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Hundeforum Der Hund
gebemeinensenfdazu

"Triebstau"- Phänomene. Übermotiviertheit? Angestaute Erwartungen?

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Bei 7+ Reizüberflutung reden wir nicht von Herausforderung.

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Wer ist wir?

Und woher nimmst du die "Über-"Flutung? Wir waren 7 h unterwegs davon ca. 15 min durch Bahnhofsgewimmel. Davor Straßenbahn/bus/U-Bahn mit Angeleint an der Straße Laufen- Sequenzen. Viele Reize- ja. Das "Zuviele" ist ja das, was ich bezweifle. Auf Dauer schon- aber dosiert durchaus Herausforderung.

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Bei uns hängt das u.a. von der Verkehrslage ab. Der erste und letzte Gang wird getrottet, worüber ich mich sehr freue. ;) In der Dämmerung/Dunkelheit spielt er Kommissar Rex, aber mit hoher Reizschwelle, was mir auch gut gefällt. Gänge tagsüber, obwohl sie genauso beginnen wie die anderen beiden, sind positiv und negativ stressig. Die Erwartung auf den Freilauf und das Treffen von Freunden, viel mehr Verkehr, keine Zeit, sich etwas in Ruhe anzusehen, weil sofort der nächste Reiz da ist.

Was macht euren zweiten Spaziergang denn besonders? Bei uns ist es auf jeden Fall auch: Es gibt Action, aber man weiß noch nicht genau, wo oder was. Es ist nicht so gut berechenbar wie die langweilige Gassirunde. Mein Hund braucht beides wohldosiert.

 

Was ich auch beobachtet habe:

Spaziergänge in der Dämmerung/Dunkelheit an weniger bekannten Orten = Kommissar Rex in höchster Alarmbereitschaft. Und 2-3 Tage Spaziergänge (zwar mit sehr viel Freilauf) ohne richtigen Hundekontakt lassen ihn wieder sehr reaktiv und "unsozial" werden. Er verlernt das irgendwie bzw. die Resilienz baut sich ab. Beim Straßenverkehr ist das nicht so stark.

 

 

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vor 24 Minuten schrieb Freefalling:

Bei uns hängt das u.a. von der Verkehrslage ab.

Oja- wenn da keiner herumläuft (Menschen/Katzen) geht sie anderen Hobbies nach...

 

vor 24 Minuten schrieb Freefalling:

Was macht euren zweiten Spaziergang denn besonders?

Daß er eher unbesonders ist. Und deutlich kürzer- ohne Spieleinlage -und wir treffen viel seltener auf befreundete Hunde.

Bei mir ist es meist so eine Patrouille- wir gucken nach dem Rechten und sie checkt zwischendurch ein paar Spuren- da hat sie einige Stellen, wo sie das mit herumflitzen verbindet, das ist dann sehr schnelles Spurjagen,ohne Beuteabsichten. Macht sie tagsüber nicht. Tagsüber sind eigentlich nur Enten und Gänse unterwegs- sehr unspannend. Nutria abends sind deutlich spannender und müssen angezeigt werden- Ähnliches gilt natürlich in verstärktem Maß für Igel und vor allem Biber.

Mit Partner jagt sie länger und mehr, weil sie nicht unbedingt auf sein "Raus da" (meist als ärgerlich gerufener Name) reagiert- je öfter er mit ihr gegangen ist, desto mehr macht sie das bei mir und je öfter sie mit mir gegangen ist, desto weniger macht sie das bei ihm. Ich rufe sie zwischendurch da ran und wir inspizieren Sachen.

Wenn wir alle unterwegs sind, dann meist in unbelebterer Gegend, und da fetzt sie dann schon eher durchs Gebüsch und rauscht zwischendurch bei uns vorbei

Dieses Spurjagen in der Form gibt es noch nicht so lange und es ist begrenzt auf bestimmte Teilstrecken (wo man eben gut rennen und riechen kann) eher mittig während des Spaziergangs. Am Anfang gar nicht.

 

Auf den zweiten Gang hat sie bei kalten Temperaturen oft gar keinen Wert gelegt, mit dem Partner wollte sie dann gar nicht gehen.

Beim ersten langen Gang vormittags kann sie schneller herunterschalten als beim Abendgang.

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Also sucht sie sich zusätzliche Reize, wenn sie keine oder nur wenige von außen kriegt? Ich frage mich, ob das einfach ritualisiert ist zu der Tageszeit (und dem Ort). Klingt fast so. Die Länge der Ruhephase hat für uns keine so große Bedeutung, sondern wirklich mehr die Tageszeit und die Erwartungshaltung.

