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Hundeforum Der Hund
BVBTom

die eigene innere Einstellung - oder ist es einfach nur nonverbale Kommunikation?

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Man hört ja oft, hat der Mensch Angst, merkt das der Hund , sende ich Signale aus, wird der Hund evtl. wachsam, etc.

 

Nun würde ich es gerne intensivieren und wenn ihr Lust habt, eure Meinungen dazu kennen lernen.

 

Das ganze möchte ich gerne an ein paar Beispielen schildern.

 

Ich habe ganz bewusst recht früh mit meiner Hündin verschieden Gruppen besucht, Welpenkurs, Junghundegruppe, Rockergruppe, Apportier, Nasen, Reizangel und was auch immer sonst noch so. Es waren verschiedene Hundeschulen und Vereine, die ich auch schon länger kannte.

 

Nun gab es früh auch Übungen dazu, vorausschicken zum Napf, Dreieck Kombinationen, verstecken von Gegenständen und was auch immer.

 

Irgendwann stellte ich besusst fest, hmm, warum klappt das eine gut, das andere nicht, warum heute so, nächste Woche aber anders.

Schnell war klar, hatte ich einen bescheidenen Arbeitstag, klappte es nicht so toll, o.k. das kann ich noch gut verstehen, ich bin mit meinen Gedanken noch bei einem Jobproblem, bin nicht auf dem Hundeplatz, das merkt der Hund. Ich bin halt unaufmerksam. Auch ein Hund ist mal nicht so gut drauf oder aufmersam, kann ich auch gut nachvollziehen, ist auch völlig o.K. so.

 

Aber nun zur eigentlichen Frage!

 

Ich merkte auf dem Hundeplatz, dass irgendwelche Übungen zu machen waren, wo ich dachte, ist ja easy, machen wir mit links, da klappte es auch so,

gab es aber Übungen wo mir in den Sinn kam, ui, das ist aber schwierig, oder komplex, oder die Übung finde ich eigentlich blöd, klappte es auch nicht wirklich gut.

Ich achtete sehr auf mich selber. ich habe versucht nichts zu verändern, egal was kam, die Leine war an gleicher Position, es kam auch kein ohwei oder puh von mir, wo ich meinen Hund evtl. schon ein Signal gezeigt habe. So meine ich zumindest ;-)

 

Ich habe es ja nur gedacht! Aber der Hund hat es dennoch irgendwie bemerkt. Woran liegt es nun?

 

Als meine Hündin noch recht jung war, also wir noch recht viel auch geübt haben, war z.B. die Situationen auf der Strasse mit anderen Hunden so, ich muss dazu sagen, das es bei mir an Hauptstrasse hier keinen große Begrüßung oder gar spielen gibt mit anderen, habe ich dann gedacht, ein Hund, gehen wir dran vorbei oder wechsel ich die Strasse, lief es irgendwie nicht so rund, aber auch wenn ich ganz positiv gedacht habe, ich geh einfach rüber und einen Bogen, war es irgendwie merkwürdig, dachte ich aber gar nichts, bin entweder vorbei gegangen oder ging halt rüber, lief es immer perfekt.

 

Ich muss ja irgendetwas signalisieren, der Hund kann ja nun nicht meine Gedanken lesen , was ist es nun, irgendwelche unbewussten Signale die ich selber nicht merke, oder kann er doch meine Gedanken lesen ;-))

 

sorry, das es so lang geworden ist, könnte noch 10 Seiten weiter schreiben und viele Beispiele nennen...

 

Freue mich über eure Erfahrungen dazu.

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Wenn ich so lese, was du alles mit deinem Hund gemacht hast, welche Gruppen du besucht hast... für mich sieht das nach Stress aus. Meiner Emma wär' das viel zu viel und sie würde sich irgendwann verweigern oder blockieren. Ich übe mit Emma, indem ich sie überallhin mitnehme, sie ganz normal und weitgehend stressfrei mit den unterschiedlichsten Situationen konfrontiere und sicher merkt und reagiert sie, wenn ich gestresst bin. Emma reagiert dann so, dass sie besonders ruhig wird... was mein Stresslevel nicht immer herunterfährt :lol:Meine Signale sind meine Reaktionen in den entsprechenden Situationen und die kann sie sehr gut verstehen.

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@sibylle49 

 

Danke dir , aber das ist über fast 6 Jahre so verteilt und ich versichere dir, Stress hat meine Hündin nicht, aber ja, ganz ganz viel bei all diesen Gruppen war mit viel Ruhezeiten und Ruheübungen verknüpft, egal ob alleine oder in der Gruppe.

 

Was gibt es denn schöneres als wenn Hunde sich in der Gruppe verstehen, was lernen, toben können und zusammen mit 5-10 Hunden in der Gruppe dösen und mal nix tun ;-)

 

Ist aber nicht mein Thema hier.

