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Hundeforum Der Hund
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Hirarchiekämpfe geraten ausser Kontrolle

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Hallo Hundefreunde,

meine Familie und ich leben in Chile wo wir ein halb-Hektar grosses Grundstück haben. Schon beim Hausbau sind uns 2 Hunde zugelaufen. Später kamen 2 weitere Strassenhunde dazu. Als eine der ersten Hündinen bei einem Spaziergang überfahren wurde, haben wir eine weitere Strassenhündin (Ronja) relativ jung (<1 Jahr) aufgenommen. Wir haben jetzt also 3 sterilisierte Weibchen und einen kastrierten Rüden. Die Hunde leben wie Hofhunde draussen und haben ihre Hundehütten im Carport. Unsere Ronja ist sehr aktiv und extrem futterneidisch (wahrscheinlich von ihrer Strassenzeit Hunger-traumatisiert) und schnell eifersüchtig. Hierarchieverhalten und kleinere harmlose Rangkämpfe bei Neuzugängen sind normal und kennen wir. Unsere kleine chilenische Terrier-Mischling-Hündin hat sich der Ronja schnell unterworfen und die Sache war nach ein paar Scheinkämpfen geregelt. Der grosse Rüde (eine Labradormischung) ist ganz klar der Chef und sehr ruhig und souverän und als Ronja zu frech wurde musste er nur ein paar mal knurren damit Ronja (der Neuzugang) klar war, dass an dieser Position nicht zu rütteln ist. Nur mit dem zweiten Weibchen (Pinta) gibt es Probleme. Die Ronja hat von Anfang an sich auch mit Pinta gemessen aber anfangs waren die Kämpfe durch die körperliche überlegenheit Pintas recht schnell beendet. Nun ist Ronja aber gewachsen und durch ihre deutlich agressivere Art ist sie nun der Pinta überlegen, obwohl sie sind etwa gleich gross sind und Pinta deutlich stemmiger und schwerer ist. Seit Ronja sich ihrer überlegenheit bewusst ist, sucht sie immer wieder Streit mit Pinta. Sie sucht sie an ihren Ruhestellen auf und fängt ohne Anlass Streit an und stellt ihr manchmal sogar in Pintas Hundehütte nach um Streit anzufangen. Pinta ist dabei immer sehr passiv. Manchmal lässt Ronja nach einem Knurrkonzert wieder ab, aber regelmässig kommt es zu blutigen Beissereien. Ich denke die Pinta würde sich unterordnen, aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass sie die falschen Signale aussendet. Bei einem der letzten Kämpfe hat Ronja der Pinta richtig zugesetzt und Pinta war klar unterlegen, hatte einige Verletzungen und war noch Stunden später extrem eingeschüchtert, so dass ich mir sehr sicher bin, dass es nicht daran lag, dass sie nicht aufgeben wollte. Ich kam leider erst spät dazu und konnte sie trennen. Ich werde als Rudelführer akzeptiert und wenn ich rufe lässt Ronja auch ab, ausser sie sind schon mitten in einer Beisserei, dann muss ich Ronja wegzerren. Aber ich kann nicht immer über den Frieden wachen. Ich habe Angst, dass wenn wir mal nicht da sind, Pinta ernsthaft verletzt wird. Pinta ist seit der Sterilisation (vor etlichen Jahren) charakterlich verändert, deutlich ruhiger und ich habe das Gefühl dass sie seitdem etwas dumm ist (sie lernt z.B. seeeehr langsam), aber sie ist sehr lieb und gehorcht brav (wenn sie kapiert was man will), ist aber auch leicht zu verunsichern und einzuschüchtern. Der Tierarzt meint, ein Saurestoffmangel bei der Operation könnte einen Hirnschaden verursacht haben. Könnte es sein, das Pinta einfach nicht (mehr) checkt wie sie ihre Unterwerfung signalisieren muss? Was kann ich tun um zu verhindern, dass Ronja Pinta irgendwann einmal zerfleischt?

Ich hoffe ihr könnt mir (und Pinta) helfen.

Liebe Grüsse,

Fossi

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Hi Fossi und herzlich Willkommen hier bei uns im Polar Chat :)

 

Schön dass du zu uns gefunden hast - Chile, uihuihuih, das ist ja "am anderen Ende der Welt" :)

 

Zu deinem Problem: Ich befürchte, aufgrund der Haltungsbedingungen die du deinen Hunden bietest, bleibt dir entweder nur die Möglichkeit, Pinta dauerhaft von der Gruppe zu trennen und sie komplett mit im Haus zu halten - oder du suchst ihr eine andere Familie, bei der sie Einzelhund ist oder dort mit anderen Hunden lebt, die sie nicht dauernd mobben.

