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Blickkontakt zu Hunden - man liest unterschiedliches darüber


Gast

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vor 8 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

Nutzen sie damit eine kurze Möglichkeit der Kommunikation (

 

 

vor 9 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

weil sie nicht angestarrt werden wollen oder irgendwas), weil sich spontan damit ein Gesprächskanal öffnet?

Oder stört sie konkret, daß die Blicke sich treffen (oder beides)?

 

das kann doch jetzt nicht passen, wenn du von "sie" schreibst, meinen wir Hunde generell, kann nicht sein, beim einen so, beim andern Hund völlig anders.

 

Ich glaube da drehen wir uns  echt im Kreis, da man es nicht verbindlich formulieren kann, oder?

 

vor 10 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

Ich halte alle Varianten

 so würde ich es auch sehen, da wir für alle Situationen ein Beispiele  finden werden,

 

also ist es nicht auf den Punkt zu bringen.

 

Gestern hatte ich die Situation im Park, ich saß auf der Bank eine Bratwurst essen, mein Hund saß davor, da kamen zwei Männer, recht nah, schauten meine Hündin an, und sprachen Sie auch an. Sie schauten sich an, ich glaube aber nicht, dass dies meine Hündin Probleme bereitet hat, das Sie zu nah waren und in Ihre Zone eingedrungen sind, schon eher.  Die beiden sprachen mich dann an, ein Weimeraner, ne, ich sagte ne, eine Ridgeback mix, kenne ich nicht, die ist aber lieb, bla bla.

 

Nun hat meine Hündin kein großes Problem damit, sie blieb sitzen und schaute die an und hörte den zu, dann blickte sie zu mir, nach dem Motto, ist alles klar Partner? Was wolle die Typen von mir? Sie hat sie einfach ignoriert.

 

Für mich hängt nun alles von der Reaktion von mir ab, wie ich als Sozialpartner reagiere. Ich wollte non in Ruhe meine Bratwurst essen, die beiden waren ja auch kein Proble. Meine Hündin bekam ein Lob von mir, fein gemacht, sie saß völlig unaufgeregt da.

 

Aber hätte ich jetzt regiert, Hallo, was sprechen sie mich hier an, oder Hallo, geht ihr mal bitte im größeren Bogen an meinem Hund vorbei, oder hätte mich bedroht gefühlt, hätte meine Dame natürlich reagiert. Ich wäre jetzt nur eingeschritten, wenn die beiden sie hätten anfassen wollen, aber das hätte meine Hündin auch nicht zugelassen, sie hätte sich weg gedreht und näher zu mir gekommen, damit ich das dann kommuniziere.

 

Aber dennoch drehe ich mich im Kreis, für uns ist es halt kein Drama, ich denke die Situation mit Akuma, würde halt anders laufen und mit anderen Hunden halt auch.

 

Ich denke durch die so vielen Post nun eher ganzheitlich, man wird es nicht nur auf den kurzen Blickkontakt reduzieren können.

 

Die beiden haben es ja auch nicht  böse gemeint oder so, hier muss dann einfach mal kurz geredet werden im Bedarfsfall. Warum sich meine hündin nicht von Fremden anfassen läßt, werde ich auch nicht kommunizieren, die Frage kommt dann ja auch oft, warum denn nicht, hat sie was schlechtes erlebt etc. Nicht Hundehallter hal, obwohl ich eigentlich mehr mit anderen HH rede, die ein Verhalten oft zeigen, was für mich halt gar nicht geht, ein anderes Thema

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gebemeinensenfdazu
vor 1 Minute schrieb BVBTom:

das kann doch jetzt nicht passen, wenn du von "sie" schreibst

Das bezog sich auf das Subjekt in Hoellenhundes Zitat, das auch mitzitiert wurde.

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Hoellenhunde

Ich hab das ja mal spaßeshalber bei Yoma öfter probiert, so zu tun, als würde ich die Leute kennen oder mich über sie freuen, sein Interesse hat das nie geweckt. 

 

Ich glaube schon, dass sie das unabhängig von mir bewerten. 

