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Hundeforum Der Hund
gatil

Dominanz und Rudelführer: kurze Erklärung der heutigen Sichtweise

Empfohlene Beiträge

Das Problem ist die Konnotation, die mit dem Begriff einhergeht:

 

Alleine schon "im Griff haben" - das sind (so hoffe ich) erwachsene, selbstständige Lebewesen mit Bedürfnissen. 

Hören tun sie weil es sich für Sie lohnt, weil sie gelernt haben, dass Kooperation was Gutes ist.

Und eben nicht, weil irgendwer die "im Griff" hat, da es dabei wieder um Macht und Kontrolle geht.

 

Dann eben wie angesprochen ist der Rudelführerbegriff eine Abart des Alphabegriffes, der kynologisch falsch ist und völlig irrige Assoziationen nährt:

Man hätte als Rudelführer die Allmacht, das Lebewesen hätte sich bedingungslos unterzuordnen und auch gewalttätige Unterwerfung sei legitim, weil die stressbedingten Auseinandersetzungen in Gefangenschaft gehaltener Wölfe dies so vormacht. 

 

Hinzu kommt, dass alles, was nicht so gut klappt, sofort auf "Der Hund hat das Rudel übernommen" zurückgeführt wird. Das ist der allergrößte Schmarrn, wird aber von vielen Leuten immer noch so gesehen und legitimiert noch stärker Methoden, die den Hund reduzieren sollen.

 

Es geht um eine strenge, primatenartige Hierarchie, die Caniden nicht gerecht wird. 

 

Das tun vor allem die Hundehalter draußen in der realen Welt. Die Alphahorste im Internet erhalten heute zurecht fundierten Gegenwind. 

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Ich würde die der Dominanzgeschwurbel zugrunde liegende Systematik eher unter Hühnern suchen als unter Primaten und noch weniger unter Caniden.

 

so weit

Maico

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vor 28 Minuten schrieb BVBTom:

 

aber sorry, ganz ohne Kritik gemeint  @gatil, die Frage, warum du deinen Hund hoch nimmst hätte auch von mir kommen können. Warum?

 

 

Meine Meinung zu Kleinhunden, die von ihren Haltern getragen werden, ist vor vielen Jahren eine völlig andere gewesen als die, die ich jetzt habe, nachdem ich nun selber einen Kleinhund halte.

Ich wollte nicht, dass Phoebe zu einem auf dem Arm getragenen Schoßhund wird und habe sie damit Situationen ausgesetzt, die zuviel für sie waren. Habe zuwenig Schutz geboten. Mit ihrer vorhandenen Neigung zu Überreaktionen wurde sie zu einem 4 kg Leinenpöbler mit hysterischen Anfällen und wilden Attacken besonders beim Anblick großer schwarzer Hunde.

Durch alles, was hier immer bei Leinenpöblern empfohlen wird habe ich es verbessert, nicht aber beseitigt. Sehr geholfen hat, ihr meine Hand über der Erde anzubieten. Ein Hund kommt, Will sie hoch, kommt sie herbei und stellt sich in Position, ich nehme sie hoch. Je nach Erregungszustand drücke ich sie dann fest an mich. Sehr oft beruhigt sie sich dann und ich kann sie, wenn der andere Hund noch da ist und sich als harmlos heraustellte, auf die Erde runterlassen und sie macht ganz normal, was sie will. Nicht mehr so aufgeregt.

Es gibt aber auch Tage und besondere Hunde, da keift sie auch auf dem Arm weiter.

Ich schau also immer: wie ist sie drauf, was will sie, wie ist der andere Hund drauf. Danach versuche ich mich zu richten. Ich versuche dadurch auch, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben: Schau, der ist normal drauf, da kannst du wieder runter, geh mal ruhig schnüffeln (so, wie ihr Bruder das macht).

 

 

Ich hatte schon Angst, dass die Frage, wie ich sie gestellt habe, zu einer Grundsatzdiskussion führen würde - ich möchte dies nicht, hatten wir zu oft.

 

Ich möchte eher Menschen, die versuchen, ihren Hund nach bestem Wissen und Gewissen zu erziehen, aber nicht auf dem neuesten Stand sind und somit auch sehr bedauernswerte Fehler begehen, eine andere Sichtweise vermitteln, etwas anstoßen, was ihren Umgang mit ihrem Hund vielleicht ins Positive verändert.

Und nicht als Hundetrainer, sondern als anderer Hundehalter, der sagt: .....denken sie doch mal so......

