubar. Daheim wird gar nicht gebellt, es sei denn ein-, zweimal als Aufforderung im heißen Spiel oder als ein anzeigendes, dunkles, einzelnes Wuffen, wenn sie nachts von jemandem im Hausflur vor der Wohnung aufgeschreckt wird, um anzuzeigen.

 

Das große Aber: Im Freilauf, beim Toben mit anderen Hunden, geht es seit einiger Zeit stimmtechnisch zur Sache! Bislang habe ich zwei Grundsituationen beobachtet, in denen sie seit Kurzem so richtig loslegt:

1. Marke Eifersuchtspantöffelchen: Sie wird beim Spielen abgehängt und ignoriert, weil zwei Hunde sich, meist bei Verfolgungs- oder Zerrspielen, länger nur aufeinander konzentrieren und sie ausschließen. Dann rennt sie hinterher, versucht sich ins Spiel zu bringen, und dabei bellt sie die anderen im Dauertakt nahezu ununterbrochen an, dass einem die Ohren klingeln. Meistens erfolglos, versteht sich. Dennoch ist sie aus dieser Situation so gut wie gar nicht abrufbar.

2. Marke Stimmungsspiegelchen: Mehrere Hunde, mit denen sie tobt, sind in wildeste Raufereien verstrickt und die Stimmung heizt sich auf, ist kurz vor dem Umkippen, und dann beginnt es bei einigen von ihnen, ernster zu werden. Das quittiert unser Mädchen dann ebenso, indem sie aufmerksam und aufgeregt direkt daneben steht, unruhig wird und ihr Dauerfrequenzbellen anstimmt. Auf mich wirkt es einerseits, als würde sie die Gefühle, die da brodeln, selbst spiegeln, und körpersprachlich andererseits auch wie ein daraus resultierendes "Ey, was zur Hölle treibt ihr da, was soll der Unfug?! Schluss jetzt! Bitte, Leute! Sonst..." - trägt aber natürlich nicht gerade zur Entspannung der Streithähne bei, ruft manchmal sogar ältere, souveränere Hunde mit starkem Wach- und Schutzinstinkt auf den Plan, mit einzustimmen (die es dann aber wahrlich ernster meinen als mein Wolfskind). Hierbei ist sie allerdings - im richtigen Moment - meist abrufbar.

In beiden Situationen gilt aber: Weitere deutliche Aggressionsanzeichen gibt es von ihrer Seite aus nicht - und hab ich sie einmal herausgeholt, ist sie sofort wieder so entspannt und still wie eh und je.

 

Um ehrlich zu sein, habe ich sie anfangs machen lassen, da ich dachte, die Erfolglosigkeit ihres Handelns wird sie via Try-and-Error schon rasch lehren, dass das in beiden Fällen keine sinnbringenden Strategien sind, und fand, dass die Hunde das, solange es bei allen im Rahmen blieb und nicht brenzlig wurde, unter sich vermitteln sollten (nur in der zweiten Situation hab ich sie schonmal gepackt und herausgeholt, wenn es zwischen den anderen Hunden, die sie adressierte, zu heiß wurde). Das starke Bellverhalten zeigt sie nun aber regelmäßig in beiden Situationen - und zwar nicht nur in kurzen Intervallen, sondern teils minutenlang, und zwar bis sich die betreffende Situation insgesamt auflöst. Wovon natürlich auch die anderen Park-, Wald- und WIesenbesucher wie auch viele andere Hundehalter verständlicherweise nicht allzu begeistert sind, zumal die Lady durchaus ein irre lautes Organ hat und ein ohrenbetäubend bellender Hund mit leichter Wolfsoptik auf Fremde manchmal nicht allzu vertrauenserweckend wirkt.

 

Nun, ich bin hierbei jedenfalls sehr unsicher. Einerseits halte ich Bellen auch in der Kommunikation für natürliches und sinnvolles Verhalten, das man nicht des reinen Komforts halber unterbinden sollte, und finde es gut, dass sie sich meldet, wenn etwas in der Interaktion "nicht stimmt". Andererseits ist es wie gesagt oft schwer zu ertragen (für die anderen noch weniger als für mich mit meinen hundemütterlich verklärten Ohren, in denen jeder Sound der Kleinen erst einmal wie Musik klingt) und feuert die Stimmung zwischen den Hunden in der zweiten beschriebenen Situation natürlich im ungünstigsten Fall noch mehr an.

