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Hundeforum Der Hund
Ganyala

Hund als Notfall in Pflege

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Hallo zusammen,

 

ich bin ganz neu hier und wende mich einfach schon einmal vorab an euch um mir Ratschläge und Tipps zu holen.

Unser Nachbar ist in eine Notsituation geraten und kann jetzt sein 9 Monate altes Boxermädchen für ein paar Monate nicht bei sich haben. Die Gründe sind total nebensächlich und werde ich daher nicht näher erläutern.

Fakt ist das wir jetzt erst einmal morgen seinen Hund zur Eingewöhnung bekommen da wir zwei 14 jährige Katzen haben die bisher die Herren im Haus waren, aber auch sehr schreckhaft was Hunde angeht da sie oft gejagt wurden.

Dieser Hund ist mit 2 Katzen aufgewachsen, aber ist trotzdem stark an ihnen interessiert. Jetzt müssen wir am WE gucken ob es überhaupt machbar ist oder ob das eine zu große Belastung für die Tiere (sowohl die Katzen als auch der Hund) wird oder ob sich ein zusammenleben durchaus realisieren lässt.

Gesetzt dem Fall das es mit den Katzen klappt wird der Hund wohl ca. 6 Monate bei uns als Familienmitglied leben.

 

Jetzt sind es ja unsere Nachbarn die aber ein wenig verschlossen und schüchtern sind, sprich man hat sie nie so richtig kennengelernt. Wir sehen uns, grüßen uns und wenn einer Hilfe braucht dann hilft man sich (Landleben halt, so wie es sein sollte).

Gestern habe ich den Hund also das erste mal richtig kennengelernt als sie für eine Stunde mit Hund bei uns zu besuch waren. Vorher wusste ich nichts über den Erziehungszustand und wie er so in seiner Familie lebt.

Die Schwester von dem Boxermädel lebt im selben Haus bei den Vermietern unserer Nachbarn. Sie sind auch die Besitzer der Elterntiere. Das nur einfach als Infos nebenbei.

Die Schwester kennen wir auch nicht so richtig aber schon etwas näher als diese kleine Fellnase jetzt. Und sie ist vom Wesen her viel ruhiger und ausgeglichener als das Mädchen das wir dann in Pflege nehmen.

 

Mein erster Eindruck, ohne den Nachbarn Vorwürfe zu machen oder über sie urteilen zu wollen ist, das sie so gar nicht erzogen ist. Sie ist wahnsinnig aufgeregt und kommt überhaupt nicht zur Ruhe. Für mich macht sie den Eindruck als hätte sie einfach zu viel Power die nicht rausgelassen werden kann. Sie wohnen in einer nicht sehr großen Wohnung. Bis vor kurzem noch mit 2 Katzen dabei die jetzt aber auch abgegeben wurden aufgrund der Notlage (kein Tierheim sondern privat das es ihnen gut geht)

Sie gehen wohl nur einmal am Abend kurz mit ihr spazieren, die restliche Zeit ist sie mit ihnen in der Wohnung, oder sie kann im offenen Garten mit Feld laufen. Oder mit ihrer Schwester und Mutter und Vatertier spielen und toben. Aber das sind auch immer nur ein paar Minuten und dann geht es wieder rein.

 

Wie gut die Grundausbildung ist kann ich nicht beurteilen. Sie ist wohl Stubenrein und beherrscht die Grundkommandos. Da sie aber gestern so aufgeregt war konnte man das nicht wirklich erkennen das sie die Kommandos verinnerlicht hat. Natürlich ist sie noch jung und sie muss das bestimmt auch noch lernen und vertiefen, aber da fehlt mir dann die Ahnung ab welchem Alter Sitz, Platz und bleibt gut klappen sollten.

 

Sie kann wohl, laut Aussage gut 3-6 Stunden alleine bleiben (was bei uns aber nicht müsste da ich nur 2 mal die Woche arbeite und sie in der Zeit beim Nachbarn wäre mit den 3 anderen Boxern), aber mal 30-45 Minuten fürs Einkaufen fahren oder so wäre natürlich schon klasse wenn das wirklich klappt, denn den Hund immer überall mit hinschleppen und ihn dann im Auto rumhocken lassen finde ich quatsch. Da kann sie lieber gemütlich zu Hause liegen und sich frei bewegen.

