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Hundeforum Der Hund
Palindroma

Älterer Hund kann nach Umzug nicht mehr alleine bleiben

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Hallo liebes Forum,

 

ich wende mich an euch, weil ich mit meinem Latein völlig am Ende bin. Unser Hund (Jack-Russell-Mix, 13 Jahre) hatte nie Probleme damit, alleine zu bleiben. Ich habe ihn immer mal wieder gefilmt und er hat nichts getan, außer kurz an der Tür zu schnuppern und sich dann hinzulegen. Vormittags war er alleine, Mittags kam eine Hundesitterin und am Nachmittag war er dann noch mal zwei Stunden auf sich gestellt. Wie gesagt, alles kein Problem.

 

Nun sind wir ins Haus meiner Schwiegereltern gezogen (sie unten, wir oben) - ironischerweise vor allem, damit der Hund nicht mehr so lange alleine bleiben muss. Um 8 Uhr gehe ich aus dem Haus, um 13 Uhr holt ihn meine Schwiegermutter aus der Wohnung und nimmt ihn mit zu sich ins Erdgeschoss; ab Februar nächsten Jahres ist mein Schwiegervater in Rente, dann wird Brutus schon am Vormittag nach unten geholt.

 

Er versteht sich blendend mit den beiden - und ich fürchte, genau da liegt das Problem. Denn seit wir umgezogen sind, zerstört Brutus die Türen und anderes Mobiliar, bellt, jault und heult (ich habe ihn wieder gefilmt) stundenlang (!!!) und kratzt so viel am Türrahmen, dass er mittlerweile humpelt. Da wir auch vor unserem endgültigen Umzug schon sehr viel Zeit in der Wohnung verbracht haben und er dort auch schon stundenweise alleine war, kann es nicht daran liegen, dass er seine Umgebung nicht kennt. Bevor wir umgezogen sind, durfte er allerdings fast immer nach unten. Ich glaube daher mittlerweile, er denkt nun, dass im Erdgeschoss immer jemand da ist und möchte partout runter. Natürlich kann ich ihm nicht erklären (bzw. versteht er's nicht ;-)), dass auch meine Schwiegereltern nicht ständig zu Hause sind. Wir haben sie schon gebeten, ihn auf keinen Fall aus unserer Wohnung zu holen, wenn er gerade bellt und jault - aber ein "stilles Zeitfenster" abzupassen, ist ziemlich schwierig...

 

So, lange Geschichte, mittlerweile viel Verzweiflung bei Vier- und Zweibeinern. Habt ihr irgendeine Idee, wie wir sein Verhalten wieder normalisieren können? Nach Hundesittern habe ich schon gesucht, aber wir würden hier von einer Ganztages-Einzelbetreuung sprechen (in einem Rudel mit anderen Hunden wäre Brutus vollkommen verunsichert und überfordert - Artgenossen mag er in der Regel nicht), da habe ich niemanden gefunden. Zumal so etwas auch finanziell sehr schwierig würde.

 

Ich hoffe, ihr könnt uns (und vor allem Brutus!) irgendwie weiterhelfen. 😥

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Das kommt bei den meisten Hunden vor, dass sie nach einem Umzug zuerst nicht mehr alleine bleiben können. das muss man dann wie bei einem Welpen kleinschrittig üben. Und je länger ihr damit wartet, verfestigt sich seine Verlassensangst und er kann es dann gar nicht mehr. Hinzu kommt sein Alter, da tuen sich manche Hunde eh schwerer.

 

Ihn nicht zu den Menschen zu lassen ist Quälerei und verschlimmert alles!

 

Bitte kleinschrittig üben. Er will euch nicht ärgern, er hat Panik. Das zeigt sich auch daran, dass er über seine Schmerzgrenze hinaus tobt.

 

Versucht mal mit den Schwiegereltern etwas abzusprechen, dass er momentan nicht alleine sein muss, seine Panik sich abschwächt und dann langsam wieder das Alleinsein etablieren. Vielleicht auch in den Räumen der Schwiegereltern?

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Das Problem ist, dass momentan beide Schwiegereltern arbeiten - sobald jemand zu Hause ist, kommt der Hund runter. Es gibt also keine Möglichkeit, ihn erstmal nicht alleine zu lassen. 😞

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Je länger es dauert, desto schwerer wird es, das Verhalten wieder loszuwerden.

 

Kann er denn unten alleine bleiben? Probiert es doch mal.

