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Kontextverständnis und Generalisierung

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Hunde lernen Kontextbezogen, aber inwieweit können sie das gelernte auch generalisieren ? Beispiele ausdrücklich gewünscht !

 

Hier ist es z.B so, daß Lotti als se mit 15 Wochen zu uns kam fremde Menschen - vor allem Männer extrem gruselig fand (Knurren, abschnappen), sie liess sich aber sehr leicht umstimmen, wenn man sich glaubhaft über die Person freute. 

 

So freute ich mich -nachdem Püps Paketboten eher zum Fressen gern hatte- besonders über den DHL Boten, der brachte ja dann auch die guten Zoo+ Pakete mit den dollen Sachen, gut für meine Glaubwürdigkeit :) DHL Bote= Jackpot. In Lottis kleiner Welt sind DHLBoten sowas wie wunderbare Weihnachtsmänner.

 

Nun waren wir vor einigen Wochen beim Tierneurologen, nach stressiger Autofahrt mit viel Gekotze und gefühlten 100 Litern Streessabber in neuer, fremder und eher blöder Umgebung ( weiße Kittel= BUH) - als ich im Eingangsbereich Papiere ausfülle kommt von mir ungesehen ein TNT Bote rein ( TNT = Orange/weiß, DHL ja Gelb/rot) Lotti zieht plötzlich hinter mir und freut sich sofort einen Ast und während sie die blöden Weißkittel hinter der Theke nochmal kurz mißtrauisch anwufft, begrüßt sie den Paketboten voller Freude. Ich gebe zu, ich war ein wenig Baff.

 

Haben eure Hunde euch auch mal so überrascht ?

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Vielleicht verknüpft sie einfach nicht die Farben, sondern die Pakete? Dann wäre egal, wie der Bote angezogen ist. 

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Bei uns hat das Kommando "Hiieerr" für Erstaunen meinerseits gesorgt. Das kannte er eigentlich nur vom Hundeplatz aus der Unterordnung, nur dort geübt und angewandt. Für "Privat" hatten wir ein anderes Kommando für den Rückruf, was aber noch nicht besonders gut befolgt wurde, ich wollte ja das Kommando für den Hundeplatz nicht "verbrennen".

 

Wir waren Fährten üben in unbekanntem Gelände. Ich war noch beim Leine sortieren, er saß neben mir und wartete auf den Einsatz. Plötzlich ein Hase in einiger Entfernung (den hatte natürlich mein Hund gesehen, bevor ich ihn sah). Ich konnte gar nicht so schnell gucken, wie mein Hund hinterher geflitzt ist und binnen Sekunden weit weg am Waldrand war. Oh Schreck, was nun? Immerhin war es das erste Mal, dass er raketenschnell weg war und eindeutig jagen wollte. Die anderen HH murmelten: "Verdammt, der ist weg! Das kann dauern ..." Probeweise "Hiieerr" - und mein Herr Hund kam tatsächlich angeflitzt und saß brav vor. Dafür gab es natürlich den Jackpot.

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Ich stolpere immer über dieses "Generalisieren". Wenn damit Übertragungsleistung gemeint ist, gibt es relativ viele Beispiele, So Sachen wie beim Abruf Abruf anderer Hunde zuerst bei dessen Halter ankommen- ganz besonders, wenn dessen Hund der Rückruf eher schwer fällt- eigentlich auch egal womit der Hund zurückgerufen wird: Sie will das Lob und den potentiellen Keks Abgreifen. (obwohl sie noch nie auf diese Weise einen gekriegt hat- aber die Chance einen auf die Weise zu klauen ist recht hoch).

 

Aber wirklich generailisiert anhand weniger Merkmale wird eher wenig- jedenfalls nach für mich überprüfbaren Kriterien- viel macht sie am Geruch fest.

Sie hat recht viele Muster, anhand derer sie überprüft. Die werden generalisiert abgecheckt könnte man sagen.

Also- sie hatte nie z.B. generaliert etwas gegen Männer oder Kinder oder so, wenn auch bei Kindern insgesamt kritischer bewertet wird- es kommt immer darauf an, was sie machen und in welchem Kontext- räumlich und handlungsabhängig.

