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polar-chat.de  Der Hund
Wolkenbruch

Zwei und mehr Hunde

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vor 31 Minuten schrieb KleinEmma:

Generell stehe ich dem Trend zur Mehrhundhaltung sehr skeptisch gegenüber. Ich begegne einfach zu vielen Mehrhund-Haltern, die damit überhaupt nicht klar kommen.

 

 

Das ist in der Tat nicht zu unterschätzen. Es muss nicht immer gleich zu Extremen wie den "verklebten Pudelwellungen" kommen, aber die sind Symptome einer Modewelle, die einfach viele Leute doch überfordert. 

Meiner bescheidenen Meinung nach lassen sich zu viele Leute einfach von blumigen Darstellungen im Web blenden und inspirieren. Und sehen auch nicht ein, welche Kompetenzen es für eine funktionierende harmonische Mehrhundehaltung braucht. 

 

so weit

Maico

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Die Bereitschaft, sich mit dem einzelnen Hund zu beschäftigen sinkt meist auch mit der steigenden Anzahl der Hunde, was sehr schade ist.

 

Manchmal habe ich das Gefühl, es ist regelrecht Sport. Ein Mithalten. Ich 'kenne' Leute, da zieht alle ein bis zwei Jahre der neue Pokalabstauberwelpe ein, jedes Mal aus einer total vielversprechenden Zucht... Hund wird als absoluter Seelenhund beschrieben, man hört und liest nichts anderes mehr... Erfolge bleiben aus... liegt natürlich am Hund... also zieht ein neuer Welpe ein... es wiederholt sich immer wieder, und die älteren Hunde werden wenig oder gar nicht mehr erwähnt, wenn nicht gleich abgeschoben. Schon extrem, finde ich zumindest.

 

Oh Gott, und wenn ich erst an die ganzen Aussagen denke, dass man ja aversiv zu seinen Hunden sein müsse, denn man habe ja nun mal fünf an der Leine o.ä. ... 

 

Tut mir leid Wolkenbruch, da hab ich mich zu OT verleiten lassen. 

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vor 14 Stunden schrieb Wolkenbruch:

Hallo liebe Schwarmintelligenz :),

 

mich würde mal interessieren wie ihr zu eurem Zweit(oder auch Dritt- Viert-...)Hund gekommen seid.

Woran habt ihr das fest gemacht? (Also, z.B. wolltet ihr unbedingt einen Zweiten, dachtet ihr es wäre für euren Ersten von Vorteil...)

Worauf habt ihr besonders geachtet? (Z.B. Rasse, Sympathie)

Wie war der Altersunterschied zwischen Erst- und Mehrhund?

Findet ihr es, generell betrachtet, besser einen Welpen zu einem vorhandenen Hund zu setzen oder doch lieber ein älteres Tier?

Und wie seid ihr überhaupt auf die Idee gekommen? :)

 

Liebe Grüße,

 

ich hoffe auf viele Erfahrungswerte!

 

Ich hatte ganz zu Anfang, als ich 16, 17 war, zwei Hunde. Eine reichlich eigenbrödlerische Tibetterrier-Omi (die war schon alt, als ich sie "geerbt" habe) und dazu kam durch Zufall mein dicker Schnuffi als Welpe. Die beiden passten überhaupt nicht zusammen, es dauerte Monate, bis die Tibeterin sich halbwegs damit abgefunden hat, dass der kleene Idiot nun bei uns bleibt. Dann gab ihr das aber tatsächlich nochmal etwas auftrieb. Die hörte nicht für drei Cent auf mich oder irgendwen, machte einfach immer ihr Ding und man konnte froh sein, wenn man sie irgendwie wieder mit nach Hause bekommen hat. Als ich aber anfing, den kleinen auszubilden (denn der sollte keinesfalls so unkooperativ werden, wie die Tibet-Omi), wollte sie plötzlich mitmachen, konnte auf einmal alle möglichen Kommandos wieder, die irgendwo in ihrem schrägen Hirn vergraben waren und sie hat echt Gefallen an der Sache gefunden. Hatte zwar am nächsten Tag dann immer wieder alles vergessen, aber nunja..

