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Hundeforum Der Hund
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Zweithund unterdrückt massiv Ersthund

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Hallo liebe Hundebesitzer und -besitzerinnen,

 

am Donnerstag erfüllte sich ein langjähriger Wunsch: eine neun Monate junge Doggenmischlingshündin (unkastriert) zog zu meiner viereinhalbjährigen Schäferhündin (unkastriert) und meiner Familie.

 

Da meine Hündin sozial verträglich ist, kein Problem mit Gasthunden hat (auf unserem Grundstück kommen öfter fremde Hunde vorbei, oder die Hunde von Bekannten, Urlaubsbetreuung etc) und im Allgemeinen ein sehr liebenswertes Tier ist (sie sagt höchstens, dass sie ihre Ruhe möchte und geht Konflikten lieber aus dem Weg), hielt ich sie für zweithundgeeignet. 

 

Das Kennenlernen fand auf neutralem Boden während einer Gassirunde statt (mehrere Treffen waren leider nicht möglich), danach erkundeten beide das Grundstück und anschließend das Haus. Am ersten Tag verlief es relativ ruhig, die Hunde mieden Streiteren und verbrachten eine friedliche Nacht.

 

Doch danach fing es an..

 

Mehrere Zickerein folgten, wobei meine Althündin sich immer wieder unterwarf und der Dogge die Führung überließ (manchmal versuchte auch sie durchzugreifen, wurde aber sehr schnell unterdrückt; beide Hunde haben in etwa die gleiche Grösse derzeit). Bei zu heftigen Auseinandersetzungen griff ich ein (Verbeissen, Blut und Wunden). Auch, wenn meine Hündin bei mir Schutz suchte signalisierte ich der anderen, dass ich hier keine Beißereien dulde und schickte sie weg. Es wurde getrennt gefüttert, Spielzeug schon vorher entfernt usw - aus meiner Sicht erfolgten die Übergriffe auf die Schäferdame teilweise bei kleinsten "Vergehen". 

 

Mittlerweile bin sowohl ich, als auch meine Dame sehr gestresst von der ganzen Situation. Sie frisst weniger, bleibt bei Spaziergängen direkt an meiner Seite und verliert die Lust am Spielen, so kenne ich sie gar nicht. 

 

Bei einigen Situationen bin ich ratlos und weiß nicht so recht, wie ich reagieren soll. Folgende Beispiele:

 

1.

Die Schäferhündin liegt bei mir und versucht zu schlafen, die Dogge liegt gegenüber von ihr. Dann springt sie auf, fixiert die Alte, geht näher und baut sich vor ihr auf, legt ihren Hals über ihren Kopf. Die Schäferhündin knurrt, spannt sich an und verharrt; die Junge hebt ihre Pfote und legt sie über die Alte, manchmal leckt sie sich auch das Maul. Option 1: hieraus entsteht eine Zankerei, Beißerei. Option 2: Sie fängt an zu kläffen (Spielaufforderung?). Meine Reaktion: ich schicke die Dogge auf ihren Platz und mache deutlich, dass sie den Schäferhund in Ruhe lassen soll. 

 

2.

Die Schäferhündin will raus, die Dogge versperrt ihr den Weg (T-Stellung). Resultat: Zankerei, Unterwerfung der Schäferhündin. 

 

3.

Die mit Abstand für mich unklarste Situation: beim Gassigehen ignorieren sich die beiden Hunde in der Regel. Heute kam ein guter Spielfreund (unkastrierter Rüde, 1,5J) meiner Schäferhündin mit auf Tour und versuchte meine Dame zum Spielen zu animieren. Sie lief dicht bei mir und signalisierte deutlich, dass sie nicht spielen will (zum einen vor Angst vor der Dogge, zum anderen weil sie aufgrund der vielen Angriffe Schmerzen hat), zB durch Knurren oder sehr helles Bellen. Daraufhin kam jedes Mal die Dogge und wollte sie maßregeln/angreifen. Die Dogge spielte später gelegentlich mit dem Rüden. 

 

Versteht mich nicht falsch, die Junghündin ist ein sehr lieber Hund, freundlich zu anderen, sehr  gehorsam und lernwillig (innerhalb der wenigen Tage hier lernte sie schon Leinenführigkeit, Aus, Stopp, Ab, Sitz, Dinge, die sie vorher nicht konnte) und liebt Kinder und Menschen, aber bei meiner Hündin spielt sie sich permanent auf und sorgt für alles andere als Harmonie. Auch hat sie für ihr Alter eine sehr imposante Erscheinung und eine sehr dominante Aura.

 

Ich bin mittlerweile wirklich verzweifelt, da ich sehe, wie meine Hündin darunter leidet und sich die Situation nicht zu bessern scheint, die Hündinnen sind mittlerweile getrennt (eine im Haus, eine im Garten), meistens verkrümelt sich meine Schäferhündin in ihren Korb und möchte nicht mehr rauskommen.

 

 

Wie würdet ihr reagieren und die Situation handhaben? Haben die beiden zusammen noch eine Chance? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie lief bei euch die Rudelerweiterung? Habe ich falsch gehandelt oder reagiert, wenn ja, wo? Und was kann ich besser machen?

 

Es wäre schön, wenn wir einen freundlichen Umgangston pflegen könnten (zumal es mir durch die ganze Situation derzeit nicht gut geht) und auf Zankereien, Beleidigungen etc verzichten würden.

