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Hundeforum Der Hund
Gast

Blickkontakt zu Hunden - man liest unterschiedliches darüber

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Am 1.7.2018 um 19:48 schrieb benno0815:


Ich für meinen Teil hätte höchstens den Anspruch, dass man einfach mal in die Welt da draußen geht und genauer hinschaut.
Wie reagieren die Hunde, denen ihr begegnet? Wie reagieren Hunde untereinander auf Blickkontakt?

 

Ich bin nun niemand, der anderen Hunden bewusst in die Augen schaut, aber ich denke mal dass ich auch oft ein wenig Blickkontakt mit den Hunden aufnehme, wenn ich den Hund als ganzes betrachte. Ich weiß definitiv dass ich schon mehreren Hunden "in die Augen" geschaut habe, weil zB die Augenfarbe interessant oder anderweitig auffallend war, also mindestens dort ist es vorgekommen.

 

Es ist durchaus möglich, dass die Hunde das dann nicht so prickelnd fanden und ich es nicht bemerkte, aber viel eher haben sie wohl gar nicht reagiert auf mich, weder aggressiv noch ängstlich. - sonst hätte ich mir das ja gemerkt ;)

 

Ich habe in meinem gesamten Leben, in dem ich wirklich irre viele Hunde angeschaut habe, nur ein einziges Mal einen Hund mit einem Blick-Problem kennengelernt, und - sorry für die Wortwahl - der Hund hatte einen echten Knall. Woher sein Problem kam weiß ich nicht, das war in Wales, meine Freundin wollte dort Hundesitter für die Ferien machen und ich war mit beim ersten Kennenlernen.

Nun sagte die Frau des Hauses gleich, dass wir den Hund bitte absolut nicht anschauen sollen, also gar nicht! Der beißt sonst.

Ok - gut. Wir saßen in der Küche, der Hund kam dann irgendwann zu mir und legte seinen Kopf auf mein Knie.

 

Äh. Ja, also da hab ich den Hund tatsächlich angeschaut, denn nach so einer Warnung bezogen auf seine Bissigkeit fand ich es schon überprüfenswert, mal zu schauen was er da auf meinem Knie macht! :o

 

Ich hatte den Hund (Border-Collie) dann auch gleich am Arm. War nichts weiter, außer ein riesen Schreck, aber mal ehrlich ... wer, der nicht schon vorher mit traumatisierten und verkorksten Hunden gearbeitet hat hätte in der Situation (Hundekopf auf Knie) NICHT hingesehen?  Zu dem Zeitpunkt kannte ich nur unsere Hunde, die waren einfach zu nett für die Welt ;)

 

Nun ja, bisschen blöd gelaufen, aber das war die Ausnahme in meinem Leben, nicht die Regel. Die Regel ist hier dass die Hunde mein Angucken nicht weiter beachten. Bei meiner Hundedame, die ich ja auch noch nicht lange habe, ist der Blickkontakt zu mir auch völlig ohne besondere Übung oder lange Annäherung entstanden - sie ist aber im Vergleich zu Lemmy sehr aktiv daran interessiert, dem Menschen ins Gesicht zu gucken. Wenn sie zB einen Keks möchte, schaut sie einen direkt an, und macht "Hapse" in die Luft, als wolle sie sagen "Hier, bitte, hier muss der Keks rein, da wo die Luke aufgeht!" :D

ich denke mal, dass sie irgendwann in ihrem Leben im Osten gelernt hat, dass solche niedlichen Bewegungen Sympathie auslösen und vermutlich eher mal Futter in die Luke kam ;)

 

 

 

Wie gesagt, mein Fazit ist nunmal einfach nicht, dass die Hunde die ich treffe  es grundsätzlich doof oder schlimm oder beklemmend finden, wenn ich ihren Blick treffe.

Bei Hunden die merklich unsicher oder gar ängstlich sind, wende ich aber auch sofort den Blick ab und mache mich klein (sofern denn überhaupt Kontaktaufnahme nötig ist, das ist es ja längst nicht immer).

Aber ich bin selten komplett ohne Hunde unterwegs, das heißt ich habe ja auch immer meinen eigenen Hund noch dabei und muss daher noch mehr beachten als fremde Hunde.

 

Was andere Hunde bei Blickkontakt untereinander tun? Naja, zur Allgemeinheit gibt es ja genug Videos und Studien, also nur zu "wenn MEIN Hund Blickkontakt aufnimmt" - und da muss ich wohl erst noch bei Lemmy bleiben, da ich Scully noch nicht so lange aus den Augen lassen mag dass ich das länger beobachten kann.

Naja, und Lemmy hat nicht nur "bisschen Blickkontakt" aufgenommen, der hat taktisch gestarrt. Der hat sich angeschlichen, komplett fokussiert auf den anderen Hund, und da kamen unterschiedliche Reaktionen je nach Hundetyp - Abwenden, Ausweichen, Erstarren, Beschwichtigungsgesten oder Zurückstarren.

