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Hundeforum Der Hund
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Rückruf aufbauen beim Welpen bis zum Junghund

Empfohlene Beiträge

vor 3 Stunden schrieb marcolino:

Hat er eine frische, hochinteressante, sein Jagdverhalten auslösende Spur in der Nase, oder gar eine potentielle Beute erspäht - dann reicht die Motivation, die ich mit einem freudigen "Amigo" bei ihm auslöse NICHT aus, um seine Motivation zu toppen. Da schaltet nämlich der rationale Teil seines Gehirns aus, und er folgt dem Trieb, der Bestandteil des Jagdverhaltens ist.

In dieser Situation hilft dann nur noch der "Superabbruch" - und das ist ein Signal, welches ihm mitteilt: "Ich habe Beute für dich!".

Dieses Signal ist so stark konditioniert, dass es einen Reflex bei ihm auslöst, und zwar so, dass er ALLES was er tut sofort abbricht, sich mir zuwendet und dabei schaut, was ich für ihn wohin werfe zum JAGEN!

Dieses Signal wende ich nahezu ausschließlich an, wenn er sich tatsächlich sehr hoch im Jagdverhalten befindet, weil ich ihn mit diesem Signal im Jagdverhalten HALTE (ich gehe MIT seiner Motivation).

 

Vielen Dank! Ich gehe jetzt mal davon aus, dass dein "Superabbruch" in seiner Wirkung weitestgehend identisch ist mit dem "Superpfiff" von @Silkies

Und so gaaanz langsam wird auch mir mit meinem Tunnelblick ein wenig klarer, was es heisst, heissen kann,  im weitesten Sinn "mit zu jagen".

Nicht, dass meine AJT Trainerin das nicht auch gesagt hätte: Ich arbeite doch besser mit der Motivation des Hundes als dagegen! Das waren ihre Worte. Nur die praktische Ausführung folgte dann irgendwie nicht. Oder vor lauter "doppeltem Rückpfiff" sah ich den wald vor lauter Bäumen nicht.

 

Ich bin sehr dankbar für eure Tipps aus dem richtigen Leben! :)

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@Silkies Deinen Tipp merke ich mir für Vasco :)

 

Vasco hat genau zwei "große Belohnungen": Interaktion mit anderen Hunden (das reicht von "kurzem Begrüßen und dann wieder seiner Wege gehen" bis zu spielerischem Miteinander) - und von mir durchgekruschelt werden.

 

Beides will ich nicht durch "Rationierung" (zur Ressource machen, die ICH verwalte), höherwertiger machen - weil das bei Vasco faktisch Entzug beider Superbelohnungen bedeuten würde.

 

Sein Jagdverhalten ist in einem sehr gut regulierbarem Rahmen - wenn er z. B. Rehe sieht, dann bleibt er stehen und schaut zu mir: "Haben die mich zu interessieren? Nicht? Gut, okay, mach ich was Anderes..." - weshalb ich Jagdverhalten bei ihm nicht als Supermotivator einsetzen kann.

 

Mit ihm kann ich mich ohne Superrückruf durch die Welt bewegen, wenn ich den Rückruf wirklich dringend brauche, dann MACHE ich es bei ihm dringend - durch Stimmungsübertragung; Vasco kennt mich sehr gut, und erkennt wenn ich mit meiner Stimme wirklich Not ausdrücke - das ist dann so ein Gemisch aus: "Ich bin erschrocken, weil da etwas ist was gefährlich sein könnte" und "Du MUSST jetzt unbedingt kommen!" Er schaut dann zwar ziemlich blöd, kommt aber - im lockeren Trab.

Ich bewege mich mit meinen Hunden so, dass das einfach ausreicht, weshalb ich damit zufrieden bin.

 

Mich interessiert bei ihm jetzt einfach, ob das noch so bei ihm funktionieren kann, denn es gibt eine Erfahrung, die er einfach lebenslang mit mir gemacht hat:

Egal ob er später kommt (als z. B. Amigo, der IMMER schneller ist ... meine kleine Kanonenkugel :wub:), oder die Situation eine verzögerte Belohnung erfordert - er kommt IMMER auf seine Kosten!