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Nein, das haben wir schon probiert - gleicher Effekt, leider. 😞

Heute war es schlimm wie nie - er hat wohl so viel gekratzt, dass er nun auf beiden Vorderbeinen stark humpelt. Ich werde ihn morgen früh durch die leere Wohnung meiner Schwiegereltern führen damit er sieht, dass niemand da ist. Vielleicht hilft das ja. Ansonsten muss ich gucken, dass ich mir meinen restlichen Jahresurlaub nehme und dann Stück für Stück üben in der Hoffnung, dass das irgendwie hilft.

 

Meinst du denn, dass das wirklich Panik? Ich muss vielleicht dazu sagen, dass Brutus schon immer einen extremen Dickkopf hatte, verbunden damit, dass er immer wieder weit über seine körperlichen Grenzen gegangen ist. Ich weiß noch, wie ich vor Jahren dachte, er habe sich seine Hinterbeine gebrochen. Letztlich hat er nur so lange mit einem Fußball gespielt, dass er seine Beine vor Überanstrengung nicht mehr bewegen konnte. Das macht er heute immer noch genauso - bzw. mittlerweile bekommt er deswegen einfach keine Fußbälle mehr, weil ich mir sonst nicht sicher sein könnte, dass er nicht vor Überanstrengung einen Herzinfarkt bekommt. Sprich: Der Hund ist - bestimmte Trigger vorausgesetzt - wirklich extrem in seiner Ausdauer. 🙄

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Terrier eben.

Meine erste Hündin war auch sehr Terrier, bis ins hohe Alter. Ich verstehe, dass du denkst, er hat einfach einen Dickkopf.

 

Es bleibt, dass er nicht alleine sein kann. Nicht alleine sein will. Das "Nichtwollen" kann man ihm genausowenig verbieten wie das "Nichtkönnen". Das Ergebnis ist das Gleiche. Es wird nur über Übung eine Chance geben.

 

Ich verstehe, dass eure Situation sehr schwierig ist. Und ich hab nur die Lösungen "üben" und "nicht alleine lassen".

Wie lange es dauern wird und ob es klappt?

 

Aber es hat ja bis zum Umzug funktioniert. Wenn ihr nun wieder Ruhe in die Sache bringt.....?

 

Wie ist es denn bei euch mit der sonstigen Auslastung?

Ich bin überzeugt, dass sich bei uns damals gewisse nicht wünschenswerte Verhaltensweisen besonders zeigten (Katzen jagen, Raufen), weil sie ansonsten zuwenig gefordert wurde. Spaziergänge und überall mit hinnehmen waren nicht genug, so bespasste sie sich selbst,

Auch wenn ich das Verhalten deines Hundes gewiss nicht als "sich selbst bespassen" bezeichnen möchte, aber er steigert sich halt in was hinein, weil er sonst zu wenig  (oder zu Uninteressantes) zu tun hat. Das zeigt vielleicht auch seine Ballsucht, er neigt zum Junkytum, auch bei der Türaktion.

 

Was sagen denn seine Schilddrüsenwerte? Da liegt auch oft etwas im Argen...

 

 

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Habt Ihr mal versucht, ihn in der Wohnung der Schwiegereltern allein zu lassen? Vielleicht ginge das besser?

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vor 9 Stunden schrieb Palindroma:

Meinst du denn, dass das wirklich Panik? Ich muss vielleicht dazu sagen, dass Brutus schon immer einen extremen Dickkopf hatte, verbunden damit, dass er immer wieder weit über seine körperlichen Grenzen gegangen ist. Ich weiß noch, wie ich vor Jahren dachte, er habe sich seine Hinterbeine gebrochen. Letztlich hat er nur so lange mit einem Fußball gespielt, dass er seine Beine vor Überanstrengung nicht mehr bewegen konnte. Das macht er heute immer noch genauso - bzw. mittlerweile bekommt er deswegen einfach keine Fußbälle mehr, weil ich mir sonst nicht sicher sein könnte, dass er nicht vor Überanstrengung einen Herzinfarkt bekommt. Sprich: Der Hund ist - bestimmte Trigger vorausgesetzt - wirklich extrem in seiner Ausdauer. 🙄

Das klingt für mich mehr nach Stereotypie oder Zwangshandlung als nach Sturheit.

Da spielt Stress eine Rolle.

Ich würde auch versuchen, das Alleinebleiben stark ritualisiert neu aufzubauen-

Entspannungsgerüche und -musik können helfen.

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Am 10.9.2018 um 23:13 schrieb Julika:

Habt Ihr mal versucht, ihn in der Wohnung der Schwiegereltern allein zu lassen? Vielleicht ginge das besser?

