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Problemhund

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Jessy28   

Erstmal Hallo ^_^

 

Als wir das okay bekommen hatten vom Vermieter ging irgendwie alles ganz schnell und ein paar Tage später hatten wir einen Hund aus dem Tierheim zuhause sitzen. Wir sind mit Hunden aufgewachsen und freuten uns riesig über den Familienzuwachs. 

Nach mittlerweile 4 Monaten mit der Maus, stehen wir oft am Rande des Wahnsinns. 

Als das erste Mal der Satz kam: "ihr habt einen Problemhund" fühlte ich mich wie eine Rabenmutter. Und auch wenn sie Probleme hat, sehe ich das anders.

Unsere kleine ist 1 Jahr und 3 Monate alt, hat gerade ihre erste Läufigkeit hinter sich, ist ein Border Mischling, ihr wurde in einer ihr vermittelten Familie die Vorderpfote gebrochen, ist sehr schreckhaft, sie hat wahnsinnige Angst vor Männern und anderen Hunden und leider zwickt sie die Männer von hinten wenn sie denkt es droht ihr Gefahr.

Wir arbeiten daran sie an die große weite Welt, nein eigentlich an unsere kleine Welt zu gewöhnen aber so richtig vorwärts geht es nicht. Nach jedem Fortschritt gibt es 5 Rückschritte. Ich versuche immer ihr "schlechtes" Benehmen zu rechtfertigen, weil sie es ja nicht mit Absicht macht. Aber leider können die Menschen nicht sehen wie liebenswert, lustig und sanft sie sein kann, wenn sie keinen Streß hat. Das bricht mir immer das Herz wenn ich sehe wie entsetzt unser Hund angeschaut wird weil sie heftig bellt und abschnappt um alle Gefahren von sich fern zu halten.

 

Ich weiß sie braucht noch einiges an Eingewöhnungszeit, Übung, Erziehung und viel von unserer Geduld. Aber sie ist es wert, auch wenn manche dass nicht so sehen.  

 

Ich musste das einfach mal loswerden an einem Ort an dem ich mir etwas Verständnis erhoffe :blush:

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Amidala   

Ein herzliches Willkommen :)

erstmal finde ich es großartig, dass ihr der Maus ein neues und vor allem verständnisvolles zu Hause gegeben habt. 

 

Erzähl doch ein bisschen mehr aus eurem Alltag. Vielleicht kann man dir in gewissen Situationen helfen, oder auch einfach nur mit zusprechen.

 

ich weiß wie schwer es manchmal ist, mit einem sehr gestressten Hund. Aber wenn du Ihr Sicherheit vermittelst und eine gute Bindung aufbauen kannst, wirst du dich nach einiger Zeit über die vielen Erfolge freuen können. Auch wenn es manchmal gefühlt eine Ewigkeit braucht. 

Meine hatte auch unwahrscheinliche Angst vor Männern. Ich habe am Anfang allen untersagt sie am Kopf zu streicheln. Wenige (nur mir bekannte) Leute durften sie anfassen. Ich war selbst immer unter Strom, weil ich immer aufpassen musste wer sich wie meinem Hund gegenüber verhält. Aber dadurch habe ich Ihr Sicherheit gegeben. Noch heute mag sie es bei fremden nicht, aber das ist vollkommen in Ordnung. 

Wir haben riesige Fortschritte gemacht, wurde mir selbst aber erst nach einem Jahr bewusst. 

Wie ist das bei euch? Hat sie Probleme durch die gebrochenen Pfoten? Wie läuft der Alltag sonst mit ihr? :) 

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Amidala   

Noch als Ergänzung: lass dir von niemandem einreden, dass du eine rabenmutter bist. Du kennst deinen Hund am besten. Unsichere Hunde brauchen ein selbstbewusstes Frauchen oder Herrchen ;) 

viele meinen es besser zu wissen. Da braucht man ein dickes Fell.

