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Hundeforum Der Hund
Estray

Antibellhalsband

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Immer wieder werde ich, zum Glück nur auf Facebook, damit konfrontiert, dass Hundehalter Antibellhalsbänder benutzen. 

Diese Halsbänder haben einen Sensor oder ein Mikrophon an der Kehle des Hundes und spritzen ihm Wasser ins Gesicht, wenn er laute Geräusche macht.

Die Halsbänder lösen teilweise auch aus, wenn eine Erschütterung den Sensor aktiviert, wie ein Sprung vom Sofa. 

Sie unterscheiden nicht, ob der Hund bellt oder Hustet. 

Für viele Hundehalter scheint das eine praktische Lösung zu sein, die sehr leichtfertig ausprobiert wird.

Für mich sind die Halsbänder etwa so wirkungsvoll, wie eine Wäscheklammer auf der Nase bei Schnupfen. Sie unterdrücken das Symptom zeitweise und lassen dieUrsache unbeeinflusst.

Mittels dieser Halsbänder kann man die Lautäußerungen unterdrücken, das Verhalten und die Gefühle des Hundes bleiben gleich. 

Der Hund lernt dadurch nicht entspannt alleine zu bleiben oder Besucher in Ordnung zu finden, der Hund lernt nur, dass es unangenehm wird, wenn er bellt. 

Natürlich führt die Angst vor dem nächsten Wasserspritzen zu zusätzlichem Stress und macht die Hunde sehr unsicher. 

Spricht man die Halter darauf an, merkt man, dass ihnen nicht bewusst ist, dass das eben nicht nur ein paar Wasserspitzer sind. Überhaupt wird Wasserspritzen immer als ganz harmlos angesehen von vielen und leider ja auch regelmäßig im TV propagiert. 

Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass solche Methoden der falsche Ansatz sind und mehr schaden als sie nutzen. Ich kann nicht verstehen, dass man sich auf dieser Verhaltensebene aufhält, statt mehr in die Tiefe zu gehen und den Hund als fühlendes, facettenreiches Lebewesen anzusehen. Hunde bellen nicht, weil sie die Weltherrschaft wollen, sondern weil sie besorgt und aufgeregt sind. 

Da hier viele Hundehalter mitlesen, hoffe ich, dass vielleicht ein paar Menschen davon absehen, ihren Hunden sowas anzutun und stattdessen besser die Emotionen ihrer Hunde unter die Lupe nehmen und ihnen mittels Training helfen, sich mehr zu entspannen.

 

 

 

 

 

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Ich sehe das inzwischen auch so, leider war das anfangs anders...

Weil man falsche Tipps bekommt, falschen Leuten in der Hinsicht vertraut. Das geht so schnell, gerade wenn man keine Erfahrung hat und dir sowas erstmal "jeder" rät, der Hunde hat. Dann macht man das auch. Was eigentlich doof ist...

Aber es dauert seine Zeit, bis man es besser weiß, z.B., weil man sich hier angemeldet hat.

Nur... wenn man dann umdenkt ist es ja gut :)

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Der Vorteil bei Anti-Bell-Halsbändern liegt zum einen darin, dass man ja praktischerweise nicht mehr selber erziehen braucht, andererseits aber auch darin, dass sie eben auch wirken, wenn man selber nicht zu Hause ist. 

 

Meiner Erfahrung nach werden diese Dinger vor allem von Leuten benutzt, die sich eh nicht großartig um die Hunde kümmern, bzw. Bellen an sich ja bei einem Hund gar nicht verkehrt finden. Im Gegenteil, es sind dann meistens die bösen Nachbarn die sich über das Gebelle echauffieren....dabei passt der Hund ( in Ermangelung anderer Aufgaben) ja nur gut auf.  Erzieherische Selbstversuche ( ich habe hier gerade solche beispielhaften Nachbarn) beschränken sich auf " Halt die Schnauze du Mistvieh"....sehr zielführend.....