 

liebe Grüße 

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Ich mach es kurz und knapp:
Du hattest einen Plan, die Hunde einen anderen ;)
Würde ich in Deiner Haut stecken, wäre die Dogge heute Abend noch in ihrem alten Zuhause ;)

Mir tut Dein Schäfertier echt leid, ihre ganze kleine Welt bricht zusammen :(

Es heißt ja nicht grundsätzlich, dass kein zweiter Hund passt, aber dieser wohl nicht ;)

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Bei meinen beiden Hündinnen war es ja vielleicht optimal, aber so sahen sie am Tag 2 aus:

arunasikari.jpg

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Danke Benno, 

 

ähnliche Gedanken hatte ich auch schon. Leider kann sie nicht in ihr altes Zuhause zurück, aber ich dachte mir, dass (auch wenn es meine letzte Option ist) ich sie wohl oder übel wahrscheinlich wieder vermitteln müssen werde, was mir jetzt aber schon wahnsinnig leid tut. 

 

Die Dogge wurde als sozial verträglich beschrieben (was sie auch ist, ausser eben mit meiner), hatte in ihrem kurzen Leben aber bisweilen vier Besitzer (Herrchen, bei dem sie geboren ist, Mutter mit Kind, bei der die Zeit nicht mehr mitspielte, junges Pärchen, denen der Vermieter einen Strich durch die Rechnung machte und schlussendlich meine Wenigkeit), weshalb ich wahnsinnige Gewissensbisse gegenüber ihr habe. 

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Oh, das ist ja echt blöd :(

Eine 9-monatige Hündin, voll in der Pubertät, eine unkastrierte erwachsene Hündin, das ist eine ungute Konstellation.

Ich verstehe ja, dass Du unter den schlechten Voraussetzungen der Dogge ein blödes Gefühl hast, aber das Wohlergehen Deiner Hündin sollte ja doch an erster Stelle stehen.
Bei Deinen Beschreibungen stehen mir die Nackenhaare etwas zu Berge und ich hätte große Befürchtungen, dass Deiner Hündin etwas passiert, denn die Dogge scheint auf ihre Unterwerfungsversuche und Beschwichtigungen ja nicht einzugehen. Wenn es da knallt, wird das übel :(

Sicherst Du denn die Dogge mit einem Maulkorb? Das würde ich Dir dringend empfehlen.

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ich habe seit 2013 meine 43 cm hohe , 19 kg schwere Lucie bei mir.

 

Seit 5 Wochen lebt der Schäferhund 70 cm/68 kg bei mir.

 

Lucie zeigt dem Schäferhund, wie er sich zu verhalten hat.

In allen Lebenssituationen, selbst beim gemeinsamen Toben und Fressen gibt sie den Ton an.

 

Wäre es nicht so, hätten wir Ramse sofort wieder zurück gebracht.

 

Der große Hund respektiert die kleine Lucie ohne zu murren.

 

Ich würde den älteren Hund immer schützen.

Es käme mir nie in meinen Sinn, ihn so tyrannisieren zu lassen.

 

Mein Schäfertier musste auch lernen, dass unsere Katze absolut in Ruhe gelassen wird.

Da stelle ich mich dazwischen, lasse ihn ins Platz sich legen, damit Katze an Schäferhund ruhig vorbei gehen kann.

Katze ist Tabu, basta.

Da stehe ich auch Nachts auf, um Ramse auf einen anderen Platz zu schicken usw.

(alles friedlich,  ruhig, mit viel Lob und Leckerli)

 

 

 

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Benno:

 

Ja, die Dogge ist mit einem Maulkorb gesichert (auch den kannte sie bis vor vier Tagen noch GAR nicht), sobald meine Althündin in der Nähe ist. Meine Hündin hat mit keinem Geschlecht Probleme, was mich sehr freut. Ich hätte sie als den dominanten Part eingeschätzt, normalerweise ist sie bei Hundefreundschaften immer der führende Hund und zeigt, wo die Grenzen sind. Hier hat sie sich jedoch sehr schnell einschüchtern lassen (wie gesagt, sie meidet auch Konflikte lieber und reagiert dann in der Regel deeskalierend).

 

Agatha: 

 

Ich schütze meine Hündin mittlerweile auch sehr wehement, am Anfang war das eher ein abwägen zwischen wie viel sie selber klären können und wann ich einschreiten muss. Auch zeige ich sehr deutlich, dass die Dogge meine Hündin in Ruhe zu lassen hat; derzeit liegen beide mit mir auf der Terasse und schlafen. Wenn es nur immer so friedlich wäre. :( 

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Agatha, hier geht es um zwei unkastrierte Hündinnen - das ist wohl etwas anderes, als eine Katze!:angry:

 

oder Rüde und Hündin!!!

 

Hündinnen sind oft problematisch!

 

Ich würde das meiner Schäferhündin niemals antun - bitte such der Dogge schnell eine anderes Zuhause oder Pflegeplatz!

 

 

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Ihr habt wohl recht - ich werde noch heute eine Anzeige schalten und versuchen, für das Doggenmädchen einen geeigneten Platz als Einzelhund zu finden. Leider ist es sehr schwer, einen Hund zu vermitteln, erst recht um diese Jahreszeit (Urlaub) und dann noch in passende Hände. Danke für euren Input, genau den habe ich gebraucht (denn wie gesagt, die Gewissensbisse sind da und ich habe die Kleine auch lieb, aber nicht so sehr wie meine Alteingesessene).

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@Baffle Das ist ja schon mal gut mit dem Maulkorb ;)

Welche Möglichkeiten hast Du denn, die Dogge zu vermitteln?
Wäre es nicht die bessere Option, sie in einem Tierheim unterzubringen? Die haben ja mehr Möglichkeiten zur Vermittlung als Du und Du könntest darüberhinaus ja auch persönlich noch unterstützen, um mögliche Interessenten zu finden.

Hast Du die Hündin denn direkt aus ihrem letzten Zuhause bekommen?

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