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Jessy28   

Hallo Amidala :)

 

Also sie ist während wir arbeiten bei meinen Eltern, die beiden arbeiten von zuhause aus und dort ist dann auch der Hund von meinem Bruder. Die zwei verstehen sich zum Glück sehr gut und spielen wahnsinnig viel zusammen. Bei meinem Vater ist sie sehr kritisch sie knurrt ihn immer noch sehr oft an, hät aber nie versucht zu schnappen. Ich denke sie spürt er hat Angst vor ihr, dass verstärkt ihre eigene Unsicherheit. Er streichelt sie nicht, weil sie es nicht möchte aber er gibt ihr Leckerlies und im Moment darf er ihr das Frühstück geben weil wir hoffen sie fasst dann etwas Vertrauen zu ihm. Ignorieren haben wir versucht hatte aber alles nur schlimmer gemacht.

Ansonsten gehen wir mit ihr spazieren möglichst wo sie keine anderen Hunde trifft um etwas entspannte Zeit mit ihr zu haben und daran arbeiten zu können dass sie sich fast erhängt weil sie so zieht.:wacko:

Samstags sind wir mit ihr in der Hundeschule. Da wechseln wir jetzt vom Junghundkurs in den Erziehungskurs der von einem Mann geleitet wird. Wir hoffen das bringt uns weiter.

Wir bekommen auch immer gesagt wir müssen ihr Ruhe vermitteln, aber wie? Natürlich versucht man entspannt zu bleiben, geht auf das Gebelle nicht mehr ein um sie darin zu bestärken, aber ich glaube nicht dass sie im Moment die Sicherheit von uns bekommt die sie so dringend braucht, obwohl wir uns natürlich bemühen :blush:

Zur Zeit lahmt sie etwas nach längerem Liegen, allerdings mit der gesunden Pfote, ansonsten hattesie bisher keine Probleme durch den Bruch.

 

Es ist schön zu hören dass es besser werden kann. Natürlich glaube ich auch fest daran dass sie das Potential hat ein "normaler " Hund zu werden, aber es ist schön wenn man zur Abwrchsulung mal darin bestärkt wird, danke dafür :wub:

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Maddy   

Als ich meine Hündin adoptiert habe hieß es von der Hundetrainerin auch gleich, dass sie ein Problemhund ist und niemals normal werden wird. So what? Klar, war zeitweise harte Arbeit, aber wenn man dann irgendwann einen alltagstauglichen Hund hat, weiß man wenigstens, was man gemeinsam (!) geschafft hat. Normal ist sie sicher nicht, aber unter Anleitung bewältigt sie ziemlich alle Situationen des Alltags ganz super. Was nie gehen wird ist sie wie ein Tutnix in schwierigen Situationen alleine entscheiden zu lassen, da hat man dann eine Verantwortung, die man auch tragen muss.  

 

Wichtig finde ich Management. Vermeidung von Situationen, die noch garantiert schief gehen, gehört da dazu. Lieber möglichst kontrollierte Herausforderungen schaffen, an denen Hund wachsen kann. Gib dem Hund Schutz, lass keine fremden Männer ran sondern arbeite langsam dran. 

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Amidala   

Bei der hundeschule solltest du sehr auf den Trainer achten. Ja, es kann weiter helfen, aber je nach Methode des Trainers kann es die ganze Situation nur verschlimmern. 

Wichtig ist, keinen Kontakt erzwingen. es gibt Trainer die es mit der hauruck Methode probieren, sagen, dass der Hund da jetzt mal durch muss. NEIN! Du entscheidest, wer zu deinem Hund Kontakt aufnehmen darf und wer nicht.

 

dein Vater soll ruhig ab und an Leckerlis geben. Am besten in der Hocke oder während er auf dem Boden sitzt. Kein direkter Blickkontakt. Beim Futter selbst würde ich es bei ihrer Unsicherheit noch anders händeln. Der Hund sollte sich bei der Mahlzeit sicher fühlen. Lass es deine Mutter geben. 

