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Hundeforum Der Hund
Micha1983

Hämolytische Anämie, Mastitis, Tod !

Empfohlene Beiträge

Liebe Hundefreunde(Innen), 

 

vor 2 Wochen habe ich meine über alles geliebte Hündin Linah (rund 10 Jahre) verloren. Seither geht es mir sehr schlecht und ich weiß oft nicht weiter, denn sie war mein Leben. Ich habe mich immer sehr um sie gekümmert und sehr viel Spaß mit ihr gehabt, sie war unglaublich lebensfroh... Dennoch denke ich, dass ich versagt habe. Zur Geschichte...

 

Anfang Juni bin ich in die Tierklinik gefahren aufgrund von Symptomen der Apathie, Nahrungsverweigerung, Erbrechen. Nach Ultraschall der inneren Organe und Röntgen des Thorax, was beides unauffällig gewesen war, wurde ein Bluttest/Blutausstrich gemacht. Der Hämatokrit Wert lag bei 17,5. Eine immunsuppressive Cortisontherapie wurde eingeleitet und nach drei Tagen eine Bluttransfusion, da ihr Wert binnen 2 Tage auf 13 fiel. Nach dieser stieg ihr Wert auf 24,27 und bis zuletzt 32. Die Tendenz war also sehr positiv. Die Nebenwirkungen der radikalen Therapie machten sich sehr schnell bemerkbar, insbesondere die Muskelschwäche. Zwei Tage nach der wunderbaren Nachricht über diese deutliche Steigung ihrer Werte, hatte sie plötzlich eine Beule im Bereich des Gesäuges, welches dann schnell fast die gesamte Milchleiste betraf, sie hatte außerdem Fieber. Es war Nacht und Wochenende. Die Klinik hat leider an den Wochenenden geschlossen. Am Folgetag bin ich zum Nottierarzt gefahren, welcher das Fieber senkte und Antibiotika verschrieben hat sowie ein Hormon zur Behandlung dieser "Scheinträchtigkeit" verschrieb. Zudem wurde Kühlung des Bereichs empfohlen. Wieder Zuhause angekommen legte ich sie hin und kühlte den Bereich, sie hatte kaum noch Kraft. Dennoch musste ich an der medikamentösen Therapie festhalten und habe ihr das Cortison sowie Hormon verabreicht, woraufhin sie sich mehrmals übergeben musste (was aber nicht ungewöhnlich ist, da es als Nebenwirkung bei der ersten Gabe des Hormons aufgeführt wurde). 

 

Die TA meinte ich sollte am nächsten, übernächsten Tag nochmal in die Klinik....ich dachte wir hätten die Zeit...leider verstarb sie in der Nacht an meiner Seite, und mit Schmerzen verbunden!!! 

Es kam so plötzlich. Nun mache ich mir starke Vorwürfe, dass ich mir keine zweite Meinung in der notärztlichen Versorgung (z.B. Klinik) abgeholt oder aber sie anderweitig eingewiesen habe !!! Ich dachte nicht, dass es um Leben und Tod geht! Ich war durch die ganzen TA Besuche nur noch fixiert auf den Hämatokrit Wert und hätte noch viele weitere Untersuchungen anregen sollen! Die Ursache blieb unklar, bis zum Schluss!!! 

 

Die kleine Maus wurde im Alter immer "verrückter" und war stets eigensinnig. Ich habe Angst, dass sie irgendwas gefressen hat...Sie hat dauernd irgendwo was gefunden, was sie sich nie wegnehmen lassen hat...so gierig die Kleine...Warum habe ich ihr keinen Maulkorb umgebunden?!? Ich habe versagt!!! Jede Minute denke ich an sie und mögliche Ursachen...war es doch ein Tumor?!? Vergiftung?!?! Organschaden?!? Das ist unaufhörlich und raubt mir jegliche Schlafgewohnheit und auch Lebenslust.....Danke für das Lesen, vielleicht mag ja jemand was schreiben...ich bin am Boden. 

