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Hundeforum Der Hund
gatil

Dominanz und Rudelführer: kurze Erklärung der heutigen Sichtweise

Empfohlene Beiträge

vor 2 Stunden schrieb gatil:

@Renegade

Die Begegnung auf dem Spaziergang war heute nur ein Anlass, aber den Wunsch, etwas im Guten klar zu stellen, hat man doch öfters.

 

Das ehrt dich... und ich habe Respekt vor deinem Idealismus.

Hast du dir schon mal überlegt, dass die, von denen du meinst, du müsstest ihnen auf die Sprünge helfen, von der Richtigkeit ihres Tuns genauso überzeugt sind wie du ?

Wie würdest du reagieren, wenn jemand deine Art mit deinen Hunden umzugehn meint, kritisieren und in für ihn passender Kurzfom richtigstellen wollte?

 

vor 2 Stunden schrieb gatil:

 

 

Da gab es noch den Gastwirt mit junger Rottweilerhündin, die kurz vorm Wesenstest war und der er das Knurren verbat.

Den pöbelnde Aussie, der mit Alphawurf gezähmt wurde. Die Frau hatte keine Ahnung, was Beschwichtigungssignale sind.

 

Nur die Beispiele der letzten Zeit.....

 

Und das mit dem Fingerspitzengefühl.......

Nachdem ich dem Rottweilerhalter mit der unsicheren Hündin versucht habe zu erklären, dass er das Knurren gerade bei einem solchen Hund nicht verbieten sollte etc. hält er mich für eine durchgeknallte Alte.

 

 

Ja, so gehen solche gut gemeinten Überzeugungsversuche leider meist aus.

 

Nach meiner Erfahrung muß erst der Leidensdruck beim HH so groß werden, dass er sich (vielleicht ??) öffnet und Hilfe sucht.

Alles andere, nicht erbetene, wird als unzulässige und übergriffige Einmischung empfunden.

 

Ich sage nicht, dass ich das toll finde, aber es ist nachvollziehbar.

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vor 2 Minuten schrieb Renegade:

Wie würdest du reagieren, wenn jemand deine Art mit deinen Hunden umzugehn meint, kritisieren und in für ihn passender Kurzfom richtigstellen wollte?

 

Kritisiere ich das denn?

Wenn ich nach meiner Meinung gefragt werde, gebe ich auch Antwort.

 

Ich sage den Leuten auch nicht, dass ich es blöd finde wenn sie die Leine auf Zug halten - ich frage sie, ob sie die Leine etwas lockerer lassen können, damit ihr Hund etwas mehr Bewegungsfreiraum hat.

Die Meisten verstehen auch den Hinweis wenn ich ergänze, dass die kurze Leine den Druck für deren eigenen Hund einfach erhöht.

 

@gatil Vergessen: Ich lasse gerne die Info einfließen, dass die Alphatheorien auf Beobachtungen von Gehegewölfen beruhten - und dass Verhalten in so enger Gefangenschaft einfach ein Anderes ist als in Freiheit ... und dass unsere Hunde keine Wölfe sind, sondern mit dem Menschen in Gemeinschaft leben.

"Hardcorler" die auf ihre Position als Alpha allerdings beharren und stolz darauf sind, erreichst du damit auch nicht. Für die sind wir einfach "weichgespülte Wattebauschwerfer, die ihre Hunde lieber vor ein Auto laufen lassen als mit einem "Nein" zu stoppen." 

Von denen kommen dann aber auch sofort solche Totschlagargumente, Reflektion zum Gesagten ist da Fehlanzeige.

 

 

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... mit den Gehegewölfen fange ich auch immer an....

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Finde ich alles nachvollziehbar. Mich stört es erst, wenn das Ganze auf mich übertragen wird:

 

"Da musst du mal durchgreifen...!" 

 

Da könnte ich dann an die Decke gehen.

 

 

 

Mein Lieblingsbeispiel bleibt:

Letztes Jahr im Sommer. Wir waren auf der Wiese gegenüber der Uferpromenade, dazwischen ist der nicht sooo schmale Fluss. Wir standen in der Wiese mit Abstand zu den Hunden, die im Bach badeten.

 

An der Uferpromenade herrscht Leinenpflicht, auf der Wiese nicht. Ist den meisten aber "zu weit" - man müsste ja über den Steg.