Seitdem wollte ich immer wieder einen zweiten Hund, denn der dicke Schäferrotti war ein großer Fan von Gesellschaft. Leider wurde daraus nie so richtig was und als wir dann in eine WG zogen, wo es schon einen WG-Hund gab, passte es auch nur so mittelmäßig zwischen den beiden. Zwei wirtklich große, massige Rüden, die sich beide nicht die Butter vom Brot nehmen lassen, sind echt anstrengend zu managen. Beide für sich sind/waren super liebe Schnuffel, aber der eine gönnte dem anderen echt nix. Es ging, aber auch hier war der Altersunterschied wieder viel zu groß (9 Jahre). Ich musste ständig aufpassen, dass der hitzige Jungspund meinem inzwischen-Opi nicht aus Versehen irgendwas bricht. Also in dem Alter hätte mein dicker Rottipups auch keinen Zweithund mehr gebraucht. Es war aber so, wie es dann gekommen ist, aus verschiedenen doch noch die beste mögliche Lösung für uns. Die Alternativen waren alle schlechter.

Dann kam mein Puschelchen. Die Sibse, die ich so kenne, sind eigentlich alle sehr sozial und hocken am liebsten immer aufeinander (buchstäblich! - man kann die stapeln!!). Puschelchen aber war so ein Star, die war sich selbst genug und fand sich so toll, dass sie wirklich keinen anderen Hund dazu brauchte. Das war dann meine fixe Idee, als sich nach so vielen Jahren endlich die Möglichkeit ergab, einen zweiten dazu zu nehmen. Die Wahl war schnell getroffen, es gab ja noch genug erwachsene Verwandte vom Puschelchen und wir suchten uns die aus, die am besten passte. Fusselchen war immer voller Bewunderung für ihre große Schwester, was dem Puschelchen natürlich super gut gefiel. Eine zweite von ihrem Charakter hätte sie glaub ich nicht gut gefunden, aber so eine kleine Bewunderin, die man betüddeln kann und die einen dafür uneingeschränkt toll findet, war dann doch voll ihr Ding. Leider verließ uns das Superstar-Puschelchen viel zu früh und klein Fussel war ja noch nie in ihrem Leben ein Einzelhund. Das war wirklich nichts für sie. :(

Fusselchen kommt wirklich mit jedem Hund klar. Die geht jedem Stress aus dem Weg und ist seinfach rundherum nur lieb. Aber es ist nicht so, dass sie jeden anderen Hund auch so toll findet, dass sie ihn immer um sich haben muss. Sie war ja, wir Puschel auch, die ersten drei Jahre ihres Lebens mit ihrer Hundefamilie zusammen (Mutter und Schwestern). Mit allen aus der Familie versteht sie sich super und als wir z.B. ihre Verwandten in Norwegen besucht haben (u.a. ja eine Wurfschwester vom Puschelchen), war mein kleines Hasenfußfusselchen wie ausgewechselt. Alles super, alles easy, solang die bucklige Verwandtschaft dabei ist, muss man sich vor gar nichts gruseln. Es war also klar, dass wieder ein zweiter Hund  her muss und am besten ein verwandter. Und da Rüden ihr schnell auf die Nerven gehen, also eine Hündin. Nun ließ ich wochenlang meine Kontakte spielen, fragte hier und da, ob irgendwer weiß, ob es nicht noch eine Schwester oder Cousine von ihr gibt... aber nix zu machen. Ich hatte eine Wurfschwester vom Fusselchen im Auge, die hätte ich vielleicht "abwerben" können, aber das erschien mir dann doch irgendwie dem Hund gegenüber unfair, da sie bei einem Teil ihrer Familie untergebracht ist. Leider unter nicht so schönen Umständen, aber ich war mir nicht sicher, ob man der Schwester einen Gefallen damit tut, sie aus ihrem gewohnten Umfeld zu reißen, auch, wenn es nicht das beste ist. Also, da hier keine zu haben waren, wandte ich mich an die Amis. Da kenne ich seit Jahren einige Züchter, da ja die Eltern von meinen auch importiert sind. Die eine Züchterin sagte sofort, sie hat zwei Hunde, einen Rüden und eine Hündin, die sie abgeben will. Da der Rüde von vornherein ausfiel war die Sache dann schnell klar. Es soll die Hündin werden, noch dazu eine Cousine vom Fusselchen. Irgendwie wusste ich, dass das passt. :D Nun sind sie also wieder zwei aus der Sippe und ich glaube, das Fusselchen ist mit ihrer verrückten Ami-Cousine ganz glücklich. Sie kuscheln zusammen, Fussel zeigt ihr die Welt und seitdem mein kleiner Hasenfuß nun die "große" ist, ist sie fast wie ausgetauscht. Sie ist viel mutiger als je zuvor und die neue Verantwortung für die verpeilte kleine Cousine tut ihr sichtbar gut!