 

Ich bitte euch also um Einschätzung und Rat! Was haltet ihr von alldem? Bellen lassen, einschränken oder unterbinden (und ggf. wie)?

(Und falls jemand noch andere Ideen hat, was dahinter stecken könnte, bin ich auch dankbar dafür - nicht, dass ich etwas ganz falsch einschätze!)

 

Für jeden Rat wäre ich euch dankbar! Liebe Grüße! :danke

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Bellen Lassen.

Dann kläre die Leute eben auf- wenn sie das nicht einordnen können finde ich das richtig schlimm (wenn sie's nicht akzeptieren wollen , wäre ich nicht in der Nähe solcher Leute). Sie kommuniziert- äußert ihre Kritik und ihre Wünsche und zeigt an, daß was schiefläuft. Und das rein unter Hunden.

Das ist nicht "erfolglos"- sie ruft in ernsten Fällen auch dich herbei. Macht meine auch.Vermutlich versucht sie auch zu splitten.

Sie ist noch jung und je nachdem wie ignorant die anderen Hunde sind, wird eine Strategie funktionieren bzw. sich widmet sich dann anderen.

Was ich nicht verstehe- wieso greifen die Halter nicht ein, wenn es kippt?

Laß' dich von irgendwelchen Leuten nicht verunsichern- das ist ein klarer Fall von Problem aufdrücken wollen, wo keines ist.

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Ich kenne das von einigen Hunden, meistens Hündinnen.

Die erste Situation finde ich nicht bedenklich. Wenn nur gespielt wird, wird sie ja merken, ob das Bellen Erfolg bringt oder nicht. Obwohl ich mir nicht sicher bin, dass sie das tatsächlich als Spielen wahrnimmt. Siehe unten.

 

Ganz unproblematisch finde ich die zweite Situation nicht. Genausowenig wie man jedes Bellen unterbinden soll, muss man jeden kleinen Streit oder jedes Geraufe zwischen gleichstarken Hunden unterbinden. Hier ist nicht selten schon die Situation gekippt, WEIL ein dritter Hund meinte, seine Meinung permanent und nachdrücklich verkünden zu müssen. Und zwar nicht auf Abstand, sondern immer wieder (zum Splitten) reingerannt ist und alle kirre gemacht hat und auch nicht auf "Lass uns das in Ruhe klären!" von den beiden anderen reagiert hat. Nicht wenige Hunde verschätzen sich in so Situationen auch massiv und kriegen gleich tierischen Stress, wenn zwei Hunde miteinander wild spielen.

 

Ich finde, da ist es nicht grundsätzlich nur die Aufgabe der anderen Halter, die Situation zu beenden. Dieses "Polizei spielen" (und das ist das für mich) macht Femo auch, aber anders. Er rüpelt und zwickt dann eher, was ich unterbinde. Da würde auch jeder sofort sagen: Natürlich muss man das unterbinden.

Die Motivation sehe ich hier aber ähnlich. Ich würde mir das ne Weile angucken bei Saga und sehen, ob sie vielleicht von selbst ablässt oder die anderen Hunde ihr eine Ansage machen. Ansonsten würde ich sie rausholen und sich beruhigen lassen.

Sie meint das sicher nur gut, aber eigentlich ist es nicht ihre Aufgabe, da so massiv einzugreifen.

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vor 27 Minuten schrieb Freefalling:

da so massiv einzugreifen.

Was ist an Bellen "so massiv"? Hat du noch kein gutes Splitten bei Hunden gesehen? Das ist bei meinem Hund absolut wirkungsvoll. Auch ihr intakterüdenunverträglicher Kumpel fährt so einen Gang runter- selbst fremde Hunde. Deine Einschätzung klang so pauschal. Ich erlebe täglich, wie Hunde sehr gut Drittkonflikte entzerren und auch welche, die etwas kontrollwütig erscheinen- erstens gibt es einen Unterschied und zweitens muß ein Junghund genau diesen lernen. Im Bellen-Stadium eher nicht vom Menschen meiner Meinung nach-  dadarf sie selber STrategien ausprobieren.

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vor 3 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

Ich erlebe täglich, wie Hunde sehr gut Drittkonflikte entzerren und auch welche, die etwas kontrollwütig erscheinen- erstens gibt es einen Unterschied und zweitens muß ein Junghund genau diesen lernen. Im Bellen-Stadium eher nicht vom Menschen meiner Meinung nach-  dadarf sie selber STrategien ausprobieren.