 

Denn so liest sich das deinen Beschreibungen nach leider :(

 

Es gibt Hunde, die bei einer entsprechenden Gruppenkonstellation "das letzte Glied der Kompanie" sind, und bei der Art deiner Haltung ist eine direkte, dauerhafte Einflussnahme auf die Gruppendynamik durch den Menschen nicht möglich.

 

In einem engen Familienverband, wie er hier in Deutschland normalerweise üblich ist, braucht es keine Hierarchien.

 

Deine Hunde leben aber, denke ich, sehr "frei" und relativ unabhängig von euch Menschen, weshalb andere Regeln für das Zusammenleben der Hunde untereinander zum Tragen kommen.

 

Diese kannst du nur ändern, wenn du die Haltungsbedingungen änderst - und das hieße: Haltung im Haus, die Hunde immer im Blick haben, jederzeit für Ruhe sorgen zu können und solche blutigen Auseinandersetzungen erst gar nicht zustande kommen lassen.

 

Selbst wenn du nur Pinta dauerhaft ins Haus holst und sie dich permanent begleitet und während deiner Abwesenheit von den anderen Hunden getrennt wird, ist die Gefahr sehr groß, dass Ronja Frust aufbaut und sie "mal so richtig zwischennimmt", wenn sich ihr ein unbeobachteter Moment bietet.

 

Zum Futterneid: Wie gehst du damit um? Fütterst du getrennt, achtest du während der Mahlzeiten darauf, dass jeder Hund seinen Anteil in Ruhe verspeisen kann?

Möglicherweise, mit viel Glück, ist nur dieser große Futterneid Ursache für das Mobbingverhalten, und hat sich darauf aufgebaut.

Hier könnten dann konkrete Maßnahmen, diesem Neid den Grund zu nehmen durch dein aktives Wirken (Jeder Hund kann in Ruhe fressen) evtl. zu einer allgemeinen Verbesserung der Lage führen.

 

Sehr optimistisch sehe ich das Ganze aber nicht, anhand deiner bisherigen Schilderungen.

 

Wie sieht denn der normale Tagesablauf bei deinen Hunden aus?

 

 

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Hündinnen einigen sich nicht durch Kämpfe - sie machen weiter. Einen Kommentkampf wie bei Rüden gibt es nicht.

 

Und das, was bei euch abgeht, geht über Maßregeln deutlich hinaus.