 

Jedenfalls sah ein unangeleinter schwarzer Labrador an der Promenade die Hunde auf der anderen Flussseite und sprang ins Wasser, schwamm quer rüber, sein tobendes Herrchen völlig ignorierend. 

Der Hund hat dann alle "willigen" Hunde bespaßt, an Yoma und Akuma ist er nicht gegangen. 

Der Hundehalter musste also den ganzen Umweg gehen und brauchte sicherlich trotz Stechschrittes über 5 Minuten, weil er ja noch über die Wiese musste.

 

Er kam wie ein Panzer auf den Hund zu mit den Worten, "Hetzt setzt es was...!" (Oder etwas in der Art), zerrte den Hund am Kragen hoch und donnerte ihn zu Boden.

 

Da hab ich ihn angebrüllt, er solle das sofort lassen oder ich würde die Polizei rufen. Freilich, Brüllen mag nicht so super ankommen, aber als der Hund aufjaulte, während er zu Bodem geschmettert wurde (ich übertreibe nicht), kams aus mir raus. 

 

Mault er mich an, das wäre sein Hund und ich hätte wohl keine Ahnung von Hunden, während Yoma und Akuma still im Gras sitzend musterschülerhaft warteten. 

Da hab ich dann recht ruhig geantwortet, dass man ja sähe wie viel Ahnung er hat...

 

Dummerweise zeigten sich andere Hundehalter solidarisch mit dem Kerl, der gerade noch seinen Hund durch die Gegend geworfen hat, dass man ja dem Hund für so ein Fehlverhalten bestrafen müsse, während ich die Dumme war, sie erklärte, dass der Fehler hier beim Menschenlüge und solche Körperstrafen nichts mit Hunderziehung zu tun hätte.

 

Die Antwort: Der von mir angeprangerte Rudelführerkram.

 

 

 

Eindrücklich bewiesen wurde wie blöd dieser Umgang war dann noch durch die Tatsache, dass sich der Hundehalter samt einer Frau, die sich mit ihm solidarisiert hat, von und entfernten und ihre Hunde ableinten als sie auf der anderen Seite standen. Die Hunde liefen erstmal weg, die Hundehalter schreiend und fluchend hinterher...

 

Würde ich auch nicht bleiben wollen, wäre ich der Hund. 

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Damit fange ich nicht an - denn eigentlich ist das ja die Botschaft an mein Gegenüber, dass sein Wissen auf alten Fakten beruht (und er dabei wohl etwas verpasst hat)...

 

Die meisten Menschen sehen ihre Hunde aber als Mitglied ihrer Familie. Damit ist eher eine Identifikation möglich.

 

Edit: Anwort ist an Gatil gerichtet.

 

 

 

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vor 8 Minuten schrieb marcolino:

"Hardcorler" die auf ihre Position als Alpha allerdings beharren und stolz darauf sind, erreichst du damit auch nicht. Für die sind wir einfach "weichgespülte Wattebauschwerfer, die ihre Hunde lieber vor ein Auto laufen lassen als mit einem "Nein" zu stoppen." 

Von denen kommen dann aber auch sofort solche Totschlagargumente, Reflektion zum Gesagten ist da Fehlanzeige.

 

zu 100 % korrekt,

 

ich war mal auf einem angemieteten  Trainingsplatz Platz, wo harte Kerle mir starker Stimme Ihren bellenden Hunden gezeigt haben wie man das macht. Wir wurde da als Sonntagsausgehspaziergruppe betitelt.

 

Schön war dann aber , als wir mal eine Stunde eine nonverbale Trainingseinheit gemacht haben , die Hunde sitzen, gingen bei Fuß, legten sich hin, warteten, kamen auf Handzeichen, apportierten ohne Kommunikation, also nur mit Hand, ohne Worte. Das war herrlich, die starken Jungs haben die Stunde zugeschaut.

 

Ich musste mir wirklich den Komentar verkneifen "Mund zu machen nicht vergessen, geht auch so Jungs"

 

Geändert hat das 0 komma gar nix, sie machen heute noch so weiter wie vor 20 Jahren. ich versuche es auszublenden, auch wenn mir die Hunde schon leid tun, man kann aber nicht überall tätig sein. Welcher sogennanter Hundesportverein das war, könnt ihr wahrscheinlich vermuten, die Rasse ist aber eher sekundär, leider gibt es aber Eine, wo es fast immer gleich abläuft.