 

Meiner Meinung nach liegt das Problem schon darin, dass viele Leute sich einen Hund anschaffen, damit der aufpasst und bellt.  Das da Anschlagen beim Betreten der Wohnung oder beim Klingeln schnell zum sich immer weiter ausweitendem Selbstläufer werden kann, wird dabei überhaupt nicht in Erwägung gezogen. 

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Ich hab so ein Antibellhalsband leider auch einmal ausprobiert. 

Es ist schon 20 Jahre her. Damals hatte in eine sehr Hündin, die leider sehr viel bellte.

Ich hab also so ein Ding gekauft und es meiner Hündin umgeschnallt.

Im Garten hat es nicht lange gedauert und sie bellte, aber nur ein mal, dann war sofort Ruhe.

Ich ging zur Terrassentür und sah meinen Hund, wie sie zitternd auf dem Bauch robbend zu mir kam.

Der Anblick war so schlimm für mich, dass das Ding sofort in den Müll wanderte und ich seitdem Jedem davon abrate so ein Ding zu benutzen.

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Was viele dabei auch nicht bedenken: die Dinger sprühen nicht nur, sie zischen dabei auch. Und das ist für viele Hunde deutlich schlimmer als der Sprühstoß.

 

Als es in einem anderen Forum mal um die Frage ging, ob ein Sprühhalsband mit Fernbedienung (also nicht als Anti-Bell-Maßnahme) eine Lösung wäre, hatte ich zunächst auch gedacht, dass das für den gelegentlichen Gebrauch als "Telefonklingel", wenn der Hund gar nicht mehr ansprechbar ist, ja zumindest kein großes Problem darstellen dürfte -vorausgesetzt es würde nicht systematisch in immer wiederkehrenden Situationen verwendet. Ein Schreck an sich ist für die meisten Hunde ja erstmal kein traumatisches Erlebnis, schließlich erschrecken Hund wie Mensch ständig wegen irgendwas, das ist ein ganz natürlicher Vorgang.

Aber mit dem Wissen, dass der Sprühstoß mit einem fiesen Zischgeräusch direkt am Ohr einhergeht, sieht das gleich ganz anders aus. Damit ist es eben kein harmloser Schreck mehr sondern gehört schon fast in die Kategorie "Weidezaun".

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vor 6 Stunden schrieb Estray:

statt mehr in die Tiefe zu gehen und den Hund als fühlendes, facettenreiches Lebewesen anzusehen. 

 

Genau hier liegt m.E. der große Knackpunkt!

 

Würden sich Hundehalter einfach mal dazu herablassen, Hunde als fühlendes Lebewesen zu erkennen und würden sie mal versuchen - als selbst fühlendes Lebewesen - sich in die Lage ihres Hundes zu versetzen, wären schlagartig 3/4 aller typischen "Probleme" erkannt und mindestens die Hälfte davon ohne weiteres lösbar. 

 

Wer will schon einen Wasserstrahl ins Gesicht bekommen, nur weil er Niesen muss oder weil er was zu sagen hat oder weil er schlicht und einfach Angst hat?

 

 

 

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In der Gruppe von Ömchens Tierheim werden die oft bei Problemen mit dem Alleinebleiben empfohlen😔 Da fehlt dann aber auch jegliche Diskussionsgrundlage gegen aversive Methoden...

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vor 12 Stunden schrieb Maddy:

In der Gruppe von Ömchens Tierheim werden die oft bei Problemen mit dem Alleinebleiben empfohlen😔 Da fehlt dann aber auch jegliche Diskussionsgrundlage gegen aversive Methoden...

In einer Tierheimgruppe könnte ich mir vorstellen, das da eher die Angst vorherrscht, dass Hunde die beim Alleinesein bellen, schnell wieder zurück kommen. 

Vermutlich einer der Gründe, warum Tierheime immer sehr viel wert drauf legen, dass die Tiere möglichst wenig alleine sind. 

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