 

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vor 9 Minuten schrieb Hoellenhunde:

Das Problem ist die Konnotation, die mit dem Begriff einhergeht:

 

Alleine schon "im Griff haben" - das sind (so hoffe ich) erwachsene, selbstständige Lebewesen mit Bedürfnissen. 

 

Hören tun sie weil es sich für Sie lohnt, weil sie gelernt haben, dass Kooperation was Gutes ist.

Und eben nicht, weil irgendwer die "im Griff" hat, da es dabei wieder um Macht und Kontrolle geht.

 

Dann eben wie angesprochen ist der Rudelführerbegriff eine Abart des Alphabegriffes, der kynologisch falsch ist und völlig irrige Assoziationen nährt:

 

Diese Sichtweise setzt aber voraus, dass man sich mit der aktuell gängigen Sichtweise der Hundeerziehung auseinander gesetzt hat.

Wenn nicht - und dies dürfte für sehr viele Hundehalter zutreffen - nutzt man als "Normal HH" unreflektiert und undifferenziert die hier angeprangerten Begriffe der Alltagssprache.

Es ist der Sache nicht immer förderlich, die Konnotationen der wissenschaftlichen Ausdrucksweise mit denen der Alltagssprache gleichzusetzen oder sie gegeneinander auszuspielen.

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Es kann in bestimmten Situationen sehr hilfreich sein, den Hund hoch zu nehmen. Man kann ihn so aus Situationen nehmen, die ihn überfordern oder sogar gefährlich sind. Ein gutes Beispiel ist das Huskyrudel, dass hier eingezogen ist. Am Anfang wollte sie da gar nicht vorbei. Ich habe mit vorbeitragen angefangen und mittlerweile ist der Brackel einer der wenigen Hunde im Dorf, die dort ganz normal vorbeilaufen können, ohne dass ein riesen Theater ausbricht.

 

 

Schade, dass das mit großen Hunden nicht geht. :D

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vor 5 Minuten schrieb gatil:

Ich hatte schon Angst, dass die Frage, wie ich sie gestellt habe, zu einer Grundsatzdiskussion führen würde - ich möchte dies nicht, hatten wir zu oft.

 

Verständlich, aber vermutlich kaum zu vermeiden...

 

vor 5 Minuten schrieb gatil:

Ich möchte eher Menschen, die versuchen, ihren Hund nach bestem Wissen und Gewissen zu erziehen, aber nicht auf dem neuesten Stand sind und somit auch sehr bedauernswerte Fehler begehen, eine andere Sichtweise vermitteln, etwas anstoßen, was ihren Umgang mit ihrem Hund vielleicht ins Positive verändert.

 

Kannst du bitte mal Beispiele geben?

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vor 7 Minuten schrieb Hoellenhunde:

Das Problem ist die Konnotation, die mit dem Begriff einhergeht:

 

Alleine schon "im Griff haben" - das sind (so hoffe ich) erwachsene, selbstständige Lebewesen mit Bedürfnissen. 

 

Hören tun sie weil es sich für Sie lohnt, weil sie gelernt haben, dass Kooperation was Gutes ist.

Und eben nicht, weil irgendwer die "im Griff" hat, da es dabei wieder um Macht und Kontrolle geht.

 

Dann eben wie angesprochen ist der Rudelführerbegriff eine Abart des Alphabegriffes, der kynologisch falsch ist und völlig irrige Assoziationen nährt:

Man hätte als Rudelführer die Allmacht, das Lebewesen hätte sich bedingungslos unterzuordnen und auch gewalttätige Unterwerfung sei legitim, weil die stressbedingten Auseinandersetzungen in Gefangenschaft gehaltener Wölfe dies so vormacht. 

 

Hinzu kommt, dass alles, was nicht so gut klappt, sofort auf "Der Hund hat das Rudel übernommen" zurückgeführt wird. Das ist der allergrößte Schmarrn, wird aber von vielen Leuten immer noch so gesehen und legitimiert noch stärker Methoden, die den Hund reduzieren sollen.

 

Es geht um eine strenge, primatenartige Hierarchie, die Caniden nicht gerecht wird. 

 

Das tun vor allem die Hundehalter draußen in der realen Welt. Die Alphahorste im Internet erhalten heute zurecht fundierten Gegenwind. 

 

 

 

Jo, so meinte ich das, es trifft es. Hier, in dieser Polarwelt.