Wobei frei bewegen wohl auch anstrengend wird weil sie wohl an alles dran geht. Man muss die Tische abräumen, Stromkabel verstecken und alles was nicht kaputt gehen darf zur Seite räumen damit man keine böse Überraschung hat.

Ich habe nur Erfahrungen aus meiner Kindheit mit unserem Hovawart und da wurde nichts kaputt gemacht oder vom Tisch genommen oder so.

Natürlich bin ich bereit meine Sachen weg zu räumen und dem Hund so wenig "Anreize für Unsinn" zu geben wie möglich. Aber wir sind nun mal eine Familie mit Kind und da gehören nun mal Gegenstände zum Leben die auf einem Sofa liegen, Schuhe im Flur am Boden oder ne Packung Taschentücher oder eine Fernbedienung am Wohnzimmertisch oder mal ein Kuli auf der Anrichte.

Ich möchte aber natürlich auch nicht das der Hund sich verletzt (Stromkabel durchbeißen, was er wohl jetzt erst kürzlich wieder getan hat) oder eben krank wird weil er irgendwas Plastikmäßiges verschluckt.

 

Meiner Meinung nach ist so ein Verhalten der Langeweile geschuldet. Zu wenig Bewegung, zu wenig mentale Anregung und einfach nur vor sich hin leben. Körper und Geist brauchen sicherlich mehr Beschäftigung und Bewegung.

 

Jetzt nachdem ich das alles so erzählt habe bräuchte ich euern Rat.

 

Meine Vorgehensweise jetzt für morgen wäre: Bevor der Hund überhaupt mit den Katzen in Kontakt kommt fürs Kennenlernen, würde ich eine ausgiebige Runde mit ihr gehen, mit ihr spielen und sie auspowern. So dass schon mal eine Menge Energie weg ist und sie vielleicht ruhiger wird.

Dann würde ich sie an der Leine durchs Haus führen zu den Räumen die sie betreten darf. Räume wo sie nichts zu suchen hat da würde ich mit ihr vor der Tür stehen bleiben, sie sitzen lassen vor der Türschwelle, sie loben, warten und dann weiter in andere Bereiche gehen. Tabu wären für uns jetzt das Arbeitszimmer (da mein Mann IT Fachmann ist hat er da viele teure Geräte stehen die nicht zerkaut werden sollten) und das Gäste WC (weil dort das Katzenklo steht und die Katzen beim Geschäft ihre Ruhe haben sollen) und das Badezimmer (da dort für die Katzen zusätzliche Trinkstellen sind die sie hauptsächlich aufsuchen und mir das wichtig ist das die Katzen genug trinken)

Wohnzimmer, Küche, Kinderzimmer (Tochter ist 9) und Schlafzimmer sind frei zugänglich. Das sollte an Raumangebot denke ich reichen oder?

Wenn wir den Rundgang beendet haben würde ich Hund und Katzen in einem Raum zusammenbringen. Der Hund an der Leine, die Katzen frei das sie sich zurückziehen können in dem Raum.

Naja und dann würde es für mich abwarten heißen. Das der Hund ruhig wird und sich hinlegt und dann die Katzen mit Leckerlis und Streicheleinheiten versuchen zu beruhigen und warten bis auch sie sich in Gegenwart des Hundes irgendwo einen Platz suchen und zur Ruhe kommen.

Natürlich nicht für ewig lange sondern max. 30-45 Minuten. Wenn ich von der Anspannung her merke das es zu heftig ist würde ich das auch früher beenden. Ich lege mich da zeitlich nicht fest sondern würde es nach Situation und Gefühl machen.Wir hatten jetzt vorab schon Handtücher mit dem Geruch vom Boxer, an ihren Schlafplätzen hingelegt damit sie sich etwas an den fremden Geruch gewöhnen. Der Kater hat sich nach kurzem schnuppern direkt drauf gelegt. Die Katze hat das Handtuch bis heute morgen verweigert, sich dann aber auch daneben gelegt.

 

Sollte es mit den Katzen und der Boxerdame einigermaßen klappen und wir uns dazu entscheiden sie für das halbe Jahr aufzunehmen wäre mein Plan den Hund weiter körperlich und geistig zu fordern um seinem Zerstörerdrang entgegen zu wirken. Also spazieren gehen, spielen und ein wenig Nasenarbeit, Mantrailing, Intelligenzspielzeug etc. Und eben auch Ruhezeiten.

