Jump to content
Hundeforum Der Hund
Timiundmia

Wie vermittel ich meinem äußerst ängstlichen Hund Vertrauen

Empfohlene Beiträge

Hallo, bin seit heute neu hier, habe einige Probleme gelesen und hätte gerne ein paar Tipps von euch für mein kleines bis mittleres und teilweise großes Problem.

Mein Liebling, Timi, über 2 Jahre alt. Wir haben ihn mit 8 Monaten über ACI aus Bosnien "bestellt" über die homepage. Vorleben weiß ich nur soviel dass er nicht mal 3 wochen alt war und mit seiner Schwester in einem Karton über den Zaun in den Pfarrhof geworfen wurde, dort wurde er mit Hilfe einer Katze, die gerade Junge hatte, sozusagen mitgefüttert. Wir haben ihn abgeholt und gute 2 Tage hat er zu Hause mal die Lage gecheckt. Wir dachten der ist aber ruhig, aber ich denke er hat uns "gescannt".

Er konnte absolut nicht an der Leine gehen, was bis heute ein Problem ist. Er hat Angst vo Menschen, hat Angst vor Straßenlärm, hat Angst vor Schießem - ist aber total aufgedreht wenn er Hunde sieht - spielen. Er läuft so gerne mit den Hunden herum was allerdings aus ein Problem ist. Die Hundezonen in Wien haben einen relativ niedrigen Zaun und da ist er schon 2x drüber gehüpft um mit den Hunden mitzugehen mit denen er gerade gespielt hat. Beim Gassi gehen an der Leine ziehen nach links, nach rechts oder geht gar nicht weiter wenn einige Menschen in unsere Richtung kommen oder der Wind hebt ein Plastiksackerl in der Nähe. - Verschreckt, immer mit Fluchtreflex.

Anfangs lag er bei uns auf der Couch, war beim TV-schauen dabeim dann war irgendentwas ?? jetzt macht er einen Bogen um das Fernsehgerät wenn es angeschaltet ist. An guten Tagen liegt er bei uns. Er kommt mir fast vor wie ein Authist. Wenn ich in der Wohnung etwas ändere, achte ich darauf, dass er dabei ist, dass er sieht was hier passiert, damit er nicht verschreckt ist, wenn plötzich was neues da ist und er sich nicht vorbeigehen traut.

Er bleibt ohne Probleme 1 bis 2 Stunden allein zu Hause, stellt nichts an, bellt nicht ist superbrav.

Aber: Wenn wir in den Garten fahren ist er ein anderer Hund. Da sind weniger Leute und weniger Lärm, Straßenlärm wie in der Stadt überhaupt nicht. Da geht auch das Leine gehen fast immer einwandfrei. Nur wenn die Menschen am Gartenzaun vorbeigehen wird ständig gebellt was  ich als Unsicherheit deuten würde. Er läuft im Garten (kleiner Garten) herum, Rute hoch, richtig chefmäßig. Spielt mit seinen Spielsachen. Auch gehe ich im Garten regelmäßig zum Hundeplatz wo auch mitunter andere Hunde sind, das macht ihm Spaß. Er läuft schnell und viele Runden, tobt sich richtig aus.

Habe in Wien auch versucht, ihn freilaufen zu lassen, er kommt nicht wirklich zurück. Da gab es auch schon einige "Um Gottes Willen" Aktionen. Wenn andere Hunde dabei sind wo er spielen kann, ist das auch besser da kommen die anderen Hunde zu den Besitzern und er kommt dann auch. Aber allein - da bin ich zu unsicher und das spürt er - weil ich zu viel Angst habe, dass er weglaufen könnte und da sind die Straßen und die vielen Menschen und ich weiß nicht welchen Fluchtweg er nehmen wird zu mir oder egal wohn nur Flucht.

