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Hundeforum Der Hund
gebemeinensenfdazu

"Triebstau"- Phänomene. Übermotiviertheit? Angestaute Erwartungen?

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Sie ist wirklich nicht "platt"- also nicht reaktionsträge oder so- sondern ...hm... überlegter / kooperativer.

An der Bushaltestelle vorbeigehen und in letzter Sekunde (1 Sekunde bevor sie es bemerkt hat, wir waren schon auf gleicher Höhe) gesehen und bemerkt "Ah ein paar Kinder-zur Seite..." ging zum Beispiel- da guckt mich der Hund sogar kurz an, anstatt 2m freizuräumen.

Das Gepushte betrifft hauptsächlich das Schutzverhalten. Ich glaube es liegt nicht nur daran, daß wir da kurz durch Katzenterrain müssen...(ah noch ein Faktor!). Wenn der wegfällt (keine Katze in Geruchsweite) ist gut.

Diese "Kalibrierungsphase" ist auch verstärkt, wenn mein Partner mit ihr öfter den zweiten Gang gemacht hat. Das ist definitiv auch ein Faktor. Der ist eher neben ihr unterwegs als mit ihr- wenn er mit ihr spricht kommt der Name und dann....meist nichts mehr- im weiteren Verlauf wird dann der Name lediglich verärgerter ausgesprochen, weil der Hund seiner Wege geht- Jagen z.B. oder Fangen Spielen- auch Abhauen war schon. Was soll sie auch machen, wenn der nicht sagt, was er will...Bei dem wird auch weiträumiger weggepustet.

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vor 18 Minuten schrieb Hoellenhunde:

Nein. Akuma ist nach sehr vielen Reizen 2-3 Tage "platter" als normal. 

 

So kenn ich das von Ferun auch, das letzte Wochenende war vollgepackt mit neuen Eindrücken und aufregenden Situationen,

mit der Zeit wurde sie ruhiger weil sie gar nicht mehr (wie sonst) alle Reize wahrnehmen konnte. War zumindest mein Eindruck.

Aber bei Ferun führt das tatsächlich zum Abschalten, so das sie einmal fast gegen einen Pfosten lief, dann einen Mann erst wahrgenommen

hat, als sie direkt in ihn reinlief (sie hat sich extrem erschrocken und ihn dann verbellt) und insgesammt einfach total "unaufmerksam" war.

Danach ist sie dann 1-2 Tage platt und braucht ausser rennen auf der Wiese, erstmal Pause.

 

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Akuma ist dann auch nicht "reaktionsträge". 

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Gib' doch mal ein Beispiel, ich kann mir darunter dann unter "platt" nichts vorstellen.

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Was bei außergewöhnlich "aktionsbeladenen" Tagen passiert: Der Cortisolspiegel erhöht sich. Nach solchen Tagen eine Pause einzulegen - also dafür zu sorgen, dass die nächsten zwei oder drei Tage tatsächlich ruhige Routine bringen, ohne aufregende neue Reize - hilft, diesen Cortisolspiegel abzubauen. Dadurch werden nicht nur die erlebten Reize besser verarbeitet. Es wird auch durch das Fernhalten neuer Reize verhindert, dass diese auf Basis eines erhöhten Cortisolspiegels erlebt werden.

 

"Triebstau" im Titel mutet für mich tatsächlich etwas seltsam an - es ist doch allgemein bekannt, dass es diesen "Stau für Triebe" nicht gibt ... ich hätte den gerne WEG aus dem Titel :clown

 

Es ist eine Erwartungshaltung, die für hochgepushte Hormone sorgt.

Dein Hund weiß, was nun auf ihn zu kommt (längerer Auslauf, Einsatz der Nase, baldiges Erleben anregender, interessanter Reize) - und als das zusammen mit der inneren Freude darauf führt zu einem Anstieg des Hormonspiegels.

Diesem erst mal Gelegenheit geben sich wieder abzubauen, ist eigentlich die gängige Praxis, um den Hund erst mal runterzufahren.

 

Verstehe ich das richtig - du nutzt die Leine zur Kontrolle in dieser Phase?

 

Das wäre nicht meine Vorgehensweise, weil das bei mir das Empfinden auslöst, ich kontrolliere den Hund und zwinge ihn dazu, über Einschränkung wieder seinen Kopf zu nutzen.

 

Jetzt weiß ich nicht wie dein Hund tatsächlich agiert (mir fehlt da das persönliche Erleben mit ihm), und welche Freilaufmöglichkeiten du hast :think:

 

Meine Vorgehensweise wäre, dem Hund tatsächlich die ersten Minuten einfach ihm selbst zu überlassen, ihn Rennen, Schnüffeln, Pinkeln und Erkunden lassen, damit die Hormone sich wieder runterregeln. 

