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Hundeforum Der Hund
Kleiner Wolf

Wie verscheuche ich einen aufdringlichen Hund?

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vor 6 Minuten schrieb Silkies:

Geht es hier denn um Fehler?

 

Ich verstehe natürlich den Ansatz zu sagen, dann bring den Hund halt zurück wenn er nicht aggressiv ist. Denn Fakt ist, die anderen Hundehalter und deren Verhalten hat man nicht in der Hand, nur die eigene Reaktion darauf. Wobei ein Zurückbringen manchmal wirklich die einfachste Lösung sein kann - wohlbemerkt kann, keineswegs immer ist. Und das ist die andere Seite: Derjenige, dessen Hund andere ungewollt bedrängt, hat eindeutig in dieser Situation seine Verantwortung nicht ausreichend wahrgenommen. Nicht derjenige, der mit den Folgen dieses Versagens nun irgendwie klarkommen muss.

 

@Kleiner Wolf In diesem Fall besteht das Problem wohl darin, dass deine Reaktion nicht authentisch war. Du hast aus dem Kopf raus versucht, etwas umzusetzen was dir eigentlich gar nicht liegt. Nämlich einen Hund mit einem offensiven Auftreten zu blocken, während du dich ihm gegenüber gleichzeitig gar nicht wirklich sicher gefühlt hast. So was kann ganz schön in die Hosen gehen wenn du damit an einen Hund gerätst, der es im Zweifel dann auch wissen will! Wenn du deinen Kopf mal völlig ausschaltest, was hättest du denn in der Situation spontan am liebsten getan?

Ganz spontan gesagt: Weglaufen.

 

Meine Gefühle waren so: Ruhig aber unsicher (was wird passieren?), keine Angst, er soll verschwinden. Hoffentlich merkt Odin (meiner), dass ich ihm den Hund vom Leib halte. Hoffentlich denkt Odin nicht, dass ich ihn nicht schützen kann.

 

Ich hatte dem Schäfer gegenüber keine Angst oder empfand keinen Groll. Es nervte mich aber, nachdem er mir wieder und wieder nach ist.

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In Richtung der Besitzer gehen und den Hund zurückbringen, heisst ja dass man ihn noch längere Zeit nicht los wird. Wen die HH selbst schon weiter weg sind und weiterlaufen, kann das ja ewig dauern.

Dummerweise gibt es einfach Hunde, die es nicht verstehen, wenn ein Hund oder ein anderer Hundehalter ihn loswerden wollen.

Da der Hund ja 'nur' nervig und nicht gefährlich war, hätte ich wohl gleich reagiert, weggehen und dem anderen Hund deutlich zeigen, dass er weggehen soll. Nützt halt nicht immer, aber fast immer.

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Fangen wir mal damit an: Damit eine Notwendigkeit besteht, Odin zu schützen, muss er sich bedroht fühlen. Deiner Schilderung nach klang es nun eher nach genervt, nicht nach ängstlich. Oder hattest du das Gefühl, dass das Spiel schon weniger ein Spiel war und mehr Mobbingzüge angenommen hatte?

 

Ganz generell habe ich gerade folgendes Kopfkino laufen: Der Schäferhund fand das ganze total lustig, ob nun aus Spiellaune oder weil es ein gutes Gefühl gibt einen Schwächeren mal ein wenig zu scheuchen, das sei dahingestellt. Und fand offenbar nicht mehr aus dieser Stimmung raus, "noch mal, noch mal!". Dass ihr gegangen seid war für ihn kein klarer Bruch, immerhin hatte er Odin (wenn ich das richtig verstanden habe) ja vorher schon verfolgt, also war das für ihn eine Form von weitermachen. Ok, was fängt man nun mit dieser Überlegung an? Zuerst mal, dass Gehen in dieser speziellen Konstellation keine günstige Option ist. Variante eins: Noch vor Ort die Halter darum bitten, ihn anzuleinen. Alternativ überlegen, wie man die Stimmung des Schäferhundes in eine andere Richtung lenken kann, bevor du gehen willst. Sei es dass du betont irgend was ruhiges mit Odin machst, oder für beide eine andere Beschäftigung anbietest - das kommt natürlich ganz auf die Situation an.

 

Was überhaupt die Schwierigkeit dabei ist, es gibt da nämlich kein Pauschalrezept. Im Falle dieses Schäferhundes hier wäre wohl das einfachste, beim nächsten mal gleich die Halter darauf anzusprechen. Während es mit einem anderen Hund schon wieder ganz anders aussehen kann.

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vor 2 Minuten schrieb Nebelfrei:

In Richtung der Besitzer gehen und den Hund zurückbringen, heisst ja dass man ihn noch längere Zeit nicht los wird.

Die Zeit wird eher kürzer, schließlich werden die Besitzer des anderen Hundes auch umdrehen, wenn der nicht kommt. Geht man dann stur weiter, müssen die einen erstmal einholen und die Situation wird verlängert. Ansonsten geht man sich ja entgegen und der Hund ist viel eher bei seinen Besitzern.