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Halo Marcolino,

vielen Dank für die schnelle Antwort, auch wenn sie nicht sehr ermutigend ist. Ja, die Hunde sind recht frei. Früher hatten wir noch keinen Zaun und sie sind in der dünn besiedelten Neubaugegend rumgestreunert, waren aber spätestens am Abend zur Fütterung wieder zu Hause. Inzwischen sind mehr Häuser gebaut, mehr Verkehr und das geht nicht mehr. Jetzt haben sie 1 Hektar Auslauf (unser halber Hektar plus das unbewohnte Nachbargrundstück, dass wir mit der Genehmigung der Besitzers eingezäunt haben). Ausserdem gibt es regelmässig Abendausritte (wir haben auch 2 Ponnies) auf denen die Hunde mitlaufen. Sonst sind die Hunde meist vor der Haustüre auf ihren Ruheplätzen, wenns kalt ist in ihren Hütten und wenn wer von uns was im Gartenn macht, oder die Kinder draussen spielen, sind meist der Rüde und die Ronja dabei (der Rüde ist der selbsternannte Bodyguard unserers Sohnes), Pinta und Bella sind da weniger interessiert. Einen der Hunde ins Haus nehmen geht schon deshalb nicht, weil wir oft für die Arbeit mehrere Tage weg müssen (meine Frau und ich sind Meeresbiologen) und dann der Nachbar füttert. Insgesamt haben wir leider wenig Zeit für die Hunde (die Hunde waren auch nicht wirklich geplant, aber wir sind jetzt glücklich, dass wir sie haben), aber grundlegende Erziehung haben sie und wir sind auch Teil des Rudels. So funktioniert normalerweise das Kommando "komm" (ausser ein Hase rennt voraus...) und "sitz" und "ist gut" (wenn ein Besucher "gemeldet" wird). Sie bekommen 2 Mal täglich Futter von den Kindern, aber die machen das ganz gut. Die Hunde sind erzogen sitzend vor dem Napf zu warten bis alle den Napf voll haben um dann auf Kommando gemeinsam anzufangen. Sie sind auch erzogen den Napf der anderen zu respektieren ausser der Besitzer verlässt endgültig seinen Napf. Zur Zeit wachen wir aber ein bisschen über die Fütterung weil wir auch die Befürchtung hatten, es könnte Probleme geben. Aber beim Füttern ist es eigentlich ruhig. Wenn, dann ist es eher Eifersucht. Ronja ist sehr zuneigungsbedürftig und sucht regelmässig Lob und Streicheleinheiten, was sie auch ausgiebig bekommt. Wird jemand anderer gestreichelt, ist Ronja sofort zur Stelle um auch etwas abzubekommen und unterlegene werden angeknurrt. Ronja holt sich auch immer Schuhe der Familienmitglieder ins Bett. Pinta ist da distanzierter, freut sich über Streicheln, kommt aber selten von selbst um sich Streicheleinheiten abzuholen. Wenn Ronja dann knurrt geht Pinta auch gleich wieder um keinen Ärger zu bekommen und wir hören dann auch auf um nicht Öl ins Feuer zu giessen. Da tut uns Pinta natürlich Leid. Ronja ist sehr rege, körperlich wie geistig und lernt eigentlich sehr schnell mit positiver wie mit negativer Erfahrung. Ich hatte die Hoffnung, ich könnte ihr vielleicht beibringen, dass Pinta unter meinem Schutz steht und sie Ärger mit mir bekommt wenn sie Pinta angeht, habe mich aber bisher nicht getraut, weil ich negative Verstärkung vermeiden versuche und auch Angst hatte es vielleicht nur noch schlimmer zu machen. Du hast ja auch schon angedeutet, dass aufgestaute Agressionen sich dann in einem unbeobachteten Moment entladen könnten. Letzte Nacht ist Pinta nach dem Spatziergang etwas mit Ronja aneinander geraten (nur knurren), danach ausgebüchst und die ganze Nacht weg geblieben. Das hat sie noch nie gemacht. Heute früh stand sie vor dem Tor...Ich bekomme immer mehr den Eindruck dass Ronja Pinta aus dem Rudel drängen will und sie früher oder später damit auch Erfolg hat. Pinta hat nur mit Ronja Probleme, Bella (die chilenische Terriermischung), ihre "beste Freundin", steht sicher unter ihr (auch wenn wir nie einen Streit gesehen haben). Interessanterweise geht Bella jetzt manchmal auch gegen Pinta los wenn Ronja sie in der Mangel hat obwohl Bella und Pinta sonst immer zusammen kuscheln und freiwillig die Hütte teilen. Aber Solidarität unter Hunden scheint nicht so stabil zu sein...Mit dem Rüden hat Pinta auch keine Probleme, der ist unangefochten über ihr und ein ruhiger Typ. Mit dem hatte sich manchmal die inzwischen überfahrene Hündin angelegt aber mit Pinta gabs nie Probleme. Für uns als Biologen sind diese Gruppendynamiken sehr interessant wenns nur nicht so brutal und tragisch für die Pinta wäre.

Pinta weggeben würde uns zwar schwer fallen aber würden wir machen wenn es die einzige Lösung wäre. Aber wahrscheinlich ist das eh keine Alternative. Hier rennen so viele junge, wirklich schöne und schlaue Hunde herrenlos auf der Strasse rum, die gerne ein Zuhause hätten. Da ist der "Markt" gesättigt. Wer will da schon eine alte nicht sehr schlaue Promenadenmischungshündin? Ronja weggeben wäre auch furchtbar, nicht nur für uns sondern vor Allem für sie selbst, weil sie eh schon traumatisiert ist und sehr um Gruppenzugehörigkeit, Anhang und Zuneigung besorgt ist. Meine Frau hatte die Idee dem Nachbarn einen Hundetausch anzubieten. Der will keine zusätzlichen (hat auch schon 4), aber der mag einen seiner Hunde nicht so (obwohl ich überzeugt bin, dass der mit etwas Erziehung sicher ganz i.O. wäre) und wäre mit der ruhigen Pinta sicher glücklicher. Aber wenn das nicht klappt, werden wir wohl versuchen müssen Ronja weg zu geben, die hätte vielleicht grössere Chancen einen Besitzer zu finden (wenn auch keine grossen, denn die Leute stehen hier nicht auf Mischungen - es muss Rasse sein oder zumindest so aussehen). Wenn das dann auch nicht klappt, sind wir ratlos...Eine Lösung muss schnell her, denn die Problematik verschärft sich zunehmend. Das läuft auf einen Show-down raus...

Liebe Grüsse und nochmal Danke für eure Hilfe

Fossi

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