Ich hatte also nur einmal einen Welpen dazu. Sonst immer erwachsene vergesellschaftet. Es kommt da immer auf den Hund an, aber ich glaube, dass man allgemein ganz gut damit fährt, erwachsene Hunde dazu zu nehmen, weil man dann schon sieht, wo die Reise hingeht. Bei Welpen kann sich das noch ändern, je nachdem, wohin die sich entwickeln. Außerdem findet auch nicht jeder erwachsene Hund Welpen toll.

Am wichtigsten ist es, vorher abzuchecken, ob die Hunde sich wirklich mögen und zusammen passen. Ich hatte nun zwei mal Hunde, die nicht zusammen passten und es ist echt anstrengend! Für Hunde und Menschen gleichermaßen.

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Kann nicht mehr editieren: Im Fall von Chicci hab ich mich einfach drauf verlassen, dass Fusselchen auch mit all ihren anderen Verwandten klarkommt. Natürlich hab ich auch der Züchterin Fussel beschrieben und gesagt, was ich suche. Und sie hat mir auch viel über Chicci berichtet, so dass wir beide der Meinung waren, dass das gut passen kann. Ich kenne inzwischen wirklich viele Hunde aus diesen Linien (halt fast alle, die wir hier in Mitteleuropa haben, denn die gehen fast alle auf die paar Importe zurück, auf die auch meine zurückgehen). Die Linien, aus denen die sind, bringen einfach gewisse Eigenschaften mit und es hätte mich sehr gewundert, wenn ausgerechnet Chicci jetzt völlig aus der Art geschlagen wäre. Also hab ich es gewagt mit den beiden und die kleene ist auch im großen und ganzen so, wie ich es mir dachte. :)

 

Generell finde ich es aber viel besser und sinnvoller, wenn die Hunde sich vorher kennenlernen können und man schauen kann, wie es läuft!

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Ich sollte eigentlich nicht erzählen, wie ich hier Minyok eingegliedert habe... das sollte man wirklich nur mit sehr großem Ego tun. 

 

Minyok: "Boah, ey... ich bin da einfach rein, ne.. also so einfach rein in die Bude.. krassomat, Alder. Nobelschuppen, ne? Also so richtig fett, ne. Und die beiden Trullas, da, voll korrekt... Cheffe hatte sogar Brunzebäume in Töpfen....smilie_happy_316.gif.2f5c9a3f4cfba81a32cca8dd5da8facd.gif"

Tuuli: "Zum Fremdschämen! smilie_girl_166.gif.416ac92b8af254d8c175af06e26ae70d.gif"

 

so weit

Maico

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vor 1 Stunde schrieb mikesch0815:

Ich sollte eigentlich nicht erzählen, wie ich hier Minyok eingegliedert habe... das sollte man wirklich nur mit sehr großem Ego tun.


Bei Dir war es ja auch nicht die erste Vergesellschaftung und man gewinnt ja einfach Erfahrung dazu. ^^ Aber hätte es denn einen Backup-Plan gegeben, wenn die sich jetzt so gar nicht gemocht hätten? Ich hatte zum Glück einen. Hätten Fussel und Chicci sich unerwarteter Weise wirklich nicht leiden können, hätte das Gemüse woanders ein zu Hause bekommen und wäre selbstverständlich nicht zurückgeflogen. Hunde, die sich nicht leiden können, will ich nie wieder zusammen halten. Man tut keinem einen Gefallen, wenn man sie zwingt, zusammenzuleben.

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Backuppläne gab es bei Tuuli... weil ich die Vergesellschaftungen von Hündinnen deutlich heikler als von Rüden empfinde. Aber Snoti und Tuuli waren so dicke miteinander, das sie oft als Snotuuli bezeichnet werden konnten.

 

Bei Minyok war ich mir sehr sicher, das er perfekt dazu passt. Sein ausgezeichnetes Sozialverhalten überrascht mich immer wieder, er ist wirklich umwerfend. 