Ich möchte jetzt kein Dauerprogramm veranstalten da so Hunde ja schon ihre 16-20 Stunden Ruhezeit brauchen.

 

Habe ich überhaupt eine Möglichkeit als "fremde" Person den Hund zu erziehen? Ich möchte ja kein anderes Tier aus ihr machen, aber das sie ein wenig folgsamer wird. Was dann auch für die Nachbarn (die im Oktober dann auch noch Eltern werden) vielleicht etwas angenehmer ist. Oder reichen die 6 Monate grade mal aus das der Hund mich überhaupt als Alphatier ansieht.

Ich persönlich denke ja das ich gute Chancen habe, aber manchmal bin ich bei so etwas auch zu naiv.

 

Nun die Frage zur Nacht. Ich möchte sie ungerne alleine durch das Haus stromern lassen. Zum Einen weil so ein Zerstörer Verhalten ja nicht von heut auf morgen abgestellt werden kann sondern Zeit und Training erfordert. Zum anderen weil ich weiß das Hund und Katzen nie völlig unbefangen miteinander hier leben werden und ich keine Lust auf nächtliche Verfolgungsjagten und Bellmanöver habe. Mein Gedanke war, da die Katzen hauptsächlich bei uns im Schlafzimmer ihre Körbchen und Schlafplätze haben, ob man den Hund imKinderzimmer meiner Tochter "einquartieren" kann.

 

Hund nachts anleinen wäre für mich überhaupt keine Option da sie sich ja auch mal anders hinlegen und die Beine vertreten möchte und ich auch nicht möchte das sie sich verheddert oder schlimmeres. Wäre eine Unterbringung Nachts in einem geschlossenen Zimmer (in dem natürlich ein "Rudelmitglied" schläft) eine Möglichkeit? Wassernapf wäre natürlich mit drin. Aber bei meiner Tochter gibt es nicht so viel was sie zerstören könnte da Kabel beiseite sind und ihr Boden aufgeräumt ist. Bzw ihre Spielsachen etc. in Schränken mit Türen verwahrt sind.

Es wäre auch überhaupt kein Problem das mein Mann oder ich für die Zeit in dem Zimmer schlafen und meine Tochter in der Nacht im Elternschlafzimmer dann im freien Bett, wenn es um Sicherheitsbedenken bezüglich Hund und Kind alleine lassen geht. Da sind wir flexibel und das wäre wohl eh erst einmal meine Vorgehensweise. Bis ich den Hund und sein nächtliches Verhalten einschätzen kann. Danach können meine Tochter und ich in dem Zimmer gemeinsam schlafen und dann kann sie da auch wieder alleine drin schlafen. Meine Tochter ist zum Glück so das sie eh total gerne bei uns schläft und sie Nachts nicht so auf ihre Privatsphäre besteht sondern lieber mit Alle Mann gemeinsam im Bett liegt :-)

 

Aber ich suche halt im Voraus nach Lösungen das wir ein harmonisches und gutes Miteinander haben können das allen Familienmitgliedern gerecht wird.

Die Katzen sind nun auch mal Nachttiere. Sie schlafen zwar wirklich die meiste Zeit, aber sie sind alt und gehen halt häufiger mal fressen, zum Katzenklo oder trinken und machen ihre nächtlichen Rundgänge im Haus. Das wäre mit einem Hund der an allen Enden und Ecken liegen könnte, wenn er sich frei Nachts im Haus bewegt keine gute Sache und würde zu unnötigem Stress führen der sich so vermeiden ließe.

 

Hundebox etc. ist nicht vorhanden. Der Nachbar hat jetzt auch nicht so viel Geld und wir möchten natürlich jetzt auch nicht hunderte von Euro zusätzlich zu Futter, Spielzeug und Pflegeartikeln ausgeben.

 

Wir würden halt das Körbchen und die Decke mitbekommen. Futternäpfe, das was noch an Futter da ist und Medikamente (Hund hat grade wohl einen Pilz und Milben im Ohr), natürlich die Leinen und Halsbänder und Spielzeug. Aber ich kenne uns ja. Dann wird hier ein Leckerli besorgt und da ein Spielzeug. Aber das man jetzt wirklich größere Anschaffungen tätigt das ist erst einmal nicht geplant.

