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Hundeforum Der Hund
BastisWunderland

Freundlich, stürmisch , rüpelig ...

Empfohlene Beiträge

Hallo,

 

weil mir hier jetzt schon des öfteren so toll geholfen wurde , wollte ich mal wieder um Hilfe fragen.:blush:

 

Johnny Cash ist labradortypisch erfreut über jeden Menschen, aber geht oft zu stürmisch zu Werke ( Anspringen, Küsschen, Kleidung zerren, auf den Schoß springen ) . Wir haben Vers. Methoden ausprobiert & ich hatte die Hoffnung dass sich das verwächst aber er ist immer noch ein kleines stürmisches freches Monster. Zeitweise war zumindest das Anspringen fast erledigt aber die Pubertät hilft uns natürlich nicht ... :(

 

2 Situationen zu denen ich Tipps brauche & wie wir es aktuell machen :

 

1. Frauchen oder Herrchen kommen nach Hause . Wir knien uns hin & versuchen ihn ruhig so 30s in langen Bewegungen zu streicheln & nicht mit Stimme, wilder Gestik etc. aufzuregen . Dann sagen wir Schluss + Handzeichen & der Hund wird "ignoriert". 

 

2. Besuch. Johnny wird beim Klingeln auf seine Decke geschickt . Der Besuch kommt rein , zieht sich aus & setzt sich hin . Dann hole ich Johnny dazu & er darf begrüßt werden . Ich bitte dabei immer um nicht zu viel offensichtliche Freude vom Besuch . :D  Besonders bei Kindern , älteren Leuten & nicht Hundefreunde ist das natürlich wirklich unangenehm.

 

Johnny freut sich wirklich sehr über jegliche Menschen & dreht wie beschrieben auf & quiekt oft . Ich denke er ist in solchen Situationen unsicher . 

 

Ich wünsche mir einfach, dass er entspannter ist , die Bodenhaftung nicht verliert & sich langsam annähert & nicht im Vollsprint :D

 

Habt ihr Tipps ? Etwas ändern oder so weiter machen in der Hoffnung, dass er es irgendwann versteht ? :) Das mit dem Hinknien machen wir noch nicht so lange . Danke im Vorraus. 

 

 

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Das klingt ja nach einem fröhlichen Gesellen, wie schön! :lol:

Wir haben auch so eine kleine Wilde von neun Monaten mit immer noch beeindruckenden Freudestaumelanfällen bei Besuch, kann dich daher gut verstehen. So freundlich das auch gemeint ist - nicht jeder Handwerker steht drauf, so begrüßt zu werden... :P

 

Von einigen Freudesausrastern bei ihren Lieblingsmenschen abgesehen haben wir unserer Dame mittlerweile recht gut vermittelt, dass sie zumindest etwas andächtiger ans Begrüßungswerk herangehen sollte. Wir arbeiten zwar auch sicher noch eine Weile daran, bis sie eines Tages erwachsen ist und noch etwas mehr Ruhe zu bewahren lernt - aber hiermit können wir den Grad des Überschwänglichen mittlerweile gut im Zaum halten:

 

Den Tipp unserer Hundeschule, sie erst vom Besuch fernzuhalten und erst später dazuzuholen, damit sie checkt, dass der Besuch uns und nicht ihr gilt (so wie bei euch beschrieben, wenn ich das recht verstehe?), haben wir bei ihr irgendwann verworfen, da er dazu führte, dass sie dann nur noch gespannter wie ein Flitzebogen darauf wartete, endlich loslegen zu dürfen, und diese Spannung sich dann entsprechend in noch wild-fröhlicherem Gebahren vor den Besuchern entladen hat, wenn sie denn endlich durfte. War also einfach nichts für sie, einfach kein Typ dafür.

Wir sind stattdessen rein intuitiv dazu übergegangen, dass sie zwar mit uns im Flur sein darf, wenn Besuch kommt, wir diesen aber zuerst begrüßen und dafür sorgen, dass er erst einmal recht unbehelligt hereinkommen kann; die Kleine wird derweil nicht groß beachtet. Erst danach wird sie vom Besuch kurz beachtet und begrüßt; recht schnell widmen wir Menschen uns dann aber einander und die Hundedame darf erst einmal schauen und sich an die Anwesenheit des Besuchs gewöhnen. Wenn sie nicht völlig aufgedreht ist oder ganz arg ignoriert, sondern auch mal kurz angesehen, gekrault o. ä. wird, ist dann trotz Freude, Temperament und manch pubertärem Überschnappen ganz schnell Ruhe im Karton.