 

so weit

Maico

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Ich wollte einen Zweithund. Yoma war 1,5 Jahre und noch sehr an Hunden intreressiert, ich dachte, ich tue ihm was Gutes. Er kommt ja gut mit anderen Hunden aus - brauchen tut er sie nicht, auch wenn er die Pfleglinge immer gut angenommen hat. Erwachsen war er nicht und das war der größte "Fehler".

 

Yoma wäre lieber Einzelprinz gewesen. :(

 

Auch Akuma ist der geborene Einzelhund. Er ist ein paar Monate älter als Yoma. 

 

Yoma und Akuma kommen gut miteinander aus, sie haben oft auch engen körperlichen Kontakt, aber es hat doch auch gekracht zwischen ihnen. Solche Auseinandersetzungen sind selten geworden, sind oft auch Akumas Problemen geschuldet gewesen. 

Ich hatte auch die Pflegehunde integriert, es ging auch mit bis zu vier Hunden.  

 

Doch auch problemlosere Konstellationen wollte ich heutzutage nicht mehr. Ein Hund reicht mir, ich will nie wieder mehrere.

 

Denn am meisten genieße ich unsere Einzelrunden, und auch die Hunde lieben diese Qualitätszeit, obwohl gerade Akuma ein ausgeprägtes Zugehörigkeitsgefühl für seinen "inneren Kreis" hat...

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Geplant und bestellt über mehr als ein Jahr war nur der erste Hund, Effie, vom Züchter.

Sie war vier und hatte drei Welpen (im VDH) gehabt, von denen die Hündin, Oona,  nach einer Woche zurückkam. Wir haben sie behalten.

Effie war 15 und Oona 11, da wurde Effie krank und der TA meinte, da kann man nicht mehr viel machen. Sie hat sich allerdings nicht an diese Diagnose gehalten und noch munter 1 Jahr weiter gelebt, wenn auch blind, taub und zuzm Schluss dement.

Oona hatte dM.

Ich wollte keinen Zuchthund mehr, eher auch was erheblich kleineres und schaute nur mal so im Internet.

Ich fand Phoebe, sehr klein, verguckte mich und wir holten sie.

Anfänglich haben die beiden alten Damen sich null für den Winzwelpen interessiert. Als Effie dann starb, war Oona auch nicht mehr sehr mobil. Aber es war herzerwärmend, wie sie auf dem Teppich liegend mit dem kleinen Hund - nun 1 Jahr - gespielt hat. Es war fantastisch für beide und ich habe ihr das sehr gegönnt.

Als Phoebe zweieinhalb war, starb Oona. Blieb also nur sie über. So sollte es eigentlich auch bleiben.

Dann starb die Züchterin und wir übernahmen ganz kurzfristig Kissy, 7. Und niemand war mehr darüber erfreut als Phoebe, da 4,5. Sie hat animiert, gezeigt, vorgemacht und gekuschelt. Kissy kannte nichts und hat davon eindeutig profitiert, aber insgesamt hätte sie wohl auf den kleinen Hnd verzichten können.

Als Kissy 11 und Phoebe 7 war, entdeckte ich den Bruder von Phoebe bei der Organisation in der Vermittlung. Und schon waren es drei.

 

Ich kann mir für die Zukunft durchaus vorstellen, auf Dauer zwei kleine Hunde zu haben. Mit den Erfahrungen, die ich bis jetzt gemacht habe, glaube ich, dass alles möglich ist. Welpe zu altem Hund, alter Hund zu jungem Hund. es kam immer einfach so und es hat immer geklappt. Ich würde nehmen, was kommt. Und es kam immer eher mehr, als geplant.

Aber er sollte kleiner sein. Wenn möglich, Wenn nichts anderes plötzlich da steht. Und wenn ich nicht die Hunde der Söhne hüten muss. Und die werden gewiss nicht klein sein.

 

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Bei uns war das "umständehalber".

Kelvin kam im Juni 2016 mit einem Jahr aus Vietnam zu uns. Er war ein Geschenk von einer Freundin meiner Frau (die, man kann es sich evtl. denken, auch dort her stammt und 2015/16 2x für längere Zeit dort war). Da wir sowieso mit einem Hund geliebäugelt hatten, passte das gut. Das eine Jahr in VN hatte er bereits mit Kasi (und anderen Hunden + Katzen) zusammen gelebt. Kasi ist 4 Monate älter.