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Sockensucher

(Edit, da ich n´hier nie in den Fluss komme, ist das einfach unabhängig vom Gesprächsfluss zu sehen )

Blickkontakt ist Kommunikation, nicht mehr und nicht weniger.

Und ich finde Mensch und Hund gerade darin nicht sehr verschieden.

So wie ich Fremde spontan sympathisch finden kann, können das Hunde auch. So wie es Menschen gibt, die alle Fremden nicht ausstehen können, gibts auch solche Hunde. Und wieviel körpersprachliches Talent und Talent im Lesen von Körpersprache Lebewesen hat, ist wiederum individuell. Plus Kontext.

Der Mensch kuckt ist eine Orientierungsreaktion ... die jetzt abtrainieren zu wollen, weil es Hunde geben könnte, die das gleich in einen Konflikt bringt ... erzeugt Menschen, die was sind. Höflich? Oder eher gehemmt und schräg und das wird wieder eine Reaktion des Hundes nach sich ziehen. Mensch kuckt, Hund reagiert ablehnend, Mensch hört auf, fertig, passiert ständig. Ist das ein Konflikt? Darf Beziehung nicht kommuniziert, muss die immer vorher erraten werden? Darf ein Hund nicht die Chance haben, ja oder nein zu sagen?

Bei Hunden mit besonderen Problemen muss der Halter halt im Vorfeld managen und aktiv die Umwelt so gestalten, dass der Hund nicht in so einen massiven Konflikt kommt, das ihn das nachhaltig beeinträchtigt oder ihn gar mit aktiver Aggression lösen muss.

(Ganz nebenher sollte man sich als Hundehalter heutzutage über jeden ein Loch in den Bauch freuen, der noch wohlwollend oder gar begeistert auf den Hund schaut und gar Kontakt aufnehmen will. Hundefreunde sind allenthalben kostbarer als Hundefeinde, die perfekt meiden und hinterher wegen der Scheißköter, die nur bellen und kacken und Kinder beißen und Menschen umbringen, Giftköder basteln. Wäre echt gut, wenn man sich diese Hundefeunde, so trampelig sie auch sein mögen, erhalten würde.)

 

Ich habe eine Hündin übernommen, die seit ihrer 6. Lebenswoche gar keinen Hundekontakt mehr hatte (zu dem Zeitpunkt war sie ca drei Jahre) und nur sehr wenig Menschenkontakt. Frauchen musste knall auf Fall ins Krankenhaus.

Sie reagierte extrem auf Blicke oder gar vorbeugen, wo vorbeugen für sie im Millimeterbereich anfing. Sie reagierte mit ausgesprochener Aggression darauf. Aber auch unsicherheit löste aggressives Verhalten aus. betontes wegkucken, auch keine Superlösung. Nun ist sie nur ein 5 Kilo Hund mit wenig ausgepräger Kiefermuskulatur und extrem niedlich. Das machte das managen, trainieren (und Fehleinschätzungen entschuldigen) wesentlich einfacher. Die einzelnen Schritte, erstmal mit uns Fremder Pflegefamilie und dann ... würden hier den Rahmen sprengen, da es vorallem auch im Blicke von Fremden geht, erzähle ich mal nur einen Meilenstein in der Entwicklung.

Ich berichtete über sie in einem Forum und es gab eine Forumstreffen, ich war mir nicht sicher, ob ich ihr das zumuten sollte, welche Chancen und Risiken das barg. Als ich mich dann eben doch entschied, dass dieses Treffen eine Chance war und mit ihr auftauchte, schlug uns eine Welle der Begrüßung und begeisterung entgegen. alle hatte das Gefühl sie shcon lange zu kennen und freuten sich auf das reale Treffen, es war ein Bad in den Blicken von Fremden und sie hats nach einem anfänglichen Upps (mit jeder Möglichkeit sich zurückziehen zu können in meinen schutz, was sie in vielen Situationen shcon angenommen hat und noch tut) verstande. Die Fremden Lieben mich, empfangen mich wie einen langvermissten Freund. Und sie hats genossen, die stimmung war so sensationell, das sie sogar bei Stress mit einem Hund, sofort den Schoß von jemand fremden einforderte und es sich dort bequem gemacht hat. Ein Hund für den ein Blick über eine riesen Wiese schon Anlass sein konnte loszuknurren. Nach dem Forentreffen hat sie sogar eine Joggerin angehalten, die ohne! Blickkontakt an uns vorbeitrabte und Aufmerksamkeit eingefordert. Ey beachte mich, ich bin großartig! (Risiken und Nebenwirkungen, das war nun sonst gar kein Problem gewesen) wo ich das dann erstmal erklären musste, dass das Empörte bellen "streichel mich!" bedeutet. Dem ist die Frau dann gerne nachgekommen und es wurde draus eine nette Bekanntschaft für Hunde und Menschen. Von da an kam es öfter vor, dass sie "Blickkontakt aufgezwungen" hat und wenn der nicht kam, ihn massiv einforderte.