 

Ich glaube, ich muss das zunächst auf ganz kurzer Distanz aufbauen, damit ich überhaupt einen Reflex bei ihm auslösen kann :think:

 

Ich werde berichten ... :)

 

 

 

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vor einer Stunde schrieb Renegade:

@benno0815 Aaaahhh - das "Geheimnis" ist gelüftet. :D

Und ist für mich eine gute Anregung, denn Enya findet es toll, wenn sie mit mir rennen kann.

Nur noch 'ne Kleinigkeit :whistle bleibt zu beachten: Ich muß es schaffen, in diesem kritischen Moment den Hund auf mich zu fokusieren. Was für uns bedeutet: das funktioniert nur in max. mittelkritischen Situationen.

Ist sie erst mal im Hetzmodus, findet sie es ungleich reizvoller, mit dem Reh zu rennen.


@2010

 

Es ist natürlich wie alles im Leben, Du musst es natürlich zunächst eine ganze Weile mit mäßigen Ablenkungen konditionieren, bevor es ans Reh geht ;)

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vor 3 Stunden schrieb benno0815:

Das Kommando heißt "Kehr um".

 

Kehr um hab ich auch :)

Feltmann-Schröder halt :)

 

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Mmh ich mag kurz einwerfen, daß z.B. eine positiv aufgebaute reflexmäßige Konditionierung nicht bei jedem Hund funktioniert- mir fallen allein zwei Gründe ein:

Die Belohnung muß besser sein, als das was einem entgeht

UND

der Hund darf nicht besonders ernst sein. Wirkliche potentielle Gefahr muß hier z.B. entkräftet bzw. ihr muß begegnet werden- da ist Belohnung völlig egal- "DAS IST GERADE WICHTIG, laß Spielzeug und Kekse mal stecken".

 

Bei einem Hund der gerne Tricks lernt und bei Gefahr nicht einschreiten will ist das dagegen sicher gut machbar.

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Bei positiv aufgebaut gebe ich dir recht, bei reflexmäßig nicht. Denn dabei geht es ja eben darum, dass der Hund nicht abwägt, sondern spontan reagiert. Die Schwachstellen dabei sind eher die seltene Verwendbarkeit und die wirklich absolut stimmige Verknüpfung.

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vor 8 Stunden schrieb Holo:

Nachdem er ein paar Runden gerannt war, kam er glücklicherweise nach einer halben Stunde wieder (warum auch immer). Es zeigte sich in den folgenden Monaten aber, dass ein Laufen lassen mit ihm schwierig war. Er hielt immer 10 Meter Abstand, um bloß nicht eingefangen zu werden, und mit einer entsprechend langen Schleppleine hielt er einfach noch mehr Abstand. Kein Keks, kein Spielzeug und auch kein vermeintliches Zurücklassen war ihm so wichtig, wie freilaufen zu können. 

 

Weil das scheinbar die beste Belohnung war, habe ich probiert, dass auch so zu nutzen:

Wenn wir in den Wald gingen, musste er erst aufmerksam gegenüber uns sein und Bei-Fuß laufen. Klappte das, blieb  erstmal die Schleppleine in der Hand; erst wenn er auf einen Rückruf reagiert hatte und ganz ran gekommen war, wurde die Schleppleine  danach abgelegt und er durfte laufen.  

Das funktioniert ganz gut mit ihm, aber er ist bis heute nur zu ungefähr 80 % abrufbar. Wenn die Kröte dabei ist, sogar noch ein bisschen besser, weil ihm dann sein Futterneid einen Streich spielt. Man hat mit ihm aber nur ungefähr 3 Rückrufe pro Spaziergang; alles darüber hinaus überhört er geflissentlich. 

 

Hmmmmmm... so ungefähr war Yoma auch.