 

Dazu ist natürlich ein Umfeld nötig, wo der Hund dieses auch tuen KANN - und ich weiß nicht ob du das zur Verfügung hast.

 

Ansonsten wäre meine Idee, VOR genau diesem Gassigang ein aktionsgeladenes Spiel mit dem Hund zu machen, bei dem er diese Hormone "abbauen" kann, und zu dessen Ende hin ich dann immer mehr Ruhe einfließen lasse - aus der ich dann den eigentlichen Gassigang starten lasse.

 

Hormone lassen sich nicht wegzaubern, sie brauchen Zeit und das entsprechende Handling, um tatsächlich abgebaut zu werden.

 

Ich finde diesen Zustand der Erwartungshaltung völlig normal, weshalb ich meinen Hunden nie beigebracht habe: "Ihr braucht erst die nötige Ruhe, bevor ihr dürft!" sondern: "Ihr dürft - nur manchmal kann es sein dass es nicht sofort ist!" ...

 

Heißt in der Praxis: Ich habe jede Möglichkeit genutzt wo es möglich war, die Erwartungshaltung der Hunde sofort zu bedienen. Warten, Impulskontrolle, Entspannen habe ich in ganz anderen Situationen "geübt" - und das dann miteinander verknüpft, wenn es nötig war.

 

 

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vor 14 Stunden schrieb gebemeinensenfdazu:

Wenn ich zu lange nur in der Einöde unterwegs mit ihr bin entwöhnt sie sich richtig und jede winzige Abweichung fällt auf. Wenn der Hund mit Reizen zugeschüttet wird, relativiert sich richtig die Sicht und das wirkt noch Tage nach.

 

Wenn wir längere Zeit auf der Alp waren, stelle ich jedes Mal fest, dass bei unserer Rückkehr die Alltagsreize am Rand einer Kleinstadt

plötzlich viel mehr ins Gewicht fallen als normal. Zaza reagiert dann vermehrt auf Gegebenheiten die sie sonst kalt lassen. Besuche ich

kurz nach Rückkehr die belebte Innenstadt, kippt die Stimmung oft ins Hektische. Die Reize scheinen dann mit grösserer Wucht

bei ihr anzukommen und das Herausfiltern wichtiger Umweltinformationen läuft irgendwie harziger...

 

Gepusht & übermotiviert/reaktiv erlebe ich Zaza kaum einmal. Könnte ich natürlich mit dem Erwerb einer Ballschleuder ändern... ;)

Gibts einmal sehr viel Input, zeigt sich am Folgetag eine gewisse Mattheit; folgen dann noch mehr Eindrücke, kippt die Stimmung

und Zaza wird empfindlich bis launisch.

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vor 20 Minuten schrieb marcolino:

Verstehe ich das richtig - du nutzt die Leine zur Kontrolle in dieser Phase?

Genau- Flexileine- das sind nämlich noch 150m an einer vielbefahrenen Straße entlang. Sobald wir auf dem Pfadweg sind leine ich sie ab, muß sie aber heranrufen, wenn da jemand ist. Da ist selten jemand - entsprechend gilt der als "auffällig" und ich soll mir den anschauen. Aber sonst wird diese Strecke ausgiebig zum Schnüffeln genutzt.

 

vor 20 Minuten schrieb marcolino:

Ansonsten wäre meine Idee, VOR genau diesem Gassigang ein aktionsgeladenes Spiel mit dem Hund zu machen, bei dem er diese Hormone "abbauen" kann, und zu dessen Ende hin ich dann immer mehr Ruhe einfließen lasse - aus der ich dann den eigentlichen Gassigang starten lasse.

Das funktioniert ultimativ gut! Nur läßt es sich halt schwierig an den Tagen einbauen- an dem eh alles nach hinten verfrachtet werden muß, weil soviel erledigt werden muß

Ich kann als Schnellvariante auch die 150 m durchzergeln- daran ist aber blöd, daß dann die erste Wegstrecke nur mit Spielzeug-erwarten verbracht wird. Und es würde nicht geschlendert und geschnüffelt, was eigentlich ein netter Auftakt ist.

Der Hund rennt auch nicht sofort los oder was bei "gepusht" noch in den Sinn kommt. Es ist mehr übertrieben, fast bürokratisch wird sich auf jede Abweichung gestürzt. Das Schutzverhalten springt halt viel schneller an und ich glaube, daß das auch mit der Territoriumsnähe (und beim zweiten Gang etwas auch einbrechender Dunkelheit) zusammenhängt.