 

PS.: Mein Hund ist fast immer in der Nähe, überall da wo es geht und sie kann sich hier frei bewegen, im Haus, Garten etc., und sie ruht, döst und schläft.... möchte einfach nur in der Nähe sein von uns. ich gehe halt einmal die Woche für eine Stunde in eine Gruppe, die wechselt aber auch immer mal, möchte gerne auch imemr mal eine Abwechslung, auch mit anderen Hunden

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Erstmal zum Thema "Mensch hat Angst vor Hunden". Emma lässt Menschen einfach links liegen. Sie läuft nicht zu denen hin und mag es auch nicht, von anderen, fremden Menschen (manchmal auch von bekannten Menschen) gestreichelt zu werden.

WENN sie zu einem Menschen rennt, dann sind es immer Menschen, die Angst vor Hunden haben. Sie begrüßt sie ganz freundlich und da sie von vielen Menschen als niedlich angesehen wird, trauen sich einige dann auch, sie zu streicheln. Und bei diesen Menschen lässt sie sich das gefallen, lehnt sich sogar an ihre Beine.

 

(Hinweis: Normalerweise leine ich Emma an, wenn ich sehe, dass ein Mensch Angst hat. Nicht nur, weil sie zu ihnen läuft, sondern vor allem, weil sich diese Menschen bei einem angeleinten Hund sicherer fühlen. Trotzdem passiert es ab und zu, dass Emma vor mir einen Menschen mit Angst wahrnimmt.)

 

Zu den anderen Situationen: ich glaube, das ist so ein Zusammenspiel von Stimmung vom Menschen, Stimmung vom Hund, nonverbale Kommunikation und Hundecharakter.

 

Manchmal lässt Emma sozusagen die Sau raus, wenn ich total müde durch die Gegend schlurfe. Und manchmal ist sie gerade dann sehr aufmerksam und bleibt direkt neben mir.

In vielen Situationen verstehen wir uns mittlerweile blind, d.h. ich muss nix sagen und sie versteht mich ohne Worte.

Manchmal finde ich einen Hund super nett und Emma reagiert auf ihn mit Angst oder Vorsicht. Und manchmal ist es umgekehrt: Sie findet einen Hund super nett, bei dem ich mir dachte, dass er eher unfreundlich ist. 

 

Emma ist von Tricks überhaupt nicht begeistert. Mir zuliebe macht sie das manchmal mit, so 2-3 Mal und dann lässt sie mich stehen :D Nu bin ich zwar auch kein Fan von Tricks, aber hier gabs mal so eine Challange. Es ging darum, - soweit ich  mich noch erinnere - dass der Hund auf ein Handzeichen hin um einen Strauch o.ä. gehen sollte. Das wollte ich unbedingt probieren. Hat Emma mitgemacht und wie immer ließ sie mich nach 2-3 Mal stehen. 

 

Bei anderen Dingen ist sie voll und ganz dabei. Emma und ich spielen sehr gerne das hier: Laaangsam schleichen, plötzlich stehenbleiben, die Gegend scannen, weiter schleichen uuuund losrennen, plötzlich stehenbleiben usw. 

Darin sieht sie scheinbar mehr Sinn als in Bällchen werfen, Pfote geben oder diversen anderen Sachen.

 

Und Kimba war es total egal, was ich gut oder ungut fand oder wie es mir ging. Sie machte immer ihr Dingen und entschied das für sich, nicht von meiner Einstellung, inneren Haltung abhängig.

 

Lucky dagegen war ein totaler Clown. Als wir ihn übernahmen, konnte er nichts. Also er kannte auch nichts. Aber er hatte gelernt; Pfote abwechseln geben. Das tat er sein Leben lang mit Leidenschaft...und bei allen Menschen.

Er konnte später auch "Mach fieses Gesicht" und "schäm dich". Bei solchen Tricks war er mit Feuereifer dabei. 

Nun ja, der Rückruf hat wesentlich länger gedauert. Darin sah er wohl nicht so sehr den Sinn. 

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Schönes Thema :) ich persönlich glaube, dass die eigene Stimmung sich auswirkt. 

 

Beispiel 1 In der Hundeschule: fast alles klappt dort schlechter als sonst. Ich denke, unter anderem weil ICH angespannter bin, ob das jetzt bei uns auch so gut klappt wie bei den anderen aber innerlich Zweifel habe aufgrund der gestellten Situation. Manche Dinge machen wir sonst auch nicht und sie sind neu für uns. Dazu kommt, dass ich manche Situationen anders löse als die Hundeschule und das die Trainerin manchmal etwas zu verwirren scheint, was wiederum mich und dann den Hund verwirrt :ph34r:

 

Beispiel 2 beim Freilauf, wenn mich jemand ohne Hund begleitet: es ist  grundsätzlich alles nervöser weil ICH angespannter bin aufgrund des Managements, Hund im Blick zu behalten und mit Mensch zu kommunizieren. 