 Ich habe dann ähnlich reagiert wie du (wünschte, ich könnte das rückgängig machen). Yomas Konsequenz war:

Sich noch mehr zu entziehen. Mit diesem Vorgehen hat man auch ganz schnell den von mir erwähnten taktilen Reiz beim Rückruf drin. Spürt der Hund die Schleppleine nicht, dringt der akustische Reiz trotzdem nicht ganz durch, weil der taktile Reiz fehlt, so aber ist das Ganze verknüpft. 

Auch die Unterordnung durch Fußlaufen hat alles richtig verleidet. Ein freiheitlicher Hund wird immer den Ausbruch wagen... Yoma scheißt auf Premack. Sowas von. 

 

 

Mein Vorgehen war: 

1. Dem Hund den Weg aussuchen lassen und das waren alles nur keine "geraden Wege".

2. Dem Hund die Möglichkeit geben, auch 800 Meter weg zu laufen und ihn danach keinesfalls anzuleinen, sondern wieder laufen zu schicken.

3. Den negativen taktilem Reiz durch die Schleppleine wieder positiv zu machen:

Viele Spaziergänge an der schleifenden Schleppleine, damit der Hund sie nicht mehr als Einschränkung wahrnimmt. 

4. Wenn man den Hund anleinen muss, kein "Zurückkommen" fordern, sondern frühzeitig stoppen lassen und anleinen. Und das immer an der langen Leine. Danach muss unbedingt nochmals angeleint werden. 

 

 

Das wirkliche Weglaufen/Streunen hat sich dadurch gelegt, wenn er mal vorausläuft, kommt er nach ein paar Aufenblicken wieder von alleine und "meldet" sich. 

Total zuverlässig wird er nie werden. 

Ich gebe ihn aber immer die Auswahl, und freue mich, wenn er sich für mich entscheidet. Ich freue mich aber nicht hörbar, das verwirrt ihn mehr, sondern lasse ihn einfach sein Ding machen:

 

 

(nach 1 Minute)

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Ich Leine meine jungen Hunde nie an. Und ich nutze dazu nie den Rückruf.

 

Junge oder neue Hunde haben 3 m Leinen dran. Und wenn ich den Hund sichern möchte, nehme ich die Leine auf. Alle meine Hunde lernen automatisch im Verlauf, wenn ich die Leine hinhalte, werden sie angeleint... Anleinen ist bei uns ohne Bedeutung. Auch für die Rennsemmel. Ist denen erstmal Wurscht. Wenn ich Ableinen will, dann rufe ich sie ran.

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Das funktioniert halt solang wie der Hund nicht wegläuft ;)

Gibt genug Hunde, die bleiben selbst bei bester Bindung nicht in der Nähe.

 

Akuma lässt sich zu 99% ohne Getöse anleinen, bei Yoma war das schon immer ein Problem - damit ist er nicht alleine.  

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vor 8 Stunden schrieb marcolino:

 

Hat er eine frische, hochinteressante, sein Jagdverhalten auslösende Spur in der Nase, oder gar eine potentielle Beute erspäht - dann ........

In dieser Situation hilft dann nur noch der "Superabbruch" - und das ist ein Signal, welches ihm mitteilt: "Ich habe Beute für dich!".

Dieses Signal ist so stark konditioniert, dass es einen Reflex bei ihm auslöst, und zwar so, dass er ALLES was er tut sofort abbricht, sich mir zuwendet und dabei schaut, was ich für ihn wohin werfe zum JAGEN!

Dieses Signal wende ich nahezu ausschließlich an, wenn er sich tatsächlich sehr hoch im Jagdverhalten befindet, weil ich ihn mit diesem Signal im Jagdverhalten HALTE (ich gehe MIT seiner Motivation). Wende ich dieses Signal auch in anderen Situationen an (vornehmlich weil es ja so bequem ist, weil es so sicher befolgt wird), dann BRINGE ich ihn damit in JAGDVERHALTEN ... und das wäre bei ihm höchst kontraproduktiv, gerade WEIL dieser Hund ein passionierter Jäger ist und sehr schnell in Jagdverhalten geht.

Das will ich aber nicht, denn die Welt besteht nicht nur aus Jagd.

 

 Super Erklärung!

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