Was ich noch erwähnen muss, dass der Hund ständig bei mir und meinem Mann ist denn ich darf meinen Liebling in die Arbeit mitnehmen. (ist mein 4ter Hund - aber so einen massiv ängstlichen Hunde hatte ich noch nie - allerdings waren die anderen Hunde immer schon als Welpe bei uns - Riesenschnauzermix 4a - Krebs, Spitzmix - 13a Krebs, Flat coat.Lab. Seele von einem Hund leider nur 7a Krebs). Wie gesagt,Timi ist immer bei uns, bei mir im Büro. Wir haben einen 600m2 großen Keller, da kann er toben und spielen, geht sogar auf das Laufband, macht ihm Spaß er stellt sich selbt rauf, kann täglich toben (1/2 Stunde bis Stunde) und ich mit ihm, allerdings nicht im Freien. 3x die Woche nimmt der Chef seinen Hund mit, die beiden sind von derselben Organisation und verstehen sich auch prima, spielen sehr lieb miteinander. Denke dass er schon seinen Spaß hat.

Wobei ich jetzt eure Hilfe brauche.

Leine gehen in der Stadt, überhaupt auf die Straße gehen in der Innenstadt denn da ist meine Arbeitsstelle, Angst nehmen vor Menschen, Freilauf und Rückruf.

Hatte schon 3 Trainer hat teilweise funktioniert, teilweise überhaupt nicht.

Falls ihr noch mehr wissen wollt, gerne. Aber ich denke, dass ich in groben Zügen alles wichtige geschrieben habe,

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo also ich vermute dein Hund hat genug schlechte Zeiten gehabt.ich hatte auch einen jungen Hund er war 8 Monate alt kannte nichts hatte fünf Vorbesitzer plus Tierheim hinter sich schon , er war aber das komplette Gegenteil von ängstlichen ich habe einen hundestrainer arrangiert für wenig Geld hat er mir super geholfen mit tollen Hilfsmitteln , ich kann mir vorstellen das es mit deinem Hund genauso gut zu trainieren ist ,liebe Grüße 

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo,

danke für deine paar Zeilen. Nur leider helfen mir diese nicht weiter. Ich habe mich an dieses Forum gewandt, damit ich eventuelle Tipps erhalte denn ich hatte schon 3 Hundetrainer und sogar einen Hundetherapeuthen der für die Einheit zu Hause 350 Euro genommen hat. Es hat bei keinem der Trainer wirklich gefruchtet, immer wieder vorübergehend, jeder Trainer hat gesagt täglich trainieren habe ich getan, hat das Gelernte gut umgesetzt, hat alles gepasst. Dann beim Gassi gehen, läuft neben mir ohne Probleme - plötzlich ein lauter Knall vom Kinderspielplatz der eh weiter entfernt war und schon wieder alles auf Anfang. Und so geht das nach jedem Gelerntem. Er ist brav lernt schnell und willig aber dann ein Kracher oder der Wind haut was um oder ein Kastenwagen macht die Türe auf - alles auf Anfang. Er hat einige Dinge so eingeprägt und die assoziiert er dann wieder mit Angst und Rute einziehen und zittern.

Aber danke trotzdem.

LG Mia

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Auch bei genauerem Lesen deines Textes tippe ich ebenfalls auf Deprivationsschäden.

Das erklärt manches.

Der Hund braucht Zeit.

Du brauchst Geduld.

Und manches wird einfach nicht "normal".

Aber wenn man es weiss, kann man manches einfach so nehmen, wie es ist.

Und nicht an zu vielen Baustellen gleichzeitig arbeiten.

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

An Autismus würde ich nicht denken- er mag ja den Sozialkontakt mit anderen Hunden. Kannst du nicht einen vertrauten Kumpel auf Gassigänge in reizarmer Gegend mitnehmen- idealerweise auch dessen Halter? Dann könnte dein Hund sich am anderen orientieren.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Musst du denn zu Fuß durch die Stadt?

Meiner Meinung nach gibt es für sein Verhalten zwei Möglichkeiten:

 

Entweder er kennt Stadtleben nicht oder er hat sie mit traumatischen Erfahrungen verbunden. 