 

Habt ihr noch Tipps und Tricks bezüglich der Eingewöhnung? Irgendwas worauf wir achten müssen? Oder habe ich in meiner Vorgehensweise wie ich mir das vorstelle irgendwelche eklatanten Fehler drin? Erfahrungen und Tipps bezüglich Katze-Hund Gewöhnung? Meint ihr das Unterfangen hat Erfolg?

 

Wichtig: Hundesteuer ist bezahlt und der Hund hat seine Plaketten. Sie ist gechipt und gemeldet. Sie hat eine Hundehaftpflcht die Sach- und Personenschäden abdeckt. Wir haben eine private Haftpflicht die eine Tierhalte- bzw Tierbetreuungsklausel enthält (alles schon mit unserem Versicherungsfachmann besprochen und abgeklärt).

Sie ist geimpft.

 

Was gibt es sonst noch über das Boxermädel zu sagen. Sie ist ein wenig scheu und schüchtern. Rennt nicht direkt auf jeden zu sondern umkreist die Personen erst einmal bis sie sich dann langsam ran traut. Leider gerne mit Bellen das sie nur schwer wieder einstellt. Sie ist schreckhaft und den Besitzern schon ein paar mal beim Spaziergang abgezischt weil sie sich vor irgendwas erschreckt hat. Da sie aber nur im gewohnten Umfeld ihre Runde machen ist der Hund jedes Mal nach Hause zurück gelaufen. Ich werde Spaziergänge grundsätzlich mit Leine durchführen und sie nur hier am Haus auf dem Feld frei laufen lassen da es das Gebiet ist das sie kennt weil sie hier wohnt.

 

Macht eine Schleppleine Sinn? Damit sie bei Spaziergängen die Möglichkeit hat freier zu laufen und zu spielen?

 

Ich weiß das es bestimmt nicht einfach wird und es wird sicherlich auch Leute geben die uns davon abraten werden uns zu kümmern. So als Neulinge. Und ich weiß selbst nicht genau wo uns die Reise hin führt. Aber mein Gefühl sagt mir das wir es definitiv versuchen sollten.

 

LG und danke im voraus für Tipps und Hinweise.

 

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1.

Nach einem Zusammentreffen kann man in keinster Weise sagen, dass die Katzen mit dem Hund kompatibel sind und umgekehrt. Das kann dauern. Würde ich mir aber nicht so viele Gedanken drum machen, weil man es mit Hilfe von Kindergittern an den Türen auch gut managen kann.

 

2.

Hund kann alleine bleiben.

Bei euch kann er das erst mal ganz sicher nicht. Weil alles für ihn neu ist. Das muss man üben. Das kann dauern.

Und dass er in Abwesenheit seiner Menschen Sachen zerstört, ist meiner Meinung nach nicht nur ein Zeichen von "Nichtausgelastetsein", sondern kann genausogut ein Zeichen für Stress sein, Stress, der sich zeigt, weil er eben NICHT alleine bleiben kann.

 

3.

Natürlich muss so ein Hund mehr Gassi gehen, dort seine Erfahrungen machen. Spiel mit anderen ist wichtig, aber nicht genug.

 

4. Erziehung ist nicht alles.

habe es jetzt erst wieder gemerkt, als wir einen völlig unerzogenen Einzelprinz vor einem Jahr übernommen haben.

Sitz, Platz - kann er alles nicht und braucht man auch nicht wirklich. Hauptsache, der Hund kommt, wenn er im Freilauf ist. Hört also auf seinen Namen. Mehr braucht es nicht wirklich, denn es gibt für den Rest Leinen.

Am Anfang würde ich überhaupt nicht erziehen, weil die Umstellung alleine schon Stress ist, damit vermindert ihr auf keinen Fall seine Zerstörungswut.

Belohne sie für das, was sie richtig macht mit hoher Stimme und Leckerlies, dann ist das schon mal nicht verkehrt.

 

 

Und dann, ganz wichtig:

 

Die Sache mit dem Alphatier ist völlig veraltet, ihr seid keine Gehegewölfe, sondern eine soziale Gruppe. Das kannst du getrost vergessen.

Du sollst nicht der Boss sein, sondern die Person, mit der der Hund gerne zusammen ist und bei der er das Gefühl hat, Schutz zu finden und sich auf dich verlassen zu können.