Nur bin ich wesentlicher weniger in dieser Form eloquent, es würde mich keiner verstehen, ich müsste es auswendig lernen und käme auf dem freien Feld oder im Wald wie ein Sheldon rüber.

 

Das finde ich einen sehr guten Satz:

Hören tun sie weil es sich für Sie lohnt, weil sie gelernt haben, dass Kooperation was Gutes ist.

Und eben nicht, weil irgendwer die "im Griff" hat, da es dabei wieder um Macht und Kontrolle geht.

Womit wir nicht nur bei der positiven Verstärkung sind. Auch bei Schutz und Verantwortung.

 

 

Und meinst du wirklich "primatenartige Hierarchie"? Ich kann da mit Maicos "Hühnerhackordnung" mehr anfangen- in meinem Weltbild.

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vor 15 Minuten schrieb Renegade:

Diese Sichtweise setzt aber voraus, dass man sich mit der aktuell gängigen Sichtweise der Hundeerziehung auseinander gesetzt hat.

Wenn nicht - und dies dürfte für sehr viele Hundehalter zutreffen - nutzt man als "Normal HH" unreflektiert und undifferenziert die hier angeprangerten Begriffe der Alltagssprache.

Es ist der Sache nicht immer förderlich, die Konnotationen der wissenschaftlichen Ausdrucksweise mit denen der Alltagssprache gleichzusetzen oder sie gegeneinander auszuspielen.

 

Ich bewerte nicht so sehr den Begriff, den die Menschen nutzen, sondern den Umgang mit dem Hund, den ich sehe und er ist genau das, was hier beschrieben habe. Spreche ich die Leute an, kommt:

 

"Der muss wissen, wo sein Platz ist!"

"Ich bin der Chef/Rudelführer/Alpha!" 

"Unterwerfung ist bei Hunden normal!"

 

etc.

 

Dieses "Wissen" wird unreflektiert von Hundehalter zu Hundehalter gegeben, Hunde, die andere mobben werden gerne als "dominante" Typen gesehen, die im "Rudel" (Tja, Fremdhunde...), im "Rang" aufsteigen und das "Rudel" anführen wollen. 

Tausende Male gehört.

 

 

 

@gatil

Die Hackordnung wurde dort beobachtet, wo Hühner wie Wölfe in Gefangenschaft zusammengewürfelt wurden.

Bei Primaten habe ich uns Menschen als Beobachtungssubjekte. Strenge Hierarchien und Machtgefüge sehe ich tagtäglich. 

 

Zu der "mangelnden Eloquenz": die Menschen, die ich treffe, wollen das nicht hören... sie sehen diese Struktur in den Hunden, da kann man noch so redegewandt sein. Helfen tut es, es souverän vorzumachen. :)

 

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@Hoellenhunde 

 

kannst du auch mal was ganz locker eigentlich  angehen. Mit deinen Äusserungen und Hinweisen hast du hier ja sogar zu 100 % meine Zustimmung, aber:

 

das ganze Thema ist hier ja nun wirklich 100 mal nachzulesen, dennoch sagt es auf der Strasse gefühlte 80 % so.

 

wenn ich in Schulungen bei alten Polieren jedes mal unter die Decke gehen würde im Seminar, wenn der sagt, ich habe meine Jungs im Griff, die hören auf mich, ich bin ihr Chef, all das geblubbere, na dann wirds da echt lustig.

 

Warum man hier, ehrlich gesagt kenne ich es in dieser Form auch nur hier, so ein Faß jedes mal aufgemacht wird,  wird seine Gründe haben, bitte jetz nicht mir RS kommen, dass haben ich alles gelesen und auch verstanden.

 

Vielleicht sollte man ganz normale unwissende HH mal da abholen wo sie stehen und es Ihnen dann in Ruhe erklären, nach und nach.

 

Ich höre auf dem Platz jede Woche ich bin Alpha, ich kenne mich aus, mein hurt spurt, na und, nach ein paar Wochen reden sie dann anders, sehen manche Dinge auch evtl. anders. Ohne das ich Ihnen sage, dass das alles völliger Unsin  hast und deine Einstellung  schlimm und oldschool

 

Und ganz oft sind es diese HH, die es überhaupt nicht so umgesetzt haben wie wir es hier immer schreiben und es verbinden, die lieben Ihre Hunde und wollen alles dafür machen und es lernen.

Sie benutzen gerade nur die falschen Worte weil sie es nicht besser wissen.

 

Ich find das alles sowas von nicht targisch im täglichen Umgang hier im Reallife

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