Hätten sich nun alle Forenteilnehmer einer Weisung unterworfen, nicht anschauen! nicht ansprechen! nicht anfassen ... Meine Mini hätte nie ihren großen Durchbruch in Sachen Grundeinstellung zum Wesen Mensch an sich machen können. Und obwohl sie nun so viel nachzuholen hatte, hat sie es gelernt, wie Menschen ticken. Oma und Opa werden es zum Beispiel nie lernen, sich vernünftig zu benehmen, dennoch hat sie an der Reaktion meiner Kinder auf sie, gleich verstanden, das unmögliche verhalten, was sie da an den Tag legen kann nur gut gemeint sein. Mit den Nachbarn, selbes Alter und Verhalten, hat es sich noch nciht nach Jahren entspannt, einfach weil wir auch ein fremdgebliebenes Verhältnis haben. Als Beispiel, dass die Reaktion auf für den Hund Fremde, durch Bezugspersonen/weitereInteraktionapartner eine entscheidene Rolle spielen kann, wie ein Blick gewertet wird.

Und ich könnte zu fast jedem meine Hunde und der hunde, die mein Leben teilen spezielle Geschichten über Blickkontakt zu Fremden erzählen. Von meinr Border Cassidy, die als Junghund aus dritter Hand jeden Blick mit beschwiichtigung, jede Freundliche ansprache mit untersich pinkeln beantwortete, solange es keine völlig Fremden waren, die waren nicht so bedrohlich. Bis zu meiner aussie Jersey,die sich mich als Welpe, der auf alle Fremden mit Flucht reagierte ausgesucht hatte und dieses Band dafür sorgte, dass die meisten ihrer Ängste sich einfach in Luft auflösten. Von Jeder Fremde ist ein Keks und Streichelgeber juchuuu ich wurde angekuckt!!!, bis zu Fremde sind alle Leute, die ich nicht mindestes drei Jahre kenne, kuck mich nicht an und wenn wir dabei sind, atme nichtmal meine Luft! Gibts alles. Aber was hätte ich an Beziehungen zu Hunden nicht gehabt, hätte ich mich an diese strenge Regel gehalten, was hätten meine Hund ein ärmeres Leben geführt ...

Die Welt ist bunt und komplex. Jedes eingrenzen verändert diese Welt. Erwarte ich, dass Hunde Blicke nicht abkönnen, wird meine WahrNehmung! sich diesen Aspekt aus der Fülle der Ereignisse herausnehmen.  Jedes Experiment dahingehend, wird durch die Vorauswahl der Teilnehmerhunde und Menschen einen Aspekt überbetonen. Leben - eigene Erfahrungen machen und im Augenblick bleiben, offensein, für das, was entstehen kann... Blickkontakt zu Hunden ... Man liest unterschiedliches darüber - Und das ist auch gut so.

 

 

 

 

 

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acerino

Blickkontakt mit dem eigenen Hund finde ich super wichtig.

 

Früher hab ich da wenig drauf geachtet. Aber wie oft meine Hunde das draußen mit mir nutz(t)en, um mich auf Dinge aufmerksam zu machen zb, hat mich gelehrt diesem Punkt mehr Wichtigkeit beizumessen.

 

Den Spruch bzgl fremder Hunde und nicht in die Augen gucken, kenn ich natürlich auch.