 

 

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vor 22 Minuten schrieb marcolino:
vor 32 Minuten schrieb Renegade:

Wie würdest du reagieren, wenn jemand deine Art mit deinen Hunden umzugehn meint, kritisieren und in für ihn passender Kurzfom richtigstellen wollte?

 

Kritisiere ich das denn?

Wenn ich nach meiner Meinung gefragt werde, gebe ich auch Antwort.

 

Ich verstehe deine Replik nicht.

Der o.g. Post war eine Reaktion auf einen Beitrag von @gatil

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@Renegade Ich weiß :)

 

Allerdings verstehe ich das Anliegen von Gatil (und auch die geschilderte Situation) jetzt nicht so, dass es um Kritik geht.

 

Es geht doch gerade um eine "Zusammenfassung", mit der etwas weitergegeben wird um das Gegenüber zu erreichen.

Mit "auf die Füße treten" erreicht man niemanden, bzw. immer nur auf dem falschen Fuß ...

 

Vielleicht kann dein Einwand (dessen Kernaussage ich für richtig halte) ja als Hinweis umformuliert werden, der bei der Ausgangsfrage  von Gatil zur Lösungsfindung hilfreich ist:

 

Was man nicht machen sollte: Kritik an der Handlung üben, und das Gegenüber damit möglicherweise in die Ecke drängen.

Das dann noch ungefragt, bewirkt genau das Gegenteil von dem was doch eigentlich bewirkt werden soll.

 

Eines sollte doch klar sein: Wenn wir einen Hund haben, dann sind wir für dessen Handeln verantwortlich. Es gehört zwingend dazu, den eigenen Hund so beeinflussen zu können, dass er mit uns gemeinsam durch diese Welt geht, ohne sich oder Anderen Schaden zuzufügen.

 

Die Ableitung: "Der Hund hat zu gehorchen!" ist dabei falsch, weil sie ganz pauschal den Menschen zu einer Machtposition zwingt - und den Hund in die Position des Befehlsempfängers.

 

Der Hund muss manchmal eben tun was wir sagen - aber auf der Ebene, dass auch wir Menschen uns Gegebenheiten unterwerfen müssen, weil wir in einer Gemeinschaft leben.

Dieses Handeln ist für Menschen genauso normal wie es für jedes höhere Säugetier normal ist.

Das macht aber niemandem zu einem Befehlsempfänger - und Ungehorsam noch lange nicht zu einer Rebellion zum Zwecke der Übernahme der Weltherrschaft.

 

Diese Relation zu sehen, wird halt durch die alten Zöpfe erschwert.

 

Selber mit gutem Beispiel voran gehen, ist da eigentlich das erste Mittel der Wahl - denn selbst wenn es Anderen nicht zugute kommt und bei ihnen nichts bewirkt: Zumindest unser eigener Hund profitiert davon.

 

 

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Zum Gehegewölfethema ist meist ein sehr eingängiger Vergleich: "Wie würde es wohl ausgehen, wenn ein Außerirdischer käme, um uns Menschen und unser Familienleben verstehen zu lernen, und würde zu diesem Zweck den Big Brother Container anschauen?"

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Andererseits sind die Gehegewölfe in ihrer Lebenssituation bzgl der sozialen Struktur viel eher mit unseren Haushunden vergleichbar als eben mit echten gewachsenen Familienverbänden/Rudeln.

 

Denn die werden auch einfach zusammengewürfelt und ins Haus ihrer Besitzer gestopft. Ob sie wollen, oder nicht.

Von daher finde ich diese "Gehegewölfediskussion" immer einen Hauch merkwürdig.

Denn eigentlich macht es das noch vergleichbarer.

 

Als Argument, wieso man mit zu starren Hierarchievorstellungen lieber etwas differenzierter umgehen sollte, finde ich es im Kontext der Fragestellung dieses Themas daher ungünstig.

 

 

Ich sag übrigens meist nix.

Wenn mich jmd gezielt fragt, dann sag ich, dass wir unser Leben nach eigenen Regeln leben und uns um Theorien nicht viel kümmern - die hätten die Hunde nämlich eh nicht gelesen.

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