 

Vom Gedanken an einen "normalen" Hund würde ich mich ersteinmal verabschieden. Wichtig ist, wie @Maddy schon schrieb, dem Hund den Stress im Alltag zu nehmen. Abstriche sind für euch dabei nicht unwahrscheinlich. Uns geht es da auch ähnlich.

 

kannst du mehr zu der abschnapp Situation schreiben? Wann macht sie das? 

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Myri   

Hallo und herzlich willkommen..:) 

Da habt ihr aber auch eine Kombination aus Faktoren, die euch (und ihr) das Leben momentan schwer machen... Zum einen der Bordermix, der vermutlich sowieso ein sehr niedriges Reizlevel hat, gepaart mit Unsicherheit, die durch die Vorgeschichte sicherlich nicht besser wurde. Dann das schwierige Alter (voll in der spätpupertären Phase), in dem ihr dem Hund erst übernommen habt.

 

Ich finde es super, wie du mit den Verhaltensproplemen verständnisvoll umgehst und dich schützend vor deinen Hund stellst und ihn versuchst zu rechtfertigen. Bleib geduldig und lasse dir von niemandem  (auch nicht von dem neuen Trainer ) sagen, dem Hund 'müsse man mal zeigen wo es lang geht'... 

Vier Monate sind noch keine lange Zeit, da darfst du noch nicht zu große Fortschritte erwarten. Ich hoffe dass du dich trotz der Rückschritte nicht entmutigen lässt und deinem Hund mit der Zeit die Sicherheit vermitteln kannst, die sie braucht. Das schlimmste, was so einem Hund passieren kann, ist zum Wanderpokal zu werden. 

Ich drücke euch die Daumen, viel Geduld und Nerven, und viel Freude mit der Kleinen!

Ach, und Fotos wären hier sehr gern gesehen :)...

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Renegade   
vor einer Stunde schrieb Jessy28:

Samstags sind wir mit ihr in der Hundeschule. Da wechseln wir jetzt vom Junghundkurs in den Erziehungskurs der von einem Mann geleitet wird. Wir hoffen das bringt uns weiter.

 

Bei diesen Zeilen hat sich bei mir etwas Unbehagen breit gemacht.

Ich weiß natürlich viel zu wenig über die Hundeschule und die Methoden, die dort zum Einsatz kommen, dennoch erscheint mir, dass "Hundeschule" an sich für einen unsicheren und ängstlichen Hund, wie du deinen schilderst, viel zu viel Stress bedeuten kann und damit höchst kontraproduktiv wirken kann.

 

Vlt. kannst du noch ein wenig darüber schreiben, wie der Kursbetrieb dort vor sich geht.

Wieviele Teilnehmer in den Kursen sind, wird gewaltfrei gearbeitet (was nicht nur heissen soll, dass die altbekannten Starkzwang Methoden zum Einsatz kommen!), geht der Trainer nachvollziehbar auf die Eigenheiten der einzelnen Hunde ein?

Freut sich dein Hund sichtlich, wenn ihr euch dem Trainingsgelände nähert oder zeigt er Anzeichen von Stress?

 

Wir sind uns sicher einig, dass dein Hund zu allererst Vertrauen aufbauen muß, zu dir und dann er (vielleicht und bestenfalls) zu anderen.

Hast du den Eindruck, dass die Vertrauensbasis noch viel Luft nach oben hat, würde ich mir an deiner Stelle überlegen, ob du nicht vlt. eher ein paar Einzelstunden nimmst und mit der Erfahrung daraus den Lernprozess des Hundes neu bewertest.

Und bitte - ganz, ganz wichtig in Fällen wie eurem:

es gibt Trainer und Trainer. Suche dir einen, der wirklich kompetent ist.