 

Das Spurjagen kommt hier nur bei größter Langeweile im Freilauf vor. Wenn alles "normal" ist, ist er sehr entspannt. Er bettelt dann vielleicht häufiger nach Leckerlies, aber ansonsten genießen wir beide die Ereignislosigkeit. ;) Das ist für uns noch relativ neu, was erklären würde, warum es noch nicht langweilig ist, sondern eher positiv empfunden wird.

Bei anderen ist er reaktiver als bei mir und wenn er zu viel mit anderen weg musste, geht er gar nicht mehr mit. Drei Tage hintereinander mit dem Gassigänger und seinem Schäferfreund geht z.B. gar nicht. Er freut sich immer, wenn sie kommen. Am ersten Tag geht er sofort super gern mit, am zweiten versucht er, mich zum Mitkommen zu bewegen, am dritten zieht er sich im Hausflur aus dem Halsband und rennt in die Wohnung zurück. ALs mein Bruder letztens mit ihm gegangen ist, wollte er nach der Hälfte zurück. Mit meinem Partner wird es mittlerweile besser. Aber auch der hat nur ne gewisse Anzahl an Spaziergängen "frei".

(Ich schließe nicht aus, dass die Schwangerschaft eine Rolle spielt, deswegen ist das evtl. nicht vergleichbar)

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vor 13 Minuten schrieb Freefalling:

Also sucht sie sich zusätzliche Reize, wenn sie keine oder nur wenige von außen kriegt? Ich frage mich, ob das einfach ritualisiert ist zu der Tageszeit (und dem Ort). Klingt fast so. Die Länge der Ruhephase hat für uns keine so große Bedeutung, sondern wirklich mehr die Tageszeit und die Erwartungshaltung.

Ja - sie ist auf jeden Fall auf Actionsuche, auf Sicht gibt es nicht viel zu jagen (Wasservögel und Krähen interessieren sie nicht besonders), also hat sie sich auf Spur spezialisiert und ja auch schon Einiges an Tieren gefunden (und verbellt).

Wir wechseln zwar ab, aber die ungefähre Zeit und das Gebiet ist meist gleich- das ist schon auch ritualisiert. Insofern ist ganz anderer Input bei ihr erstmal sehr willkommen.

 

Selbst eine Nacht lang auf einem Fleck ne blöde Installation Bewachen wurde gerne in Anspruch genommen, fand sie eine gelungene Abwechslung- ich nicht so:ph34r:...

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vor 8 Stunden schrieb Freefalling:

Und 2-3 Tage Spaziergänge (zwar mit sehr viel Freilauf) ohne richtigen Hundekontakt lassen ihn wieder sehr reaktiv und "unsozial" werden. Er verlernt das irgendwie bzw. die Resilienz baut sich ab. Beim Straßenverkehr ist das nicht so stark.

 

Hier frage ich mal nach: ist das sicher "reaktiv und unsozial" - oder könnte das auch eine Übersprungsreaktion sein?

 

Ich kann mir nicht vorstellen, dass dein Hund tatsächlich "verlernt".

Was ich aber weiß: Wenn bei Mangelempfinden die Aussicht auf das Subjekt der Begierde (in dem Fall andere Hunde) besteht, dann zeigen manche Hunde in ihrem Überschwang Verhaltensweisen, die in ihrem Verhaltensrepertoire ganz dicht an der Oberfläche sind - Forschheit und Rempeln können da z. B. gezeigt werden, obwohl es dafür keinen Anlass gibt. 

Das liegt dann aber nicht am "Verlernen" des Umgangs, sondern ist einfach eine Übersprungshandlung als Ausdruck für den hormonellem Zustand, in welchem der Hund sich bei der "Erlösung aus dem Mangelempfinden" befindet.

 

Oder anders: Es wird "gerüpelt", ohne dass Rüpeln gemeint und gewollt ist.

 

..............................................

 

Mein Vasco "leidet" auch, wenn er mehrere Tage keine Hundekontakt hatte. Das liegt einfach daran, dass ich immer schon vernünftige Hundekontakte gesucht habe, mit ihnen, von Welpe an. Schön dosiert, aber immer mit der Anforderung, Alles zuzulassen was geht.

Er wird "traurig", wenn er längere Zeit andere Hunde nur aus der Ferne sehen durfte.

Dem trage ich Rechnung, indem ich zumeist keinen Termindruck beim großen Spaziergang habe - denn da passiert es uns oft genug, dass wir noch mal ganz zum Schluß, möglichst schon am Parkplatz im Wald, wenn wir den Spaziergang schon beendet haben, gerade ein anderer Halter mit nettem Hund ankommt ... und der Spaziergang dann um diese Interaktion verlängert wird, gerade dann wenn wir auf dem Spaziergang nur Hunde getroffen haben, die nicht kontaktiert werden durften.