Bemerkenswert finde ich ja solche Sachen wie daß sie einenb Unterschied macht zwischen Leuten, die ihre Angst wohlwollend überspielen wollen und welchen, die mit Abwehr reagieren würden. Das ist dann immer noch ganz anders als welche, die sie wirklich freudig begrüßen, aber es wird honoriert-sie verlangsamt dann (was nicht unbedingt ihr Stil ist) und zeigt sich freundlich interessiert.

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Im Radio gab's mal ne Werbung mit einem heißeren Mann, der seinen Hund laut krächzend in's Sitz rief (Ipalat Halspastillen). Da wir in Portugal meist Bremen 1 hören, hörte Emma auch diese Werbung mit dem Befehl. Anfangs schaute sie mich irritiert an, dann eines Tages begab sie sich ins Sitz, irgendwie wartend, was da wohl kommt :lol:

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Ah so etwas ist mir auch schon aufgefallen- daß sie Gesprächen lauscht und wenn man bemerkt oder erzählt "Ach da kommt blabla" guckt sie automatisch, ob da wer kommt.

Was mich auch erstaunt, ist dieses den Hund zum Abholen schicken- auch bei fermden Hunden, deren Name sie nicht größer kennt. Sie kennt "hol' das Spielzeug", Hol` den (Name eines beliebigen Hundes) haben wir so nicht geübt und kommt auch selten vor.

Wie als sich neulich so ein Dackelmix festgeschnuppert hat- wir sind ein paar Schritte nebeneinander gegangen. Halterin ruft seinen Namen- Hund kommt nicht.

Rückrufende Halter erkennt sie ja ziemlich schnell und versucht da zu glänzen, um was abzugreifen. Jedenfalls ging sie auf "Hol den ..." den Hund holen. Der kam kurz mit in die Richtung und blieb dann wieder hängen, woraufhin sie sich wieder schicken ließ, diesmal mit dem Hund.

Die Neigung die Gruppe zusammenhalten zu wollen kommt ihr dabei wahrscheinlich entgegen.:)

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Emma arbeitet ja 3x die Woche als Therapiehund in einer Praxis für traumatisierte Kinder. Was mir immer wieder auffällt, ist, dass sie auf erlernte Signalwörter in der Arbeit mit den Kindern hört und reagiert, aber nicht außerhalb. Sie scheint also die Signalwörter (sie sind natürlich in portugiesischer Sprache) räumlich und personal zuzuordnen/einzubinden. Außerhalb von Raum und Person reagiert sie nicht auf die Signalwörter. Sie reagiert allerdings auf körperliche Defizite: z.B. reagiert sie sehr stark auf Menschen im Rollstuhl -> sie geht ganz ruhig auf sie zu, legt ihren Kopf auf die Oberschenkel, nimmt Blickkontakt auf und lässt sich streicheln; oder wenn ein Mensch unkontrollierte körperliche Bewegungen zeigt, auch dann geht sie auf ihn zu (natürlich immer nur, wenn ich's zulasse) und sucht Körperkontakt. Sie kann gut unterscheiden, ob da jemand betrunken ist (den ignoriert sie) oder nicht. Einfach faszinierend, was Hunde alles können

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Finde ich super, daß ihr diese Arbeit macht ! Ich überlege auch ( nicht nur, weil ich selbst zwei behinderte Kinder habe, und nicht für Geld arbeiten muss) ob uns eine solche Aufgabe liegen würde, Lotti ist ja extrem Menschenbezogen und selbst behindert.

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      Hallo ihr, ich bin verblüfft Wie ich schon öfters schrieb, hat meine fast 3-jährige Hütegurke (Briard und Aussie) schon seit wir denken und kläffen können ein Problem mit großen fremden Hunden. Sie gerät in Attackemodus, flippt rum. Wir arbeiteten daran (und tun`s immer noch), seit etwa einem Jahr sind helle große fremde Hunde ok, aber dunkle noch nicht. Vor 10 Tagen etwa waren wir im Feld und trafen auf eine Frau mit 2 sehr freundlichen, jungen schwarzen großen Hunden, 1 und 2 Jahre alt.

      in Lernverhalten

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