Wenn man da das "Alphatier" raushängen läßt, ist das kontraproduktiv.

 

Also:

Geduld haben,

Gassi gehen,

in Ruhe eingewöhnen lassen,

Das Zusammenleben bringt bei vielen Dingen automatisch das, was man möchte.
 

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Das ein Hund in einer ungewohnten Umgebung total aufgedreht ist, hat nichts mit Erziehung zu tun, sondern ist gerade in dem Alter völlig normal. Zusätzlich richt es bei euch ja auch ganz interessant nach Katzen.

Ich würde davon ausgehen, dass sie auf jeden Fall die ersten zwei Wochen ( vll. auch länger) sehr unruhig bei euch wird. 

 

Wäre es ein Möglichkeit das der Hund nachts im Nachbarhaus bleibt und nur tagsüber zu euch kommt? ich stelle mir das sehr stressig für einen Hund vor, wenn er seine Besitzer verliert, aber in unmittelbarer Nähe verbleibt. 

 

Ansonsten würde ich bestimmte Teile der Wohnung für die Katzen mit Türgittern abschranken. 

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Ich danke euch zwei für die Antworten.

 

Also mir ist völlig klar das der Hund bei uns wesentlich gestresster und unruhiger ist als bei sich selbst. Fremde Gerüche, fremde Umgebung, fremde Menschen und fremdes Verhalten unsererseits. Das mache ich auch nicht zum Vorwurf. Aber wir haben uns ja auch mit den Nachbarn unterhalten und bekommen ja auch fast täglich mit wie der Hund "hört oder auch nicht hört". Wenn er frei läuft und der Nachbar zig mal seinen Namen ruft und er nicht zurück kommt dann hat das nichts mit "fremder" Umgebung zu tun.

Nur zum Verständnis, der Garten wo die Hunde immer sind ist direkt an unser Haus angrenzend und es gibt keine Zäune oder ähnliches. Sprich die Hunde sind zum Teil bei uns im Garten, in der Einfahrt und auf der Terrasse. Kennen sowohl uns und meine Tochter als auch unser Grundstück.

Wir haben nur nie wirklich über den Hund mit dem Nachbarn gesprochen bzw genauer hingeschaut was er kann und was nicht.

Als sie gestern da waren und erzählten das er bei denen zu Hause ständig alles von den Tischen räumt und kaputt macht (auch wenn sie da sind, da beide immer zu Hause sind und wenn nur kurzzeitig mal wegfahren ohne Hund) hieß es nur das er sich eben schämt wenn sie ihn fragen was er da wieder gemacht hat und das er sich dann schuldbewusst unter den Tisch verzieht. Als ich fragte ob sie was dagegen unternehmen das er überhaupt Sachen kaputt macht in ihrer Gegenwart kam nur Schweigen und das man halt als beste Möglichkeit alles wegräumt. Es ist also kein reines, Hund ist alleine, Problem sondern ein allgemeines.

 

Das der Hund über Nacht in sein zu Hause geht kann ich mir nicht gut als Option vorstellen.

Es ist ja niemand da. Die Nachbarn müssen für 6 Monate woanders wohnen. Ich kann so ein Tier nicht um 22 Uhr rüber bringen, die  Tür hinter mir zusperren und dann 10 Stunden später erst wieder dort auftauchen und ihn sich völlig allein überlassen. Das macht man nicht oder? Ich denke da hat er weniger Stress wenn er sich ans schlafen bei uns gewöhnt als das er jeden Abend für 10 Stunden sich völlig verabschieden muss und alleine ist.

 

Die Sache mit dem Alphatier sehe ich persönlich ein wenig anders. Denn auch wenn die Sache "widerlegt" wurde (von wem auch immer und mal gucken wie lange das so bleibt bis es wieder geändert wird). Fakt ist das Hunde oder Wölfe im Rudel leben und dieses Rudel eben durch Leittiere angeführt werden. Es ist also in meinen Augen nur Wortspielerei wie man es nennt. Ich möchte ja auch keinen Paradehund aus dem Tier machen. Sie ist ja nur zu Gast bei uns und geht nach 6 Monaten wieder zurück an die Besitzer. Aber ich möchte auch nicht das mir ein Tier für diese Zeit auf der Nase rumtanzt sondern erkennt das ich bzw wir Menschen in der Familie das Sagen haben und es klare Regeln gibt die eingehalten werden.