 

 

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Mach dich nicht verrückt !

Ich kann dich gut verstehen, denn ich habe meinen 1.Hund ganz ähnlich plötzlich verloren.

Im Januar hiess es vom Tierarzt noch, er habe noch nie einen 10jährigen Hund in so guter Konstitution vor sich gehabt und an Ostern ist sie ihm innerhalb einer Woche quasi unter der Hand weggestorben. Auch da wurde nicht klar, was ihr wirklich gefehlt hat.

Nichts hat gepasst. Auch diverse Kollegen, die er in der Verzweiflung kontaktiert hat, hatten keine zündende Idee.

So was passiert nun mal von Zeit zu Zeit.

Klar hätte ich sie von  einer Klinik zur nächsten Karren können...

Und wenn das auch nix geholfen hätte ? Hätte sie nur noch mehr gelitten zwecks zusätzlichem Stress und Untersuchungen.

 

Mittlerweile weiss ich auch von zwei seeehr erfahrenen Hundehalterinnen, dass sie solche Fälle i.d.R. nicht mehr obduzieren lassen, da ihrer Erfahrung nach meist solch exotische und/oder schwerwiegende Befunde rauskommen, dass dem Hund ohnehin nicht hätte geholfen werden können.

 

Jeder Abschied ist furchtbar schwer, aber es ist nun mal auch immer klar, dass der neue Hund vor mir wird gehen müssen.

Es ist wichtig, diese Tatsache nicht völlig auszublenden.

Also Kopf hoch ! Eine gewisse Zeit der Trauer ist gut und richtig. Dann sollte der Blick aber wieder nach vorne gerichtet und überlegt werden, was einem gut tut...

 

Mir hilft zum Bsp. nach einem Hund Ausschau zu halten, der dringend Hilfe braucht und dessen Dasein ich verbessern kann.

Das ist aber höchst individuell und ich habe vollstes Verständnis für Leute, die sagen, diesen Schmerz wollen sie sich auf keinen Fall nochmal antun...

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@saicdi Danke für deine Worte.. ich bin mittlerweile der Meinung, dass ein einfaches Antibiotikum mit rechtzeitiger Gabe das tragische Ende hätte verhindern können. Auch das ist letztlich wiederum nur rein spekulativ. Über die unterschiedlichen Krankheitsbilder informiere ich mich bis heute, lese Dissertationen und sofort. Die Realisierung hat noch nicht stattgefunden, und wie Du es schreibst...habe ich die Tatsache der Sterblichkeit komplett ausgeblendet und will es einfach nicht wahrhaben. 

 

Und du hast ebenfalls Recht, das alle Hunde aus dem Tierschutz ein Recht auf ein würdevolles Leben haben müssen. Dieser Pflicht bin ich mir bewusst und werde auch mindestens ein Leben bald retten und schützen. Die Zeit rennt für jedes einzelne Individuum. Auf das ein neues Licht mein Leben erhält und ich ein Licht für dieses ermöglichen kann...Danke vielmals! 

 

In Gedenken an Linah, zu jeder Zeit an jedem Ort. 

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Das tut mir sehr, sehr leid für dich, da kommen einem ja schon beim Lesen die Tränen.

 

Ob ein Antibiotikum geholfen hätte? Ich glaube nicht. Oft sind gerade solche plötzlichen Erkrankungen, die sich so vielseitig äußern, so übel, da kann man einfach nichts mehr machen.  Ich kenne mehrere solcher Fälle wo dann plötzlich eins zum anderen kommt, immer noch was dazu und keine Therapie anschlägt.

 

Es ist unglaublich schwer solche Erlebnisse zu verarbeiten, die Vorwürfe bleiben lange.

Ich hoffe du hast bei dir jemanden zum reden.. eine Schulter zum ausweinen.

 

 

"Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man durch den Tod nicht verlieren"

 

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