Letztes Jahr mussten Kasis bisherige Halter ihn abgeben, dabei kam er von einer klimatisierten Wohnung in eine nach ortsüblicherem Standard (Lochsteine in den Wänden, Fenster und Tür zum Hof immer offen -> Klima außen = Klima innen). Zugang zum Hof war ja prima, die Luftfeuchtigkeit im Sommer eher nicht, er bekam einen Hautpilz, musste komplett geschoren werden usw.. Eine Weitervermittlung mit dem Anspruch, wieder in eine klimatisierte Wohnung zu kommen, wäre trotz Stammbaum, Schleifchen und Pokalen schwierig geworden. Also haben wir Tollwutimpfung, Blutprobe usw. organisiert und ihn im Dezember zu uns geholt.

 

Kelvin war eher "spätpubertierend" und hat erst angefangen, nicht mehr alle Hodenträger zu mögen, als er schon ein paar Monate bei uns war (er ist von sich aus auf vollständige Rüden losgegangen, die tw. nicht mal in seiner Nähe waren –zwar ohne Beschädigungsabsicht aber mit Nachdruck, bis der andere gekuscht hat). D.h. wir wussten nicht, ob er Kasi eher als endlich wiedervereinten Bruder oder eierbehangenen Erzfeind sehen würde. Deshalb gab es 6 Wochen vorher einen Suprelorin-Chip (darüber hatten wir sowieso nachgedacht, nur wegen Zweithund hätten wir das nicht gemacht sondern nur das angedachte Ausweichquartier für Kasi als Notfallplan gehabt). Der Chip wäre wohl wegen Kasi auch nicht wirklich nötig gewesen, die Wiedersehensfreude gleich am Flughafen war so groß -nur für die ersten zwei Tage zu Hause war es wohl besser, da hat Kelvin etwas irritiert von der Seitenlinie beäugt, wie Kasi mit seiner selbstbewussten Art die Wohnung für sich entdeckt hat.

 

Soweit zur Vorgeschichte. Einen zweiten Hund hielt ich für Kelvin für eine gute Idee. Unterwegs immer einen Spielkameraden dabei, zu Hause Gesellschaft, wenn wir sie mal alleine lassen -soweit die Theorie. Und auf mehr Gelegenheiten zum Ableinen hatte ich gehofft, weil das in Anwesenheit ausreichend spannender Hunde immer ganz gut geklappt hat.

Den Zeitpunkt fand ich eigentlich nicht ganz optimal, insb. wäre ich vorher gerne mit Kelvin noch etwas weiter gewesen, was Hundebegegnungen an der Leine angeht. Das ist tatsächlich auch die größte Schwierigkeit in der Handhabung der beiden. Mit Kelvin kam man vorher zunehmend besser an anderen Hunden vorbei, allerdings nur mit Kommandos, von sich aus wollte er immer noch zu jedem hin.

Tja, und Kasi ist zwar die absolut erdbebenfeste Chillkröte in praktisch allen Situationen (außer wenn es Futter gibt), auch in Anwesenheit anderer Hunde. Aaaaber wenn er beim Spaziergang Hunde sieht, dann will er uuunbedingt hin und zwar sofort -und Kelvin will natürlich mit und jeder will der erste sein. Wenn man alleine mit den beiden unterwegs ist und andere Hunde überraschend auftauchen, ist das echt schwierig.

 

Was die Theorie mit der Gesellschaft zu Hause angeht: Naja, solange wir nicht beteiligt sind, haben die beiden kaum Kontakt zueinander. Kelvin bemüht sich da manchmal drum, aber meist nur, wenn gerade etwas Aufregung rein kommt (jemand kommt nach Hause, Vorbereitung zum Gassigehen…) Wenn sie mal alleine bleiben, merkt man hinterher aber schon, dass sie entspannter sind als ganz alleine. Wir haben sie dabei noch nie überwacht, aber ich bin mir sicher, dass sie so lange jeweils alleine in irgendeiner Ecke liegen. Aber zumindest ist der andere da. Wenn man mal mit einem alleine unterwegs ist, merkt man beim Heimkommen auch, dass sie sich vermisst haben.