Und wie ich vorher auch schon sagte soll er trotzdem als  Teil der Familie leben. Er wird nicht ausgeschlossen, schlecht behandelt oder benachteiligt. Aber es soll harmonisch für uns alle werden. Und ich denke Respekt und Liebe/Zuneigung schließen sich nicht gegenseitig aus sondern sind sehr wichtig.

Das man die ersten Wochen sicherlich mehr Stress und Aufregung hat und sich alles einspielen muss das ist klar.

 

Alleine bleiben muss er ja nicht am Anfang. Wenn ich arbeiten gehe, dann geht er zum Nachbarn mit den 3 Boxern. Der bekommt nur grade selbst sein erstes Baby, bzw seine Frau ist für dieses WE ausgezählt und die stehen mit gepackter Tasche in den Startlöchern. Er hat keinen Nerv dazu sich Nachts noch um einen 4. Hund zu kümmern der eben gerne mal was kaputt macht und er weiß auch nicht wie das mit dem Neugeborenen dann so wird und er und seine Frau möchten ja die Zeit auch gerne etwas genießen. Ich denke das kann man verstehen von daher ist es nett das er das überhaupt anbietet sich für die Zeit um den Hund mit zu kümmern.

Einkaufen kann ich dann auch erst einmal Nachmittags/Abends wenn mein Mann wieder da ist und ein Auge auf den Hund hat. Wie gesagt, wir sind ja auch flexibel und versuchen für alle Eventualitäten eine Lösung zu finden.

 

Also mal gucken wie es ab morgen so fürs WE läuft und wie unser Eindruck dann am Montag ist. Vielleicht erledigt sich die Sache auch und der Hund muss woanders untergebracht werden. Es gibt wohl noch eine andere absolut letzte Notstelle wo sie dann hin könnte, aber das ist nur Semioptimal. Darum würden wir es schon gerne machen einfach um den Nachbarn und dem Tier zu helfen und um selbst zu sehen ob ein Hund als Familienmitglied bei uns gut wäre. ( Da meine Tochter seit Jahren nur von Hunden spricht und sich nichts sehnlicher wünscht, wir aber immer wegen der Katzen eher dagegen waren)

 

Ich danke euch auf jeden Fall für eure konstruktiven Vorschläge und Ideen und halte euch dann auf dem Laufenden wie es so geklappt hat.

 

 

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Schön dass ihr der Hündin helfen wollt.

 

Aus eigener Erfahrung (haben ab und an die Hündin unserer Freunde bei uns betreut) kann ich nur sagen, werft die Flinte nicht gleich ins Korn, wenn es anfangs nicht so gut klappt.

 

Bei uns war es so, dass die Hündin die erste Zeit immer auf dem Sprung war und auf Herrchen gewartet hat. Sie war auch unruhig und wusste nicht was los ist. Man kann es dem Hund ja leider nicht erklären. Sie hatte aber auch eine sehr intensive Bindung an ihre Leute. Es hat mehrere Tage gedauert bis sie verstanden hat das sie bleiben muss.

Gut wäre, wenn ihr ihr Hundebett, Decke oder auf was sie zu Hause schläft, bei euch auf den für sie vorgesehenen Platz legen würdet. Da hat sie gleich einen bekannten Fixpunkt.

 

Trotzdem gab es einige Sachen, die wir anders gemacht haben wie es bei ihr zu Hause gehandhabt wurde, und zwar gleich von Anfang an. Nach dem Motto - unser Haus, unsere Regeln - 

Und es hat gut geklappt mit ihr. Es ist wie ein Neuanfang und ich sehe sehr gute Chancen bei euch, dass sie ihre Unarten mit eurer Hilfe ablegen wird.

Mit den Katzen sehe ich eigentlich  kaum Probleme, Da die Hündin Katzen kennt wird sie sie im Haus, nach Eingewöhnung, tolerieren. Da werden die Katzen evtl. mehr Schwierigkeiten haben sich an die neue Situation zu gewöhnen.

 

Also ich drücke die Daumen, damit alles gut klappt und wünsche euch gute Nerven.