Und wenn Handwerker kommen o. ä. und die Dame gar nichts mit dem Besuch "zu tun" haben soll (etwa weil es schnell gehen muss oder diese keinen Sinn für kleine fröhliche Hundekinder haben), darf sie zwar mit zur Wohnungstür, um zu sehen, wer kommt, wird dabei aber von mir gar nicht beachtet und ich bemühe mich, die ersten Momente möglichst immer zwischen ihr und dem Eintretenden zu stehen, sie also auch körperlich abzuschirmen und ihr so zu verstehen zu geben, dass das hier jetzt definitiv nicht ihr Bier ist. Das klappt auch bislang sehr gut; sie bleibt dann ein Weilchen in der Nähe, bis sie weiß, was los ist, und geht dann entspannt ihrer üblichen Wege.

In beiden Fällen war es uns wichtig, ihr zu vermitteln, dass sie zwar nicht ausgeschlossen ist, jeder Besuch aber erst einmal uns gilt und wir über Art und Umfang ihres  Umgang mit diesem entscheiden, also alles "für sie" unter Kontrolle halten. Besuch in der Höhle ist halt Chefsache. :B)

 

Wenn wir selbst heimkommen, machen wir es mit der Begrüßung übrigens so ziemlich genauso wie ihr, nur zeitlich kürzer, damit sie sich nicht hineinsteigert; ein paar Sekunden nur und dann geht es erst einmal wie selbtsverständlich an ihr vorbei, Schuhe aus, Sachen abstellen etc.. Geknuddelt und gespielt wird danach. Ich glaube, dadurch ist die Begrüßung für sie zwar ein wichtiges Ritual geworden, aber sie weiß, das wirkliche "Highlight" kommt erst, wenn wir angekommen sind und uns ihr widmen... Vielleicht also mal probieren, ob er schneller zur Ruhe kommt, wenn ihr das Ganze noch etwas kürzer haltet? (Das Hinknien finde ich übrigens super!)

 

Soweit meine Gedanken von Jungspundbändiger zu Jungspundbändiger, ich hoffe, es ist irgendetwas für euch Hilfreiches dabei. Und ich warte (auch ein wenig eigennützig, gebe ich zu) gespannt, was noch so an Überlegungen und Ratschlägen in diesem Thread hereinkommen wird! ;)

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@Patlican  Danke auf jeden Fall für die tolle ausführliche Antwort :) Gut auch nochmal zu hören, das man nicht alleine mit dem Problem ist . 

 

Ob das die richtige Methode für uns ist , weiß ich allerdings nicht ... Ich hab das Gefühl wenn ich ihn vor allem bei Besuch mit in den Flur nehme , bekomme ich bald keinen Besuch mehr :D Er springt dann wirklich wie ein Flummi & ich bin nicht mit meinem Besuch sondern nur mit korrigieren beschäftigt  . Wenn die Leute sitzen , kann er sie wenigstens nicht mehr umwerfen ..  Aber ich denk auf jeden Fall drüber nach ... 

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Guten Morgen! Da waren schon super Tipps dabei. Wichtig ist wirklich die Körpersprache.

Den Tipp mit dem "ich stehe hier, du wartest hinter mir und wenn ich es freigebe darfst du nach vorn" finde ich schon mal die 1. Stufe. Die zweite Stufe müsste dann von den Besuchern kommen. Vielleicht gibt es ja ein paar "Probe-Besucher", die sich freiwillig anbieten, mal auf Probe-Besuche zu kommen. Sobald diese dann angesprungen werden sollen sie sich wegdrehen und gleichzeitig mit einem entschiedenen "nein" oder "aus" oder was auch immer ihr gern nehmt, den Hund nach unten drücken, so dass er lernt: ok, wenn ich anspringe freut sich absolut keiner über mich. Sobald er dann beim nächsten Besuch nicht mehr anspringt ruhiges Freuen und Loben. Sollte darauf hin wieder angesprungen werden: wegdrehen, runterdrücken, nein.

Hunde lesen unsere Emotionen und lernen daraus. Ruhig Emotionen ordentlich zeigen, damit er etwas zum Lernen hat. Der Besuch darf ruhig seinen "Ärger" zeigen, schlecht wäre es, wenn er dabei lacht oder lächelt, da sind die Signale für den Hund nicht wirklich eindeutig lesbar... :B)

Schönen Dienstag!

Andrea

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Zitat

Beispielsweise springen manche Hunde weiterhin Leute an, obwohl sie für “alle Viere auf dem Boden” verstärkt werden und die angesprungenen Leute sich wegdrehen und den Hund ignorieren, wenn dieser springt. Die Aufmerksamkeit zu entziehen, funktioniert nicht. Manchmal passiert das, weil das Anspringen oder Anrempeln für den Hund selbstbelohnend ist. Die Leute können dem Hund den Rücken zudrehen, bis sie schwarz werden, aber die eingeschmuggelte Verstärkung erhält das Verhalten aufrecht, so lange dem Hund das Anspringen und der Körperkontakt Spaß machen. In diesem Fall funktioniert die positive Verstärkung also ganz hervorragend! Nur nicht der Verstärker, den wir einzusetzen versuchen.
 

dort näher zu lesen:

https://www.easy-dogs.net/home/blog/training/maria_rehberger/tarnkappenverstaerkung.html

 

 

Ein Positiv aufgebautes "untenbleiben", noch bevor der Hund anspringt ist wesentlich sinnvoller als ein Anspringenlassen mit darauffolgendem Abbruch.