 

Naja, und je nachdem welche Reaktion kam wusste ich wie ich meinen Hund zu handhaben habe, von daher fand ich das super ;)  Also bei "nur" Beschwichtigungsgesten und vllt Abwenden ließ ich es laufen, das waren dann immer kurze, freundliche Begegnungen bei der Lemmy kein großes Interesse an dem Hund hatte und der andere Hund merkte "Oh, ach... passiert ja nichts, gut so" und dann waren wir schon vorbei.

Bei allem was "extremer" war, der Hund deutlich richtig Angst bekam oder es den Menschen deutlich unangenehm war dass mein Hund so starrt hab ich angeleint und im leichten Bogen passiert.  Naja, und das hab ich auch so gemacht wenn der andere Hund zurück starrt (sofern der Hund fremd war - es gibt auch Hunde hier die starren halt auch, aber da passte es dennoch).

 

Also ja, mein Hund Lemmy war ein "Glotzer". So wie er würde ich niemals einen Hund anstarren. Scully... weiß ich wie gesagt nicht so wirklich. Meistens bin ich ja mit Higgins zusammen unterwegs, da weichen wir so aus dass ich gar nichts sehen kann. Aber ich werde mal drauf achten.

 

 

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Mein erster Pflegehund hat das Spielchen mit dem Kopfauflegen auch gemacht: das war meine erste durchtackerte Hand. 

 

Einen Knall hatte er aber nicht. 

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Mir fällt da auch noch die Lili ein, die wahnsinnig viel Blickkontakt gesucht hat. Auch bei den Spaziergängen schaute sie ständig hoch und ich reagierte natürlich mit runter schauen - und unsere Blicke trafen sich. 

 

Bevor wir sie aufnahmen, ist sie vor jedem Menschen irre schnell weggelaufen. Wir gingen somit davon aus, dass sie sehr menschenscheu ist. Aber, das hat sich sozusagen sofort gewandelt, als sie dann in Sicherheit war. Und sie ging auf jeden Menschen sehr freundlich zu.

 

Ich bin immer noch davon überzeugt, dass die Hunde, die auf einen normalen kurzen Blick mit Angst oder Aggression reagieren, die Ausnahmen sind. 

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vor 25 Minuten schrieb Lemmy:

Nun sagte die Frau des Hauses gleich, dass wir den Hund bitte absolut nicht anschauen sollen, also gar nicht! Der beißt sonst.

Da hat die Frau aber auch einen Knall- wenn sie weiß, daß der Hund dann nicht ignoriert oder Distanz hält. Das ist ja das denkbar schlechteste Management:o

Mir fällt bei dem Hund entweder Verhaltensstörung oder Sozialdefizit ein. Ich tippe mal darauf, daß der Hund auch gebissen hätte, wenn man ihn "nur" angefaßt und nicht angeguckt hätte. Er hat dagegen keine Skrupel anzugucken und anzufassen, den Hund hätte ich einfach nicht mit Besuch interagieren lassen.

vor 12 Minuten schrieb KleinEmma:

Ich bin immer noch davon überzeugt, dass die Hunde, die auf einen normalen kurzen Blick mit Angst oder Aggression reagieren, die Ausnahmen sind. 

ja, meistens ist es nur ein Aufhänger genauer zu gucken, was noch so mit dem Menschen passiert und danach endgültig zu urteilen.

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Am 1.7.2018 um 22:42 schrieb benno0815:

Mir geht es auch nicht darum, hier irgendjemanden zu bekehren, einen Hund nicht in die Augen zu schauen, sondern um ein allgemein hinlänglich und lang erforschtes und ebenso unstrittiges Verhaltensmerkmal von Caniden, das da heißt: Blickkontakt von Fremden egal ob Hund oder Mensch, führt zu einem -inneren- Konflikt des Hundes, auf den er reagiert.
Eine stabile und gut auf Menschen geprägte Persönlichkeit entweder mit leichter Beschwichtigung, wie Züngeln, Blick abwenden, etc. oder vielleicht erwidert er sogar den Blick, alle anderen mit Beschwichtigungsgesten, Distanzvergrößerung und wenn sie unsicher oder sehr ängstlich sind mit Fight or Flight.
Das sollte meiner Ansicht nach jeder wissen, bevor er einen direkten Blickkontakt aufnimmt.

Ich für meinen Teil möchte lieber jedem Hund signalisieren, dass ich friedlich und freundlich bin und deshalb schaue ich ihm nicht direkt in die Augen, damit er keinen -inneren- Konflikt bekommt ;)
Vermenschlicht ausgedrückt ist das "höfliches" Verhalten.

Das sehe ich in den meisten Situationen "draußen" ja auch als probate Empfehlung.

Ein territorialer Hund, der Menschen schon eingehend studiert hat, würde das aber zumindest komisch finden (daß du nicht guckst, wenn du dich ansonsten nett zeigst- so wie ich das verstehe). Beim Menschen- nicht beim Hund und da unterscheiden Hunde ja auch. Da geht es auch nicht nur um das Nicht Angucken, sondern auch das komplette Ignorieren.

Ein ängstlich territorialer Hund mag u.U. anders darauf reagieren, der ist ja auch ängstlich.