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vor 1 Stunde schrieb gebemeinensenfdazu:

Gib' doch mal ein Beispiel, ich kann mir darunter dann unter "platt" nichts vorstellen.

 

Er möchte dann mehr ruhen als sonst. Er ist dabei richtig entspannt und tankt Kraft. Auch nach Dingen wie intensivem Jagdersatztraining. :)

 

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Aber dann hast du doch schon DIE LÖSUNG :D

 

vor 41 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

Das funktioniert ultimativ gut!

 

Dazu kommt ja noch, du berücksichtigst ihr Territorialmotivation und den äußeren Anreiz der Dämmerung - wenn diese Nachsicht auf deinen Hund dazu führt, dass du selber entspannt bleiben kannst, so nach dem Motto: "Nichts ist perfekt - das ist halt ihre Eigenart :rolleyes::wub:" - dann ist doch Alles im grünen Bereich ... finde ich :)

 

An Tagen, wo diese Lösung mit dem Hormonabbau vor dem Gassigang nicht möglich ist, ist es eben so ... :whistle

 

Du kennst die Gründe, du hast ein entsprechendes Handling - wo ist das Problem?

 

... und manchmal hilft es dann, den obigen Satz: "Nicht ist perfekt - das ist halt ihre Eigenart!" so lange mantramäßig vor sich hinzumurmeln, bis sich das hier: ":rolleyes::wub:" wieder einstellt :D

 

Ich kenne das auch bei meinen Hunden, und gebe dem Raum so oft und weit das möglich ist.

 

Vor ein paar Wochen habe ich mich fürchterlich über mich selber geärgert, weil ich meinen Ärger an meinen Hunden in genau einer solchen Situation ausgelassen habe. Zu der Zeit stand ich ganz massiv unter psychischem Druck (familiäre Sterbebegleitung) - und ich konnte nicht mehr mit der üblichen Nachsicht mit meinen Hunden umgehen.

Tatsächlich habe ich dann eine mir auferlegte Verpflichtung am nächsten Tag abgelehnt und etwas geändert - und bin statt dessen mit meinen Jungs eine schöne, große Waldrunde, mit Tee und Stulle für mich und Rinderohren für die Jungs unterwegs bei einer Pause, gegangen - zu unser Aller Entspannung.

 

Meine Hunde müssen nicht Alles perfekt machen, bei vielen Kleinigkeiten sehe ich dafür keinen Anlass, sie gemäß "meinen Vorstellungen" zu formen.

Solange das Gesamte stimmt und ich mich mit ihnen zu unser Aller Zufriedenheit in unserem gewohnten Umfeld bewegen kann, berühren mich solche Sachen nicht im Geringsten. Im Gegenteil: Gerade solche kleinen Macken machen doch ihre Individualität aus - und ich bevorzuge es, darüber liebevoll zu lächeln, statt mich zu ärgern.

 

 

 

 

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Mit Schleppleine läßt der Druck auch nach- gerade ausprobiert. Also da kommt viel zusammen -ist größtenteils selbst aufkonditioniert. In einem bestimmten Radius wird eben kritischer beäugt, beim Losgehen deutlich mehr als beim Zurückkommen. Ist bei ihrem fast gleichaltrigen Kumpel nicht anders.

 

Je mehr zusammenkommt (Katzen, schubsende Jungs an der einen Ecke, wo sie immer stehen und rauchen, Dämmerung, schlechtes Wetter usw.) desto größer die Angespanntheit.

 

 

 

Woran ich überlege ist, ob ich solche Reizmarathone bewußt einfließen lassen soll,

weil das bei Akuma

vor 2 Stunden schrieb Hoellenhunde:

 

Er möchte dann mehr ruhen als sonst. Er ist dabei richtig entspannt und tankt Kraft. Auch nach Dingen wie intensivem Jagdersatztraining. :)

 

doch auch ähnlich positiv klingt. So nach Leistung vollbracht haben- Herausforderung gemeistert. Ob sie danach mehr schläft achte ich mal drauf. Unmittelbar danach- logisch. Aber ich könnte geerade nicht sagen, daß das mehrere Tage so wäre- gefühlt eher nicht. Dieses "Wir schaffen das schon gemeinsam"- Feeling hält jedenfalls nachhaltig an und schwächt sich dann erst wieder ab bei einseitigem , stressigen oder zuwenig Input. Ich glaube auch echt, daß das nicht nur die Projektion meines "Wir schaffen das schon gemeinsam"- Feelings:B) ist- also wirklich nicht NUR...

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