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Die MEISTEN Hunde, bzw. zumindest die, die eine gewisse Bindung an ihre Halter haben, drehen ab einer gewissen Entfernung zu ihrem Halter ab. Stehen bleiben oder sogar wieder zurückgehen, sorgt i.d.R. nur dafür, dass die ganze Situation länger und länger beibehalten wird. Und aus der will "man" ja doch eigentlich raus, wenn ich das richtig verstanden habe. Wenn der Hund also nicht agressiv ist und meiner zwar genervt, aber nicht ängstlich (das sollte mann als HH eigentlich merken), würde ich einfach weitergehen und fertig. 

 

Auch wenn der ein oder andere eine etwas, sagen wir mal vermenschlichte Beziehung zu seinen Hunden pflegt (und da nehme ich mich nicht aus), sind Hunde nicht aus Zucker.  Man kann einen Hund nicht vor allem beschützen und ob es tatsächlich nötig ist, ihn auch noch vor vielleicht nur etwas unangenehmen Situationen zu bewahren, lasse ich mal dahingestellt. Und was soll das "mit den anderen Reden bringen"? Wenn es sich um ein Freilaufgebiet handelt (damit meine ich die hier in NRW üblichen Wald und Wiesengebiete ohne Leinenzwang an denen sich die regionale Hundepopulation trifft), dann kann dieses Gespräch durchaus auch mit einem einem "Ja, Und?" enden. 

 

Silkies hat es schon ganz richtig geschrieben: Jede Hundebegegnung ist irgendwie einzigartig. Und jedes Mal muss man sich die Situation, den/die eigenen und den/die fremden Hund((e) und deren Reaktionen anschauen und immer ganz individuell und situativ entscheiden, was zu tun ist, bzw. ob überhaupt was zu tun ist. Das ist es worauf man sich als HH einlässt. Einen Begegnungs-Regel und Verhaltens-Katalog oder Begegnung-Normen, wie sie einige in ihren Köpfen haben, gibt es schlichtweg nicht. Jeder Halter ist anders, jeder Hund ist anders. Und damit muss man eben leben.

 

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vor 44 Minuten schrieb Herdifreund:

Die MEISTEN Hunde, bzw. zumindest die, die eine gewisse Bindung an ihre Halter haben, drehen ab einer gewissen Entfernung zu ihrem Halter ab. Stehen bleiben oder sogar wieder zurückgehen, sorgt i.d.R. nur dafür, dass die ganze Situation länger und länger beibehalten wird.

 

Das hat mit Bindung nichts zu tun?

Der Hund hat eine hohe Motivation der Umwelt nachzugeben.

Erst wenn diese die Attraktivität des Besitzers unterschreitet, kehrt er um. Das ist nicht viel anders als beim Jagen oder einer läufigen Hündin nachgehen. 

Denn du wie du schreibst, ist es ein Marker einer schlechten Bindung, wenn der Hund halt nicht umdreht?

 

Sich weiter wegzubewegen kann (!) die Situation ebenso künstlich in die Länge ziehen.

 

Einerseits sagst du, es ist alles individuell, aber plädierst fürs Weitergehen, während du mit Bindung argumentierst. Verstehe ich nicht ganz?

 

Es gibt den Verhaltensknigge nicht, nein, da stimme ich überein. 

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Ich hab sowas per se immer laufen lassen, sofern das alles im toleranten Rahmen war und sich die Hunde verstanden haben. Wenn Quinta genervt ist von anderen Hunden, kommt sie zu mir und erst dann "blocke" ich. Mache ich aber eher sanft, der Hund kommt dann auf mich zu und ich lenke ihn um. Da reicht meistens schon ein leichtes wegschieben an der Schulter, so dass der Vorderkörper Richtung Besitzer gedreht wird.

Beobachte dass übrigens auch bei anderen Hunden so, dass sie, wenn sie wirklich genervt sind, zu ihren Besitzern gehen und die das händeln lassen. Dann ist auch von einer Seite der Hunde kein Interesse mehr und durch das zusätzliche Zeichen des Besitzers merkt der aufdringliche Hund das meist dann doch recht schnell. Klappt nur bei jungen Hunden und Welpen nicht, da bringe ich die Hunde dann auch einfach zurück, weil sie das einfach nicht besser wissen (können).

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@Shyruka Ist je genau was @Kleiner Wolfgemacht hat. Es handelt sich ja um einen Schäfer, also einen Hund, der normalerweise eine gute Bindung zum HH hat, dennoch ist er ausserhalb der Rufdistanz, scheint den HH egal zu sein, da wär es ihnen wohl auch egal, wenn ihnen jemand den Hund bringt, mehr als ein 'Ja, und' wie @Herdifreundschreibt,,ist nicht zu erwarten.

