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Hundeforum Der Hund
Theolicious

großer Rüde schüttelt kleinen Rüden

Empfohlene Beiträge

Hey Ho!

 

Ich bin neu hier und habe da mal eine Frage, die mich beschäftigt.

Mein Hund (Mischling Bernersenne und weißer Schäferhund) ist ein großartiger Typ, gut sozialisiert, hat Menschen schon von ihrer Hundeangst befreit und meistens keine Lust auf Stress. 
Meistens.

Manchmal passiert dann da doch der ein oder andere Machtkampf mit unkastrierten Rüden oder einfach aus einem Revierverhalten heraus. Das habe ich trotz seiner Größe gut im Griff. 
Ich kenne die Körpersprache, kann denke ich gut die Hundekommunikation untereinander interpretieren und eigentlich ist alles gut. 

Eigentlich. 

Letztens kam es zu einer Situation, die mir dann doch Sorgen bereitet hat. 
Wir waren im Schwarzwald in einem kleinen Hotel auf einem Berg, um bei einer Hochzeit dabei zu sein. Es waren noch keine Gäste da, eine gewisse Anspannung lag in der Luft, weil alles noch aufgebaut, organisiert werden musste. Der kleine Hund der Hotel-Besitzerin war auch da und ich halt mit meinem Hund. Mein Hund zeigte zunächst einmal keine Anzeichen davon, dass er gestresst von dem kleinen Tier war, hat ihn beschnüffelt und ist weg gegangen.
Beim zweiten Kontakt mit diesem Hund sah die Situation anders aus: Mein Hund hat dem Kleinen eindeutig gezeigt, dass er keine Lust auf ihn hat. Typische starre Körperhaltung, Zähne zeigen etc.
Der kleine Hund hat ihn scheinbar nicht verstanden und ging nicht weg von seinem Hintern, lief hinter ihm her. Ich habe das natürlich beobachtet und habe meinen Hund zu mir gerufen, er kam auch, aber einen kurzen Augenblick später, ich hatte noch keine Chance ihn vorher zu packen, hatte mein Hund diesen kleinen Hund schon im Nacken gepackt und schüttelte ihn wie sein Kuscheltier. Wir haben sofort zu zweit eingegriffen, ich habe mich auf meinen Hund drauf gesetzt und er ließ den Kleinen auch sofort wieder los, aber der Schock über so ein Verhalten war groß. 
Sowas habe ich in sechs Jahren mit diesem Hund nicht erlebt. Ich weiß, dass er manchmal Aggression zeigt, aber nicht so und vor allem eigentlich nicht fernab seiner Heimat. 
Die Größenverhältnisse haben natürlich auch dazu beigetragen, dass es böse aussah. Ich denke der kleine Hund war in etwa so groß wie Kopf und Hals von meinem. 
Was ich erstaunlich fand: Der kleine Hund hatte nicht mal Macken in seinem Nacken. Er hatte nur etwas Blut am Mund, weil er sich wohl auf die Zunge oder Lippe gebissen hatte bei der Aktion. 

Nun zu meinen Fragen: Ist das ein Verhalten, das "normal" sein kann? Ist dieses im "Nacken packen und schütteln" immer mit Tötungsabsicht verbunden oder kann das in diesem Augenblick "erzieherisch" gemeint gewesen sein? 
Ich bin seitdem noch vorsichtiger geworden, würde aber eigentlich behaupten, dass ich schon immer äußerst bedacht an alle Hundekontakte rangehe. Und trotzdem ist sowas passiert. 
Wie wäre eure Einschätzung zu dieser Geschichte? 

Vielen Dank und liebste Grüße aus Berlin :)  

 

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Ich hatte mit meinem Rüden vor einiger Zeit ein ähnliches Erlebnis....Größenverhältnis ungefähr wie in deiner Geschichte. In unserer Nachbarschaft lebt eine Havaneser/Bolonka-Hündin, die schon immer ein sehr provokantes und selbstbewusstes Auftreten zeigt. Schon oft sind wir uns beim Gassigehen morgens begegnet und mein Hund hat schon immer auf sie reagiert.

 

Eines Tages war es dann leider so, dass ich noch in der Hofeinfahrt war und grad die Leine nicht ganz so fest gehalten hatte und genau in dem Moment kommt diese Hündin vorbei. Er ist sofort auf sie losgestürmt, allerdings nicht frontal, sondern umkreisend. Hat sie angebellt und geschnappt. Das Frauchen hat wie am Spieß geschrien und kurz bevor ich bei ihnen war (ich hatte noch meine Hündin an der Leine und konnte daher nicht einfach so hinsprinten) hat der Rüde die kleine Hündin auch im Nacken gepackt. Ich dachte noch, jetzt ist es vorbei mit ihr, aber sie hat aufgejault und er hat sie sofort fallen lassen. Hat auch nicht nachgefasst oder so. Ich hatte eher den Eindruck, dass er selber erschrocken darüber war, dass er ihr wehgetan hatte.....eine Beschädigungsabsicht oder gar Tötungsabsicht schließe ich aus, denn dann hätte er nicht sofort losgelassen. Er war danach auch vollkommen ruhig, ich konnte ihn am Halsband nehmen und ablegen. Hab dann natürlich sofort zur Besitzerin gesagt, sie soll den Hund anschauen und abtasten und zum Tierarzt bringen, was sie dann auch getan hat. Außer einer kleinen Prellung konnte der aber nix feststellen.

 

Es gab keine inneren Verletzungen und es ist auch äußerlich kein Tropfen Blut geflossen.