Für mich war und ist das aber immer  als ein "nicht starren, nicht bedrängen, sondern einfach ignorieren" zu verstehen gewesen.

 

Ich persönlich habe noch nie bewusst einen Hund getroffen, dem der Blickkontakt etwas ausgemacht hat - eher ganz allgemein die Zugewandheit/erwungene Kontaktaufnahme.

Mir scheint da weniger der direkte Blick in die Augen ausschlaggebend zu sein, sondern die gesamte Körpersprache.

 

Aber ich achte da auch nicht explizit drauf, weil ich unbekannten Hunde fast nie gezielt in die Augen gucke (und schon gar nicht isoliert nur da hin). 

Ich gucke eher auf die gesamte Körpersprache. Und dabei habe ich natürlich auch schon Beschwichtigung ausgelöst. Teilweise war das ja auch gewollt. In anderen Situationen wendet man sich dann ab, löst den Druck auf usw.

Ich würde es nach meinem persönlichen Empfinden nicht zu sehr nur am Auge-Auge-Kontakt festmachen.

 

Mit den eigenen Hunden, als kommunikatives Element, unverzichtbar und ganz wichtig.

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Lemmy
Am 5.7.2018 um 01:42 schrieb Hoellenhunde:

 

Achte mal drauf, wieviele Hunde, die du das erste Mal siehst mit Beschwichtigung reagieren (und das kann auch Anbiedern sein), wenn du ihnen unverhohlen in die Augen und zwar ohne Blinzeln. 

Wie damals mit der sanften Berührung, die Hunde angeblich aus hoher Erregung rausholen sollte. Da wurde bis aufs Blut gestritten, dass ich ja kompletten Scheiß schreiben würde. Cartolina hat es als einzige ausprobiert - mit dem Ergebnis, dass es nicht so scheiße war. ;)

 

Ähm... DAS wäre für mich Starren. Darum ging es doch nun explizit nicht hier, wurde mehrfach bestätigt - oder hab ich das mißverstanden? :think:

 

Na, also wie dem auch sei, ich habe heute mal drauf geachtet und einem mir komplett fremden Hund in die Augen geschaut. Nicht sicher, ob ich nicht doch geblinzelt hatte, wahrscheinlich schon irgendwann. Und es war eben auch nur ein Augenblick, so wie ich angenommen hatte das wir davon reden. Dem ging selbstverständlich ein allgemeines Mustern (groß, grau-weiß, Hündin,irgendwas boxeriges oder bulliges, gute Figur, Flexi-Leine ... was man halt so bemerkt :) ) des Hundes voraus.

 

Der Hund  schaute zurück. Weder ängstlich noch aggressiv, ich würde auch nicht sagen dass es herausfordernd war. Mehr so eine Neugier, definitiv interessiert an meinem Blick (hat es also bemerkt). Vielleicht war es tatsächlich das, was gebemeinensenfdazu schrieb, eine Frage nach "Und, was kommt jetzt?" Also ein Öffnen des Kommunikationskanals. "Wird sie mich ansprechen? Wenn ja, freundlich oder böse? Muss ich mein Frauchen verteidigen? Oder lieber wegrennen? Könnte da ein Keks für mich rausspringen?" - all sowas wäre denkbar.

 

Ich hab bestimmt noch anderen Hunden in die Augen geschaut, die uns begegneten aber nur bei dem Bull-Boxer bewusst drauf geachtet.

 

Einem mir bekannten Hund, der mir das erste Mal seit wir uns kennen Körperkontakt gestattet (mit Gesichtlecken :) )  habe ich auch bewusst ins Gesicht geschaut. Die Hündin ist eher ängstlich (daher auch jetzt, seit 6 Monaten der erste gestattet Knuddler) aber sie scheint mich inzwischen zu mögen. Und sie hat weder geblinzelt noch beschwichtigt noch weggeschaut und auch nicht geknurrt.

 

Aber - auch hier war das nur ein Augenblick, denn warum sollte ich die Hunde wirklich anSTARREN? Dass DAS doof ist ist doch wohl unstrittig :think:

 

Nun, wie dem auch sei - ich werde es weiter testen.

