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Hundeforum Der Hund
Irina83

2.Hund, Angst, verzweifelt

Empfohlene Beiträge

Es ist ja dann nicht damit getan ihm in dieser Situation  zu zeigen das du übernimmst.  Das sollte auch in anderen Situationen greifen. Das er genau weiß  du bist sein sicherer Hafen und auf Dich kann er sich verlassen.  Ich würde mir dazu noch mal einen Trainer dazu holen. 

 

Spricht doch nichts gegen.  

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Dass er mit dir kuschelt (das Vertrauen, dass du harmlos bist und Leckerlis gibst), heißt ja nicht unbedingt, dass er dir draussen auch die Kontrolle über sein Wohlergehen übergibt und dich alles regeln lässt (also das Vertrauen, dass du die Gefahren managst und alles im Griff hast). Das Problem mit dem Sicherheit vermitteln kenne ich auch. Mir hat es z.B. geholfen, mal Feedback einzuholen, wie man selber wirkt und was man ausstrahlt für andere Hunde (und Menschen).

 

Mir kam auch die Idee, auch mal in einem Aussie- oder Hütehund-Forum nachzufragen, ob das Verhalten etwas Rassespezifisches ist. Bei den Border Collies z.B. gibt es ja auch ganz spezielle Probleme, die durch angeborene, eigentlich erwünschte Eigenschaften entstehen.

 

Auch wenn es schwer ist, aber wütend sein bringt nichts, außer dass die Anspannung wieder gelockert wird oder sonstwas. Besser ist es, gleich quasi distanziert und unbeteiligt zu bleiben, wie im Beruf, professionell und sachlich (wie beim Umgang mit nervigen Kunden, da lernt man ja auch cool zu bleiben und nimmt es nicht persönlich). Ich denke manchmal auch an den Job des Zootierpflegers, wenn ich sehr genervt bin. Die handeln die einzelnen Tierarten so wie sie eben sind, auch wenn es schwierige, nervtötende Eigenschaften sind. Aber die wissen auch wie es geht und warum sie es so tun. Da willst du ja erst noch hinkommen: vielleicht kann @Ann dir den Namen der Trainerin ihrer Mantrailing-Gruppe sagen oder den Link zu ihrer Website geben. Dann kannst du dich dort nach Trainern erkundigen, die genauso arbeiten. Zeigen und Benennen könnte wirklich was sein.

 

Ich finde auch, da muss dir nichts peinlich sein. Du merkst, dass die Methoden nichts bringen und suchst nach anderen Lösungen, das ist doch prima. Ich drücke dir die Daumen, dass die Spaziergänge mit Chess bald mehr Freude machen.

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http://www.casd-aussies.de/

 

vlt könnte man da nach guten Hundetrainern nachfragen.  

 

alles Gute wünsche ich dir und Chess. 

 

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Wenn der Hund von einem Züchter ist und Papiere hat, dann würde ich auch die mal ansprechen und nach Hilfe und Tipps fragen. Normalerweise sind diese Leute ein Leben lang für ihre Hunde da. Nachfragen kann auch nichts schaden, grade wenn bekannt ist das der Vater derartige Probleme hatte, dann ist davon auszugehen das nicht nur Chess da Probleme hat und die wissen vielleicht einen Ansatz den man sonst noch ewig sucht.

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Ui, das ist ne gute Idee mit dem Züchter !

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Versuche mal einen Trainer zu finden, der sogenannte social walks anbietet.
Dort beginnt man erst mit sehr großen Distanzen, die im Laufe des Trainings kleiner werden.
Dieses Training ist sehr hilfreich.
Das Verhalten nennt man übrigens umadressiertes (oder umorientiertes) Verhalten.

Vielleicht hast Du Lust, dies mal zu lesen? http://www.tiere-helfen-leben.at/wp-content/uploads/2015/11/Marielies-Steindl.pdf

 

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@benno0815 Das finde ich ne Klasse Idee! Haben wir mit Enya auch schon gemacht. Bringt Ruhe in den Hund.

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Positives Training bei einem sehr guten Trainer und Social Walks finde ich eine tolle Idee. Dennoch muss man hier denke ich mal deutlich sagen, dass ein Hund, der sein Leben von Welpe an isoliert verbracht hat, dadurch dauerhaft schwere Probleme haben wird:( Gerade weil hier auch noch eine Rasse mit schlechtem Nervenkostüm dazu kommt, die auf solche Lebensbedingungen oft heftiger reagiert. Der Hund kann mit dem was ihm gerade abverlangt wird einfach absolut nicht umgehen. Und um ihm überhaupt ein Lernen zu ermöglichen, muss man Situationen finden, die ihn nicht zu sehr stressen. Das alleine wird bei einem solchen Hund schwierig sein, da es sich so liest, als würde er bei jedem Spaziergang mit vielen extrem stressigen Situationen konfrontiert werden. Das ist natürlich nicht deine Schuld als Halter, da ihn einfach alles stresst, ich mag nur sagen, dass dieser Stress ihm das Lernen schwer bis unmöglich machen wird. Ich würde Spaziergänge so organisieren, dass sie möglichst stressfrei laufen, auch wenn du dafür z.B. an einen bestimmten Ort fahren musst oder immer die gleiche Strecke gehen musst. Einfach Stress so weit wie möglich vermeiden und dann Situationen zum Lernen schaffen, bei denen der Stressfaktor weit entfernt und kontrollierbar ist.