 

Ich bin seit diesem Vorfall auch vorsichtiger geworden, versuche aber andererseits immer noch mit ihm zu trainieren, dass er nicht jeden anderen Hund angehen muss. Allerdings habe ich erst gestern wieder festgestellt, dass oftmals auch kleine Hunde dazu neigen, die Individualdistanz zu einem fremden Hund massiv zu unterschreiten, mit Gebelle und Starren zu provozieren. Eigentlich reagiert der andere Hund dann, wenn er schnappt, aus hündischer Sicht erzieherisch. Schaut aber natürlich grad bei großen Hunden, die dann auf einmal so einen kleinen quer vor der Schnauze hängen haben, sehr gruselig aus.

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@Theolicious Für mich hört sich das nach Beutefangverhalten an und das ist tatsächlich äußerst gefährlich.
Dieses Packen und Schütteln der "Beute" ist die letzte Sequenz in der Kette des Jagdverhaltens und es steht tatsächlich eine Tötungsabsicht dahinter.
Beutefangverhalten wird häufig sogar ohne jede Form von Aggression gezeigt.

Ich würde Dir raten, wenn machbar, mit einem Trainer an der Akzeptanz Deines Hundes zu kleinen Rassen zu arbeiten, wenn Dir das möglich ist, sonst bleibt nur Sicherung Deines Hundes über Maulkorb und/oder Leine im Kontakt zu kleinen Hunden.
Gut, dass dem Kleinen nichts passiert ist, da habt ihr echt Glück gehabt. ;)

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Ich denke, große Hunde schütteln auch große Hunde, man sieht es nur nicht, weil mehr Gegengewicht  da ist. 

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vor einer Stunde schrieb Estray:

Ich denke, große Hunde schütteln auch große Hunde, man sieht es nur nicht, weil mehr Gegengewicht  da ist. 

Ja da hast schon recht. Allein wenn ich mir meine beiden Hunde beim Spielen anschaue, sieht man schon, wie mal an dem einen wild rumgezerrt und geschüttelt wird und dann wieder am anderen.

 

Bei nem kleinen Hund wirkt das natürlich sehr viel extremer.

 

 

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also wenn mein Schäferhund an der deutlich kleineren Lucie Schütteln würde....

 

Beide "kämpfen "auch spielerisch miteinander , nach Schäferhundart, da kommt heufig der Nackengriff von Ramse.

Aber absolut ohne Schütteln.

 

Sollte das mal einsetzen, wäre es ein Abgabegrund für Ramse.

 

 

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vor 4 Stunden schrieb benno0815:

@Theolicious Für mich hört sich das nach Beutefangverhalten an und das ist tatsächlich äußerst gefährlich.
Dieses Packen und Schütteln der "Beute" ist die letzte Sequenz in der Kette des Jagdverhaltens und es steht tatsächlich eine Tötungsabsicht dahinter.
Beutefangverhalten wird häufig sogar ohne jede Form von Aggression gezeigt.

 

Soviel ich weiß, "soll" mit dem Schütteln der kleinen Beute das Genick oder Rückgrat gebrochen werden, jedenfalls ist das der Effekt am Ende.

 

Ich habe das Schütteln aber auch bei Auseinandersetzungen zwischen Hunden gesehen, wenn es ernst gemeint war (mein Junghund lernte einen anderen im Freilauf kennen, das Spielen schlug ins Ernste um und die ältere Hündin packte ihr ins Gesicht und schüttelte). Ob manche Hunde da auch mal was durcheinander bringen, weil nicht gelernt oder zu aufgeregt, falsch getriggert, und dann verwenden sie versehentlich Sequenzen aus der Jagd/Töten, obwohl sie in der Situation nur den lästigen kleinen Hund maßregeln wollten?

 

Dass kleine oder auch größere Hunde im Extremfall gar nicht als Hund eingeordnet werden, habe ich auch mal gehört. Erklärung war: die "Beute" war schlecht sozialisiert und roch nach Parfum. (Da ging es um mehrere ganz normale Begleithunde im Freilauf auf der Hundewiese oder sowas, die einen kleinen Hund umringt und getötet hatten.) Ist bei der TE wohl nicht der Fall gewesen nach dem ersten Kennenlernen.

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Nein, Schütteln muss nicht immer Tötungsabsicht bedeuten und es ist auch nicht ausschließlich im Jagdverhalten anzusiedeln.

Das gibt es auch im Sozialverhalten.

Und es muss auch keine Eskalation einer Auseinandersetzung bedeuten, sondern kann ganz normal im Rahmen dieser gezeigt werden. Die Größenverhältnisse sind es dann, die es schlimm werden lassen könnten.

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vor 2 Stunden schrieb Tyrshand:

Und es muss auch keine Eskalation einer Auseinandersetzung bedeuten, sondern kann ganz normal im Rahmen dieser gezeigt werden. Die Größenverhältnisse sind es dann, die es schlimm werden lassen könnten.

 

Weswegen ich für eine Mindestgröße für Hunderassen bin, auch wenn es sehr unwahrscheinlich ist, daß das jemals Realität wird. Für die Hunde wär's in solchen Situationen besser und weniger risikoreich.

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vor einer Stunde schrieb Zurimor:

 

Weswegen ich für eine Mindestgröße für Hunderassen bin, auch wenn es sehr unwahrscheinlich ist, daß das jemals Realität wird. Für die Hunde wär's in solchen Situationen besser und weniger risikoreich.

 

Hm und dann aber auch Maximalgröße?

Wenn mein 15 kg Shiba von einer Dogge geschüttelt wird ist das auch nicht besser als wenn ein Schäferhund einen Dackel schüttelt 😮

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