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Mit dem Thema "menschliches Auge" etc habe ich mich in meinem Leben schon etwas intensiver befasst. Ein sehr spannendes Thema deshalb möchte ich mich doch noch dazu äußern. Der Beitrag wird sicher länger. 

 

Zuerst einmal möchte ich um Missverständnissen vorzubeugen schreiben was ich unter gucken, starren, etc verstehe.

Unser Auge hat im Grunde genommen 10 Bewegungsarten, die wichtigsten darunter sind sogenannte Sakkaden (Blicksprünge), Fixationspunkte und Verfolgungsbewegungen. Wichtig ist hierbei, das der Mensch während einer Sakkade also einem Sprung keinerlei Informationen aufnehmen kann. Das ist wichtig zu beachten, da man in der Alltagssprache oft meinen könnte man spricht von entlangsschauen. Das ist allerdings nicht korrekt, da wir uns dabei mit Fixationspunkten mit sehr kleiner Fixationsdauer in einer Linie bewegen. Zwischen diesen Fixationspunkten befinden sich jedoch Sakkaden.

Außerdem ist das Blickfeld des Menschen in dem man scharf sehen kann ein relativ kleines. Von unserem visuellen Feld mit ca. 200 Grad sehen wir gerade mal 1-2 Grad scharf. Das entspricht circa einem Daumennagel bei einem ausgestreckten Arm. Den Rest nehmen wir zwar "verschwommen" war, jedoch sind Bewegungen und starke Kontraste etwas das im peripheren Sehen stark entwickelt ist. 

 

Man kann also während einem Blicksprung über ein Auge nichts wahrnehmen. Das heißt wer am Ende feststellt das er den Ausdruck der Augen gesehen hat, der muss die Augen auch fixiert haben oder aber so nah an die Augen geschaut haben das ein Hund oder Mensch den Unterschied vermutlich nicht erkennt. Denn dafür ist die Fixationsdauer zu kurz und wir sprechen hier auch von einmaligem schauen daher kann er es auch nicht im Laufe der Zeit ermitteln.

 

Es ist zwar möglich einen Punkt mit den Augen zu fixieren und die Aufmerksamkeit auf einen nahe liegenden Punkt zu richten ohne die Augen zu bewegen, allerdings ist dieser Prozess für den Menschen sehr anstrengend und wird daher unbewusst vermieden. Es muss auch beachtet werden das die meisten Entscheidungen die "unser Auge trifft" instinktive, reflexartige und unbewusste Entscheidungen sind. Der Mensch hat darauf leider sehr wenig Einfluss und auch sehr wenig "Gefühl". Das heißt wir Menschen sind unseren Augen dermaßen ausgeliefert das wir gar nicht wissen was wir mit ihnen alles anstellen. Für Forschungszwecke wurde deshalb eine Art Brille entworfen (eye tracking) die Augenbewegungen zuverlässig misst, denn Fragebögen an Probanden hat keine zutreffenden Ergebnisse erzielt. Ganz groß gerade auch in der Forschung für Werbung, Mediendesign aber auch in der Psychologie.

 

Der Blick in die Augen ist für den Menschen einmal ein sehr ursprüngliches Bedürfnis. Dabei geht es nicht immer um die Augen selber (die natürlich auch Aussagen über das Gemüt eines Menschen etc ergeben), die wegen ihrer Bewegung und des Kontrastes den Fokus magisch auf sich ziehen. Es geht auch darum Menschen und ihre Gedanken/Schritte/Pläne vorauszuahnen. Auch bei Tieren helfen die Augen dabei sehr. Eine Kuh kann beispielsweise nur in die Richtung laufen in die sie schaut und auch der Mensch neigt dazu, da alles andere eine höhere Anstrengung bedeutet. Sehen wir also wohin die Augen zielen, so können wir erkennen was der Mensch möchte. Sitze ich beispielsweise am Tisch und die Augen meines Gegenübers gehen plötzlich nach links weg, dann kann mein Gehirn die Linie ausmachen die er entlangsschaut und fällt mein Blick dann auf die Butter weiß ich das die Wahrscheinlichkeit hoch ist das er diese nimmt. So ist natürlich der Drang die Augenbewegungen eines domestizierten Raubtiers und somit seine potentiellen nächsten Schritte zu bemerken für uns eine wichtige Information. Es ist überhaupt wichtig Augen von Raubtieren wahrzunehmen, genauso wie von anderen Menschen. Der Überlebensinstinkt in uns möchte das gerne so, denn in vergangenen Zeiten bedeuteten Augen, entweder Fressfeinde, Sozialpartner (die auch gefährlich sein konnten) oder aber Beute. Deshalb ist unser Hirn so vermutet man immer noch sehr stark darauf geprägt Augen schnell zu erkennen. Viele Kunstwerke widmen sich auch diesem Effekt, das Augen uns geradezu anspringen. 