Und wer weiß was in einem halben Jahr ist 😉. Sie wird euch ans Herz wachsen …

 

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vor 4 Stunden schrieb Ganyala:

Die Sache mit dem Alphatier sehe ich persönlich ein wenig anders. Denn auch wenn die Sache "widerlegt" wurde (von wem auch immer und mal gucken wie lange das so bleibt bis es wieder geändert wird). Fakt ist das Hunde oder Wölfe im Rudel leben und dieses Rudel eben durch Leittiere angeführt werden. Es ist also in meinen Augen nur Wortspielerei wie man es nennt. 

 

Nur kurz dazu, Fakt ist, daß Hunde - anders als Wölfe - keine Rudeltiere sind. Wildlebende Hunde leben entweder solitär oder in losen Verbänden, keinesfall in Rudeln. Gibt noch weitere Unterschiede. Falls das Thema näher interessiert ist dazu z.B. Die Dominanztheorie bei Hunden von James O' Heare ganz interessant.

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Hunde sind hochsoziale Lebewesen, die eine beachtliche Intelligenz mitbringen. Auch die Hunde, die davon weniger haben sind locker in der Lage zwischen Hunden und Menschen zu unterscheiden. Sie kommunizieren und verhalten sich grundlegend anders. Allein deshalb kann man diesen Sozialverband nicht mit dem Familienverband eines Wolfsrudels vergleichen.

Vertrauensperson- das solltest du sein. Ihr helfen und für sie da sein, dann wird sie sich aus eigenem Antrieb kooperativ zeigen. Ankommen lassen, nicht überfrachten, draußen beim Laufen und Schnuppern runterkommen lassen. Training max. 10 min am Tag. Auf genügend Schlaf achten.Viel Belohnen. Abgestuft- erwünschtes Verhalten kriegt fette Belohnung, aber auch der Abbruch unerwünschten Verhaltens wird angemessen belohnt.

Sie ist mitten in der Vorpubertät evtl. direkt vor der ersten Läufigkeit- da ist sowieso alles Umstellung und Verunsicherung gerade. Auch das Gehirn befindet ich im Umbau- manche Dinge werden einfach hirnorganisch verschüttet und müssen wieder aufgebaut werden-also bitte nicht von Rückschritten irritieren lassen.

Solche Sachen wie dem Hund im Nachhinein vorzuwerfen,was er kaputtgemacht hat funktionieren nicht. Er wird das nicht verknüpfen. Er wird nur verknüpfen, daß du plötzlich sauer wirst, wenn du nach Hause kommst.

 

Mit den Katzen kann es klappen oder auch nicht, ich glaube das hängt bei euch mehr von den Katzen ab als vom Hund, weil der ja noch keine schlechten Erfahrungen mit denen gemacht hat. Kontakt nicht erzwingen, es reicht, wenn sie sich auf sehr großem Abstand tolerieren können. Gut, daß die Katzen Rückzugsräume haben, aber ich glaube der Hund bräuchte zu Sicherheit auch einen Ort, wo er vor den Katzen sicher ist.

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So mal eben fix bevor das Mädel gleich da ist *g*.

Ich danke euch allen für die Antworten und Anregungen. Was die Sache mit dem Alphatier angeht, ich denke das klingt einfach auch zu hart und kalt.

Nennen wir es Leitperson, Vertrauensperson, Alphatier. Im Grunde ja egal, ich denke es geht darum was man selbst damit meint. Ich möchte keine bedrohliche Anführerin sein sondern einfach nur dafür sorgen das der Hund sich sicher und geborgen fühlt, aber eben auch das sie Regeln einhält und uns als Familienmitglieder respektiert und das sie keine Angst vor uns hat sondern merkt das wir sie bei uns aufnehmen und sie ein Teil von uns ist.

 

Über Pubertät und Läufigkeit habe ich gar nicht nachgedacht, aber klar das kommt in dem Alter wohl mit dazu. Bei 9 Monaten hatte ich nicht an Pubertät gedacht. Na supi also zwei Mädels die Mama dann doof finden *fg*

 

Rückzugsort wird dann wohl das Zimmer meiner Tochter. Wenn der Hund drin ist gehen die Katzen eh nicht hin und dort wird dann auch ihr Bett stehen mit der Decke.