 

Ich vermute, dass es besser würde, wenn er sich in beiden Wohnungen frei bewegen dürfte und selbst feststellen könnte, dass niemand da ist. Allerdings möchten das meine Schwiegereltern nicht, wir haben schon drüber gesprochen. Sie machen sonst eigentlich alles mit, aber da ist bei ihnen die Grenze - das muss ich natürlich akzeptieren

Am 10.9.2018 um 19:27 schrieb gatil:

Es bleibt, dass er nicht alleine sein kann. Nicht alleine sein will. Das "Nichtwollen" kann man ihm genausowenig verbieten wie das "Nichtkönnen". Das Ergebnis ist das Gleiche. Es wird nur über Übung eine Chance geben.

 

Ich verstehe, dass eure Situation sehr schwierig ist. Und ich hab nur die Lösungen "üben" und "nicht alleine lassen".

Wie lange es dauern wird und ob es klappt?

 

.

Ja, da hast du Recht - letztlich macht's keinen Unterschied. Der Hund leidet und das ist alles, was zählt, Punkt.

Das Üben versuche ich bereits, seit ich merke, dass er mit der neuen Situation nicht gut klarkommt. Es funktioniert absolut nicht - über eine Minute kann ich nicht aus der Tür rausgehen, sonst fängt er an zu jammern. Dieser Zeitraum lässt sich auch nicht steigern, egal, wie oft ich aus der Tür gehe.

 

Am 10.9.2018 um 19:27 schrieb gatil:

 

Wie ist es denn bei euch mit der sonstigen Auslastung?

Ich bin überzeugt, dass sich bei uns damals gewisse nicht wünschenswerte Verhaltensweisen besonders zeigten (Katzen jagen, Raufen), weil sie ansonsten zuwenig gefordert wurde. Spaziergänge und überall mit hinnehmen waren nicht genug, so bespasste sie sich selbst,

Auch wenn ich das Verhalten deines Hundes gewiss nicht als "sich selbst bespassen" bezeichnen möchte, aber er steigert sich halt in was hinein, weil er sonst zu wenig  (oder zu Uninteressantes) zu tun hat. Das zeigt vielleicht auch seine Ballsucht, er neigt zum Junkytum, auch bei der Türaktion.

 

Was sagen denn seine Schilddrüsenwerte? Da liegt auch oft etwas im Argen...

 

 

 

Ja, er steigert sich total rein, das merkt man auch auf den Videoaufnahmen, die ich gemacht habe. Das macht er bei allem so - beim Ballspielen, sogar beim Lecken seiner Pfoten. Unterfordert sein kann er eigentlich nicht, weil er jetzt im Alter von sich aus lieber irgendwo liegt. Häufig sperrt er sich regelrecht dagegen, spazieren zu gehen und weigert sich, weiter zu laufen. Wir machen Suchspiele mit ihm, toben und spielen Ball im Garten - ich habe den Eindruck, da fühlt er sich am wohlsten.

Bevor wir umgezogen sind, war er völlig zufrieden damit, auf dem Sofa zu liegen und zu schlafen. Ich hatte ihn auch da schon einige Male gefilmt, es war immer das Gleiche: Kurzes Schnüffeln an der Tür, kurzer Kontrollgang durch die Küche (Kühlschrank könnte ja auf sein ;-)) und dann Schlafen bis die Hundesitterin oder ich nach Hause kam. Häufig kam er noch nicht mal zur Tür sondern ist einfach auf dem Sofa sitzen geblieben und hat von da aus mit den Schwanz gewedelt. Er war völlig entspannt.

 

Schilddrüsenwerte wurden schon kontrolliert, die sind okay!

 

Am 11.9.2018 um 05:00 schrieb gebemeinensenfdazu:

Das klingt für mich mehr nach Stereotypie oder Zwangshandlung als nach Sturheit.

Da spielt Stress eine Rolle.

Ich würde auch versuchen, das Alleinebleiben stark ritualisiert neu aufzubauen-

Entspannungsgerüche und -musik können helfen.

 

Er ist definitiv total gestresst. Gestern hat er die komplette Tür zerbissen (und ich meine damit wirklich komplett, man sieht schon die andere Seite) und sich dabei auch an der Pfote verletzt. Ich hatte wieder gefilmt, er hechelt fünf Stunden durch und ist schon heiser vom Jaulen und Bellen. Wenn dann jemand kommt und ihn "befreit", ist er völlig fertig, trinkt ohne Ende und legt sich sofort hin.

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Hier mal ein Bild seiner Zerstörungswut. Ihr seht, es geht nicht um ein paar Kratzer an der Tür... :(

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