Ich würde versuchen ihn langsam an die Stadt zu gewöhnen. Sprich vor allen Dingen mich zuerst am Stadtrand oder außerhalb Wiens mit ihm bewegen und schauen dass er da vll. freundliche Menschen trifft. Sonntags mit ihm dann vll mal im Dorf in ein Cafe oder Biergarten wo mehr Menschen auf einen Haufen zusammenkommen. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Es gibt immer wieder Hunde, die für ein Leben in der Stadt einfach nicht geeignet sind, sie können es schlicht nicht :(
Ob Dein Hund ein solcher Fall ist, weiß ich nicht.
Wie sah denn euer Hundetraining aus und warum hat es nichts gebracht? Waren die Übungen zu schwer für euch, oder hattest Du Dir etwas anderes erhofft?
Angstprobleme in den Griff zu bekommen, dauert meist sehr lange, wenn der Hund tatsächlich unter Deprivationsproblemen leidet ist etwas mehr als ein Jahr gar nichts an Trainingszeit.
Vielleicht hast Du Zeit und Lust, etwas von Deinen Trainings zu berichten?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hallo :)

Ich habe auch eine sehr ängstliche Hündin. Was uns geholfen hat, war, dass ich sehr ländlich gewohnt habe. Dadurch dass ihr in der Stadt wohnt, steht der Hund unter Dauerstress. Das hat Auswirkungen auf den Hormonhaushalt und behindert das Lernen. 

 

Ich würde an deiner Stelle so oft wie nur möglich die Spaziergänge in reizarmer Umgebung zu machen, damit der Stresspegel sinkt und der Hund aufnahmefähig wird.

 

Dann habe ich sehr gute Erfahrungen damit gemacht, den Hund viel zu loben. Wenn er einen Bezug zu euch hat, hilft ihm das selbstbewusstsein aufzubauen und nimmt durch dein freudiges Lob auch die Angst.

 

Gleichzeitig muss man penibel darauf achten den Hund nicht zu überfordern. Nehmen wir an du siehst in weiter Entfernung etwas, dass ihm Angst macht, ihr habt einen entspannten Spaziergang hinter euch und der Tag war auch entspannt, dann kannst du, schon aus weiter Entfernung ganz doll loben, wenn er hinschaut und der Abstand aber so groß ist, dass er noch keine Angst hat, sondern nur leicht unsicher ist. Dann kannst du z. B. Leckerchen werfen, die er fangen darf, zum auflockern. Dann aus der Situation rausgehen ohne dass man weiter geht. Damit lernt der Hund dass du seine Ängste erkennst und ihn ernst nimmst und er diesem nicht mehr hilflos ausgeliefert ist. Das schafft ein unglaubliches Vertrauen zwischen euch.

 

Solche Hunden brauchen ein ganz präzises Timing, eine sehr gute Einschätzung wie gestresst der Hund von Haus aus ist, um zu erkennen wenn er mal ein paar Tage nicht gestresst ist. Zu erkennen wie erträglich die Situationen noch sind, denn je nach Grad des Stresses oder Angst, hat man keine Möglichkeit mehr den Hund zu erreichen (mit Leckerlis, Ball, streicheln oder Ansprache. Und das ist der nächste Punkt, man muss herausfinden was der Hund toll findet, was begeistert ihn am meisten, womit kannst du belohnen?

 

Dann können Massagen helfen, wenn der Hund vertrauen hat., gemütliches kuscheln.

 

Das strafen, laut werden etc. lasse ich ganz bleiben bei meiner Hündin. Führt nur zu noch mehr Stress und Verunsicherung. Eine Hundewoese würde ich auch nicht besuchen, lieber ein, zwei, drei feste ruhige und wesensfeste Hundefreunde in ruhigem Gebiet. Dort kann er von ihnen ganz unaufgeregt lernen.

 

Vielleicht hilft das ein bißchen, es brauch viel Geduld! Es dauert alles lange, aber es lohnt sich. Meine Hündin kommt bei allen Angstauslösern zu mir, fragt nach wie ich das finde, schaut es sich mit mir an. Sie orientiert sich absolut an mir, aber ich muss immer darauf achten, auch heute noch, dass sie zur Ruhe kommt und nicht zuviel Stress hat. Dass sie Stress abbauen kann durch die Gassigänge in ruhigen Gebieten. Wir fahren fast täglich raus und als ich sie bekommen habe, wäre sie hier in der Stadt gar nicht gelaufen, hätte nur geschrien.... ganz furchtbar.... 