Evtl. findest du hier Anregungen: https://trainieren-statt-dominieren.de/

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Zurimor   

Von Hundeschule tät ich bei einem ängstlichen Hund tendenziell auch eher abraten. Ich hab damals geschaut ob sich da kleine Gruppen finden lassen, so 2 oder 3 Hunde, gab's hier aber nicht, keine Termine frei und es hätte fußläufig erreichbar sein müssen da ÖPNV zu der Zeit eher kontraproduktiv gewesen wäre. Also gab's sowas für uns nicht. Wir haben dann halt unseren Alltag gelebt, wohnen halt auch direkt am Wald, inzwischen hat Suhna schon viel gelernt und sie fängt an zu Fremden zu gehen und zu betteln. :o

Ich sag ihr schon immer, lies deinen Bauplan nochmal, du hast Scheu vor Fremden, denk da dran, aber der Erfolg ist bescheiden. :(

War teilweise schon ganz angenehm, nun hat sie da weitgehend keine Probleme mehr, dafür tauchen andere "Probleme" auf. Irgendwas ist doch immer. ;)

Genießt die Zeit und nichts übers Knie brechen, wenn der Hund überfordert scheint, muß er da nicht durch. Lieber mit Geduld und viel Beobachten lassen arbeiten.

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Jessy28   

Die Abschnapp Situationen sind unterschiedlich. Bei anderen Hunden ist es natürlich extrem, deswegen fanden wir eine Hundeschule nicht verkehrt, weil es in einem für sie sicherem Rahmen ist und sie merkt Hunde um sie rum bedeuten keine Gefahr. Und tatsächlich merkt man von mal zu mal wie es besser wird und sie sich immer schneller entspannt. Die Trainerin im ersten Kurs war total super  aber die Maus konnte bei den Übungen nicht richtig mitmachen, die waren ja alle für normale Hunde und auch die Trainerin war der Meinung sie ableinen um zum Beispiel das Abrufen zu üben wäre in der Situation noch zu früh. Jetzt sind wir seit heute bei einem Mann im Kurs der eben besonders auf solche Probleme eingeht. Er hat sich auch viel Zeit für uns genommen und heute ging es erstmal nur darum das er ab und zu bei uns vorbei ist um zu zeigen es passiert nichts. Er konnte sie von Anfang an gut einschätzen und wusste das es bei ihr nichts bringt ihr durch schreien noch mehr Angst zu machen. Aber das ist nur meine Meinung, ich bin natürlich kein Profi der das beurteilen kann.

Ach und ja sie arbeiten dort gewaltfrei, im Gegenteil sie werden wütend wenn die Leute ständig an den Leinen zerren weil die Hunde nicht tun was sie wollen. Dort wird wert darauf gelegt dass der Mensch sich anstrengt und nicht der Hund bestraft wird weil es einfacher ist als Körpereinsatz zu zeigen.  An Teilnehmer ist das unterschiedlich. Heute waren wir 5 Hunde. 

 

Bindung hat sich  zum Glück schnell und gut aufgebaut. Sie freut sich sehr wenn sie uns sieht nach der Arbeit (eigentlich freut sie schon wenn man nur 5 Minuten weg war :lol:). Sie sucht Schutz bei uns wenn sie Angst hat. Sucht Nähe wenn sie schläft, kommt gerne Kuscheln und spielen und meckert stark wenn man sie alleine lässt. Aber auch daran arbeiten wir in kleinen Schritten.

 

@Maddy das sagt mir du gibst deinem Hund Sicherheit und Souveränität in stressigen Situationen, kannst du ein paar Beispiele nennen wie du das machst? Wie gesagt man hört immer man soll Sicherheit vermitteln aber nicht wie. Klar nicht panisch an der Leine zerren wenn ich einen fremden Hund sehe weil ich Angst habe dass sie ausrastet.  Aber sonst?

 

Ich wünsche mir ja hauptsächlich für sie dass sie merkt hier passiert ihr nichts damit sie entspannt sein kann. Sie hat für ihr Alter denke ich genug schlimmes erlebt aber das dauert eben einfach alles.

 

@Myri Ganz ehrlich? Egal wie schwer es ist, ich würde sie nicht mehr hergeben. Sie ist etwas besonderes und aufgeben kommt nicht in Frage:wub:

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