 

Bei Vasco erfülle ich damit ein Bedürfnis - und manchmal muss mein Mann dadurch länger auf mich warten als geplant ... :whistle

 

Edit: Das oben aufgeführte "Rüpeln" ist ein Beispiel und nicht konkret auf deinen Hund gemünzt. 

 

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vor 20 Stunden schrieb marcolino:

Meine Vorgehensweise wäre, dem Hund tatsächlich die ersten Minuten einfach ihm selbst zu überlassen, ihn Rennen, Schnüffeln, Pinkeln und Erkunden lassen, damit die Hormone sich wieder runterregeln. 

 

Ich habe eine Hündin, die aus anderen Gründen 13 Jahre lang nun schon HOCHFÄHRT bei gewissen Situationen und Anlässen. Ich denke es ist vergleichbar mit dem Verhalten von Gebemeinensenfdazu s Hündin.

 

Wenn ich sie einfach machen liesse würde es dennoch auftreten, weil dieser Hund sich dann eben VORHER ein Ventil suchen würde.

Egal, ob ich sie dann im Garten schon rausliesse, sie würde ihr "Ventil" -Rennen- nutzen.

 

 

vor 20 Stunden schrieb marcolino:

Dazu ist natürlich ein Umfeld nötig, wo der Hund dieses auch tuen KANN - und ich weiß nicht ob du das zur Verfügung hast.

 

Das Umfeld macht die Dinge nur einfacher, auf jeden Fall. Mit solch einem Hund erstmal an der Leine durch für den Hund schwierige Situationen zu laufen ist kontraproduktiv, wenn auch nicht immer wegzuzaubern.

 

vor 20 Stunden schrieb marcolino:

Ansonsten wäre meine Idee, VOR genau diesem Gassigang ein aktionsgeladenes Spiel mit dem Hund zu machen, bei dem er diese Hormone "abbauen" kann, und zu dessen Ende hin ich dann immer mehr Ruhe einfließen lasse - aus der ich dann den eigentlichen Gassigang starten lasse.

Das wäre das absolute GIFT für meinen Hund. Das würde die Erwartungshaltung auf diese Aktion derart hochtreiben, dass nicht mehr zu toppen wäre....Und ein "Triebspiel" würde meine Border Collies in Jagdbereitschaft versetzen.

Mein gemässigter Collie wäre evt. danach genauso bereit für einen normalen Spaziergang wie vorher...aber der hat auch, wenn überhaupt einen sexuellen Triebstau :)  und ist nicht nicht vergleichbar mit meinen BC-Spackos, die von 0 auf 100 ca 1 Sekunde brauchen...

 

@gebemeinensenfdazu ich habe keinen besseren Tipp, als das, was du eh schon machst. Unaufgeregte Führung. Versuchen dem Hund zu erklären, dass 3 kilometer UM seine Wohnung NICHT euch gehört und diese gesamte Gegend nicht zu bewachen ist. SEHR gut aufpassen auf den Hund, wenn er so reagiert und in der bewegten Jugendzeit nicht scheuen, dem Hund auch in gewissen Situationen einen Maulkorb aufzusetzen!

Die Hunde sind meiner Erfahrung nach in jungen Jahren oft übermotiviert, und da würde ich managen und Vorsicht walten lassen. Aber ob das auf deinen Hund zutrifft, weiss ich nicht.

Aber viele Menschen hätten sich viel Ärger und Anzeigen ersparen können mit Hunden, die "sagen wir mal etwas läppisch" übermotiviert sind.

Du beobachtest ein Verhalten deines Hundes Kindern gegenüber, was schwierig ist, so wie ich das verstehe...???
 

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vor 8 Minuten schrieb 2010:

Das wäre das absolute GIFT für meinen Hund. Das würde die Erwartungshaltung auf diese Aktion derart hochtreiben, dass nicht mehr zu toppen wäre....Und ein "Triebspiel" würde meine Border Collies in Jagdbereitschaft versetzen.

Das ist hier genauso! Nach einem aktionsgeladenem Spiel ist mein Hund derart hochgefahren, dass sie beim Start ins Gassi erst recht ständig in ihre übersprungsartigen Ausraster verfällt , weil sie unbedingt weitere Äktschn versucht einzufordern und noch viel schneller auslöst...

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Auch mein Hund, der nun keine "Action" braucht, muss unbedingt ausgeruht sein, sonst ist er draußen fahriger. 

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