 

Ich wünsch euch gute Nerven und viel Spaß beim lernen ;)

 

Lg Sonja

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Ernstgeminter Rat: Zieht um! Es ist die falsche Umgebung für diesen Hund. Ich würd ihn auch nicht mehr mit zur Arbeit in einer belebten Innenstadt nehmen, das ist viel zu viel für so einen ängstlichen Hund, sondern eine andere Lösung suchen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

  • Das könnte Dich auch interessieren

    • Dominanz/Unsicherheit/Vertrauen?

      Hallo liebe Forengemeinde, seit langer Zeit bin ich ein stiller Mitleser und habe mir hier jede menge Informationen vorab eingeholt,nun ist es an der Zeit,auch einige passende Fragen zu stellen. Ich hatte den klaren Entschluss gefasst und auch umgesetzt,mir einen Hund aus dem Tierheim zu nehmen.Ein Cattledog-Mix,4 Jahre alt. Zu meinem Charly, Gassigänge sind überhaupt kein Thema,dort verhält sich der Hund jederzeit,wie ich es verlange,führt die Kommandos durch,löst allerdings teilweise selbs

      in Hundeerziehung & Probleme

    • Wie gewinne ich das Vertrauen meines Hundes?

      Aus gegebenem Anlass fiel mir dieses Thema ein. Wenn man voraussetzt, dass Vertrauen die unerlässliche Basis jeglicher guter (nicht nur Hunde-) erziehung darstellt, sollte man vlt. mal über Details und Erfahrungen auf diesem Gebiet reden. Vermutlich ist diese Überlegung alles andere als neu, sollte ich mit dieser Frage Altbekanntes wiederholen, bitte schreibt es. Ansonsten....freue ich mich über Beiträge.

      in Hundeerziehung & Probleme

    • Paradoxes Aggressionsverhalten gegenüber ängstlichen Hunden

      Guten Abend liebe Forummitglieder,    meine Hündin (American Akita, fast 2 Jahre, unkastriert) zeigt seit kurzem ein sehr unhaltbares Verhalten.   Bei Begegnungen mit Hunden welche auf sie zugehen, anbellen, angreifen wollen oder sogar nach ihr schnappen bleibt sie völlig cool und gelassen, was zum Glück unverändert ist,  sollte allerdings der Hund ängstlich reagieren bzw. dieser sie einfach ignorieren wird sie nun richtig aggressiv. Zuvor war sie nur etwas ent

      in Aggressionsverhalten

    • Vertrauen wieder gewinnen

      Ich habe ein großes Problem! Mein Hund hat sich von Anfang wie Bolle über mich und auf mich gefreut, wenn ich nach Hause kam, lief ohne Leine, holte Stöckchen, hörte auf's Wort, ohne Training, ohne Hundeschule, war null ängstlich sondern neugierig und zutraulich und das Alles, obwohl sie eine "Rumänin" war, die ich mit gerade mal 5 Monaten aus dem Tierheim holte und bis da nur Hunde kannte und weder Menschen noch Leine gewohnt war! Sie war nach 5 Tagen stubenrein etc. pp., ein echter Glücksgriff

      in Hundeerziehung & Probleme

    • Hund hat Vertrauen verloren

      Ich habe ein großes Problem! Mein Hund hat sich von Anfang wie Bolle über mich und auf mich gefreut, wenn ich nach Hause kam, lief ohne Leine, holte Stöckchen, hörte auf's Wort, ohne Training, ohne Hundeschule, war null ängstlich sondern neugierig und zutraulich und das Alles, obwohl sie eine "Rumänin" war, die ich mit gerade mal 5 Monaten aus dem Tierheim holte und bis da nur Hunde kannte und weder Menschen noch Leine gewohnt war! Sie war nach 5 Tagen stubenrein etc. pp., ein echter Glücksgriff

      in Hundeerziehung & Probleme

×
×
  • Neu erstellen...

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie zu, dass wir Cookies verwenden, um unser Angebot zu personalisieren. Mehr erfahren.