Dann weiß der Hund, was gewünscht ist- was deutlich zielführender ist, als lediglich zu sagen, was unerwünscht ist. Irgendwas muß er ja machen. Man muß bedenken, daß es eine freundliche Geste vom Hund ist und er eben nicht unbedingt versteht, warum die Leute dann unfreundlich reagieren.

"Runterdrücken" erinnert mich an vorweltliche Schäferhundvereine. Hunde lernen so etwas auch positiv.

 

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@BastisWunderland - ein Flummi... Total schön ausgedrückt! :D

 

Die Methoden meiner Vorredner mit Probebesuchern, positiv aufgebautem Untenbleiben und den verschiedenen Zurechtweisungsstufen klingen für mich auch total plausibel (wobei ich "runterdrücken" anders als @gebemeinensenfdazu eher als eine Art rasch aufgebauter physischer Blockade, z. B. mit dem Arm oder Bein, sodass der Sprung nicht komplett ausgeführt werden kann, denn als aktives Druck ausüben oder Festhalten verstehen würde, oder wie machst du das, @NatureTrails?).

 

Dass dem Hund ein Alternativverhalten aufgezeigt werden muss, kenne ich von unserer Junghündin auch. Je nach Freude- und Flippigkeitsgrad musste (und manchmal muss; danke, oh ihr allzu freigiebig Hormone versprühenden Götter der Hundepubertät...:blink:) dann blitzschnell zwischen Zurechtweisung des Fehlverhaltens und Jubelstürmen bei akzeptablen Alternativen (z. B. Schlecken statt Knabbern, Anschmiegen statt Anspringen, Herumwuseln statt Klamottentauziehen) hin- und hergewechselt werden. Das checkt sie dann auch meist sofort, richtet sich danach und merkt es sich recht zuverlässig, möchte sich ja beim Besuch durchaus dauerhaft beliebt machen. Hilft allerdings wahnsinnig, wenn der Besucher als Fokus ihres Interesses so freundlich ist und das mit dem Tadeln und Loben mit übernimmt, das zeigt dann noch rascher und nachhaltiger Wirkung!

 

Was mir daher noch eingefallen ist: Vielleicht könnte es ja auch schon ein wenig entschärfend wirken, wenn ihr zusätzlich zu den Ideen, allgemein Ruhe in die genannten Situationen einzubringen, extra für diesen Kontext aktiv solche konkreten Handlungsalternativen mit eurem Wildfang eintrainiert? Also so explizit, dass er irgendwann für all seine Begrüßungsmarotten automatisch weiß: "Ich würde jetzt gerne X (Springen), ABER X (Springen) ist unerwünscht, ALSO mach ich lieber Y (Anschmiegen)."

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@Patlican ich bin ganz deiner Meinung. Es hat nix mit irgendwelcher "vorweltlicher Schäferhundverein"-Taktik (Zitat von gebemeinensenfdazu) zu tun. Ich blockiere die Bewegung des Hundes. So machen es die Tiere untereinander auch um Grenzen aufzuzeigen. Das tut nicht weh, ist keine sinnlose Domianz, sondern ich zeige meine eigenen Grenzen auf. Und das muss ich nun mal körperlich tun, solang es auf Kommando nicht funktioniert. :)

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Am 26.3.2018 um 21:46 schrieb BastisWunderland:

Frauchen oder Herrchen kommen nach Hause . Wir knien uns hin & versuchen ihn ruhig so 30s in langen Bewegungen zu streicheln & nicht mit Stimme, wilder Gestik etc. aufzuregen . Dann sagen wir Schluss + Handzeichen & der Hund wird "ignoriert". 

 

Wir haben von Anfang an keinen Abschied und kein Willkommen hervorgehoben. Wir sind wie selbstverständlich gegangen und auch wieder zurückgekommen und Emma (ebenfalls sehr an Menschen interessierter Labrador) kam uns irgendwann einfach ganz ruhig entgegen. Wir haben ihr keine besondere Aufmerksamkeit gegeben, kam sie uns zu aufgeregt oder aufgedreht entgegen, haben wir sie ignoriert und uns ihr erst dann zugewandt, als sie wieder ruhig war. Sie hat schnell gelernt, sich ruhig und langsam entspannt zu nähern. Ihr könnt ihn auch trainieren, indem ihr stärker auf seine Signale/Mimik eingeht und ihn dann u.U. auch aus einer Situation auch herausnehmt. Ruhig und konzentriert in einer Situation zu sein ist sehr anstrengend für einen Hund, vor allem dann, wenn er sich eigentlich ganz anders verhalten möchte; von daher sollten solche Trainingseinheiten nur kurz sein. 

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