 

 

 

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Sehr schönes Thema :)

 

"Ich habe es ja nur gedacht! Aber der Hund hat es dennoch irgendwie bemerkt. Woran liegt es nun?"

Ich denke das bildet sich aus einigen Sachen zusammen. Tonfall, Gestik / Mimik und Geruch, auch die inneren Körperfunktionen 'benehmen' sich anders in solchen Situationen.

Auch wenn wir uns zusammenreißen und unser Innerstes versuchen nicht nach außen zu kehren gelingt uns das nur bedingt. Für Fremde/Bekannte bist du dann immer noch der gut Gelaunte, nach dem Motto : Das wir schon klappen, Hunde sind jedoch feine Beobachter - klar sie haben ja auch was davon.

Wäre mal interessant einen Lügner (also Mindkünstler oder so) mit einem Hund zusammen zu sehen, die können Menschen ja imens gut täuschen.

 

Das schon mal kurz vorab, bin auf dem Sprung und berichte nachher mal von uns :)

 

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Tja, mein Großvater war ein Hundemensch durch und durch.

Und er hat mir vor über 50 Jahren gesagt, "du kannst Hunden alles Mögliche beibringen,

aber betuppen kannst Du sie nicht," und ich glaube ihm heute noch und 

übe einfach nichts mit meinem Hund, wenn ich einen schlechten Tag habe.

Nicht wenn es mir körperlich schlecht geht, und nicht, wenn ich meine, dass sich dunkle Wolken

über mir zusammenbrauen.

 

Bislang bin ich damit gut gefahren.

 

Ich meine Hunde lesen, wenn bei einem anderen Hund was nicht stimmt,

ebenso wenn ein Schaf kränkelt, natürlich lesen sie ihre Menschen ungleich besser,

als wir uns selbst.

 

Aber, selbstredend sind nicht alle Hunde gleich begabt.

 

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Am meisten beschäftigt mich persönlich dieses Thema beim Mantrailing ... manchmal scheint es ja wirklich als könne der Hund die Gedanken lesen:

wenn ich denke dass mein Hund auf dem Trail gerade falsch abgebogen ist, dann dreht dieser häufig auch prompt um ... ;)

(je schwerer der Trail - je unsicherer der Hund, desto stärker reagiert der Hund auf das hintere Ende der Leine ...)

 

Die unbewusste Beeinflussung des Hundeführers in Bezug auf die Leistung der Spürhunde ist  immer wieder Thema:

Z.B.:

https://www.welt.de/wissenschaft/article12423519/Herrchens-Kopf-leitet-Spuerhunde-auf-falsche-Faehrte.html

 

 

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vor 19 Minuten schrieb Schnüffelmaus:

manchmal scheint es ja wirklich als könne der Hund die Gedanken lesen

 

Davon bin ich überzeugt!

Wenn ich zB mit Tschuli auf dem Sofa sitze, lese ein Buch, und denke so für mich: nachher mach ich ihr noch die Kletten raus... zack, steht sie auf und verschwindet aus dem Zimmer. Dabei hab ich nicht zu ihr hingesehen und mich keinen Millimeter bewegt, nur dieser Gedanke, Kletten, Hund weg.

Inzwischen find ich es normal, wahrscheinlich riechen sie menschliche Gedanken :D 

Ich denke also nur noch nette Sachen, wenn sie bei mir liegt, dann bleibt sie auch.

 

Es gab mal eine Studie, da wurde die Abluft eines Kinosaales untersucht. Man konnte dann verschiedene chemische Stoffe aus dem Atem /Körperausdünstungen bestimmten Emotionen zuordnen.

Wenn das schon funktioniert, wie genau müssen dann Hunde unsere Stimmungen riechen lernen können?

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vor 2 Stunden schrieb Wolkenbruch:

Ich denke das bildet sich aus einigen Sachen zusammen. Tonfall, Gestik / Mimik und Geruch, auch die inneren Körperfunktionen 'benehmen' sich anders in solchen Situationen.

 

nur zur Sicherheit, ich rede hier nur von innerer Einstellung und den Gedanken dazu.

 

keine verbale Kommunikation, keine Handzeichen, keine erkennbare Mimik, aber ich glaube hier ist ein Ansatz, ich denke ich mache nix, werde aber bestimmt doch was ganz minimales signalisieren, etc, irgednwie nur das Gedachte ;-), klingt irgendwie komisch glaube ich, oder ;-) ?

 

Innere Körperfunktion, evtl. doch bei einer schweren Aufgabe veränderter Puls? Das kann gut sein, ist aber eher meine Theorie, nicht Wissen.

 

Und es geschieht ja immer innerhalb von wenigen Sekunden oder Bruchteilen davon.

 

Schon mal Danke für die schönen Kommentare. Freue mich auf weitere, werde auch noch ein paar Beispiele dafür einstellen.

 

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