 

Der einzige Hund, der mir mal in die Hand gebissen hat, war ein unängstlicher territorialer Mischling, den ich an dem Tag gar nicht gesehen hatte - ich habe ihn an dem Tag also ignoriert. Das war kein leichtes Schnappen- gab Einblutungen. Er hat mich von hinten angegriffen als ich ganz normal das Tor betrat (was bei dem Gelände ca.50 verschiedene Leute täglich, darunter auch viele Fremde machten. Mir ging es da nicht so gut und ich war in Gedanken vertieft, insofern war auch nichts mit schnellen Bewegungen oder so.

Da das Tor weit einsichtig ist, ist auch ausgeschlossen, daß ich ganz nah am Hund vorbeigegangen bin und ihn erschreckt haben könnte (das war kein ängstlicher oder gestresster Hund)- das war das Flügeltor zum Durchfahren mit LKWs, kein kleines Gartentor.

Die Tage davor hatte ich den Hund ganz normal begrüßt, also gesehen- kurzer Blickkontakt-"Hi..." und fertig und da war alles in Ordnung.

 

Nicht Angucken und schlicht Ignorieren war bei diesem Hund im Territorium die falsche Wahl. Bei meinen Hündinnen ist das ähnlich.

Sie erwarten, daß sich menschlicher Besuch wie menschlicher Besuch verhält- also eine gewisse freundliche Kontaktaufnahmen, die eben auch Blicke beinhaltet.

Bei @mimimi scheint es mit ihrem HSH (glaube ich mich zumindest zu erinnern, daß sie einen hat)  ja änlich zu sein.

Ich frage auch mal wie @gondi1  Gondi das macht oder auch @schlenki2Kuvaszs damit umgehen. Wobei da natürlich noch ein Unterschied zu einem territorialen Rottweiler oder DSH (oder einem anderen Gebrauchshund) besteht, neben den üblichen Individualfaktoren. Der Ca de Bestiar ist in der Mitte von beiden angesiedelt und fand völliges Ignorieren im Territorium auch blöd, selbst wenn der Mensch sich nicht näherte.

 

 

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Nachtrag: der Hofhund hatte nicht gebellt.

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Also, ich glaube es wird nicht verstanden, dass es @benno0815 und mir nicht um freundliche Interaktion geht, sondern um direkten Blickkontakt (in die Augen); Anschauen =/= direkter Blickkontakt =/= freundliche Interaktion.

Kein Mensch redet von Ignorieren?

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WOW... soviele Postings und soviel Text zu einem eigentlich einfachen Thema. Das ist fast so wie der Thread über die verquere pseudopsychologisierte Derivatsanalyse des Primärbegriffs "Nein" in Verbindung mit psychosozialer Kompetensanalyse in dem fleissig irgendwelche Fachbegriff (teils falsch angewandt) eingeworfen wurden um immer noch ein bisschen mehr Recht zu haben. 

 

Der Eingangsthread beschäftigt sich doch mit der Frage, dass man unterschiedliches zum "in die Augen schauen" bei Hunde liest. Und die Antwort wäre doch ganz einfach. "Das man unterschiedliches liest ist absolut richtig. Es IST völlig verschieden. Denn es kommt auf den Hund an. Manche können das ab, manche schauen dann weg, andere werden dann aggressiv." Und nichts davon ist falsch. Es spiegelt einfach nur den Charakter und das Wesen eines Hundes wieder.

 

Ach ja: Es ist übrigens äußerst lustig bis lächerlich, was man aus "In die Augen schauen, bzw. starren" so machen kann. Das ist NICHT seitlich oder von hinten auf den Hund schauen oder dem eigenen Hund, wenn dieser von selbst Blickkontakt sucht, in die Augen schauen, auch nicht den Hund "ignorieren". Es bedeutet schlicht und unumdeutbar  dem eigenen oder irgendeinem anderen Hund aktiv direkt und zielgerichtet über längere Zeit in die Augen schauen. 

 

Und auch wenn ich mit @Hoellenhunde häufig nicht einer Meinung bin. Natürlich darf ein Hund sein Missfallen äußern, wenn er sich bedroht, bedrängt oder belästigt fühlt. Es sind immer noch Lebewesen und keine Maschinen. Und das hat auch nichts, mit den üblichen lächerlichen abstrahierten Begriffen wie "unhöflich", "unerzogen", oder "respektlos" zu tun. Und wenn er das tut, heißt das auch nicht, dass der Halter hier seine Pflicht nicht erfüllt. Dieser hat dafür zu sorgen, dass sein Hund keine Gefahr für andere ist. Und solange er nur droht, bzw. kund tut, dass er etwas nicht möchte IST er KEINE Gefahr. Es versteht sich wohl von selbst, dass solche Signale vom Halter entsprechend interpretiert werden und entsprechende Vorsorge getroffen wird. 

 

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vor 7 Minuten schrieb Herdifreund:

aktiv direkt und zielgerichtet über längere Zeit in die Augen schauen. 

:huh: Genau das wurde Starren genannt...

Blickkontakt : Augen treffen sich und wandern weiter

Starren: Augen treffen sich und mind. einer bleibt mit seinem Blick da hängen.

 

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Ein Blick in die Augen dauert einen Augenblick

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