Und der Spielkamerad für unterwegs? Naja, nach dem Ableinen jagen sie sich kurz ein wenig. Wenn Kelvin Glück hat, erbarmt sich Kasi auch zu einer kurzen Rauferei. Einer sehr kurzen. Das wird aber langsam mehr. Manchmal sogar zu Hause, so im Liegen ein bisschen gegenseitig den Hals durchkauen. Kelvin würde das am liebsten stundenlang machen, durchkauen, um Trophäen raufen... Tja, Pech, schult die Frustrationstoleranz (die bei uns aber eigentlich keine große Baustelle ist).

Aber sie kommen jetzt praktisch täglich von der Leine, diese Hoffnung hat sich also erfüllt. Kasi ist zwar eigentlich nicht spannend genug, um Kelvin von anderen Dummheiten abzuhalten, aber seit er da ist, ist Kelvin auch außerhalb der Wohnung für Leckerli empfänglich und damit endlich vernünftig belohnbar. Vorher konnte man die gleich zu Hause lassen und mit praxistauglichen Spielangeboten (durch Menschen) kann man ihn auch nicht aus der Reserve locken. Nur Lob ist ja schön und gut, wenn er mir sowieso gerade seine Aufmerksamkeit schenkt, aber bei einem sehr selbständigen Hund ist das unterwegs halt selten der Fall.

 

Wir haben uns also den Zweithund nicht wirklich ausgesucht. Die Sympathie musste eben passen (wie gesagt kannten sie sich ja schon).

Der Altersunterschied ist minimal, wobei Kasi durch seine Gleichgültigkeit Gelassenheit reifer wirkt. Ich glaube Kelvin hätte mit einem Welpen nicht viel anfangen können, ist evtl. das falsche Alter dafür (so wie bei jugendlichen Menschen: ganz süß sind sie ja, aber immer an der Backe haben? Lass mal…). Und ein Senior hätte natürlich zu einem so bewegungsfreudigen Hund auch nicht gepasst.

Das gilt natürlich auch für weniger aktive Rassen. Bei einem Mops oder Mastiff hätten wir die Übernahme halt gar nicht erst in Erwägung gezogen. Sicherlich können die Hunde untereinander auch glücklich werden, wenn sie so unterschiedlich sind. Aber die Halter eher nicht. Wenn man schon einen Hund hat, mit dem man 3..5h pro Tag rausgeht und das nicht gerade trödelig, dann kann man wohl keinen zweiten gebrauchen, der da nicht mitläuft.

 

Insgesamt ist das aber für uns alle eine Bereicherung. Für Kasi sowieso, uns machen die zwei sehr unterschiedlichen Charaktere einfach Spaß und wir genießen die Spaziergänge mit Freilauf –und Kelvin ist auch glücklich über seinen großen Bruder. Ein Kumpel, der mit seiner Art zu spielen kompatibler ist, wäre ihm sicherlich noch lieber, aber „besser als gar nichts“ ist es allemal…

 

Was ich bzgl. des Aufwands ja ehrlich gesagt unterschätzt habe, sind die ganzen alltäglichen Kleinigkeiten. Aufzäumen, ausziehen, trocken rubbeln, Pfoten putzen, Futter uznd Zusätze portionieren, … Bei einem Hund fallen einem diese Dinge kaum auf aber schon bei zweien merkt man, dass da in Summe doch einiges an Zeit für draufgeht.

Zu mehr als zwei hätte ich keine Lust. Hab‘ ja nur zwei Hände. Aber das liegt evtl. auch an unseren Hunden, insb. Kelvin bindet unterwegs doch einiges an Aufmerksamkeit und die Gassigänge kosten schon sehr viel Zeit, auch wenn wir das wochentags auf Herrchen und Frauchen aufteilen. Bei Hunden, die mit 3x 30min am Tag glücklich sind und zu Hause am liebsten gemeinsam aufs Sofa kuscheln kommen, sähe das vielleicht anders aus. Dann müsste ich aber sicher sein, dass die Hunde so super zusammenpassen, dass sie tatsächlich auch vom dritten, vierten, … profitieren. Der einzige andere für mich plausible Grund für mehr als zwei Hunde wäre die Aufnahme oder Pflege von nicht sofort vermittelbaren Tierschutzhunden –und für ein derartiges Hobby fehlen mir die Möglichkeiten.

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