 

Was Lob oder Tadel angeht, ist klar. Ein Hund kann Tadel auf vergangene Taten nicht einordnen. Der sieht nur, ich komme zur Tür rein und schimpfe. Also ist, zur Tür rein kommen nichts gutes für sie. Wenn sie Mist baut und ich bin dabei kann ich sie korrigieren. Hat sie was gemacht und man sieht es später, dann heißt es Pech gehabt und ich muss dafür sorgen das so eine Situation nicht noch einmal vorkommen kann (sprich Sachen weg räumen oder Tür zu halten von dem Raum wenn man weg geht etc )

Lob wird sie bekommen (Leckerlie Dose haben wir gestern besorgt und aufgefüllt). Ich hoffe das die Nachbarn für die nächsten Tage auch ein wenig Spielzeug mitgeben so das man auch das als Belohnung präsentieren kann. Die soll hier ja nicht rausrollen wenn die Nachbarn sie wieder abholen.

 

Ich bin einfach mal gespannt wie es laufen wird und werde berichten. Meistens macht man sich ja eh viel mehr einen Kopf der gar nicht nötig war. Sie ist ein Hund und kein Monster und da wir Tiere lieben, egal was für welche sollten wir kein Problem haben. Trotzdem finde ich vorher über Dinge nachdenken sinnvoller als sich immer nur blindlings in irgendwelche Situation stürzen und dann plötzlich nicht wissen wie man damit umgeht.

 

Also lieben Dank nochmal und ich werde berichten.

 

LG 

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vor 37 Minuten schrieb Ganyala:

und da wir Tiere lieben,

Wichtgste und beste Voraussetzung!:B)

 

vor 38 Minuten schrieb Ganyala:

Wenn sie Mist baut und ich bin dabei kann ich sie korrigieren

Genau, aber ganz wichtig: direkt dem Hund eine Alternative zeigen nach so einem Nein Abbruch. Z.B. "Sofakauen" mit "nein" abbrechen und einen Kaugegenstand geben. Oder wenn sie mit den Katzen spielen wie, abbrechen und gleich auf ein Spielzeug und Spiel mit euch umleiten.

 

Ich wünsche dir, daß das alles gut läuft und finde es sowieso sehr sehr nett, daß du in der Situation Hilfe angeboten hast.:)

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Lucie sowohl Ramse würde meine Katze jagen, wenn sie dürften!

 

ich habe da eine klare räumliche Trennung, heißt.:

 

Im Garten hat Katze ihre hundfreie Zone, gesichert durch einen kleinen provisorischen Zaun.

 

IM Haus gibt es ein hundefreies Zimmer,bei mir mein Schlafzimmer.

Dieses Zimmer ist immer offen, nur die Hunde dürfen es eben nicht betreten.

(am Anfanf etwas Übung,jetzt Normalität)

 

Ansonsten habe ich im Wohnzimmer deckenhohe Rückzugsmöglichkeiten für meine Katzen.

 

Ramse, der wirklich , wie Lucie , die ersten Tage die Katze jagen wollte, irgend wie war eine klare, direkte Ansprache

alles. (keinerlei aversiven Methoden!)

Ich habe Ramse in der Nacht seinen Platz suchen lassen.

Dann in drauf trainiert, dass er auf "geh auf Deinen Platz" hört.

Nach ein paar Tagen konnte ich Ramse , wie Lucie damals, aus meinem Bett raus auf seien Platz weisen.

 

Ich denke manchmal, vom ersten Tag an klare Regeln, einfach, aber ohne Abweichung oder so.

 

Ich würde den Gasthund auch sofort in  meine "Hausregeln" einweisen, ein hin -und her, verunsichert doch nur, denke ich.

 

Ramse war an den ersten Tagen echt unsicher, er lief immer im Kreis rum.

 

Eine kurze Hausleine, einen gemütichen eigenen Platz, und Leckerlis halfen sehr.

Ich musste am Anfang Ramse an der Hausleine auf seinem Platz halten, mit Leckerlis, damit er zur Ruhe kam

(und Katze in Ruhe lies!)

 

Ein Trenngitter kann helfen, brauchte ich GsD nicht .

(außer im urlaub, da waren sie Rame echt eine Hilfe, zur Ruhe zu kommen)

 

 

Achja, Ramse braucht immer diese Geweihstücken, um seine "Kauwut" ab zu reagieren.

(Übersprungshandlung)

ER setzte auch an,die Türschwelle, das Sofa an zu kauen.

jetzt hat er eine Kiste, da liegen erlaubte Kaudinge zum Gebrauch drin.

(auch diese Wurzeln ,Kong usw)

 

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