 

Augen ziehen also unseren Blick auf sich, weil sie einen starken Kontrast zum weißen Augapfel, eine besondere Farbe, ein bewegendes Objekt und unser instinktives Bedürfnis nach Sicherheit erfüllen. Wir können mit Blicken Kontakt aufnehmen und haben den Hund sogar so herangezüchtet das er im Gegensatz zum Wolf unsere Augen lesen kann. Außerdem erfüllt auch mancher Hund, jedoch aber jeder Welpe das Kindchenschema und da sind große Augen einfach nicht wegzudenken. Unbewusst, aber dennoch so gekommen. 

 

Ein anderer Grund warum uns Blickkontakt so wichtig ist, ist die ständig positive Rückmeldung die wir dadurch erhalten. Denn wir erfahren dadurch immer Erkenntnisse, selbst wenn die Reaktion schlecht ist sind wir froh die Gefahr erkannt zu haben. Da unsere Reflexe also meist positiv bestätigt werden indem einfach nichts passiert oder man vielleicht sogar ein Lächeln erntet oder einfach keine Gefahr vorliegt und wir uns sicher fühlen können, wird es für uns äußerst schwer diesen Drang abzulegen. 

 

Auch können wir damit Nähe zu anderen Menschen herstellen, der natürlich auch unangenehm werden kann wenn einem diese Nähe zu viel ist. In der Regel ist der direkte Blickkontakt zu anderen Menschen von der Gesellschaft meiner Meinung nach positiv belegt. Denn Menschen die Blickkontakt meiden werden negative Eigenschaften nachgesagt, derjenige ist unsicher, derjenige lügt vielleicht, hat kein Interesse, ....

Menschen die Blickkontakt halten wird jedoch Offenheit, Selbstbewusstsein, Ehrlichkeit, ... nachgesagt. Wenn also Blickkontakt tatsächlich negativ bestückt wäre, wären dann nicht die Vorurteile andere? Wie Menschen die Blickkontakte halten seien hinterlistig oder etwas in die Richtung? 

Natürlich kennt jeder diesen Moment wenn jemand den Blickkontakt zu lange hält oder schon starrt. Meist ist das jemand der eigentlich selbst unsicher ist, aber keinesfalls unsicher wirken möchte und somit versucht den Blick zu halten, dann jedoch wird es meist eine seltsame Situation. Das ist dann wieder etwas anderes, aber ist auch ein bekanntes Phänomen möchte ich meinen. 

 

Eine interessante Studie zum Thema Blickkontakt bei Menschen mit Angststörung: 

https://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/frontdoor/index/index/docId/2211

Falls diese Studie beim Menschen mit dem Hund übertragbar sein sollte, könnte es sein das die erwähnten Hunde im Thread unter anderem so extrem auf den Blickkontakt reagieren weil sie selbst wie die Angstpatienten wenig Kontrolle über ihre Augen haben. Sie fixieren also möglicherweise grimmige Gesichter und Augen sehr viel intensiver als "normale Menschen/Hunde" ohne die Angst vor Blicken.  Das war eines der Aspekte die ich so nicht erwartet habe, das Menschen die Angst vor Blickkontakten haben sehr viel mehr auf die Augen ihrer Mitmenschen achten und das auch nicht so gut  bewusst verringern können wie andere. Besonders bei negativen Situationen.