 

Aufgeben würde ich natürlich nicht, aber ich denke da ist sehr kompetente Hilfe gefragt und ich würde da nicht mit großen Fortschritten rechnen sondern eher mit Babyschritten in Richtung eines weniger stressigen Lebens. 

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vor 10 Stunden schrieb Irina83:

Chess hat PANIK vor anderen Hunden. 
Er ist unfassbar gern draußen, macht ihm viel Spaß.

Das hört sich nach nach umfassender Reizüberlutung sondern konkreter Angst vor Hunden an.

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vor 7 Stunden schrieb Irina83:

Hm... das klingt mir ganz logisch mit dem "welpengedanken" 

 

und das Problem für Chess beim

"Hinten laufen" ist, dass er, sowie ich quasi einen "schnelleren" schritt mache, auch nach vorne schießt. 

Quasi schaukelt sich das dann so hoch. 

Ich habe das angefangen einfach so zu üben, ohne eine "Bedrohung" in der Nähe. 

War Vll ich dadurch die Bedrohung ?!

ich weiß auch nicht, wie man es in kleinen Schritten übt. Ich war damit komplett überfordert allein.

 

Und es ist definitiv so, das er, wenn der andere Hund mind 500 Meter weg ist, zwar in eine Anspannung kommt, aber noch nicht durchdreht. 

 

Also ich glaube schon, das er mir traut, weil er mittlerweile auch sich ganz entspannt auf den Rücken steht und in die Couch neben mir sich kuschelt, was er ganz lang nicht gemacht hat. Oder hat dieses "entspannen" nichts mit Vertrauen zu tun ?

 

Ich hab das so geübt (bzw. wurde mir von einer Trainerin so erklärt....selber hab ich es nie bis zur Perfektion trainiert, weil ich es nicht dringend brauche), dass ich mit meinem Hund an einem Zaun/ an einer Mauer entlang gelaufen bin und zwar so, dass Hund quasi zwischen Hindernis und mir war. Immer wenn er vorpreschen wollte, musste ich nur nen kleinen Ausfallschritt zur Seite machen und konnte ihn damit körperlich ausbremsen. Wenn er brav hinter mir lief gabs Leckerlie, was ich natürlich auch mit der Hand hinter meinen Rücken gefüttert habe, damit er lernt: Hinten ist ok und keine Strafe.

 

Erst später wenn der Hund das soweit verstanden hat, käme ein Wortsignal "hinten" oder "nach hinten" oder "back" oder was auch immer du möchtest. Und erst dann kämen all die kleinen und großen Ablenkungen dazu.

 

Mein Rüde ist auch einer, der gern mal pro forma erstmal nach vorn geht, wenn ein anderer Hund entgegenkommt. Anfangs hab ich auch versucht, wie du es gemacht hast, mit stehen bleiben, abblocken, umlenken, etc. aber nichts hat so wirklich funktioniert. Ich bin dann dazu übergegangen, anstatt frontal weiter auf den anderen Hund zuzugehen oder diesen auf uns zukommen zu lassen, entweder ein Stück zurückgehen und dann in einem Bogen ausweichen. Oft hilft es auch, wenn ich einfach ein paar Meter in eine Hofeinfahrt, eine Wiese, ein Stück Acker etc. gehe.....meinem Hund ist dieser "Frontalangriff" einfach nicht geheuer, verhält sich aber relativ ruhig, wenn er etwas abseits ist und beobachten darf, wer da so an uns vorbeigeht. Zusätzlich habe ich ihm vorher schon beigebracht, dass es sich IMMER lohnt, die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken.....egal was gerade noch so spannendes passiert. Er hat schon als Welpe für jeden Blickkontakt, den er draußen mit mir aufgenommen hat, eine Belohnung bekommen. Das hat er sich ziemlich gut eingeprägt und kann das mittlerweile auch schon bei stärkerer Ablenkung nach kurzer Zeit anbieten. Heißt also, anderer Hund kommt, wir weichen ruhig und bestimmt aus und er darf gucken.....nach ein paar Sekunden wendet er sich mir zu, das bestätige ich und er bekommt eine Belohnung. Dann darf er auch wieder gucken, aber ich möchte, dass er dabei ruhig bleibt. Kein Grummeln, kein Bellen, etc. 

 

Wie gesagt, auch das war viel Arbeit und noch klappt es nicht immer und bei jeder Begegnung, aber es hilft, weil er es mir überlässt, die Situation zu regeln.

 

Da dein Hund ja wirklich noch kaum was von der Außenwelt mitbekommen hat, ängstigt ihn alles und jeder und er weiß vielleicht noch nicht sicher, ob er sich allein gegen den REst der Welt stellen muss oder du das für ihn machst. Im Moment sieht es deiner Schilderung nach eher so aus, dass du selber immer unsicherer wirst und sich das natürlich auf den Hund überträgt, der dann erst recht meint, sich und dich vor allem Unheil schützen zu müssen. Sowas überfordert ihn natürlich.

 

 

Sich kuschelnd zu dir zu legen, heißt nicht, dass er dir auch zutraut, jede Situation regeln zu können. Hunde kuscheln auch untereinander, in einer Hundefamilie würden auch die jüngeren Geschwister miteinander kuscheln, das heißt aber nicht, dass diesen auch Führungskompetenzen zukommen, wenns drauf ankommt. In dem Moment hat er einfach ein Bedürfnis nach Nähe.

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