 

Ich erlebe auch oft, das Splitten gut läuft und eine Situation entspannt. Sammi macht das gerne, wenn der Dicke und irgendein anderer Rüde sich schon böse angucken.

Es gab aber definitiv auch schon oft Situationen, wo das nicht angebracht war und nicht gut ging. Irgendso ein Terrier wollte mal Strolch und Sammi splitten, als die gespielt haben, und war dabei so penetrant, dass die Stimmung tatsächlich umschlug und Sammi sich wiederum genötigt sah zu splitten, als Strolch ihn sich vorknüpfen wollte.

 

Heute im Hundepark dasselbe Spiel. Drei ausgewachsene Rüden und eine Junghündin war wahrscheinlich eh schon nicht die harmonischste Situation. Aber zwei der Rüden haben mit Sammi gespielt, während Nummer 3 permanent kläffend hinterher rannte und probierte sich dazwischen zu schmeißen. Es endete mit fluchenden Besitzern die sich gegenseitig vorwarfen, einen schlecht sozialisierten Hund zu haben.

 

Ich würde eine Mischung aus "ausprobieren und lernen" und "raus nehmen und runter kommen lassen"  machen. Wenn du meinst, dass ist eine Situation, wo sie nicht völlig unangemessen handelt, lass sie laufen. Wenn du findest, dass sie das doch arg falsch einschätzt, völlig überdreht ist, oder die Situation zu ihren Ungunsten umschlagen könnte, nimm sie raus (sofern das noch geht; Sammi ist ja ungefähr im selben Alter, und wenn die überdreht brauch ich mir auch keine Mühe geben sondern kann den Klappstuhl auspacken).

 

Ich fühle mich als Hundehalter übrigens nicht verpflichtet, meinen Hund dazu zu nötigen ständig Rücksicht auf irgendwelche selbsternannten, vierbeinigen Sittenwächter zu nehmen. Wenn deren Besitzer das nicht tut, müssen sie damit leben, dass mein Hund sie selber zu Ordnung ruft.

 

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@gebemeinensenfdazu

Mein Beitrag war schon differenziert. Wohingegen deiner nach “alles gut, lass sie bellen“ klang. 

 

Gutes Splitten funktioniert ganz wunderbar. So klingt das aber in dem Fall eher nicht, sondern eher nach stressigem und kopflosem Hinterherbellen. Ich schrieb ja auch, @Patlican solle schauen, wie die Situation ist. Aber ganz allein lassen würde ich die Hündin damit nicht. 

Wie ich Saga kennen gelernt habe, ist sie teilweise nervös und unsicher. Sie beschwichtigt Femo z.B. sehr viel durch anhaltendes Lefzenlecken und das auch in entspannten Situationen. 

 

Ich denke, sie ist in der Situation überfordert. Das heißt nicht, dass sie nicht bellen darf. Aber ich finde, man muss da schon mal eingreifen bevor sie sich zu sehr reinsteigert.

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Ein Junghund ist erstmal unsicher- voll normal. Nur- was ist das denn für ein Signal? Hund bellt "Alarm-da läuft was schief" und Mensch läßt es halt schieflaufen und geht mit dem Hund weiter? Wenn es schiefläuft, dann bestimmt nicht wegen denen, die danebenstehen und bellen.

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Ich glaube, wir haben hier zwei völlig verschiedene Situationen vor Augen. In meinem Beitrag schrieb ich ja, explizit: Hunde, die nicht auf Abstand bellen, sondern immer wieder reinrennen und die anderen kirre machen. Und ich schrieb: Hund beobachten und evtl. rausholen und beruhigen. 

 

Was du schreibst, nämlich einen am Rand stehenden bellenden Hund einfach einzupacken und zu gehen, habe ich überhaupt nicht vorgeschlagen. 

 

 

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vor 14 Stunden schrieb Patlican:

indem sie aufmerksam und aufgeregt direkt daneben steht, unruhig wird und ihr Dauerfrequenzbellen anstimmt.

Deswegen kam ich darauf. Das liest sich wie Anzeigebellen für mich und wenn es gerade kippt, finde ich gut, daß der Hund meldet.

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Achso. Direkt daneben stehen kann man unterschiedlich verstehen. 

Melden würde ja auch eine Orientierung zum Halter beinhalten oder? Das ist für mich etwas völlig anderes als ich im Kopf hatte bei der Beschreibung. @Patlican kann ja vielleicht nochmal genauer sagen, wie so eine Situation aussieht.

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