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vor 4 Stunden schrieb Shyruka:

Ich hab sowas per se immer laufen lassen, sofern das alles im toleranten Rahmen war und sich die Hunde verstanden haben. Wenn Quinta genervt ist von anderen Hunden, kommt sie zu mir und erst dann "blocke" ich. Mache ich aber eher sanft, der Hund kommt dann auf mich zu und ich lenke ihn um. Da reicht meistens schon ein leichtes wegschieben an der Schulter, so dass der Vorderkörper Richtung Besitzer gedreht wird.

Beobachte dass übrigens auch bei anderen Hunden so, dass sie, wenn sie wirklich genervt sind, zu ihren Besitzern gehen und die das händeln lassen. Dann ist auch von einer Seite der Hunde kein Interesse mehr und durch das zusätzliche Zeichen des Besitzers merkt der aufdringliche Hund das meist dann doch recht schnell. Klappt nur bei jungen Hunden und Welpen nicht, da bringe ich die Hunde dann auch einfach zurück, weil sie das einfach nicht besser wissen (können).

 

 

Ich finde den Hinweis von weiter vorne, dass, wenn man immer alles für den Hund regelt, er keine eigenen Strategien entwickelt, sehr wichtig.

Trotzdem sollen ja die Hunde auch wissen: die tut das, wenn es nötig ist. Brauch ich nichts zu tun.

 

Ich habe das mit dem Abblocken von fremden Hunden damals, als Kissy neu war, gemacht.

Sie hatte vorher praktisch keinen Freilauf und keinerlei Kontakt zu fremden Hunden. Und ich hatte Phoebe mit einer echten Tendenz zur Hysterie bei fremden Hunden.

 

Also habe ich kurmäßig bei anstürmenden Hunden die Hunde hinter mich genommen, bzw. Phoebe auch hoch. Dann deutlich abgeblockt. Beide Hunde haben das gerne angenommen, Kissy war am Anfang auch sehr unsicher.

Ich wollte verdeutlichen - ich übernehme, wenn es wichtig ist.

Beide Hunde sind ja Terrier, die neigen dazu, nach vorne zu gehen, wenn es sonst keiner für sie tut und sie meinen, es drohe "Gefahr".

Dann, als beide Hunde merkten - okay, hier passiert ja gar nichts, alles im grünen Bereich (bei Phoebe immer noch Tagesform abhängig) - habe ich dieses überdeutliche Abblocken reduziert. Bin Bögen gelaufen, ausgewichen etc.. Immer im Freilauf.

Heute muss ich gar nichts mehr machen, Abblocken kommt fast gar nicht mehr vor, manchmal nehme ich Phoebe noch hoch, wenn sie es will.

 

Carlos kam schon mit einem sehr guten Gespür für andere Hunde. Er rennt zuerst hin, würde bei einem freundlichen Hund immer wedeln, schnüffeln etc. Entpuppen sie sich als nicht interessiert am Kontakt, läuft er einen Bogen und wartet. Erscheinen sie ihm agressiv, läuft er zur Seite weg, macht irgend eine Übersprungshandlung (Pinkeln, Scharren) oder kommt zu mir zurück und läuft dann mit mir.

 

Aber für mich war es damals auch eine gute Erfahrung, dieses Abblocken für den Notfall zu beherrschen. Zu wissen, ich kann da ein heranstürmendes Viech stoppen bzw. :

"Wow, die reagieren auf mich", hat auch mein Selbstbewusstsein gestärkt.

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Da solche Abblock-/Hundekontaktgeschichten immer ganz auf die Situation ankommt gibt es meines Erachtens nicht DIE Vorgehensweise.

 

Wenn es die Situation erlaubt Leine ich meine Hündin gerne ab. Es gibt ihr mehr Spielraum und (Situation bei uns) sie fühlt sich damit wohler bei Hundekontakten. Mein Mädchen die Dinge selbst regeln lassen ist an der Leine kontraproduktiv, deshalb würde ich da notfalls einschreiten.

 

Ich habe in letzter Zeit zwei nachlaufende Hunde gehabt. Ein Hund den sie kennt und positiv findet. Da ging ich ein bisschen mit zurück bis er zu den Haltern Aufschluss.

Der zweite Hund war ebenfalls bekannt aber meine Hündin und diese Beagledame sind sich absolut nicht grün. Ableinen war nicht möglich. Ich bin also mit ihr einen Bogen gelaufen und habe dann einen ziemlich steilen Weg gewählt. Die Beagledame konnte da nicht mehr mithalten (das arme Tier ist übergewichtig) und drehte bald um.

 

Ich finde es in der Regel hilfreich wenn Hund und Halter in Bewegung bleiben anstelle stehen zu bleiben. 

 

Das beste aus meiner Sicht ist vorausschauend zu handeln. (Geht natürlich nicht immer.) Situationen "entschärfen" bevor sie entstehen/eskalieren. 

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