 

Für mich ist es daher immer sehr frustrierend wenn ich einem Hund nicht in die Augen sehen soll. Natürlich bemüht man sich, wenn ein besonderer Fall vorliegt. Trotzdem habe ich noch jedesmal geschaut. Gerade weil der Hund ein Lebewesen ist das einem ungeahnt immer wieder ins Blickfeld laufen kann oder der einen durch eigenes starren/Geräusche/Berührungen dazu bringen kann das Blickfeld zum Hund zu  bewegen. Mir fällt dann immer auf das ich die Augen angeschaut habe. Manchmal nehme ich auch erst über die Augen war, das dort ein Hund sitzt. Bei einer französischen Bulldogge mit großen braunen Augen ist mir erst der Kontrast zum Augapfel aufgefallen, und als ich hinsah erkannte ich den Hund. So schnell und unbewusst geht es aber nicht selten.

Deshalb denke ich auch die allermeisten Hunde sind daran gewöhnt das Menschen sich so benehmen. Wie sollte es anders sein, wo wir doch darauf getrichtert sind Augen wahrzunehmen und einzuschätzen. Natürlich gibt es Hunde die damit besser oder schlechter umgehen können, aber von "Hunden mit Angst vor Blickkontakt" auf den "Hund ohne besondere Angst vor Blickkontakt" zu schließen fällt mir einfach schwer. So ist meine Erfahrung im Alltag meistens nicht und ich achte da tatsächlich drauf. 

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gebemeinensenfdazu
vor 4 Stunden schrieb Michelle003:

Natürlich kennt jeder diesen Moment wenn jemand den Blickkontakt zu lange hält oder schon starrt. Meist ist das jemand der eigentlich selbst unsicher ist, aber keinesfalls unsicher wirken möchte und somit versucht den Blick zu halten, dann jedoch wird es meist eine seltsame Situation

Das Glotzen ist tatsächlich allermeistens negativ konnotiert. Was aber auch belästigt oder alarmiert, sind wiederholte kurze  Blicke  wollte ich noch ergänzen- so verstohlene- als würde man gerde verfolgt oder verfolgen.

 

vor 4 Stunden schrieb Michelle003:

Falls diese Studie beim Menschen mit dem Hund übertragbar sein sollte, könnte es sein das die erwähnten Hunde im Thread unter anderem so extrem auf den Blickkontakt reagieren weil sie selbst wie die Angstpatienten wenig Kontrolle über ihre Augen haben.

Ich würde meinen, daß das wenn nur begrenzt übertragbar ist. Bei den meisten Hunden weitaus mehr Informationsammlung über andere Sinnesorgane, vor allem die Nase. Das ist natürlich spekulativ, aber die Augen dienen bei meinem Hundaußer bei Menschen eher der Grobeinschätzung, wann bewegt sich wo etwas in welche Richtung.

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mimimi

Vielen Dank, @Michelle003! Das ist sehr interessant! :)

 

vor 45 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

Ich würde meinen, daß das wenn nur begrenzt übertragbar ist. Bei den meisten Hunden weitaus mehr Informationsammlung über andere Sinnesorgane, vor allem die Nase.

Naja, in vielen Dingen ist man ja schon d'raufgekommen, dass Hunde nicht so anders ticken wie Menschen. Und auch Menschen nehmen wesentlich mehr über die Nase wahr, als uns bewusst ist. Aber ich finde ja sowieso, dass man besser nicht immer alles so isoliert voneinander sieht, letztlich geht's ums Gesamte. 

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Hoellenhunde
vor 8 Stunden schrieb gebemeinensenfdazu:

Ich würde meinen, daß das wenn nur begrenzt übertragbar ist. Bei den meisten Hunden weitaus mehr Informationsammlung über andere Sinnesorgane, vor allem die Nase. Das ist natürlich spekulativ, aber die Augen dienen bei meinem Hundaußer bei Menschen eher der Grobeinschätzung, wann bewegt sich wo etwas in welche Richtung.

 

Ich glaube das auch, da Primaten primär visuelle Wesen sind und Hunde olfaktorische. 

 

Egal wie sehr sie sich uns "angeglichen" haben. 

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